Weimarer Land Aus für Kulturfabrik in Apolda: Mietvertrag wird nicht verlängert

Nach zehn Jahren läuft der Mietvertrag der Kulturfabrik in Apolda aus. Verlängert wird er nicht. Laut Stadt gibt es keine langfristige Perspektive. Grund ist auch der bauliche Zustand der ehemaligen Strickwarenfabrik. Der Verein Kulturfabrik soll im Herbst aufgelöst werden.

Viele Menschen ins weißer Kleidung in einem Festsaal.
Höhepunkt der Kulturfabrik im vergangenen Jahr: "Weißes Diner" Ende August - die Gäste feiern im großen Saal der ehemaligen Strickerei. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

Die Kulturfabrik in Apolda steht vor dem Aus. Wie am Dienstag bekannt wurde, wird die Stadt als Eigentümerin den Mietvertrag nicht verlängern. Nach zehn Jahren läuft der Vertrag Ende Oktober aus. Man könne der Fabrik keine langfristige Perspektive mehr bieten, sagte Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand (parteilos). Das aber sei etwas, was der Verein Kulturfabrik dringend brauche, so die Vorsitzende Philine Görnandt.

Der bauliche Zustand der ehemaligen Strickwarenfabrik sei nicht mehr der Nutzung entsprechend, so Eisenbrand. Es hätten sich unter anderem Brandschutzmängel aufgetan und es fehle an Rettungswegen. Die Stadt selbst habe kein Geld, das Haus grundhaft zu sanieren. Das Stadthaus habe aktuell Priorität, so Eisenbrand.

Ein Banner hängt an der Kulturfabrik in Apolda.
Vor zehn Jahren stand die alte Strickerei kurz vor dem Abriss damals sollte sich einem Parkplatz weichen, wurde aber "gerettet" und gehört der Stadt Apolda. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

Künstler wollen Apolda verlassen

Eine Sanierung käme nicht dem Gedanken einer Kulturfabrik gleich, reagierte Görnandt. Der Charakter des Hauses liege im Abgenutzten. Görnandt ist Hauptmieterin der Kulturfabrik. Neben ihr arbeiten sechs weitere Künstler in den Ateliers des Hauses. Fast alle seien bereits auf der Suche nach neuen Werkstätten, hieß es. Einige wollen Apolda den Angaben nach verlassen.

Der Bürgermeister bedauert diese Entwicklung, sieht jedoch die Hände gebunden. In den kommenden Sitzungen des Stadtrates werde mit Sicherheit weiter über die Fabrik diskutiert. Denkbar seien einzelne Mietverträge, doch auch damit sei das Problem des Bandschutzes nicht gelöst. Aktuell könne er nicht sagen, wohin die Reise gehen soll, so Eisenbrand.

Der Eingang der Kulturfabrik in Apolda.
Die alte Strickerei mit ihren 2.000 qm als Kulturfabrik vor dem Aus. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

Kulturfabrik soll aufgelöst werden

Für Görnandt gibt es kein Zurück. Sie wird den Verein Kulturfabrik auflösen und sich im Herbst zurückziehen. Im Sommer ist die Kulturfabrik aber noch präsent. Am Dienstag beteiligen sich die Mieter an der Fête de la musique, unter anderem mit einem Tango-Programm.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 21. Juni 2022 | 16:30 Uhr

1 Kommentar

Tamico161 vor 2 Wochen

Wer braucht denn Kultur? Sinnvoll wäre es doch in die alte Fabrik ein schönes Einkaufszentrum zu bauen!

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