Vandalismus 17 Bäume in Erfurt abgesägt: Mutmaßlicher Täter ermittelt

Im Fall der abgesägten Bäume im Erfurter Norden hat die Polizei einen 20-jährigen Verdächtigen ermittelt. Wie die Beamten am Montag mitteilten, handelt es sich um einen Erfurter. Er soll in der Nacht zu Samstag mit Axt und Säge in der Gera-Aue 17 Jungbäume zerstört haben. Laut Gartenamt sind die sechs Jahre alten Birken nicht mehr zu retten.

Mehrere abgesägte Bäume und zerstörte Befestigungen liegen auf einer Grünfläche.
17 Bäume fielen dem "Baumfrevler" in der Gera-Aue zum Opfer. Bildrechte: Polizeiinspektion Erfurt

Bäume an Gera-Aue abgesägt: Zeugen beobachten Jugendliche

Zeugen hatten den Mann beim Sägen gesehen und die Polizei alarmiert. Eine Zeugin will nach Informationen der "Thüringer Allgemeinen" außerdem gehört haben, wie sich eine Gruppe Jugendlicher an einer Tankstelle in der Demminer Straße unterhalten habe und dabei "Wir gehen Bäume rummachen" gerufen wurde.

Da sich die Gruppe Jugendlicher zwischen 16 und 20 Jahren lautstark mit ihren Namen angeredet hatte, konnte die Polizei den mutmaßlichen Haupttäter schon einen Tag nach dem Baumfrevel dingfest machen. Auch Videos aus der Tankstelle seien ausgewertet worden.

Schaden bei rund 40.000 Euro

Nach ersten Schätzungen geht das Garten-und Friedhofsamt von einem Schaden von mindestens 40.000 Euro aus. Die Bäume waren erst im Zuge der Neugestaltung der Gera-Aue für die Bundesgartenschau 2021 gepflanzt worden.

Ein Baum in einem Dreibock. Der Stamm wurde durchgesägt.
Die Bäume sind unwiederbringlich zerstört. Sie waren erst im vergangenen Jahr gepflanzt worden. Bildrechte: Polizeiinspektion Erfurt

Bäume sollen nachgepflanzt werden

Die Stadt Erfurt will die abgesägten Bäume nachpflanzen. Die Stadt werde dabei finanziell in Vorleistung gehen, sagte Gartenamtschef Sascha Döll MDR THÜRINGEN am Dienstag. Er rechnet mit Kosten von mindestens 40.000 Euro. Da für die Gestaltung der Gera-Aue Europäische Fördermittel geflossen sind, ist die Stadt verpflichtet neue Bäume und damit Schattenspender zu setzen. Die EFRE-Vorschriften (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) würden das so festlegen, so Döll.

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MDR (kir/fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 16. August 2022 | 06:30 Uhr

32 Kommentare

Saxe vor 6 Wochen

Man sollte mal sachlich bleiben. Klar war das dumm, dämlich und strafbar und der Täter muss bestraft werden. Aber es sind "nur" Bäume. Es gibt Stadtverwaltungen, die schon wesentlich mehr Baumfläche versehentlich beseitigt haben.

Harka2 vor 6 Wochen

@astrodon
Da liegen sie komplett falsch. Die Aufklärungsquote bei Sprayern ist erfreulich hoch und wenn denen dann die Rechnung präsentiert wird, lacht da keiner mehr. Nicht selten gibt es auch einen "Schnupperkurs" im Knast - das hilft.

Harka2 vor 6 Wochen

@astrodon
Es gibt hier aber nicht nur den Strafprozess. Im Zivilprozess wird man ihm die Rechnung präsentieren. Da hat bisher nicht nur so mancher Sprayer plötzlich Panik bekommen, wenn er mal so eine mittlere fünfstellige Summe für einen neuen Hausanstrich bezahlen musste.

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