Betrugsmasche CEO-Fraud Betrüger erbeuten zwei Millionen Euro von Erfurter Firma

05. Januar 2023, 15:26 Uhr

Wenn sich der Chef in der Buchhaltung meldet und um eine Geldüberweisung auf ein Konto im Ausland bittet - ist manchmal nicht der Chef dran, sondern Betrüger. In Erfurt ist eine Firma auf Betrüger hereingefallen, die das sogenannte CEO-Fraud angewandt hatten.

Betrüger haben mit der sogenannten CEO-Fraud-Masche einer Firma in Erfurt zwei Millionen Euro gestohlen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hatte sich ein bislang unbekannter Mann seit Mitte Dezember mehrfach bei einem Mitarbeiter des Unternehmens gemeldet und sich als dessen Geschäftsführer ausgegeben. Der oder die Betrüger hätten den Mitarbeiter getäuscht und dazu gebracht, mehrere Geldüberweisungen auf ausländische Konten vorzunehmen.

Opfer werden gründlich ausgeforscht

Laut Polizei gehen die Täter in solchen Fällen raffiniert vor. In der Regel würden die ausgesuchten Firmen gründlich ausgeforscht und insbesondere Beschäftigte aus der Buchhaltung oder des Rechnungswesens angesprochen, die zu Geldüberweisungen berechtigt sind. Diese würden dann beispielsweise unter dem Vorwand bevorstehender Unternehmensübernahmen zu Überweisungen aufgefordert.

Mehrere Thüringer Firmen vor einigen Jahren betroffen

In den vergangenen Jahren waren mehrere Unternehmen in Thüringen Opfer dieser Betrugsmasche geworden. So hatte sich im Jahr 2017 eine unbekannte Frau bei einer Firma im Kreis Sömmerda gemeldet und sich als Bevollmächtigte für eine Firmenübernahme ausgegeben. Nach mehreren Telefonaten und E-Mail-Austausch überwies ein Mitarbeiter des Unternehmens dann knapp eine Million Euro auf ein fremdes Konto.

Auch die Energieversorgung Nordhausen (EVN) war damals von einer derartigen Betrugsmasche betroffen. Hier konnte das überwiesene Geld - über 900.000 Euro - jedoch wieder zurückgeholt werden. Auch bei zwei Firmen in Erfurt war die Masche versucht worden, aber ohne Erfolg.

Ende 2017 konnten die deutschen Ermittlungsbehörden dann mehrere Tatverdächtige in Israel festnehmen. Nach damaligen Angaben des Bundeskriminalamtes sollen die Verdächtigen für einen Schaden von 175 Millionen Euro verantwortlich gewesen sein.

MDR (dr)

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Januar 2023 | 15:00 Uhr

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