Weihnachtssaison 300.000 Pakete täglich: Amazon in Gera sucht weiter Mitarbeiter

Bei 300.000 Paketen pro Tag ist Amazon in Gera trotz 1.900 festen und Saison-Mitarbeitern weiter auf der Suche nach noch mehr Beschäftigen. Mehrere Produkte werden in der Weihnachtszeit besonders häufig versendet.

Auf einem Transportband werden die Amazon-Pakete im Logistikzentrum Gera gescannt.
Trotz Automatisierung: Amazon in Gera sucht weiter Beschäftigte Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Amazon hat am Logistikzentrum Gera 400 Mitarbeiter extra für das Weihnachtsgeschäft eingestellt. Standortleiterin Silvana Specht sagte MDR THÜRINGEN, auch darüber hinaus würden noch feste Mitarbeiter gesucht.

"Weihnachten ist immer ein Grund zur Freude bei Amazon. Da haben wir unser Hauptgeschäft", sagt Specht. In Gera ist sie Chefin über 1.900 Mitarbeiter aus 70 Nationen. Deutsch, Englisch und Arabisch sind die drei Hauptsprachen, in denen hier alles ausgeschildert ist.

Weihnachten ist immer ein Grund zur Freude bei Amazon.

Silvana Specht Standortleiterin von Amazon in Gera

Die Saison-Mitarbeiter kämen vor allem aus der Region. "Aber wir haben auch viele Studenten, die schon mehrfach bei uns gejobbt haben." Zwar ist der Ruf des Unternehmens als Arbeitgeber angekratzt. Doch die Zahl der Studierenden als "Wiederholungstäter" spreche für sich, so die Standortleiterin. Der Versandhändler habe sich dem Markt angepasst. So gibt es inzwischen auch einen Betriebsrat im Logistikzentrum Gera.

Die meisten Amazon-Beschäftigte kommen per Bus

Jaqueline Ziebold arbeitet seit Mai bei Amazon. In Sekundenschnelle kann sie Kartons zusammenfalten, befüllen, zukleben. Offensichtlich mag sie ihren Job hier. "Ich bin alleinerziehend mit zwei Kindern. Also arbeite ich hier in der Frühschicht und habe 15 Uhr pünktlich Feierabend. Die Arbeit ist entsprechend meines Lohnes. Ich bin zufrieden."

Worte, die Pressechef André Adler wohl gern hört. Er berichtet von 13 Euro Einstiegslohn plus Extras - gerade zur Weihnachtszeit. Dazu kämen Vergünstigungen. Die meisten Mitarbeiter kommen mit Bussen ins Logistikzentrum. Die hat Amazon organisiert oder mit den Verkehrsbetrieben - wie in Gera - zusätzliche Busverbindungen ausgehandelt.

Handarbeit und Roboter

20 Millionen Artikel hat das Logistikzentrum Gera am Lager. Vor allem Kleinwaren. Diese werden noch per Hand in Regale verpackt, die Hightech-Roboter zur Sortierung und dann zum Verpacken fahren. Vor allem Speicherkarten landen derzeit in den Päckchen, heißt es. Aber auch Spielzeug, Deko, Schmuck und Adventskalender.

Die Mitarbeiter im Amazon-Logistikzentrum Gera nehmen die Ware aus kleinen gelben Regalen.
Es geht um 300.000 Pakete täglich in Gera. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

In der Vorweihnachtszeit verlassen täglich rund 300.000 Pakete das Logistikzentrum. Silvana Specht weiß aus Erfahrung: Auch nach Weihnachten wird das nicht viel weniger werden. Sie freue sich deshalb über jeden neuen Mitarbeiter im Logistikzentrum Gera.

Das Amazon-Logistikzentrum Gera wurde im August 2021 eröffnet und hat eine Fläche von 43.000 Quadratmeter. Es ist noch das einzige Logistikzentrum des Versandhändlers in Thüringen, ein weiteres entsteht in Erfurt.

Kritik der Gewerkschaft Verdi an Amazon

Zu den Arbeitsbedingungen bei Amazon gibt es von Verdi immer wieder Kritik. So bemängelt die Gewerkschaft vor allem, dass sich der Versandhändler tariflichen Vereinbarungen verweigert. Auch die Arbeitsbedingungen von Paketzustellern bei Amazon in Thüringen werden kritisiert.

Weil der Konzern aus Kostengründen keine eigenen Paketfahrer anstellt, sind die Zusteller bei Subunternehmen beschäftigt. Nach Aussagen des DGB-Bildungswerks liegen dort Hinweise auf Verstöße gegen das Arbeitsschutz- und das Mindestlohngesetz vor.

MDR (csr)

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Thüringen Journal | 05. Dezember 2022 | 19:00 Uhr

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