Extremismus Überfall auf Erfurter Rechtsextremisten: Verdächtiger in Thüringen ermittelt

Im Mai 2021 drangen falsche Polizisten in die Wohnung eines Erfurter Rechtsextremisten ein und brachen ihm ein Bein. Jetzt hat die Justiz einen Thüringer im Verdacht, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein.

Die mutmaßlichen Täter des Hirschgarten-Überfalls in Erfurt auf dem Bild einer Überwachungskamera an der Thüringer Staatskanzlei
Das 25-jährige Opfer des Überfalls (vorne rechts) soll einer der Angreifer vor der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt im Sommer 2020 gewesen sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach einem brutalen Überfall auf einen Rechtsextremisten im Frühjahr 2021 in Erfurt ermitteln die Behörden gegen einen 23-Jährigen aus Thüringen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden gab es vor wenigen Tagen zwei Durchsuchungen in Jena und eine weitere in Stadtroda.

Dabei seien Beweismittel sichergestellt worden, die jetzt ausgewertet würden. Dem Mann würden gefährliche Körperverletzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Zuerst hatte die Thüringische Landeszeitung über die Durchsuchungen berichtet.

Täter gaben sich als Polizisten aus

Im Mai 2021 waren in Erfurt mehrere Täter in die Wohnung eines polizeibekannten Rechtsextremisten eingedrungen. Der 25-Jährige und seine Freundin wurden gefesselt. Anschließend brachen die Täter dem Mann ein Bein und übergossen ihn mit einer Flüssigkeit, die Chlor enthalten haben soll. Die Täter sollen bei dem Überfall als Polizisten gekleidet gewesen sein.

Der 23-Jährige ist der erste Verdächtige, der namentlich nach dem Überfall auf den Rechtsextremisten ermittelt werden konnte. Die Ermittlungen liegen bei der sächsischen Justiz, weil sich kurz zuvor ein ähnlicher Überfall in Eilenburg nördlich von Leipzig zugetragen hatte. Die Thüringer Justiz hat den Erfurter Fall deswegen abgegeben.

Opfer wird rechtsextremer Hooligan-Szene zugerechnet

Das damalige Opfer wird von Polizei und Verfassungsschutz der gewaltbereiten rechtsextremen Hooligan-Szene zugeordnet. Er soll an dem Überfall auf mehrere Jugendliche im Juli 2020 in einer Parkanlage vor der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt sowie an dem Überfall hunderter Rechtsextremer im Leipziger Stadtteil Connewitz 2016 beteiligt gewesen sein.

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MDR (jml)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. September 2022 | 14:00 Uhr

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