Polizeieinsatz Sechs Festnahmen und ein Verletzter nach Ausschreitungen beim Spiel Jena gegen Cottbus

29. September 2022, 15:35 Uhr

Beim Regionalligaspiel zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und FC Energie Cottbus am Mittwochabend ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

Beim Regionalliga-Spiel Jena gegen Cottbus im Ernst-Abbe-Sportfeld am Mittwochabend haben Fans randaliert. Es gab mehrere Festnahmen und einen Verletzten.

Laut Polizei zündeten Jenaer Fans kurz nach Spielbeginn eine Fackel. Zu ersten verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Fanlagern sei es gekommen, als etwa 50 Cottbuser Anhänger fünf Minuten verspätet ins Stadion kamen. Eine körperliche Auseinandersetzung hätten Beamte nur mit dem Einsatz von Pfefferspray unterbinden können.

Polizei setzt Schlagstöcke und Pfefferspray ein

Auf dem Weg zum Block sollen sich nach Angaben der Polizei mehrere Gäste-Fans aus Cottbus vermummt haben und in den Heimbereich eingedrungen sein. Fans der Jenaer Ultra-Gruppierung hätten für eine körperliche Auseinandersetzung bereitgestanden. 

Die Beamten seien daraufhin eingeschritten und hätten die Cottbuser Anhänger mit Pfefferspray und Schlagstöcken aus dem Bereich der Jenaer Fans gedrängt. Im Anschluss hätten ungefähr 60 Jena-Fans versucht, über die Haupttribüne zum Gästeblock zu gelangen. Der Polizei erklärte, sie habe dies unterbunden.

Pyrotechnik im Gästeblock gezündet

Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit zündeten dann vermummte Fans im Gästeblock Pyrotechnik und feuerten diese in den Heimbereich. Das Fußballspiel wurde daraufhin vom Schiedsrichter für etwa 18 Minuten unterbrochen.

Ein Verletzter, sechs Festnahmen und etliche Verfahren

Bei Rangeleien zu Spielbeginn wurde mindestens ein Mensch verletzt, wie ein Sprecher der Polizei MDR THÜRINGEN sagte. Weitere Verletzte seien der Polizei nicht bekannt. Fans beider Fußball-Clubs müssen sich nach Angaben der Polizei für Landfriedensbruch, Verstöße gegen das Versammlungs- und Sprengstoffgesetz, tätliche Angriffe auf Polizeibeamte sowie wegen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten. Die Begegnung war schon vorab als "Hochrisikospiel" eingestuft worden, in der Stadt gab es entsprechende Sicherheitsvorkehrungen.

Energie Cottbus verurteilt Randale

Energie Cottbus hat die Randale scharf verurteilt. Auf der Homepage teilte der Verein mit: "Der FC Energie distanziert sich entschieden von den verantwortungslosen Vorgängen im Gästeblock. Wohlwissend, dass es nur wenige waren, die bewusst schwere Verletzungen anderer Menschen in Kauf nahmen und dem Ansehen unseres Vereins großen Schaden zugeführt haben." So etwas habe nichts mit Fußball und Fankultur zu tun, verurteilte der Verein das Verhalten scharf.

Im Spielbericht des FC Carl Zeiss Jena heißt es außerdem, "minderbemittelte Fans im Gästeblock schossen reihenweise Leuchtraketen in den Jenaer Zuschauerbereich". Die Spielunterbrechung sei gerechtfertigt gewesen.

FC Carl Zeiss zumindest kurzzeitig Tabellenführer

Vor 4.436 Zuschauern trennten sich die Klubs unentschieden 1:1. Der FC Carl Zeiss Jena bleibt damit weiter ungeschlagen und übernimmt zumindest kurzzeitig die Tabellenspitze der Regionalliga Nordost, weil der bisherige Tabellenführer Berliner AK erst am Sonntag spielt.

MDR (KK/dpa/rom)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. September 2022 | 19:00 Uhr

21 Kommentare

SitBull am 30.09.2022

@Lieber MDR: Was kostet uns Steuerzahler so ein Polizeieinsatz für ein Hochsicherheitsspiel und wo fehlt in der Zeit dann die Polizei? Oder ist die Truppe nur für Veranstaltungsschutz da und tingelt von Demo zu Fußball und wieder zurück. Danke.

SitBull am 30.09.2022

Rechnung Polizei an den Veranstalter. Der kann dann die Eintrittspreise der Gästekarten anpassen. Für so einen Scheiß will man keine Steuern zahlen. Polizei soll sich um die wichtigen Dinge kümmern. Es ist nicht möglich für einen Viertligisten bei Eingangskontrollen Pyrotechnik im Stadion zu verhindern. Wird nicht das letzte Mal sein, dass die Tribünenbesucher in Jena Gefährdungssituationen ausgesetzt sind. Tolles Konzept der Fantrennung in Jena, Lichtstadt. Wann kommt die Erleuchtung?

countdown am 29.09.2022

Erinnert stark an die Vorkommnisse im Frühjahr beim Spiel Chemie gegen Lok, als Lok Hools Leuchtspurraketen auf Chemie Fans feuerten. Resultat: "Man" sieht darüber hinweg, eingreifen der Staatsmacht nicht erforderlich.

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