Jubiläum Ob "Jentower" oder "Keksrolle": Turm in Jena wird 50

Wie Berlin und Leipzig sollte auch Jenas Zentrum eine sogenannte Dominante bekommen - als Zeichen des sozialistischen Aufschwungs. 1972 eingeweiht, wird Jenas großer Turm am 2. Oktober 50 Jahre alt. Die Feierlichkeiten finden jedoch erst eine Woche später statt.

Ein Kran steht neben einem großen Turm.
Stets im Wandel: Das weithin sichtbare Zeichen der Stadt Jena bekommt im Jahr 2000 eine Vorhangglasfassade - mit 56 Fenstern je Geschoss. Bildrechte: MDR/ Anke Preller

Seit einem halben Jahrhundert prägt ein markantes Bauwerk die Jenaer Innenstadt: Vor genau 50 Jahren wurde der Rundturm in der Stadtmitte feierlich eingeweiht.

In der Stadt klafft eine große Baugrube.
Vor über 50 Jahren wurde diese Fläche zunächst platt gemacht, dann bebaut und trägt seitdem den Turm. Bildrechte: Stadtarchiv Jena

Das in zweieinhalb Jahren errichtete Bauwerk ist mit 159 Metern das höchste Bürogebäude in Mitteldeutschland. Für das von DDR-Stararchitekt Hermann Henselmann (1905-1995) errichtete Hochhaus war zuvor ein altes Wohn- und Geschäftsviertel am Eichplatz gesprengt worden.

Ein Turm wird gebaut.
So sah es aus im Jahr 1970: Der Turm wächst auf einer 3,20 Meter dicken Stahlbetonbodenplatte mit einem Durchmesser von 33 Metern empor. Bildrechte: Stadtarchiv Jena

Ein Turm mit vielen Namen

Je nach Hauptmieter wechselte sein Name - von Uni-Hochhaus, Intershopturm bis zum Jentower. Nach der Wende verließ die Universität den Turm, er stand jahrelang leer.

Der große Turm in Jena in der Totalansicht.
Das war einmal - der Uni-Turm mit Mensa, Café und Buchhandlung im Turmsockel Bildrechte: Stadtarchiv Jena

1998 verkaufte das Land Thüringen als Besitzer den Turm an die Firma Saller Gewerbebau Weimar für eine D-Mark. Sie übernahm die komplette Sanierung. Zwei Etagen wurden aufgesetzt - für Restaurant und Aussichtsterrasse.

Eine Lasershow auf dem Dach eines Turms.
Immer wieder war der Turm Schauplatz für Kunstprojekte. So wie hier bei einer Lasershow zum Jubiläum 450 Jahre Universität Jena am 2. Februar 2008. Bildrechte: MDR/ Anke Preller

Jubiläumsfeier steigt eine Woche später

Neben dem Softwareanbieter Intershop und der Stadtverwaltung gehörten in den letzten 20 Jahren auch viele neugegründete IT-Firmen zu den Mietern. Auch die Universität ist nach und nach wieder in den Turm eingezogen.

Ein Restaurant mit Glasfassade und Blick auf Jena.
In der Corona-Zeit wurde das Turm-Restaurant "Scala" neu ausgestattet. Bildrechte: Restaurant Scala

Seit zehn Jahren gibt es ein Vier-Sterne-Hotel in der 27. Etage. Das 50. Turm-Jubiläum soll am kommenden Wochenende gefeiert werden.

MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 02. Oktober 2022 | 07:20 Uhr

5 Kommentare

kleiner.klaus77 vor 8 Wochen

Das Jena und ästhetisch ansprechende Architektur ein Widerspruch in sich ist, kann man in den letzten fünfzig Jahren nicht nur an der "Keksrolle" "bewundern", in Jena bewegt sich Architektur nur zwischen Kleinstadtmief und Großmannssucht!

kleiner.klaus77 vor 7 Wochen

Also ich hätte das schon einige konkrete Ideen!

kleiner.klaus77 vor 7 Wochen

Es hat in Jena schon seit Jahrzehnten Methode nach folgendem Motto zu agieren:
-Überheblichkeit
-Größenwahn
-große Klappe und nichts dahinter!

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