Ein Hund in einer Lebendfalle
Hündin "Rosalba" ging am Mittwochmorgen in Simmershausen in Thüringen in die Futterfalle. Dort brach sie sich einen Zahn aus, bei dem Versuch, die Stäbe zu durchbeißen. Danach leckte sie ihr Fell, deshalb die roten Spuren. Bildrechte: Katja Culbertson

Simmershausen Nach sieben Monaten auf der "Flucht": Freilaufende Hündin tappt in Futterfalle

28. Februar 2024, 12:46 Uhr

Ausgebüxt und nur schwer wieder einzufangen: Sieben Monate lang war Hündin "Rosalba" auf der Flucht. Schlecht ging es ihr nicht, überall bekam sie Futter. In eine Falle tappte sie erst am Mittwochmorgen. Hinter ihr liegt eine Odyssee durch Hessen und Thüringen.

Eine seit über sieben Monate in Thüringen freilaufende Hündin ist am Mittwoch in Simmershausen (Landkreis Hildburghausen) eingefangen worden. Wie Hundetrainerin Katja Culbertson MDR Thüringen sagte, lief das Tier am frühen Mittwochmorgen in die Futterfalle. Damit ist ein lange und kilometerreiche Odyssee der Maremmano-Mix-Hündin zu Ende.

Laut Culbertson hatten Tierschützer das Tier im Juli 2023 von Sardinien nach Deutschland geholt. Im neuen Zuhause bei Fulda war die Hündin mit Namen Rosalba jedoch schon in der ersten Nacht ausgebrochen. Die auf entlaufene Hunde spezialisierte Expertin nahm mit ihren Suchhunden die Spur auf. Sie führte zuerst von Fulda nach Heringen (Hessen). Im August wurde Hündin "Rosalba" in Dorndorf (Wartburgkreis) gesehen. Im Oktober gab es Sichtungen in Unterkatz und Hermannsfeld (beide Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Mitte Dezember kam Rosalba in Simmershausen (Landkreis Hildburghausen) an.

Mehrere Versuche, Hündin einzufangen, scheiterten

Dort wurde versucht, die Hündin mit Futterstellen und einer Futterfalle sesshaft werden zu lassen. Doch die Hundedame lief über den Rennsteig nach Waltershausen im Kreis Gotha. Ende Januar dieses Jahres wurde das Tier auch in weiteren Orten des Landkreises gesehen: Friedrichroda, Schönau vor dem Walde und Luisenthal. In Luisenthal versuchte Katja Culbertson "Rosalba" erneut, mit einer Futterfalle zu fangen. Was wieder scheiterte. Die Hündin lief zurück nach Simmershausen und damit erneut über den Kamm des Thüringer Waldes - an ihre alte Futterstelle.

Eine Nachtsichtaufnahme einer Hündin.
Die Nachtsichtaufnahme von "Rosalba" zeigt, wie die Hündin in die Falle tappt. Bildrechte: MDR/Katja Culbertson

Tier stinkt und ist dreckig - aber wohlgenährt

Dort schnappte Mittwochmorgen die Falle zu. In jedem Ort halfen Culbertson Anwohnern dabei, die Hündin zu füttern. Die Expertin hatte mit mehreren Posts auf Facebook um Hilfe gebeten. Über den Zustand der Hündin sagte Katja Culbertson, dass sie dreckig sei, stinke und vermutlich Flöhe habe. Offensichtlich hatte sie sich auch einen Zahn an den Stangen des Zwingers in der Nacht zuvor ausgebissen. Abgemagert sei sie aber nicht gewesen. In den vergangenen Monaten habe sie offenbar alles gefressen, was sie gefunden hat oder was ihr gegeben wurde.

GPS-Tracker 13 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schließlich konnte Culbertson das Tier am Mittwochmorgen in der Futterfalle anleinen. Sie hat die Hündin vorerst mit zu sich nach Hause genommen. "Rosalba" solle sich in ihrem Hunde-Rudel in Gera erst einmal runterfahren. Danach komme sie vermutlich in eine Pflegestelle nach Norddeutschland - mit einem großen Auslauf.

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Wenn es in Rumänien Frühling wird, sieht man oft Mutterhündinnen mit Welpen auf der Straße oder auf Müllkippen. Die Hündinnen verstecken die Kleinen anfangs gut. Doch im Alter von vier, fünf Wochen brauchen sie sehr viel Futter, die Milch der Hündin versiegt allmählich. Dann geraten die Welpen oft in Not.
Wenn es in Rumänien Frühling wird, sieht man oft Mutterhündinnen mit Welpen auf der Straße oder auf Müllkippen. Die Hündinnen verstecken die Kleinen anfangs gut. Doch im Alter von vier, fünf Wochen brauchen sie sehr viel Futter, die Milch der Hündin versiegt allmählich. Dann geraten die Welpen oft in Not. Bildrechte: MDR/Simon Roloff

MDR (adi,jml)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 28. Februar 2024 | 15:20 Uhr

9 Kommentare

randdresdner vor 7 Wochen

@Harka2 - eine leider zu tiefst menschliche Entscheidung - alles was stört muss weg.
Schade, dass Sie so denken.
Da kann ich Ihnen selbst nur wünschen, dass Sie immer gebraucht werden.

Harka2 vor 7 Wochen

Ich bin mir sicher, dass Frau Katja Culbertson nur die edelsten Motive hat, wenn sie auf der ganzen Welt streunende Hunde einsammelt. Nur, ihr sollte auch klar sein, dass jeder vor Ort eingefangene Hund dort nur die Futternische für den nächsten Streuner frei macht. Sie doktert an den Sympthomen rum, aber nicht an der Lösung des Problems. Die von ihr importierten Tiere haben meistens solide Verhaltensstörungen und Fehlprägungen, die nur von absoluten Profis halbwegs therapiert werden können.

Abgesehen davon leben auch in Deutschland genug verwahrloste Hunde.

Heinrich R. vor 7 Wochen

Hat irgendwann mal einer dieser egoistischen Menschen an das Wohlbefinden dieser Hündin gedacht? Hauptsache eingepfercht und unter Menschenaufsicht...da wird sie schon superglücklich sein...TIERVERACHTEND erbärmlich

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