Wirtschaft Thüringer Tourismusbranche will stärker auf Messen und Tagungen setzen

27. Februar 2023, 15:35 Uhr

Laut der Thüringer Tourismus GmbH gibt es im Freistaat viel Potenzial für mehr Übernachtungen. Auch wenn sich die Anzahl der Übernachtungen im Jahr 2022 wieder erholt habe, ist noch Luft nach oben. Neue Kontakte zu Messe- und Tagungsveranstaltern sollen auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin geknüpft werden.

Thüringen will in Zukunft stärker den Kongress- und Veranstaltungstourismus ins Auge fassen. Wie der Geschäftsführer der Thüringer Tourismus GmbH, Christoph Gösel, am Montag sagte, gibt es noch viel Potenzial für mehr Übernachtungen. Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin wolle der Freistaat neue Kontakte zu Messe- und Tagungsveranstaltern knüpfen und diese auf die zentrale Lage von Thüringen und die Angebote aufmerksam machen.

Thüringen will Tourismus mit neuen Förderanreizen unterstützen

Das Tourismusgeschäft soll laut Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit neuen Förderanreizen angekurbelt werden. Dafür plane das Land, künftig eine Art Anschubfinanzierung für die Entwicklung neuer Angebote und Reiseanlässe zu geben. Dazu solle das Landesprogramm Tourismus entsprechend erweitert werden, so der SPD-Politiker. Angaben zum Umfang machte Tiefensee nicht.

Mehr Übernachtungen in Thüringen

Im Jahr 2022 lag das touristische Fördervolumen Thüringens bei 32,4 Millionen Euro. Damit einher gingen Investitionen in Höhe von 51 Millionen Euro. Unterstützt wurden den Angaben nach 35 touristische Vorhaben wie der Ausbau von Radwegen oder die Errichtung von Hotels.

Nach zwei Corona-Pandemie nahm der Tourismus 2022 mit rund 8,3 Millionen Übernachtungen wieder Fahrt auf. Im Vergleich zu 2021 bedeute dies eine Steigerung von etwa 35 Prozent. Das Vor-Corona-Niveau sei allerdings noch nicht wieder erreicht, so das Wirtschaftsministerium.

Weltkulturerbe und Naturerbe im Fokus in Berlin

Thüringen präsentiert sich auf der ITB vom 7. bis 9. März am Gemeinschaftsstand der Deutschen Zentrale für Tourismus. Ins Blickfeld will der Freistaat das Weltkultur- und das Naturerbe rücken. Einen Extraauftritt bekommen Schloss Friedenstein in Gotha und die Wartburg in Eisenach in der sogenannten Culture-Lounge der ITB. Laut Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee braucht Thüringen aber zur schönen Kultur und Natur mehr attraktive Reiseanlässe. Er nannte unter anderem 100. Jahre Schleizer Dreieck im Juni.

Den Gemeinschaftsstand auf der ITB nutzen acht weitere Bundesländer, darunter Sachsen und Sachsen-Anhalt. Für den Auftritt auf der ITB gibt der Freistaat 130.000 Euro aus.

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MDR (kir,jn,dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Februar 2023 | 12:00 Uhr

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