Forschung Eisenach bewirbt sich weiter beim Bund um Zukunftszentrum

Im Wettbewerb um das Zukunftszentrum für europäische Transformation und Deutsche Einheit rechnet sich Eisenach gute Chancen aus. Und das, obwohl die Landesregierung die Bewerbung von Jena unterstützt. Sollte die Wartburgstadt die bundesweite Ausschreibung gewinnen, winken 200 Millionen Euro Fördermittel und 200 Arbeitsplätze.

Blick vom Burschenschaftsdenkmal auf der Göpelskuppe auf die Stadt Eisenach, Thüringen
Die Stadt Eisenach hält an ihrer Bewerbung für das Zukunftszentrum des Bundes fest, obwohl das Land die Stadt Jena unterstützt. (Symbolbild) Bildrechte: imago/imagebroker

In Eisenach arbeitet der Initiativkreis weiter intensiv an der Bewerbung für das geplante "Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation". Bis Ende September müssen die Unterlagen für die geplante Bundeseinrichtung eingereicht sein.

Land unterstützt Jena

Neben Eisenach haben sich in Thüringen auch Jena und Mühlhausen für das Zukunftszentrum beworben. Die Thüringer Landesregierung hatte in der vergangenen Woche entschieden, Jena als Standort zu unterstützen. Der Initiativkreis hofft trotzdem auf Unterstützung vom Land. Benötigt wird ein Schreiben, das im Falle des Zuschlags für das Zukunftszentrum gemeinsam wissenschaftliches Personal bestellt wird.

Nach Angaben der Stadt Eisenach bereitet die Landesregierung in Sachsen-Anhalt eine solche Zusage für alle Bewerberstandorte des Landes vor. Das wünsche man sich auch, hieß es im Initiativkreis.

Bewerbung sogt für "Wir-Gefühl"

Der Eisenacher Stadtrat hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Bewerbung trotzdem aufrecht zu halten. Das sei legitim, sagte Heidrun Sachse von der Stadt Eisenach. Auch in anderen Bundesländern gebe es mehr als nur eine Bewerberstadt. Die Bewerbung sei "gut für uns, gut für das Wir-Gefühl in Eisenach und eine gute Sache".

Menschen stehen hinter einem Tisch und blicken in die Kamera
Der Initiativkreis bei einem Treffen zur Vorbereitung der Eisenacher Bewerbung als Standort für das geplante Zukunftszentrum. Bildrechte: Stadt Eisenach/Ulrike Müller

Was ist das Zunkunftszentrum? Mit dem "Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation" sind Investitionen von etwa 200 Millionen Euro und 200 Arbeitsplätze verbunden.

Mit der neuen Institution will die Bundesregierung die Erfahrung der Ostdeutschen mit Wandel und Umbrüchen würdigen.

Geplant ist ein wissenschaftliches Institut, aber auch ein Kultur- und Begegnungszentrum mit bis zu einer Million Gäste im Jahr.

Bis 2028 soll das Zentrum in einem neuen oder umgestalteten Gebäude in Ostdeutschland Platz finden.

Unterstützung aus Forschung für Eisenach

Die Eisenacher Bewerbung wird von der Universität Erfurt, der Dualen Hochschule Gera-Eisenach und dem Forschungszentrum Point Alpha unterstützt. Gleichzeitig haben die Wissenschaftspartner eine gemeinsame Veranstaltungsreihe mit Tagungen, einer Zukunftswerkstatt, Bürgerforen und zwei Ausstellungen gestartet.

Man wolle nicht wissenschaftliche Forschung im Elfenbeinturm betreiben, sagte Christiane Kuller von der Universität Erfurt, sondern sich mit den Themen beschäftigen, die gerade im Raum stehen.

MDR (hl,dst), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. Juli 2022 | 07:30 Uhr

2 Kommentare

Ralf G vor 10 Wochen

Europäische Transformation. Wer soll wie und wodurch und als was wohin transformiert werden? Bin auch beim Googeln nicht fündig geworden. Ob es die zuständigen Politiker wissen?
Und ein Verein zur Förderung der deutschen Einheit. Ich würde annehmen, die findet durch die Bürger selbst unter hoffentlich bald gleichen Lebensbedingungen statt. Braucht man dazu Diskussionsrunden mit ausgesuchten Teilnehmern.

kleinerfrontkaempfer vor 10 Wochen

Den Namen dieses noch zu gründenden und anzusiedelnden Konstrukts muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und die Absicht des hohen politischen Personals mit dieser Institution.
Das es nach über 32 Jahren Beitritt der der fünf neuen Bundesländer in die alten, gebrauchten Bundesländer noch einen "Beauftragten für die neuen Bundesländer" gibt ist schon bezeichnend genug.
P.S. Dieser Beauftragte ist übrigens einer von 42 Beauftragten der hohen Politik. Eine stattliche Zahl. Hoffentlich weiß da noch jemand wer da für was zuständig ist und wo er arbeitet.

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