Integration Neues Schulprojekt für junge Migranten in Thüringen startet

04. März 2024, 10:57 Uhr

Am Montag sind in Thüringen die vier Standorte der neuen German Professional School (GPS) eröffnet worden. Der offizielle Start wurde in Eisenach gefeiert.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums werden an den Schulen in Eisenach, Gotha, Mühlhausen und Jena zunächst 74 junge Leute unterrichtet. Sie kommen unter anderem aus der Ukraine, Afghanistan und dem Irak. Mit Sprachkursen und Gesellschaftskunde soll ihnen der Start in eine Ausbildung erleichtert werden.

Eine Frau übergibt einem Mann ein Zeugnis.
Der Standort der German Professional School in Eisenach wurde am Montag eröffnet. Leiterin Katrin Langer übergab dabei Aufnahmeurkunden an die ersten Schülerinnen und Schüler. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Mit dem neuen Schulprojekt sollen die Menschen besser auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Das Ministerium erwartet positive Auswirkungen auf den Fachkräftemangel.

1.000 Teilnehmer in Pilotphase

Das Schulprojekt wird zunächst bis 2026 getestet. Während der Pilotphase sollen etwa 1.000 Teilnehmer die Kurse an den verschiedenen Schulen belegen. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, stellt das Land dafür insgesamt 11,5 Millionen Euro bereit. Das Modell wird von privaten Trägern auch in Gotha, Mühlhausen und Jena angeboten.

Wirtschaftsminister Tiefensee steht in einem Klassenraum.
Bei der Eröffnung war auch Wirtschaftsminister Tiefensee vor Ort. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

MDR (soh/dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. März 2024 | 09:00 Uhr

9 Kommentare

martin vor 6 Wochen

Sofern diese Menschen auf eine "normale" duale Ausbildung vorbereitet werden sollen, habe ich durchaus "eine gewisse Skepsis" was den nachhaltigen Erfolg angeht.

"ralf g" weist - meiner Meinung nach zu Recht - auf eine relativ hohe Abbrecherquote hin - wobei ich keine belastbaren Zahlen habe, ob die bei "migrantischen Abbrechern" tatsächlich deutlich höher als bei "nichtmigrantischen Abbrechern" sind - auch wenn die Ursachen sicher unterschiedlich sind.

Nach meiner Wahrnehmung liegen die Ursachen "migrantischen Abbrechern" zum nicht unerheblichen Teil an der Situation an den Berufsschulen, die meist weiterhin davon ausgehen, dass die Schülerschaft schon rund ein Jahrzehnt Deutschunterricht auf einer allgemeinbildenden Schule hatte. Das kann auch durch diese Bildunsgsmaßnahme m.M.n. nicht ausgeglichen werden.

Ich frage mich daher, ob die Ressourcen nicht besser in Pilotprojekten zur Verbesserung an Berufsschulen eingesetzt wären.

MDR-Team vor 6 Wochen

Es ist jetzt nicht unsere Aufgabe, "scheint" und "hieß" nachzurecherchieren. Der Flaschenhals Deutschkurse - insgesamt - wird seit langem z.B. gerade von der Arbeitsagentur beklagt, was natürlich zum Teil auch an hohen Ansprüchen bei Zertifizierung und Inhalten liegt. Hier https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/ukrainische-bankfachfrauen-100.html wird das im Spannungsfeld zwischen Perfektionismus und Pragmatismus im internationalen Vergleich ganz gut beschrieben.

Ralf G vor 6 Wochen

MDR - Ich will darauf hinaus, dass die Abbrecherquote in beruflichen Qualifikationsmaßnahmen bei arabischen Teilnehmern außerordentlich hoch zu sein scheint. Das entnahm ich Medien-Berichten.

" Zu wenig Deutschkurse", wirklich? In einer Focus-Reportage über die EAE Suhl hieß es, dass die Deutschkurse von den Migranten fast nicht genutzt wurden. Das galt auch für andere Kurse, die in Summe Millionen kosten.

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