Russischer Angriff auf Ukraine Ticker vom Freitag: Nato wirft Russland Einsatz von Streubomben vor

Nach Angaben der Nato setzt Russland im Krieg gegen die Ukraine auch geächtete Streumunition ein. Präsident Putin bestreitet die Bombardierung von Städten. Das russische Parlament belegt die Verbreitung angeblicher Falschinformationen mit hohen Strafen. Bei Kämpfen ist im AKW Saporischschja ein Feuer ausgebrochen, es konnte gelöscht werden. Die aktuellen Entwicklungen zum Ukraine-Krieg im Ticker.

Jens Stoltenberg
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: Haben Beweise für den Einsatz russischer Streubomben in der Ukraine. Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist derzeit schwierig, da wegen der Kämpfe kaum noch unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:47 Uhr | Blooomberg berichtet nicht mehr aus Russland

Die Nachrichtenagentur Bloomberg stoppt nach dem Erlass eines neuen Mediengesetzes in Russland ihre Berichterstattung auf russischem Gebiet. "Bloomberg News wird die Arbeit seiner Journalisten in Russland vorübergehend einstellen", teilte das Unternehmen mit Sitz in New York mit. Die Änderung des Gesetzes scheine darauf abzuzielen, jeden unabhängigen Journalisten zu einem Kriminellen zu machen, erklärte Bloomberg-Chefredakteur John Micklethwait. Das mache es unmöglich, "irgendeinen Anschein von normalem Journalismus im Lande fortzusetzen".

Auch die BBC und CNN stoppten zuvor jegliche Form von Berichterstattung auf dem Gebiet der Russischen Föderation.

Russlands Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am Freitagabend mehrere Gesetze zur weiteren Einschränkung der freien Meinungsäußerung in Russland, mit denen unabhängige Medienberichterstattung weiter beschnitten wird. Bis zu 15 Jahre Haft drohen demnach für die Verbreitung von angeblichen "Falschinformationen" über die russischen Streitkräfte. Strafen drohen auch jenen, die öffentlich die Armee "verunglimpfen".

23:41 Uhr | Britisches Fernsehteam nahe Kiew beschossen

Ein Fernsehteam des britischen Senders Sky News ist in der Nähe von Kiew unter Beschuss geraten. Wie der Korrespondent von Sky News berichtete, sei sein Team auf der Fahrt im Nordwesten von Kiew in der Nähe eines ukrainischen Kontrollpunkts unter schweren Beschuss geraten. Sowohl der Reporter als auch der Kameramann seien dabei getroffen worden, sie seien jedoch dank ihrer Schutzwesten ohne größere Verletzungen davongekommen. Später sei ihnen von ukrainischen Soldaten erklärt worden, sie seien von einem russischen Trupp beschossen worden.

23:23 Uhr | Kremlsprecher: Russland will Ukraine nicht aufteilen

Russland hat nach den Worten von Kremlsprecher Dmitri Peskow mit seinem Angriff auf den Nachbarn nicht die Absicht, die Ukraine zu zerteilen. Vielmehr strebe Moskau Garantien für die eigene Sicherheit an, zitierte die Agentur Tass aus einem Interview Peskows mit dem Sender "Sky News Arabia". Peskow führte unter anderem "den zunehmenden Einfluss nazistischer Ideologie" in der Ukraine als Grund für den Kriegseinsatz auf. "Wir wollen sie ( die Ukraine ) von dieser Ideologie befreien." Daneben habe in der Ukraine der Ausbau von Nato-Infrastruktur zugenommen, und Russland betrachte dies als Bedrohung seiner Sicherheit.

23:15 | CNN stoppt Ausstrahlung in Russland

Der Sender CNN beendet die Ausstrahlung in Russland. Das teilt der amerikanische Fernsehsender mit. Man werde die Situation weiter prüfen.

23:09 Uhr | Luxuskonzern Kering schließt vorübergehend seine Läden in Russland

Auch der Luxuskonzern Kering schließt vorübergehend seine Läden in Russland. Grund seien die zunehmenden Sorgen mit Blick auf die derzeitige Situation in Europa, teilt der Eigentümer von Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent mit. Zuvor hatte der französische Luxusmarken-Hersteller LVMH bekanntgegeben, ab Sonntag vorübergehend seine 124 Läden in Russland dichtzumachen.

23:04 Uhr | Selenskyj enttäuscht über NATO-Absage zu Flugverbotszone

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit Enttäuschung auf die Absage der NATO reagiert, eine Flugverbotszone über der Ukraine durchzusetzen. Damit habe die Allianz grünes Licht für eine weitere Bombardierung ukrainischer Städte und Dörfer gegeben, sagte Selenskyj in einer Videoansprache. Er wisse nicht, wen die NATO schützen könne, ob sie in der Lage sei, die eigenen Länder zu verteidigen. In der Ukraine werde Blut "für unser gemeinsames Europa, unsere gemeinsame Freiheit, unsere gemeinsame Zukunft" vergossen. Man könne sich davon nicht einfach mit Lieferungen von Diesel freikaufen.

23:00 Uhr | Streitkräfte Russlands und der USA haben direkten Draht gelegt

Die Streitkräfte der USA und Russlands haben eine direkte Telefonleitung aktiviert, um mögliche Missverständnisse und damit Zusammenstöße von Soldaten beider Länder zu verhindern. Die Leitung zwischen dem in Stuttgart angesiedelten Europa-Hauptquartier der US-Streitkräfte und dem russischen Verteidigungsministerium sei diese Woche eingerichtet worden, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. "Wir wollen in der Lage sein, direkt auf operationaler Ebene mit dem russischen Verteidigungsministerium zu sprechen." Das sei wichtig, um "das Risiko von Fehlkalkulationen zu senken und in der Lage zu sein, in Echtzeit miteinander zu sprechen, sollte dies notwendig sein", sagte Kirby weiter. Ob beide Seiten bereits über diese Leitung miteinander gesprochen haben, konnte Kirby nicht sagen.

22:58 Uhr | Pro-russische Demonstrationen in Belgrad

In der serbischen Hauptstadt Belgrad sind Tausende pro-russische Demonstranten auf die Straße gegangen. Mit russischen Fahnen und Bildern von Präsident Wladimir Putin zogen sie vor die Botschaft des Landes.

Serbien ist NATO-Partner und EU-Beitrittskandidat, hat historisch aber enge Beziehungen zu Russland und ist von Energielieferungen aus Russland abhängig. Die Regierung in Belgrad hat sich zwar der UN-Resolution zur Verurteilung des russischen Angriffs auf die Ukraine angeschlossen, nicht aber den westlichen Sanktionen gegen Russland. In den vergangenen Tagen hatte es in Belgrad deutlich kleinere Demonstrationen gegen Russland gegeben.

22:48 Uhr | Yacht von russischem TUI-Großeigner beschlagnahmt

Die italienische Polizei hat einem Insider zufolge eine Yacht des russischen Milliardärs und TUI-Großaktionärs Alexej Mordaschow beschlagnahmt. Die 65 Meter lange "Lady M" liege im norditalienischen Hafen Imperia.

Mordaschow hat mit seinem Stahlkonzern Severstal ein Vermögen gemacht und galt als der reichste Mann Russlands. Nach dem russischen Angriff in der Ukraine wurde er auf die EU-Sanktionsliste gesetzt.

Dem Insider zufolge hat mit Gennadi Timtschenko ein weiterer Milliardär mit engen Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin keinen Zugriff mehr auf seine Yacht, die ebenfalls in Imperia liegt. Das Schiff sei festgesetzt worden und werde in Kürze beschlagnahmt. Auch in Frankreich und Deutschland waren zuletzt Schiffe russischer Oligarchen beschlagnahmt worden.

21:50 Uhr | Biden sichert Polen in Telefonat mit Duda Unterstützung zu

US-Präsident Biden hat seinem polnischen Kollegen Duda für die Aufnahme von fast 700.000 Flüchtlingen aus der Ukraine gedankt. Das Weiße Haus teilte mit, Biden und Duda hätten in dem Telefonat über "die Reaktion unserer Länder auf den unprovozierten und ungerechtfertigten Einmarsch Russlands in die Ukraine" gesprochen. Biden habe das Engagement der USA für die Sicherheit Polens und aller anderen NATO-Verbündeten unterstrichen.

In Polen sind derzeit nach Angaben des Weißen Hauses rund 9000 US-Soldaten stationiert. 4700 davon wurden demnach als Reaktion auf die Ukraine-Krise in den vergangenen Wochen in das Land an der NATO-Ostflanke verlegt.

21:48 Uhr | USA kritisieren Sperrung von Facebook in Russland / Auch Twitter betroffen

Die USA kritisieren die Facebook-Blockade durch die russischen Behörden. US-Präsidialamtssprecherin Jen Psaki sprach von umfassender Zensur, um den Bürgern Informationen vorzuenthalten. Die US-Regierung sei sehr besorgt über die Bedrohung der Redefreiheit in Russland.

Am Freitagabend wurde in Russland dann auch der Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitte beschränkt. Russischen Angaben zufolge ist wie auch bei Facebook der Grund dafür die "Diskriminierung" russischer Medien.

Die russische Regierung hat seit dem Angriff auf die Ukraine am 24. Februar alle Medien aufgerufen, nur offizielle Informationen russischer Behörden für die Berichterstattung zu verwenden. Die letzten unabhängigen Medien des Landes wurden inzwischen verboten. Am Freitag unterzeichnete Präsident Wladimir Putin zudem ein Gesetz, welches drakonische Strafen gegen missliebige Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine vorsieht. Für "Falschnachrichten" über die russische Armee drohen bis zu 15 Jahre Haft.

21:03 Uhr | Frankreich und Partner wollen Abmachung zum Schutz ukrainischer AKW

Frankreich will mit seinen wichtigsten Partnern Maßnahmen vorschlagen, die die Sicherheit und den Schutz der fünf wichtigsten Atomanlagen der Ukraine gewährleisten sollen. Die Maßnahmen auf Grundlage technischer Kriterien der Internationalen Atomenergiebehörde sollen in den nächsten Stunden vorgelegt werden, teilte der Élyséepalast mit. Russland und die Ukraine müssten auf dieser Grundlage eine Einigung erzielen und gemeinsam die Umsetzung der grundlegenden Prinzipien für die Wahrung der Sicherheit und Sicherung der Nuklearanlagen im aktuellen Kontext gewährleisten, hieß es.

20:57 Uhr | Schoigu: Kein Fortschritt bei Verhandlungen mit Ukraine

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat sich kritisch über die Verhandlungen mit der Ukraine geäußert. Gegenüber UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagt Schoigu laut der Nachrichtenagentur Tass, die Gespräche hätten sich nicht ein Stück von ihrem Ausgangspunkt aus weiter entwickelt.

20:54 Uhr | Ukraine bittet Deutschland um schwere Waffen

Der ukrainische Botschafter in Berlin hat von Deutschland die Lieferung von Panzern und Patriot-Flugabwehrsystemen gefordert. Im Gespräch mit dem Fernsehsender "Welt" sagte Andrij Melnyk: "Diese Waffensysteme stehen auf der Liste, die wir an die Bundesregierung geschickt haben." Man sei nun an einem Punkt, wo auch schwere Waffen geliefert werden müssten. Für die Ukraine sei jetzt "auch ein Panzer eine Defensivwaffe".

20:46 Uhr | Putin unterzeichnet Gesetze zur Einschränkung der Meinungsfreiheit

Der russische Präsident Wladimir Putin hat mehrere Gesetze zur weiteren Einschränkung der freien Meinungsäußerung in dem Land unterzeichnet. Mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden kann nach einem am Freitag im Parlament verabschiedeten Gesetz, wer "Falschinformation" über die aktuell im Krieg in der Ukraine kämpfenden russischen Streitkräfte verbreitet. Nach einem weiteren Gesetz können auch Personen zur Verantwortung gezogen werden, die öffentlich die russische Armee "verunglimpfen".

Nach Kremlangaben setzte Putin zudem ein Gesetz per Unterschrift in Kraft, das Strafen auflistet für jene, die zu Sanktionen aufrufen, die die Rechte russischer Staatsbürger einschränken. Wegen Russlands Angriff auf die Ukraine sind bereits Hunderte Menschen und zahlreiche Firmen vom Westen mit Sanktionen belegt.

20:05 Uhr | Sicherheitsrat: Treffen zur humanitären Situation in Ukraine Montag

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird sich am Montag erneut mit der humanitären Situation in der Ukraine beschäftigen. Das Treffen ist nach Angaben von Diplomaten für 21 Uhr MEZ angesetzt und soll sich mit der Hilfe für notleidende Menschen in dem russischen Angriffskrieg beschäftigen. Es blieb zunächst unklar, ob eine vor allem von Frankreich ausgearbeitete Resolution zur Verbesserung der Lage zur Abstimmung vorgelegt wird.

Hinter den Kulissen gibt es nach Informationen aus Sicherheitsratskreisen Spannungen zwischen den westlichen Verbündeten. Dabei soll es auch darum gehen, ob Russland namentlich erwähnt wird. Paris ist dem Vernehmen nach dagegen, um ein Veto Moskaus zu verhindern, das den Beschluss zum Scheitern bringen würde. Die USA dagegen wollen, dass Russland als Aggressor genannt wird. Bei dem Treffen am Montag handelt es sich bereits um die siebte Dringlichkeitssitzung des mächtigsten UN-Gremiums innerhalb von zwei Wochen.

20:01 Uhr | Aktienkurse im freien Fall

Am deutschen Aktienmarkt hat sich der Kursrutsch beschleunigt. Händler erklärten, das Feuer auf dem Gelände des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja sorge für Verunsicherung. Der DAX schloss mit einem Minus von 4,4 Prozent und konnte nur knapp die Marke von 13.000 Punkten halten. Im Wochenverlauf hat der DAX damit insgesamt zehn Prozent eingebüßt. Auch an anderen europäischen Börsen gab es deutliche Verluste.

19:45 Uhr | Russland blockiert Facebook

Die Medienaufsicht in Moskau hat das soziale Netzwerk Facebook in Russland blockiert. Es handele sich um eine Reaktion auf die Abschaltung mehrerer russischer Medien-Seiten bei Facebook, teilte die Behörde Roskomnadsor am Freitag mit. Zuvor waren schon mehrere unabhängige Medien wie der TV-Sender Doshd abgeschaltet oder verboten worden.

19:44 Uhr | Borrell: Sieht aus, als wollte Russland die Ukraine zerstören

Russlands Armee greift in der Ukraine nach Angaben des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell eine Vielzahl ziviler Ziele an. "Es sieht aus, als wollten sie die Ukraine zerstören", sagte Borrell nach einem Treffen der EU-Außenminister. Die Russen würden Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser und andere zivile Infrastruktur beschießen. Wegen der anhaltenden Bombardierung durch die russische Armee werde die humanitäre Lage vor Ort immer schlechter, sagte Borrell. Um den Menschen vor Ort zu helfen, brauche es einen humanitären Korridor. Derzeit habe das Rote Kreuz keinen Zugang in das Land.

19:32 Uhr | G7 fordern Stopp der Kämpfe nahe Atomanlagen

Die Außenminister der G7-Staaten haben Russland aufgefordert, Angriffe in der Nähe ukrainischer Kernkraftwerke einzustellen. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, jede Bedrohung friedlich genutzter Atomkraftanlagen verstoße gegen Völkerrecht, die UN-Charta und das Statut der Internationalen Atomenergie-Organisation. Die G7 kündigten weitere strenge Sanktionen gegen Russland an, nannten aber keine Details.

19:21 Uhr | Liechtenstein verschärft die Sanktionen im Einklang mit der EU

Liechtenstein hat sich den jüngsten von der Europäischen Union erlassenen Sanktionen gegen Russland angeschlossen. Das teilte die Regierung in Vaduz mit. Konkret gehe es um Restriktionen des Zahlungsverkehrs für bestimmte russische Finanzinstitute, den Transport von Bargeld und die Sendetätigkeit ausgewählter russischer Medienunternehmen. Auch seien Finanz- und Reiserestriktionen gegenüber mehreren Personen aus Belarus erlassen worden.

19:02 Uhr | Beschädigte Fahrzeuge halten russischen Militärkonvoi auf

Der mehr als 60 Kilometer lange russische Militärkonvoi kommt auf dem Weg in die ukrainische Hauptstadt weiterhin kaum voran. Beschädigte und zerstörte Fahrzeuge behinderten die Weiterfahrt für die anderen, hieß es aus westlichen Regierungskreisen. Es sei ein einziger gewaltiger Stau, sagte die Gewährsperson. Das ukrainische Militär habe den Konvoi mehrfach aus der Luft angegriffen, für groß angelegte Attacken habe es aber nicht die Kapazitäten, hieß es weiter.

18:50 Uhr | Nato wirft Russland Einsatz von Streubomben vor

Nach Angaben der Nato setzt Russland im Krieg gegen die Ukraine auch geächtete Streumunition ein. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte in Brüssel: "Wir haben den Einsatz von Streubomben gesehen." Russland setze auch andere Waffen ein, die gegen das Völkerrecht verstießen. Details nannte Stoltenberg nicht. Russland war zuletzt auch der Einsatz sogenannter thermobarischer Waffen vorgeworfen worden, die eine besonders zerstörerische Kombination aus einer Hitze- und Druckwelle verursachen.

Ein Mitarbeiter einer Munitionsentsorgungsfirma hinter einem Artilleriegeschoss
Demontage und Entsorgung einer Streubombe. Bildrechte: dpa

Als Streumunition werden Raketen oder Bomben bezeichnet, die noch in der Luft eine Vielzahl kleiner Sprengkörper freisetzen. Diese Mini-Bomben in Größe einer Getränkedose detonieren dann in einem Umkreis von mehreren Dutzenden Metern. Sie können selbst leicht gepanzerte Fahrzeuge durchschlagen und nicht nur durch ihre Splitterwirkung Menschen in der Nähe tödlich verletzen. Streubomben sind nach einer UN-Konvention von 2008 in den meisten Ländern der Welt geächtet.

18:29 Uhr | G7-Staaten kündigen "weitere strenge Sanktionen" an

Die G7-Außenminister drohen Russland nach dem Angriff auf das Atomkraftwerk Saporischschja mit weiteren Sanktionen. "Russlands eklatanter Verstoß gegen die Grundsätze des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit sowie gegen das Völkerrecht ist nicht unbeantwortet geblieben. Wir haben in mehrfachen Runden tiefgreifende wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen verhängt", heißt es in einer vom Auswärtigen Amt versendeten Erklärung der G7-Außenministerinnen und Außenminister zu ihrem Treffen von diesem Freitag. Als Reaktion auf die russische Aggression, die durch das Regime in Belarus ermöglicht werde, würden die G7-Länder weitere strenge Sanktionen verhängen.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drohte Russland mit weiteren "harten Sanktionen", sollte Kreml-Chef Wladimir Putin den von ihm angeordneten Angriffskrieg in der Ukraine nicht beenden. "Wir sind entschlossen, wir sind vereint", sagte sie an der Seite von US-Außenminister Antony Blinken. Blinken sagte, die USA und ihre europäischen Verbündeten müssten ihren Druck auf Russland aufrechterhalten, bis der Krieg beendet sei. "Tragischerweise" müssten alle damit rechnen, dass der Krieg nicht so bald vorbei sei, sagte Blinken. Deshalb brauche es weiteren Druck, "bis er aufhört".

18:27 Uhr | Zahl der erfassten Flüchtlinge in Deutschland seit gestern verdoppelt

Die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge in Deutschland hat sich binnen eines Tages verdoppelt. Das Bundesinnenministerium teilte mit, dass bis zum Freitagmittag mehr als 18.000 Menschen registriert worden seien. Es handele sich überwiegend um Frauen und Kinder. Die tatsächliche Zahl der Geflüchteten dürfte deutlich höher liegen, da die Bundespolizei an den Grenzen nur vereinzelte Kontrollen durchführt. Besonders viele Kriegsflüchtlinge treffen in Berlin ein. Dort wurden im Laufe des Tages bis zu 10.000 weitere Menschen erwartet. Insgesamt haben nach UN-Angaben bislang 1,25 Millionen Ukrainer ihre Heimat verlassen. Die meisten von ihnen kamen in Polen unter.

18:22 Uhr | EU-Sondereinheit soll Vermögen von Oligarchen aufspüren

Eine EU-Sondereinheit soll das Vermögen russischer und belarussischer Oligarchen aufspüren, die den Krieg in der Ukraine finanzieren. EU-Justizkommissar Didier Reynders sagte nach einem Treffen der EU-Justizminister in Brüssel, die Einheit solle nach US-Vorbild Besitztümer einfrieren und beschlagnahmen. Auch sollten solche Oligarchen aufgespürt werden, die illegal in der EU aktiv sind. Grundsätzlich seien die Untersuchungen jedoch Aufgabe der Ermittler in den EU-Staaten, sagte Reynders.

Die Sondereinheit werde aus Kontaktpersonen jedes Mitgliedslands bestehen und sich kommende Woche zum ersten Mal unter Führung der EU-Kommission treffen. Reynders betonte zudem, dass die EU-Staaten Beweise für russische Kriegsverbrechen in der Ukraine austauschen wollten, um Straflosigkeit zu verhindern. Zeugenaussagen, Videos und andere Beweise sollten zentral in einer Datenbank gespeichert werden. Davon solle der Internationale Strafgerichtshof ebenso profitieren wie die EU-Staaten.

18:17 Uhr | EU schränkt Justiz-Zusammenarbeit mit Russland ein

Die EU-Staaten schränken die Zusammenarbeit mit Russland im Bereich der Justiz ein. So sollten russische und auch belarussische Ersuchen um Rechtshilfe oder Auslieferung im Bereich des Strafrechts nicht mehr grundsätzlich wahrgenommen werden, sagte Frankreichs Justizminister Éric Dupond-Moretti nach einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Grundlage der strafrechtlichen Zusammenarbeit seien Vertrauen sowie die Achtung des Völkerrechts. Man habe sich nun dafür entschieden, die Fälle künftig einzeln zu prüfen.

Im Zivilrecht wolle man an der Zusammenarbeit festhalten. Als Begründung verwies Dupond-Moretti auf das Beispiel internationaler Kindesentführung, bei denen andernfalls Nachteile entstehen könnten.

18:00 Uhr | Putin bestreitet Luftangriffe auf Städte

Der russische Präsident Wladimir Putin hat in seinem Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz bekräftigt, ein Ukraine-Friedensdialog sei nur dann möglich, wenn "alle russischen Forderungen" erfüllt würden. Wie der Kreml mitteilte, wies Putin in dem Gespräch Vorwürfe der Bombardierung ukrainischer Städte zurück. Berichte über "die angeblich andauernden Luftangriffe auf Kiew und andere Großstädte sind grobe Propagandafälschungen", heißt es in der Erklärung. Demnach erneuerte Putin in dem Gespräch seine Forderungen und verlangte unter anderem eine "Demilitarisierung" und "Entnazifizierung" der Ukraine. Das Gespräch mit Scholz sei auf Initiative Deutschlands zustande gekommen.

17:42 Uhr | Kujat: Biden könnte zwischen Russland und Ukraine vermitteln

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, fordert neue Vermittlungen zwischen Russland und der Ukraine. Kujat sagte MDR AKTUELL, er vermisse den Versuch, den Krieg mit politischen Mitteln zu beenden. Diplomatie dürfe nicht aufhören, wenn ein Krieg begonnen habe. Laut Kujat sollte jemand wie US-Präsident Joe Biden zwischen den Kriegsparteien vermitteln. Bisher hätten sich die USA den Verhandlungen verweigert. Kujat forderte ein Umdenken aller Beteiligten. Es könne nicht sein, dass im 21. Jahrhundert ein Krieg ein Land völlig zerstöre.

17:15 Uhr | Behörden und Apotheker warnen vor Selbstmedikation mit Jodtabletten

Der Brand auf dem Gelände des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja schürt in Deutschland Angst vor einer Strahlenbelastung. Die Apotheker-Organisation Abda registrierte bei Jod-Präparaten eine "klar gestiegene" Nachfrage. Viele Kunden wollten sich mit Jodtabletten bevorraten. Das sei nicht nötig. Die Apotheker warnen vor "Panikmache".

Jod soll bei einer radioaktiven Strahlenbelastung schützen, wird aber auch zur Behandlung von Schilddrüsen-Erkrankungen eingesetzt – in deutlich geringer Dosierung. Die Arzneimittel-Kommission der Deutschen Apotheker wie auch das Bundesumweltministerium raten von einer selbständigen Jod-Einnahme ab. Das gesundheitliche Risiko sei erheblich, während die Einnahme aktuell keinen Nutzen habe.

16:50 Uhr | Scholz telefoniert mit Putin

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefonat zur sofortigen Waffenruhe aufgerufen. Wie ein Sprecher mitteilte, verlangte Scholz bei dem Gespräch außerdem, humanitäre Hilfe in den umkämpften Gebieten zuzulassen. Putin habe den Bundeskanzler informiert, dass Russland und die Ukraine eine dritte Gesprächsrunde am Wochenende planten.

15:48 Uhr | Nato wird Flugverbot über Ukraine nicht durchsetzen

Die Nato lehnt eine Flugverbotszone über der Ukraine ab. Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte nach Beratungen der Außenminister, man werde diesem Wunsch der Ukraine nicht nachkommen. Für die Durchsetzung einer Flugverbotszone müssten Nato-Kampfflugzeuge im ukrainischen Luftraum russische Flugzeuge abschießen. Stoltenberg betonte, man verstehe die Verzweiflung der Ukraine, sei aber überzeugt, dass ein solcher Schritt zu einem Krieg in ganz Europa führen könnte. Die Nato wolle eine Eskalation verhindern. Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba äußerte sich auf Twitter enttäuscht über die Nato-Entscheidung.

15:03 Uhr | Mehr als 1,2 Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet

Nach Angaben der UN-Organisation für Migration sind aus der Ukraine bislang 1,25 Millionen Menschen in die Nachbarländer geflohen. Rund eine halbe Million von ihnen seien Kinder. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge sei nach Polen gereist. In Moldau seien 195.000 Menschen angekommen, in Ungarn rund 130.000. Unter den Geflüchteten sind demnach auch knapp 80.000 Personen, die nicht aus der Ukraine stammten. UN-Experten prüften Berichte, wonach den Ausländern auf der Flucht medizinische Hilfe verweigert worden sein soll. Ein Sprecher kritisierte ein solches Verhalten als völlig inakzeptabel.

14:21 Uhr | Niederlande bereiten Aufnahme von 50.000 Flüchtlingen aus Ukraine vor

Die Niederlande wollen nach Medienberichten Unterkünfte für insgesamt rund 50.000 Flüchtlinge aus der Ukraine bereitstellen.
Die Hafenstadt Rotterdam will 1.000 Flüchtlinge aufnehmen. Dafür seien unter anderem bereits zwei Kreuzfahrtschiffe angemietet worden, teilte die Stadt mit. Amsterdam stellt kurzfristig 400 Unterkünfte zur Verfügung. Ankommende Flüchtlinge werden zunächst in einer Kaserne bei Amersfoort untergebracht.

14:11 Uhr | EU-Kommission kündigt weitere Hilfe für Ukraine an

Die EU-Kommission hat weitere Hilfsgüter für die Ukraine angekündigt. Über in Deutschland, Ungarn und den Niederlanden angesiedelte Lager werde weitere medizinische Hilfe bereitgestellt, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Angesichts mehr als einer Million Flüchtlinge wegen des russischen Angriffs unterstütze die EU auch die Nachbarländer der Ukraine. Griechenland, Österreich und Deutschland etwa hätten der Slowakei Masken, Desinfektionsmittel, Bettzeug, Zelte und Kleidung zur Verfügung gestellt.

Zudem teilte die Brüsseler Behörde mit, dass die Zusammenarbeit mit Russland bei Forschung und Wissenschaft ausgesetzt werde. Außerdem setze die Kommission Zahlungen an russische Einrichtungen bei bestehenden Verträgen aus, hieß es. Sowohl mit Russland als auch mit seinem Verbündeten Belarus werde die Zusammenarbeit im Rahmen des Europäischen Nachbarschaftsinstruments und des sogenannten Interreg-Programms für den Ostseeraum ausgesetzt.

13:52 Uhr | Sachsen-Anhalt meldet bisher 400 ukrainische Geflüchtete

In Sachsen-Anhalt sind bislang rund 400 eingereiste Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine erfasst worden. Es hätten aber noch nicht alle Kommunen vollständig und tagesaktuell Zahlen gemeldet, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Ein Halberstädter Hotel ist reserviert für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge und dient als erste Anlaufstelle, wenn zunächst keine Unterbringung in Kommunen möglich ist. Die Menschen halten sich den Angaben zufolge dort nicht dauerhaft auf, sondern sollen in Aufnahmekommunen gebracht werden. In den Kommunen läuft die Organisation der Hilfe für die Geflüchteten.

13:42 Uhr | Linken-Politikerin Nagel: Mehr Gleichberechtigung im Umgang mit Flüchtlingen

Die sächsische Linke-Politikerin Juliane Nagel hat eine Gleichbehandlung von Kriegsflüchtlingen aus allen Ländern gefordert. Es sei gut, dass die EU-Staaten und die Zivilgesellschaft die aus der Ukraine Flüchtenden mit offenen Armen empfingen. Es stelle sich aber die Frage, warum eine solche Regelung in anderen Fällen, zum Beispiel bei Fluchtbewegungen aufgrund des Syrien-Krieges, nicht möglich war.

Nagel kritisierte, dass Menschen aus Drittstaaten ohne dauerhaften Aufenthalt in der Ukraine sowie ausländische Studierende in dem Land vom vorübergehenden Schutz ausgeschlossen seien. In den letzten Tagen waren in Medien wiederholt Berichte aufgetaucht, wonach etwa Afrikaner, die an einer ukrainischen Universität studieren und das Land verlassen möchten, sich an der ukrainisch-polnischen Grenze in eine Extra-Warteschlange einreihen müssen und ewig nicht abgefertigt werden.

13:23 Uhr | Unicef erwartet Hilfskonvoi in der Westukraine am Samstag

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef erwartet am Samstag den ersten Lastwagen-Konvoi mit Hilfsgütern für Familien in der Westukraine. An Bord seien Medikamente sowie Wasser-, Sanitär- und Hygienekits, berichtete ein Sprecher am Freitag aus der westukrainischen Stadt Lwiw. Schon vorher seien aus Beständen in den Nachbarländern unter anderem Sauerstofftanks an Krankenhäuser in Kiew geliefert worden. Unicef habe entlang der Fluchtrouten Zelte als sichere Zufluchtsorte für Minderjährige und ihre Mütter eingerichtet.

13:01 Uhr | Russin in Weimar: "Menschen sagen trotzdem Krieg, weil es ein Krieg ist"

Russinnen und Russen, die bei uns in Mitteldeutschland leben, beobachten die Lage in der Ukraine ebenfalls sehr genau. MDR THÜRINGEN hat in Weimar eine junge Russin getroffen und mit ihr über den Krieg gesprochen. Die Frau berichtet, dass es in Russland viele Menschen gebe, die gegen den Krieg seien. Doch Widerspruch sei sehr schwer. Demonstrationen seien verboten. Der Krieg müsse Rettungsoperation genannt werden. "Aber Menschen sagen trotzdem Krieg, weil es ein Krieg ist. Und wenn du das tust oder sogar sagst, dass du gegen den Krieg bist, musst du danach wegrennen, so schnell du kannst. Oder du wirst ein paar Tage im Gefängnis sitzen."

12:46 Uhr | Kipping rechnet mit größter Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg

Katja Kipping (Die Linke,l), Berliner Sozialsenatorin, spricht mit DRK-Mitarbeitern, die ukrainischen Flüchtlingen am Hauptbahnhof helfen.
Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping besuchte am Donnerstag Helfer und Flüchtende am Berliner Hauptbahnhof. Bildrechte: dpa

Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping rechnet mit der größten Migrationsbewegung von Flüchtenden seit dem Zweiten Weltkrieg. "Was wir jetzt erlebt haben, ist erst die Spitze eines Eisberges", sagte Kipping am Freitag im Deutschlandfunk. Allein am Donnerstag seien 6.500 Menschen mit Direktzügen nach Berlin gekommen. Die Linken-Politikerin verwies darauf, dass nur ein Teil der Ankömmlinge von den Behörden erfasst werde. "Auf Europa kommt die größte Fluchtbewegung seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu", sagte Kipping.

Das Land Berlin registriert nach ihren Angaben nur diejenigen, die es selbst unterbringe oder mit Bussen in andere Bundesländer bringe. Schätzungsweise ein Drittel der Geflüchteten finde selbstständig eine Unterkunft. Der Berliner Hauptbahnhof ist laut Kipping das Hauptziel der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine.

12:20 Uhr | UN starten Untersuchung von russischen Menschenrechtsverletzungen

Der UN-Menschenrechtsrat hat mit großer Mehrheit eine Untersuchungskommission bestellt, die Menschenrechtsverletzungen Russlands in der Ukraine untersuchen und dokumentieren soll. Die Kommission soll auch Verantwortliche benennen, um sie vor Gerichten zur Rechenschaft ziehen zu können, wie aus der Resolution hervorgeht, die der Rat am Freitag in Genf verabschiedete. 32 der 47 Mitgliedsländer stimmten dafür, zwei dagegen (Russland und Eritrea), 13 enthielten sich.

12:11 Uhr | IAEA: Alle Systeme in Saporischschja funktionieren

Beim Beschuss des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja sind zwei ukrainische Sicherheitsmitarbeiter verletzt worden. Das berichtete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Freitag in Wien. Laut ukrainischen Angaben fing in der Nacht eine Ausbildungsgebäude des AKWs Feuer. Wodurch die zwei Personen verletzt wurden, sagte Grossi nicht. Die IAEA stehe in ständigem Kontakt mit dem AKW und mit ukrainischen Behörden. "Es ist mir wichtig zu berichten, dass alle Sicherheitssysteme der sechs Reaktoren in dem Kraftwerk in keiner Weise beeinträchtigt sind. Es wurde kein radioaktives Material freigesetzt", sagte Grossi.

Es sei nun Zeit zu handeln, erklärte Grossi bei der Pressekonferenz. Die Ukraine habe direkt um Hilfe gebeten. "Ich bin bereit zu kommen", sagte der IAEA-Chef. Er wolle sich persönlich vor Ort ein Bild über den Zustand des Kraftwerks machen. Er spreche diesbezüglich mit Vertretern Russlands und der Ukraine.

11:54 Uhr | Ukraine bittet Rotes Kreuz um Hilfe

Nach der zweiten Runde von Friedensverhandlungen mit dem angreifenden Russland hat die Ukraine das Internationale Rote Kreuz um Hilfe bei der Einrichtung von Fluchtkorridoren für Zivilisten gebeten. "Alte Leute, Frauen und Kinder erhalten keine medizinische Hilfe, Babys werden in Kellern geboren, und das erste, was sie in ihrem Leben hören, das ist das Geräusch von Explosionen", sagte Vizeregierungschefin Olha Stefanischtschyna einer Mitteilung vom Freitag zufolge. Die Menschen hätten nichts zum Essen und kein Trinkwasser. Viele, die im Land geblieben seien, hätten Behinderungen und chronische Krankheiten.

Babys werden in Kellern geboren, und das erste, was sie in ihrem Leben hören, das ist das Geräusch von Explosionen.

Nach ihrer Verhandlungsrunde am Donnerstag hatten die ukrainische und die russische Seite mitgeteilt, sie hätten sich auf humanitäre Korridore geeinigt.

11:43 Uhr | Lukaschenko bestreitet Kriegsbeteiligung

Präsident Alexander Lukaschenko
Alexander Lukaschenko, Machthaber in Belarus Bildrechte: dpa

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat mit Nachdruck eine Beteiligung seines Landes am Krieg gegen die Ukraine bestritten. "Die belarussische Armee hat an der Spezial-Operation nicht teilgenommen und beabsichtigt auch nicht, daran teilzunehmen", sagte Lukaschenko am Freitag Staatsmedien zufolge in Minsk. "Dazu besteht keine Notwendigkeit." Es habe auch keine Aufforderungen zur Einmischung gegeben.

Update 11:30 Uhr | Russisches Parlament: Haftstrafen für vermeintliche "Fake News" über Armee

Das russische Parlament hat am heutigen Freitag einen Gesetzentwurf gegen die Veröffentlichung von "Falschnachrichten" über die russischen Streitkräfte verabschiedet. Die Gesetzesänderung sieht hohe Geldbußen und lange Haftstrafen vor. Unter anderem drohen bis zu 15 Jahre Haft, wenn die "Fake News" "ernsthafte Konsequenzen" für die Armee nach sich ziehen würden. Unter Strafe stehen laut Gesetzestext konkret das Verbreiten vermeintlicher Falschinformationen über russische Soldaten, das Diskreditieren russischer Streitkräfte und auch Aufrufe zu Sanktionen gegen Russland.

Befürchtet wird, dass das die Berichterstattung verbliebener unabhängiger Medien in Russland gravierend einschränken wird. Die russischen Behörden hatten in den vergangenen Tagen schon mehrere kritische Sender blockiert.

Damit die Gesetzesänderung in Kraft tritt, sind noch die Zustimmung des Föderationsrats, der zweiten Parlamentskammer, sowie die Unterschrift von Präsident Wladimir Putin notwendig. Beides gilt aber als Formalie.

10:46 Uhr | Selenskyi fordert russische Bevölkerung zum Protest auf

Nach Angaben des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj sind bislang 9.200 russische Soldaten getötet worden. Er wendete sich direkt an die russische Bevölkerung und rief sie zum Protest auf. Russland ziele absichtlich auf die Infrastruktur des Landes und Wohngebiete.

10:23 Uhr | Russische Polizisten durchsuchen Büros der Menschenrechtsorganisation Memorial

Zwei Büros von Memorial in Moskau sind am Freitag durchsucht worden. Das teilte die Organisation am Freitag im Messengerdienst Telegram mit. Nähere Angaben zum Grund der Durchsuchung wurden nicht gemacht. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine in der vergangenen Woche gehen die russischen Behörden noch stärker gegen Kritiker des Kreml vor. Die Organisation war Ende Dezember ungeachtet internationaler Proteste gerichtlich verboten worden. Am 28. Februar wurde das Verbot bestätigt. Auch die Schließung des Menschenrechtszentrums Memorial wurde angeordnet.

Die Organisation setzte sich für die Wahrung der Bürgerrechte ein. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin war die Arbeit von Memorial seit langem ein Dorn im Auge.

10:09 Uhr | Anzahl der Todesopfer in Tschernihiw gestiegen

Bei russischen Luftangriffen auf die Stadt Tschernihiw sind nach ukrainischen Angaben am Vortag 47 Menschen getötet worden. Damit korrigierten die örtlichen Behörden in der nordukrainischen Großstadt am Freitag ihre Angaben nach oben, nachdem sie zuvor von 33 Todesopfern gesprochen hatten. Am Donnerstag hatten die Rettungsdienste nach eigenen Angaben wegen schwerem Beschuss ihre Arbeiten zeitweise aussetzen müssen.

09:44 Uhr | Rumänischer Außenminister: Nato muss Ostflanke anpassen

Die Nato muss nach Einschätzung des rumänischen Außenministers Bogdan Aurescu die Gestaltung ihrer Ostflanke überdenken. Ob er dort eine dauerhafte Präsenz alliierter Truppen will, lässt er offen. "Wir müssen die Lage an die Realität anpassen, die zeigt, dass die russischen Truppen in der Ukraine und in Belarus sind, also müssen wir alles überdenken", sagt Aurescu am Rande des Nato-Außenministertreffens in Brüssel. Die Nato müsse sich darauf einstellen, dass Belarus ein Militärdistrikt Russlands werde.

09:30 Uhr | Polen: Mehr als 672.000 ukrainische Flüchtlinge

Seit der Invasion Russlands in die Ukraine sind in Polen nach Angaben des polnischen Grenzschutzes 672.500 Flüchtlinge aus dem Nachbarland angekommen. Allein am Donnerstag hätten 99.200 Menschen die Grenze überquert, teilten die polnischen Grenzschützer am Freitag per Twitter mit. In der ostpolnischen Stadt Przemysl kamen weitere Züge aus Kiew und anderen ukrainischen Städten mit Flüchtlingen an. Sie wurden von Polizisten und freiwilligen Helfern zu den Aufnahmepunkten geleitet, alles gehe sehr geordnet zu.

09:22 Uhr | Nach Brand im AKW Dax im Minus

Nach dem Angriff auf das ukrainische AKW Saporischschja geht der Kursrutsch auf dem deutschen Aktienmarkt weiter. Zuvor hatten bereits die asiatischen Märkte nachgegeben. Der Dax sank am Freitagmorgen um 1,46 Prozent. Auch wenn der Brand im größten europäischen Atomkraftwerk gelöscht und keine erhöhte Strahlenbelastung messbar sei, schüre der Vorfall die Angst vor einer nuklearen Katastrophe, erklärten Analysten.

08:52 Uhr | Weizen- und Ölpreis unter Druck

Aus Furcht vor Lieferengpässen reißen sich immer mehr Anleger um Weizen. In den USA stiegen die Preise für Lieferoptionen auf Weizen um vier Prozent auf ein Rekordhoch von 13,40 Dollar je Scheffel. "Jedes dritte Büschel Weizen, das in der Welt gehandelt wird, stammt entweder aus Russland oder der Ukraine", sagte ein Analyst der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Ende der Preisrally sei nicht in Sicht. In Europa hat der Preis am Donnerstag mit über 390 Euro je Tonne ebenfalls einen Höchstwert erreicht.

Die Furcht vor Sanktionen gegen russische Energielieferungen treibt auch den Ölpreis nach oben. Das Nordseeöl Brent verteuerte sich um bis zu 3,4 Prozent auf über 114 US-Dollar je Fass. Der Preis für das US-Öl WTI stieg in der Spitze um 4,8 Prozent auf fast 113 Dollar je Barrel. Die Preise blieben damit aber unter ihren Höchstständen vom Donnerstag, als Brent zeitweise ein Zehn-Jahres-Hoch erreichte.

08:44 Uhr | Radiosender setzen Zeichen

Öffentlich-rechtliche und private Radiosender in Deutschland und Europa werden gleich um 8.45 Uhr gemeinsam den Song "Give Peace a Chance" von John Lennon spielen. Damit soll ein Zeichen der Solidarität gegen den Krieg in der Ukraine gesetzt werden. An der Aktion beteiligten sich allein in Deutschland mehr als 200 Programme aller Senderfamilien und aller Genres, teilte die ARD am Donnerstag mit. In der ARD sind demnach mit BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR und WDR Radioprogramme aller neun Landesrundfunkanstalten mit dabei. Auch das Deutschlandradio ist beteiligt.

08:09 Uhr | New Yorker "Met" setzt Zusammenarbeit mit Netrebko aus

Als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine haben die renommierte New Yorker Metropolitan Opera (Met) und Star-Sopranistin Anna Netrebko ihre Zusammenarbeit vorerst auf Eis gelegt. Das Opernhaus habe Netrebko aufgefordert, ihre öffentliche Unterstützung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zurückzuziehen. Dies habe die 50-jährige Russin aber nicht getan, teilte die Oper am Donnerstag mit. Daraufhin habe Netrebko sich von geplanten Auftritten zurückgezogen.

Auch andere Opernhäuser hatten in den vergangenen Tagen bereits Auftritte von Netrebko abgesagt, darunter das Opernhaus Zürich. "Es ist nicht die richtige Zeit für mich aufzutreten und zu musizieren", wurde Netrebko dabei zitiert. Vor wenigen Tagen hatte sich Netrebko öffentlich gegen den Krieg ausgesprochen – dabei allerdings Kritik an Russlands Präsident Wladimir Putin vermieden.

07:57 Uhr | AKW Saporischschja unter russischer Kontrolle

Das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben einer regionalen Behörde von russischen Truppen eingenommen worden. Das Betriebspersonal überwache den Zustand der Kraftwerksblöcke, teilte die Behörde in sozialen Medien mit. Nach ukrainischen Angaben hatten russische Streitkräfte das Kraftwerk im Südosten des Landes in den frühen Morgenstunden angegriffen. Dabei sei ein angrenzendes fünfstöckiges Schulungsgebäude in Brand geraten. Das Feuer sei aber inzwischen gelöscht.

07:31 Uhr | Experte vermutet schlechten Zustand der russischen Armee

Die russische Armee befindet sich nach Experten-Einschätzung in schlechtem Zustand. Der Politikwissenschaftler Frank Sauer von der Bundeswehruniversität München sagte MDR AKTUELL, es gebe zunehmend Hinweise aus verschiedenen Quellen, die Berichte aus den sozialen Medien über den desolaten Zustand bestätigten. So sei etwa das weitgehende Ausbleiben russischer Militäroperationen in der Nacht ein Hinweis auf mangelnde Ausstattung mit Nachtsichtgeräten. Auch legten Aufnahmen liegen gebliebener Militärfahrzeuge nahe, dass diese weder regelmäßig getestet noch gewartet worden seien. Russland sei offenbar davon ausgegangen, die altgediente Technik reiche gegen die Ukraine aus.

06:50 Uhr | Google setzt Anzeigengeschäft in Russland aus

Google setzt sein Anzeigengeschäft in Russland aus. Betroffen sei Werbung sowohl im Umfeld der Internetsuche als auch bei der Videoplattform Youtube, teilte der Konzern mit. Zuvor hatte Google nur bestimmte Anzeigen rund um den Krieg blockiert. Als weiteres Tech-Unternehmen stoppte der Apartment-Vermittler Airbnb seine Aktivitäten in Russland und auch der Ukraine.

06:33 Uhr | Brand nach Behördenangaben vollständig gelöscht

Der Brand in dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sei um 06.20 Uhr Ortszeit vollständig gelöscht worden, erklärte die ukrainische Katastrophenschutzbehörde auf Facebook. Bei dem Brand sei niemand verletzt worden. Die russische Armee ließ Löschtrupps nach Behördenangaben zunächst nicht zum Brandort durch.

Als Reaktion auf den Brand forderte der britische Premierminister Boris Johnson eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats und warf Russlands Präsident Wladimir Putin vor, sein "rücksichtsloses Verhalten" gefährde "die Sicherheit von ganz Europa".

04:43 Uhr | US-Energieministerin: Ukrainisches AKW wird sicher heruntergefahren

Die Reaktoren des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja werden nach den Worten von US-Energieministerin Jenniver Granholm sicher heruntergefahren. "Es gibt keine erhöhten Strahlenwerte in der Nähe der Anlage", schrieb Granholm auf Twitter. Die Reaktoren seien durch eine robuste Schutzhülle gesichert.

03:43 Uhr | Biden: Russland muss Militäraktivitäten um Atomanlage einstellen

US-Präsident Joe Biden hat Russland aufgefordert, seine militärischen Aktivitäten in dem Gebiet um das Kernkraftwerk Saporischschja einzustellen. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj habe Biden sich "über den aktuellen Stand des Brandes" in der Atomanlage erkundigt, teilte das Weiße Haus mit. Die russische Armee müsse Feuerwehrleuten und Rettungskräften den Zugang zu dem Gelände ermöglichen, so Biden.

03:39 Uhr | Selenskyj wirft Russland "Nuklear-Terror" vor

Nach dem russischen Angriff auf das Atomkraftwerk von Saporischschja hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland "Nuklear-Terror" vorgeworfen. Kein anderes Land der Welt habe jemals Atomanlagen beschossen, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. "Der Terroristen-Staat verlegt sich jetzt auf Nuklear-Terror." Offenbar wolle Russland die Atomkatastrophe von Tschernobyl "wiederholen".

In Europas größtem Atomkraftwerk im ukrainischen Saporischschja war zuvor nach einem russischen Angriff ein Feuer ausgebrochen. Nach Behördenangaben ist die Lage jedoch unter Kontrolle, der Brand betreffe nicht die Atomreaktoren. Es sei keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden.

02:59 Uhr | Ukraine bittet um deutsche Kampfpanzer und U-Boote

Die ukrainische Botschaft in Berlin bittet die Bundesregierung um Lieferung weiterer Waffensysteme für den Kampf gegen die russischen Angreifer, darunter Kampfpanzer, U-Boote und Kampfflugzeuge. Das geht aus einer sogenannten Verbalnote der Botschaft an das Kanzleramt, das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Angesichts der äußerst angespannten Sicherheitslage aufgrund der anhaltenden russischen Aggression ersucht die ukrainische Regierung um eine möglichst rasche Bearbeitung und wohlwollende Prüfung dieses Antrags", heißt es darin.

Auf der Wunschliste der ukrainischen Botschaft stehen neben Kampfpanzern auch Schützenpanzer, Artilleriesysteme wie Panzerhaubitzen, Flugabwehrsysteme, Kampf- und Unterstützungshubschrauber, Aufklärungs- und Kampfdrohnen, Transportflugzeuge sowie Kriegsschiffe. Diese Waffensysteme würden von den ukrainischen Streitkräften "dringend benötigt", heißt es in der Verbalnote.

02:49 Uhr | US-Regierung stellt "heißen Draht" mit Russland her

Die US-Regierung hat wegen des Kriegs in der Ukraine eigenen Angaben nach eine Hotline mit Russland eingerichtet, um militärische Zwischenfälle zu vermeiden. "Die Vereinigten Staaten verfügen über eine Reihe von Kanälen, um kritische Sicherheitsfragen mit den Russen im Falle eines Notfalls oder einer Notsituation zu besprechen", hieß es auf Nachfrage aus dem Pentagon.

Das Verteidigungsministerium habe am 1. März einen Kanal mit dem russischen Verteidigungsministerium eingerichtet, um Fehleinschätzungen, militärische Zwischenfälle und Eskalationen zu verhindern, hieß es weiter. Noch am Montag hieß es aus dem Pentagon, dass es keine solche Hotline gebe.

Die US-Regierung will keine Truppen in die Ukraine schicken. Sie ist aber besorgt, dass der Konflikt mit Russland auf Nato-Staaten übergreifen könne. Dort haben die USA Truppen stationiert.

02:45 Uhr | Ukrainischer TV-Sender: Strahlungssicherheit von AKW gewährleistet

Angesichts des Brandes in dem Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine besteht offenbar noch keine Gefahr einer radioaktiven Verseuchung. Die Strahlungssicherheit des Kernkraftwerks sei gewährleistet, berichtet der ukrainische TV-Sender Ukraine 24 unter Berufung auf den Direktor der Anlage.

Die russische Nachrichtenagentur RIA berichtet unter Berufung auf einen Sprecher des AKW, die Werte zur radioaktiven Strahlung hätten sich nicht verändert. Nach Angaben der ukrainischen Staatssicherheit ist ein Feuer außerhalb der Anlage in einem Trainingsgebäude ausgebrochen.

02:39 Uhr | IAEA schaltet sich wegen Kämpfen nahe Atomkraftwerk in Ukraine ein

In Reaktion auf Berichte über Kämpfe nahe Europas größtem Atomkraftwerk in der Ukraine hat sich die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien eingeschaltet. Der IAEA seien Berichte über Angriffe auf das Kernkraftwerk bei der südukrainischen Großstadt Saporischschja bekannt, teilte die Behörde auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Man stehe mit den ukrainischen Behörden wegen der Situation in Kontakt, hieß es.

Nach Angaben der örtlichen Verwaltung ist in der Atomanlage ein Feuer ausgebrochen. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba schrieb auf Twitter, die russische Armee schieße "von allen Seiten" auf die Anlage. "Das Feuer ist bereits ausgebrochen. Wenn es explodiert, wird das zehnmal größer sein als Tschernobyl!" Russland müsse das Schießen unverzüglich einstellen, um die Feuerwehr an den Brand heranzulassen.

01:14 Uhr | Offenbar Brand in Atomkraftwerk Saporischschja nach Gefechten

Bei Kämpfen nahe der ukrainischen Großstadt Saporischschja ist offenbar ein Feuer in einem Atomkraftwerk ausgebrochen. Wie ein Sprecher der Atomanlage über den Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte, wurde das AKW von russischen Truppen "bombardiert". Ein Block der Anlage sei getroffen worden und ein Brand sei ausgebrochen. Der Bürgermeister einer nahe gelegenen Stadt forderte die Konfliktparteien per Telegram dazu auf, die Gefechte aus Sicherheitsgründen sofort einzustellen. Zuvor hatte er über etwa 100 russische Militärfahrzeuge in dem Gebiet berichtet. Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen.

Das Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine gilt als das größte Europas. Der ukrainische Botschafter Andrej Melnyk sagte der "Bild", das Atomkraftwerk sei nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle. Russland hatte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien bereits mitgeteilt, dass russische Einheiten das Gebiet um das Atomkraftwerk am Fluss Dnipro unter ihre Kontrolle gebracht hätten.

Die IAEA verfolgt die Kämpfe in der Ukraine wegen der Unfallgefahr mit großer Sorge. Vor einer Woche hatte das russische Militär bereits die Kontrolle über den zerstörten Atomreaktor von Tschernobyl übernommen.

Angriff auf das AKW Saporischschja 1 min
Angriff auf das AKW Saporischschja Bildrechte: Reuters

01:10 Uhr | Zugang zu unabhängigen Medien in Russland eingeschränkt

Die Websites von Facebook und mehreren unabhängigen Medien sind in Russland teilweise nicht zu erreichen. Die Nichtregierungsorganisation GlobalCheck und Journalisten der Nachrichtenagentur AFP stellten Zugangsprobleme bei den Websites von Facebook sowie den Medien Deutsche Welle, Medusa, RFE-RL und dem russischsprachigen Dienst der BBC fest.

Die russischen Behörden haben ihr Vorgehen gegen kritische Stimmen in den Medien seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine massiv verschärft. Der unabhängige Radiosender Echo Moskwy (Moskauer Echo) etwa hatte am Donnerstag seine Auflösung bekannt gegeben, nachdem er wegen seiner Berichterstattung über die Invasion in der Ukraine mit einem Sendeverbot belegt worden war.

Auch der unabhängige Fernsehsender Doschd wurde verboten. Russische Medien waren nach dem Einmarsch in die Ukraine angewiesen worden, nur offizielle Informationen der russischen Behörden für ihre Berichterstattung zu verwenden. Begriffe wie "Angriff" oder "Invasion" im Zusammenhang mit dem Einmarsch in die Ukraine sind verboten.

00:53 Uhr | Russische Soldaten rücken offenbar auf AKW vor

Russische Soldaten rücken offenbar auf das größte Atomkraftwerk Europas vor. Nach Angaben der örtliche Verwaltung nähern sich bis zu 100 russische Militärfahrzeuge dem AKW nahe der südukrainischen Großstadt Saporischschja. Bei den Kämpfen soll ein Feuer ausgebrochen sein. Unklar ist bislang, ob und wie stark das Atomkraftwerk davon betroffen ist. Der Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Energoda erklärte, es seien Schüsse zu hören.

00:11 Uhr | Ukrainer in den USA bekommen vorläufigen Schutzstatus

Die USA gewähren Ukrainern angesichts des russischen Angriffs auf ihr Land einen vorläufigen Schutzstatus. Die Regelung ist zunächst auf anderthalb Jahre beschränkt, wie das Heimatschutzministerium mitteilte. Ukrainer, die sich in den USA aufhalten, können damit im Land bleiben und müssen keine Abschiebung befürchten.

Russlands "geplanter und unprovozierter Angriff auf die Ukraine hat zu einem andauernden Krieg und sinnloser Gewalt geführt, und Ukrainer sind gezwungen in anderen Ländern Schutz zu suchen", erklärte Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas. Die USA böten im Land befindlichen Ukrainern daher Unterstützung und Schutz. Die EU-Staaten hatten sich am Donnerstag auf einen gemeinsamen Schutzstatus für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine geeinigt. Ukraine-Flüchtlinge können damit auch ohne Asylantrag für bis zu drei Jahre in der EU bleiben.

00:09 Uhr | CDU stellt Bedingungen für Zustimmung zu Bundeswehr-Sondervermögen

CDU-Generalsekretär Mario Czaja hat Bedingungen für die Zustimmung seiner Partei zum Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr gestellt. Die Ampel-Koalition will das Sondervermögen im Grundgesetz verankern lassen. "In dem Vorschlag muss eine klare Zweckbestimmung für das 100-Milliarden-Paket enthalten sein. Die Mittel dürfen nicht für abweichende, sachfremde Investitionen genutzt werden", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Zudem wolle die CDU in der konkreten Ausgestaltung des Sondervermögens eingebunden werden. Czaja ergänzte: "Die CDU will nicht nur über die Ergebnisse, sondern auch über die Zwischenschritte reden". Die Union sei sich aber ihrer staatspolitischen Verantwortung bewusst und bereit, die nötige Grundgesetzänderung für das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen mitzutragen.

00:07 Uhr | London betont Zusammenarbeit mit EU

Vor ihrer Teilnahme am Treffen der EU-Außenminister in Brüssel zum Ukraine-Krieg hat die britische Außenministerin Liz Truss die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit ihres Landes mit der EU betont. "Es ist entscheidend, dass Großbritannien und unsere Verbündeten eine starke und geeinte Front gegenüber der russischen Aggression aufrechterhalten und mit einer Stimme sprechen", sagte Truss.

In Brüssel will die konservative Britin außerdem in der Runde der G7-Außenministerinnen und -minister und in der NATO-Runde Gespräche führen. Üblicherweise grenzen sich Mitglieder der britischen Regierung seit dem Brexit in ihren öffentlichen Äußerungen oft von der EU ab und betonen den Status Großbritanniens als eigenständigem, unabhängigem Land. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat sich der Ton in London allerdings geändert und man setzt stärker auf Verbundenheit mit den westlichen Verbündeten.

00:01 Uhr | Tschechien schickt zusätzliche Militärhilfe

Tschechien schickt zusätzliche Militärhilfe in die Ukraine. Das Paket habe einen Wert von umgerechnet 660 Millionen Euro, teilt das tschechische Verteidigungsministerium mit. In der Lieferung enthalten seien unter anderen leichte Waffen und Munition.

00:00 Uhr | Ticker am Freitag, 04. März 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Lauf des Tages hier.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. März 2022 | 06:00 Uhr

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