Russischer Angriff auf Ukraine Ticker vom Mittwoch: Luftangriffe auf Kiew - Explosion am Hauptbahnhof

In Kiew hat es neue Luftangriffe gegeben. Die UN-Vollversammlung hat mit großer Mehrheit Russland zum Abzug aus der Ukraine aufgefordert. Lediglich fünf Länder stimmten dagegen. Nach ukrainischen Angaben sind in dem Krieg bereits 2.000 Zivilisten getötet worden. Der Milliardär Abramowitsch will Chelsea verkaufen und den Erlös spenden. Die Bundesregierung lässt Flüssiggas kaufen.

Eine Frau sitzt auf ihrem Gepäck, während sie am Bahnhof Kiew darauf wartet, die Stadt verlassen zu können
Menschen auf dem Kiewer Hauptbahnhof (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist derzeit schwierig, da wegen der Kämpfe kaum noch unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

23:56 Uhr | Dominikanische Republik: Rund 17 000 Russen und Ukrainer gestrandet

Fast 17 000 Touristen aus Russland und der Ukraine sitzen offenbar in der Dominikanischen Republik fest. Der Karibikstaat will ihnen nun Unterkünfte zur Verfügung stellen. Ihnen werde das Aufenthaltsrecht garantiert, "bis eine endgültige Lösung für ihre Situation angesichts des Konflikts in ihren Ländern gefunden ist", teilte das Tourismusministerium des Inselstaates mit.

Besucher aus den zwei Ländern machen den Angaben zufolge rund zehn Prozent der Touristen in der Dominikanischen Republik aus.

23:54 Uhr | Weltbank stoppt sofort alle Programme in Russland und Belarus

Die Weltbank stoppt nach dem Einmarsch der Russen in die Ukraine mit sofortiger Wirkung sämtliche Progamme in Russland und Belarus. Das gab die Entwicklungsbank bekannt. Seit 2014 hat die Weltbank keine Kredite mehr an Russland vergeben, nachdem Moskau die ukrainischen Halbinsel Krim annektiert hatte.

23:43 Uhr | OSZE beklagt Tod einer ukrainischen Mitarbeiterin in Charkiw

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) trauert um eine ukrainische Mitarbeiterin. Die Frau sei am Dienstag beim Beschuss der ukrainischen Großstadt Charkiw gestorben, als sie Vorräte für ihre Familie besorgen wollte, teilte die OSZE mit.

Sie war Mitglied der OSZE-Beobachtungsmission SMM - die Mission hat vor allem die Aufgabe, in der Ostukraine die Waffenstillstandslinie zwischen staatlichen Truppen und pro-russischen Separatisten zu überwachen. Die OSZE hatte vorigen Donnerstag beschlossen, ihre Mission angesichts der russischen Invasion vorübergehend zu beenden und ihr unbewaffnetes internationales Team außer Landes zu bringen.

23:13 Uhr | Spanien schickt Kiew Granatenwerfer und Maschinengewehre

Spanien will der Ukraine offensive Waffen und Munition schicken. Dazu zählten Granatenwerfer und Maschinengewehre, sagt die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles in einem Intervie mit dem TV-Sender Antena3. Die Ladung solle am Freitag verschickt werden. Zwei Flugzeuge sollen das Material nach Polen in die Nähe zur Grenze der Ukraine bringen. Dort könnten Vertreter der Ukraine es abholen.

22:45 Uhr | Cherson: Russische Soldaten dringen in Ratsgebäude ein

Dem Bürgermeister der südukrainischen Stadt Cherson zufolge sind russische Soldaten in das Bürgermeisteramt eingedrungen. In einer Erklärung ruft Igor Kolychajew die russischen Truppen in der Stadt auf, nicht auf Zivilisten zu schießen. "Wir haben keine Streitkräfte in der Stadt, nur Zivilisten und Menschen, die hier leben wollen", heißt es weiter.

Die Regierung in Kiew hatte zuvor Berichte zurückgewiesen, wonach Cherson als erste größere ukrainische Stadt von der russischen Armee eingenommen worden sei.

22:40 Uhr | IW-Chef Hüther fordert Entlastungen

Der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, fordert angesichts der weiter steigenden Preise neue Entlastungen. Als Vorschläge nennt er Änderungen bei der Pendlerpauschale und bei der Einkommenssteuer.

22:35 Uhr | Mariupol meldet massive russische Angriffe auf Hafenstadt

Die strategisch wichtige ukrainische Hafenstadt Mariupol steht nach Angaben ihres Bürgermeisters Wadym Boitschenko unter russischem Dauerbeschuss. Die Stadt sei über 14 Stunden ununterbrochen angegriffen worden, sagte Boitschenko bei einer Pressekonferenz. Neben dem Hafen wurden nach Angaben von Behördenvertretern auch zivile Ziele angegriffen, darunter eine Entbindungsstation und eine Schule. 42 Menschen seien verletzt worden.

Es gebe Angriffe auf Gebiete, in denen es "keine militärische Infrastruktur" gebe, sagte der Chef der regionalen Militärverwaltung, Pawlo Kyrylenko. Boitschenko warf der russischen Armee vor, Zivilisten am Verlassen der Stadt hindern zu wollen.

Die russische Armee rückt derzeit von zwei Seiten entlang der Küste am Asowschen Meer vor - von der annektierten Halbinsel Krim und von der russischen Grenze aus.

22:31 Uhr | Der Krieg und seine Folgen für die Wirtschaft

Der Ukraine-Krieg hat Folgen für die deutsche Wirtschaft. Lieferengpässe bremsen Porsche, VW und BMW. Doch nicht nur die Automobilindustrie ist betroffen, auch mittelständische Firmen. Ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt.

22:21 Uhr | USA verschieben Test einer Interkontinentalrakete

Die US-Regierung verschiebt als Zeichen der Deeskalation im Konflikt mit Russland den geplanten Test einer Langstreckenrakete. Verteidigungsminister Lloyd Austin habe angeordnet, dass der für diese Woche vorgesehene Test einer ballistischen Interkontinentalrakete vom Typ Minuteman III vorerst nicht stattfinde, erklärte Pentagon-Sprecher John Kirby. Damit wolle man zeigen, dass die USA nicht die Absicht hätten, sich an Aktionen zu beteiligen, "die missverstanden oder falsch interpretiert" werden könnten. "Wir haben diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen, sondern um zu zeigen, dass wir eine verantwortungsvolle Atommacht sind."

22:07 Uhr | Erneut Hunderte Festnahmen in Russland

Bei Protesten gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine sind in russischen Städten 724 Menschen festgenommen worden. Das Bürgerrechtsportal Owd-Info veröffentlichte am Abend eine Liste mit den Namen der Festgenommenen. Seit Beginn des Krieges hat es demnach in Russland mehr als 7.500 Festnahmen gegeben.

Die Behörden lassen mit Verweis auf das Coronavirus Demonstrationen nicht zu und warnen vor der Teilnahme an nicht genehmigten Kundgebungen.

21:48 Uhr | Luftangriffe auf Kiew - Explosion am Hauptbahnhof

In Kiew ist es am Abend zu neuen Luftangriffen gekommen. Nach Angaben des staatseigenen Bahnunternehmens Ukrsalisnyzja schlug ein Geschoss südlich des Hauptbahnhofs ein. Das Bahnhofsgebäude sei leicht beschädigt worden. Der Zugverkehr gehe weiter. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Zur Zeit des Angriffs sollten Tausende Kinder und Frauen mit Zügen in Sicherheit gebracht werden.

Die Detonation in der Nähe des Hauptbahnhofs von Kiew geht einem Berater des ukrainischen Innenministeriums zufolge auf einen abgeschossenen russischen Marschflugkörper zurück. Dieser sei von der ukrainischen Luftabwehr abgefangenen worden, erklärt Anton Heraschtschenko im Internet. Die herabfallenden Trümmer hätten ein Heizrohr getroffen und die Detonation ausgelöst. Die daraus resultierenden Opfer und Schäden seien deutlich geringer, als es bei dem anvisierten Einschlag der Rakete im Zentrum der Stadt der Fall gewesen wäre. Zu der Zahl etwaiger Opfer machte Heraschtschenko keine Angaben.

In Kiew wie auch in vielen anderen Städten des Landes wurde am Abend Luftalarm ausgelöst. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb im Nachrichtenkanal Telegram: "Die Lage ist kompliziert." Mehrere Explosionen seien zu hören gewesen. Eine Polizeistation sei beschädigt worden. In den nördlichen Vororten habe es Kämpfe gegeben.

21:37 Uhr | Bahn-Tochter DB Schenker liefert nicht mehr nach Russland

Die Bahn-Logistiktochter DB Schenker stellt ihre Sendungen nach Russland vorerst ein. Ein Firmensprecher sagte, das gelte ab sofort für Land-, Luft- und Seefracht. Zuvor hatten bereits DHL und Kühne + Nagel das vorläufige Ende ihrer Lieferungen nach Russland verkündet. Die Bahn-Tochter hat in Russland rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

21:28 Uhr | Zentrum für Luft- und Raumfahrt beendet Zusammenarbeit mit Russland

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beendet seine Zusammenarbeit mit Russland. Das DLR teilte am Abend mit, wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine werde es keine neuen Projekte oder Initiativen mit Institutionen in Russland geben. Laufende oder in Planung befindliche Projekte würden gestoppt.

Auf Nachfrage sagte ein Sprecher, die Internationale Raumstation ISS sei davon nicht betroffen. Hier seien die Europäische Raumfahrtagentur Esa und die US-Raumfahrtbehörde Nasa zuständig.

21:08 Uhr | Ukraine fordert Feuerpause für Evakuierung von Zivilisten

Die Ukraine hat Russland zu einer Feuerpause in den ostukrainischen Regionen Charkiw und Sumy aufgefordert, um Zivilisten in Sicherheit bringen zu können. Wie das Außenministerium mitteilte, soll die Zivilbevölkerung, einschließlich ausländischer Studenten, in sicherere ukrainische Städte gebracht werden.

Das russische Verteidigungsministerium erwiderte, es habe einen Koordinierungsstab für humanitäre Maßnahmen eingerichtet. Sobald die Ukraine zur Schaffung eines humanitären Korridors bereit sei, werde Russland "die hundertprozentige Verpflichtung zur Gewährleistung der Sicherheit für die Ausreise sowohl nach Russland als auch in andere Länder" gewährleisten. Moskau sei zudem bereit, ausländische Flugzeuge, die ihre Bürger aus der Ukraine holen wollten, in Russland landen zu lassen.

20:58 Uhr | ORF-Korrespondet berichtet aus Kiew

Den ganzen Tag über griffen russische Truppen vor allem ukrainische Großstädte an, was die Lage für die Bevölkerung immer schwieriger macht. Christian Wehrschütz vom Österreichischen Rundfunk ist in der Nähe von Kiew.

20:54 Uhr | Chodorkowski: Putin treibt eigenen Sturz voran

Der russische Exil-Oppositionelle Michail Chodorkowski zeigt sich überzeugt, dass der russische Präsident Wladimir Putin durch den Krieg in der Ukraine seinen eigenen Sturz vorantreibt. Chodorkowski sagte dem französischen Sender France 24, die Macht des Kreml werde "nicht schnell" verfallen, aber in "ein oder zwei Jahren". Putin habe mit dem Angriff auf die Ukraine einen "historischen" Fehler begangen, der zeige, dass der russische Präsident zunehmend "paranoid" handle. Nachdem er zwei Jahrzehnte von Beratern umgeben gewesen sei, die ihm die Wahrheit nicht zu sagen wagten, habe er das Ausmaß des ukrainischen Widerstandes unterschätzt: "Er dachte, er würde in der Ukraine mit Blumen begrüßt."

Chodorkowski zählte einst zu den reichsten Männern Russlands. Von 2003 bis 2013 saß der frühere Öl-Unternehmer in russischen Gefängnissen. Mit seiner Stiftung Offenes Russland gehört er zu den Unterstützern der Opposition in Russland.

19:52 Uhr | Mit Kindern über den Krieg reden

Im Netz, auf Social-Media, im Radio oder im Fernsehen – es wird fast im Minutentakt über den Krieg zwischen Russland und der Ukraine berichtet. Die Information prasseln auch auf Kinder und Jugendliche ein. Wie kann man den Jüngsten nun erklären, was aktuell vor sich geht – und was ein Krieg bedeutet?

19:35 Uhr | Abramowitsch will Chelsea verkaufen und Erlös spenden

Roman Abramovich, 2021 in Moskau.
Roman Abramowitsch Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Der russische Milliardär Roman Abramowitsch hat den Verkauf des FC Chelsea angekündigt. Der mögliche Nettogewinn solle über eine Stiftung den Opfern des Kriegs in der Ukraine zugute kommen, schrieb der 55-Jährige in einer Mitteilung des englischen Fußball-Topclubs am Mittwochabend.

Abramowitsch hatte sich bereits zuvor gegen den Krieg ausgesprochen und eine Ende der russischen Invasion gefordert. Die Ukraine hatte ihn zudem gebeten, im Konflikt mit Russland zu vermitteln.

19:10 Uhr | Steinmeier fordert von Putin Ende des Krieges

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit eindringlichen Worten Russlands Präsident Wladimir Putin aufgefordert, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Am Rande einer Friedensandacht in der Dresdner Frauenkirche sagte Steinmeier, niemand - auch ein russischer Präsident nicht – könne vor der Geschichte rechtfertigen, was in der Ukraine geschehe, "dass Hunderttausende auf der Flucht sind, dass unschuldige Menschen sterben und dass ein Land zerstört wird". Der Bundespräsident fügte hinzu, es gehöre kein Mut dazu, ein kleineres Nachbarland zu überfallen: "Aber es gehört Mut dazu, diesen Krieg zu beenden. Und das fordern wir jetzt".

Es gehört kein Mut dazu, ein kleineres Nachbarland zu überfallen. Aber es gehört Mut dazu, diesen Krieg zu beenden. Und das fordern wir jetzt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

An der Andacht nahmen neben Steinmeier auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert teil. Der ukrainische Pianist Alexey Botvinov gestaltete gemeinsam mit dem aus Südafrika stammenden Geiger Daniel Hope die Friedensandacht musikalisch.

18:40 Uhr | Deutsche Waffen in Ukraine angekommen

Die angekündigten deutschen Waffenlieferungen für die Ukraine sind angekommen. Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums teilte mit, das Material sei an die ukrainische Seite übergeben worden. Die Bundesregierung hatte am Wochenende angekündigt, 10.00 Panzerabwehrwaffen und 500 Boden-Luft-Raketen aus Bundeswehr-Beständen an die Ukraine zu liefern.

Deutschland hatte bislang keine tödlichen Waffen in Krisengebiete geliefert. Angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine änderte es seine Position.

18:20 Uhr | Russland meldet erstmals Verluste

Die russische Regierung hat erstmals konkretere Angaben zu Verlusten ihrer Streitkräfte beim Einmarsch in die Ukraine gemacht. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, sagte, es seien 498 russische Soldaten getötet und 1.597 verletzt worden. Die Ukraine hatte bisher von rund 6.000 getöteten russischen Soldaten gesprochen.

Konaschenkow erklärte weiter, auf ukrainischer Seite habe es bislang 2.870 getötete "Soldaten und Nationalisten" sowie etwa 3.700 Verletzte Menschen gegeben. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen. Die Ukraine hat bislang 2.000 getötete Zivilsiten gemeldet, zu Verlusten in der Armee aber keine aktuellen Angaben gemacht.

18:11 Uhr | UN-Vollversammlung – große Mehrheit verurteilt Russland

Die UN-Vollversammlung in New York hat in einer Resolution den Einmarsch Russlands in die Ukraine verurteilt und Moskau zum sofortigen Abzug aufgefordert. 141 Mitgliedstaaten stimmten am Mittwoch für die Resolution. Fünf Staaten stimmten dagegen, neben Russland waren das Belarus, Syrien, Eritrea und Nordkorea. 35 Staaten enthielten sich, darunter China, Indien und Pakistan. In der Resolution verurteilte die Vollversammlung zudem die Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen.

17:55 Uhr | Ukraine ruft UNO zu Zusammenhalt auf

Die Ukraine hat in der UN-Vollversammlung die Länder der Welt zum Zusammenhalt aufgerufen. "Wir erleben einen entscheidenden Moment für unsere Generation", sagte der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kyslyzja. Russland sei nicht nur für seine außenpolitischen Ziele einmarschiert: "Sie sind gekommen, um der Ukraine das Existenzrecht zu nehmen." Es sei die Aufgabe der Weltgemeinschaft, Moskau zu verurteilen.

Die UN-Vollversammlung war am Montag zu einer dreitägigen Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Heute Abend will das Gremium aus Vertretern aller Mitgliedsländer über eine Resolution zur Verurteilung von Russlands Angriffskrieg abstimmen. Das Votum ist rechtlich nicht bindend, aber von hoher symbolischer Bedeutung.

17:38 Uhr | Wintershall schreibt Beteiligung an Nord Stream 2 ab

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea gibt das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 als erster Beteiligter vollständig auf. Der Vorstand habe entschieden, den Anteil von Wintershall Dea an der Finanzierung von rund einer Milliarde Euro abzuschreiben, teilte das Unternehmen mit.

Die rund 9,5 Milliarden Euro teure Pipeline gehört dem russischen Gaskonzern Gazprom, eine Hälfte der Finanzierung hatten aber Wintershall Dea, der Versorger Uniper, die österreichische OMV, die französische Engie und Shell übernommen. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine liegt das Projekt auf Eis. Die in der Schweiz ansässige Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG hat alle ihre Mitarbeiter bereits entlassen, nach Angaben vom Mittwoch aber bisher keinen Insolvenzantrag gestellt.

17:20 Uhr | MDR untersucht Videos aus dem Kriegsgebiet

In sozialen Netzwerken kursieren etliche Videos von russischen und ukrainischen Militäreinheiten. Sie sollen einen Einblick in den Krieg geben. Der MDR hat untersucht, was auf drei dieser Videos zu sehen ist.

17:10 Uhr | Sachsen will Geflüchtete aus der Ukraine in Leipzig unterbringen

Sachsen will ukrainische Geflüchtete zentral in Leipzig unterbringen. Ein Sprecher der Landesdirektion sagte, die bestehende Erstaufnahmeeinrichtung im Stadtteil Mockau werde zur zentralen Anlaufstelle für Menschen, die nicht privat unterkommen könnten. 550 Plätze stünden zur Verfügung, zurzeit seien 152 belegt. Die zentrale Unterbringung soll den Angaben zufolge den Vorteil bieten, dass Ukrainerinnen und Ukrainer etwa mit Dolmetschern besser betreut werden können.

16:37 Uhr | Ukraine will russische Gefangene an Mütter übergeben

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat russische Mütter aufgerufen, in die Ukraine zu kommen und ihre gefangenen Söhne abzuholen. Das Ministerium veröffentlichte Telefonnummern und eine E-Mail-Adresse, über die Informationen zu gefangenen russischen Soldaten abgefragt werden können. "Sie werden empfangen und nach Kiew gebracht, wo Ihr Sohn an Sie zurückgegeben wird", versicherte das Ministerium. Man führe keinen Krieg gegen Mütter und ihre gefangenen Kinder.

16:19 Uhr | Gedenkstätten protestieren gegen Angriff nahe Babyn Jar

Vertreter von Holocaust-Gedenkstätten haben empört auf den russischen Raketenangriff nahe des Erinnerungsortes Babyn Jar in Kiew reagiert. Die israelische Gedenkstätte Yad Vashem forderte die internationale Gemeinschaft auf, Maßnahmen zum Schutz des Lebens von Zivilisten und von historischen Orten zu ergreifen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Gedenkstätte Babyn Jar erklärte, das Vorgehen des russischen Präsidenten Putin sei abscheulich. In der Schlucht Babyn Jar waren im September 1941 fast 34.000 ukrainische Juden von deutschen Soldaten und Polizisten ermordet worden.

Gestern hatte die russische Armee den Fernsehturm von Kiew beschossen, der nur einen Kilometer von Babyn Jar entfernt liegt. Bei dem Angriff starben nach ukrainischen Angaben mindestens fünf Menschen.

16:07 Uhr | Versorgungslage in Ukraine immer problematischer

Der Krieg in der Ukraine macht die Versorgung der Bevölkerung immer schwieriger. Besonders prekär ist nach ukrainischen Angaben die Lage in der heftig umkämpften Stadt Mariupol. Dort sei auch die Wasserversorgung ausgefallen. Laut dem ukrainischen Gesundheitsminister Oleksandr Ljaschko gibt es zudem in vielen Regionen Probleme, Medikamente an Apotheken und Krankenhäuser zu verteilen.

Die Regierung in Kiew bat inzwischen Papst Franziskus, mit dem russischen Präsidenten Putin über die Zulassung humanitärer Korridore zu sprechen. Auch das katholische Hilfswerk Caritas appellierte eindringlich an Russland, die Versorgung von Zivilisten zu ermöglichen.

15:58 Uhr | Linke warnt weiter vor neuer Rüstungsspirale

Die Linke im Bundestag warnt trotz der anhaltenden Angriffe Russlands auf die Ukraine weiter vor einer neuerlichen Aufrüstung. Fraktionschefin Amira Mohamed Ali sagte dem RBB, sie könne zwar verstehen, dass in der jetzigen Situation "vielleicht auch aus einem Bauchgefühl heraus" gesagt werde, es müsse aufgerüstet werden. Aber die Geschichte lehre, dass Aufrüsten nicht zum Frieden führe: "Es ist bereits heute so, dass die Nato-Staaten um ein Vielfaches stärker aufgerüstet sind als Russland. Und das hat keine Abschreckung gebracht."

Mohamed Ali betonte, die Linke habe nach dem russischen Angriff ihre Haltung zu Russland klar geändert, fügte die Fraktionschefin hinzu. Keiner habe mehr "irgendein Verständnis für das, was da geschieht". Trotzdem seien deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine "nicht der richtige Weg".

15:41 Uhr | Bundesregierung gibt Teil von Öl-Reserve frei

Die Bundesregierung gibt wegen des Ukraine-Krieges einen Teil der nationalen Öl-Reserve frei. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Es handele sich um 434.000 Tonnen Öl, das entspreche rund drei Prozent der deutschen Erdölreserve. Zuvor hatte das Ministerium bereits angekündigt, kurzfristig für 1,5 Milliarden Euro Flüssiggas zu kaufen. 

15:20 Uhr | Ukrainischer Rettungsdienst meldet 2.000 tote Zivilisten

In der Ukraine sind seit Beginn des Krieges nach Angaben aus Kiew mindestens 2.000 Zivilisten getötet worden. Der staatliche Rettungsdienst teilte mit, nicht inbegriffen in dieser Zahl seien die gestorbenen Soldaten. Zudem seien Hunderte von Verkehrsinfrastruktureinrichtungen, Wohngebäuden, Krankenhäusern und Kindergärten zerstört worden. Rettungskräfte hätten mehr als 400 Brände gelöscht und 416 Sprengkörper "neutralisiert".

14:59 Uhr | Fortsetzung von Verhandlungen offen

Die  Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine ist noch offen. Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch sagte der Agentur Ukrinform: "Was die Gespräche betrifft: Es ist nicht bekannt, ob sie stattfinden werden." Die  Abstimmungen über Zeit und Ort dauerten noch an. Es sei aber möglich, dass es noch am Mittwoch ein Treffen gebe.

Nach Kreml-Angaben ist die russische Seite für weitere Gespräche noch am Abend bereit. Allerdings beharrt Russland auf seinen Bedingungen. Dazu zählen die Anerkennung der annektierten Krim als russisches Gebiet sowie die "Entmilitarisierung" und "Entnazifizierung" der Ukraine.

14:51 Uhr | Nord-Stream-2-Gesellschaft dementiert Insolvenz-Berichte

Die Eigentümergesellschaft der Gas-Pipeline Nord Stream 2 hat Berichte über eine Insolvenz zurückgewiesen. Das im schweizerischen Kanton Zug ansässige Unternehmen erklärte, es habe lediglich die lokalen Behörden darüber informiert, dass es nach der Verhängung von US-Sanktionen gegen die Gesellschaft Verträge mit Mitarbeitern kündigen habe müssen.

Die Regierungsrätin des Kantons Zug, Silvia Thalmann-Gut, war gestern mit den Worten zitiert worden, die Nord Stream 2 AG sei "zahlungsunfähig" geworden. Thalman-Gut sagte heute, bis zum jetzigen Zeitpunkt habe das Unternehmen keinen Konkurs beim Zuger Handelsregisteramt angemeldet.

14:42 Uhr | Kiew und Charkiw: Werden uns nicht ergeben

Die ukrainische Hauptstadt Kiew und die Millionenstadt Charkiw wollen sich nach Angaben ihrer Bürgermeister nicht ergeben. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die russischen Truppen kämen der Stadt immer näher. Kiew werde sich aber verteidigen. Der Charkiwer Bürgermeister Ihor Terechow sagte, seine Stadt werde mit Raketen beschossen, es würden Wohngebiete getroffen. Man werde Widerstand leisten.

Auch um die Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer wird gekämpft. Die Stadt Cherson ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau dagegen inzwischen unter russischer Kontrolle. Die Ukraine bestreitet das.

14:35 Uhr | 100 Frachter sitzen im Kriegsgebiet fest

In den Schwarzmeerhäfen der Ukraine und Russlands sitzen nach Reeder-Angaben etwa 100 Schiffe fest. Darunter seien mehrere deutsche Frachter, teilte der Verband Deutscher Reeder mit: "Ablegen ist unmöglich, es gibt keine Schlepper. Das Seegebiet ist wahrscheinlich vermint." Das Schwarze Meer und das Asowsche Meer seien zu Kriegsgebieten erklärt worden. Der Reederverband fordert von Russland, dass alle Schiffe mit ihren Besatzungen die Region verlassen dürfen.

14:26 Uhr | Bundesregierung lässt Flüssiggas kaufen

Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine will die Bundesregierung für 1,5 Milliarden Euro Flüssiggas kaufen. Wie ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte, ist diese Summe dem Gashändler "Trading Hub Europe" zur Verfügung gestellt worden. Der Kauf werde kurzfristig getätigt. Wo genau das Gas eingekauft werde, entscheide die Firma. "Trading Hub Europe" managt als sogenannter Marktgebietsverantwortlicher das deutsche Gasnetz.

Dass Deutschland selbst keine Terminals hat, in denen Flüssiggas angeliefert und umgeschlagen werden kann, ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums kein Problem. In der europäischen Gasinfrastruktur sei in den vergangenen Jahren "sehr viel ausgebaut" worden. Heutzutage könne Gas, das etwa im niederländischen Rotterdam ins Netz eingespeist werde, "auch bis Rumänien fließen".

13:54 Uhr | MAN stoppt Lieferungen nach Russland und Belarus

MAN hat die Lieferung von Lastwagen und Ersatzteilen nach Russland und Belarus gestoppt. Das teilte der zum Volkswagen-Konzern gehörende Hersteller mit und erklärte zugleich, aufgrund der Kriegshandlungen in der Ukraine komme es bei MAN zudem zu Versorgungsengpässen. Die Folge seien Produktionsausfälle in den Werken in München und im polnischen Krakau. Bereits in dieser Woche gebe es weniger Schichten. Danach werde auf Sicht geplant, sagte ein Sprecher. Die Produktion in St. Petersburg mit rund 70 Mitarbeitern müsse aufgrund von Lieferengpässen heruntergefahren werden.

13:03 Uhr | Swift-Ausschluss sieben russischer Banken in Kraft

Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine schließt die Europäische Union sieben russische Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift aus. Zudem wird es den Staatsmedien RT und Sputnik untersagt, ihre Inhalte unter anderem in deutscher Sprache zu verbreiten. Die entsprechenden Sanktionsbeschlüsse wurden im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Allerdings gilt für die Banken eine Übergangsfrist von zehn Tagen. Betroffen ist unter anderem die zweitgrößte Bank Russlands VTB.

Neben der VTB-Bank sollen sechs weitere Institute von Swift ausgeschlossen werden. Dies sind die Bank Otkritie, die Novikombank, die Staatsbank Promsvyazbank, die Bank Rossiya, die Sovcombank sowie die Staatsbank VEB. Die größte russische Bank Sberbank sowie die Gazprombank werden nicht von Swift ausgeschlossen. Ein EU-Sprecher erklärte, Sberbank und Gazprombank seien die wichtigsten Banken für die Bezahlung der Energielieferungen. Es sei nicht möglich, bestimmte Transaktionen von einem Swift-Ausschluss auszunehmen.

Neben dem Swift-Ausschluss enthält das neue Sanktionspaket auch das Verbot für Investoren in der EU, sich an Projekten des Russian Direct Investment Fund zu beteiligen. Zudem dürfen keine Euro-Banknoten mehr an Russland geliefert werden.

12:38 Uhr | Sportler aus Russland und Belarus bei Paralympics am Start

Sportler aus Russland und Belarus dürfen trotz des Ukraine-Krieges bei den Winter-Paralympics in Peking teilnehmen. Das gab das Internationale Paralympische Komitee (IPC) nach Beratungen bekannt. Die Athletinnen und Athleten der beiden Länder sollen nach dem Beschluss des IPC neutral und unter paralympischer Flagge starten. Auch die Hymnen dürfen nicht gespielt werden. Beide Verbände werden zudem nicht im Medaillenspiegel berücksichtigt. Die Winter-Paralympics beginnen am Freitag.

12:27 Uhr | DHL liefert nicht mehr nach Russland und Belarus

Der Logistikkonzern DHL setzt angesichts des Kriegs in der Ukraine Lieferungen nach Russland und Belarus aus. Der Konzern teilte mit, bis auf Weiteres würden auch keine Sendungen in diese beiden Länder mehr angenommen. Zudem würden in der Ukraine alle Büros geschlossen und der Betrieb vorerst eingestellt. DHL erklärte: "Unser größtes Anliegen und unsere höchste Priorität ist derzeit die Sicherheit unserer Mitarbeiter."

11:31 Uhr | Spanien liefert Waffen an Ukraine

Spanien hat wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Waffenlieferungen an Kiew angekündigt. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte im Parlament in Madrid, Spanien werde "den ukrainischen Widerstand" mit "militärischem Offensivmaterial" ausstatten. Bislang hatte Spanien militärische Unterstützung nur im Rahmen der EU-Militärhilfen in Höhe von 500 Millionen Euro angekündigt. Außerdem will die Regierung in Madrid im Zuge der Nato-Truppenaufstockung an der Ostflanke des Militärbündnisses 150 zusätzliche Soldaten nach Lettland entsenden.

11:23 Uhr | Neue EU-Sanktionen gegen Belarus

Die EU-Staaten sind sich einig über neue Sanktionen gegen Russlands Verbündeten Belarus. Dies teilte die französische EU-Ratspräsidentschaft auf Twitter mit. Betroffen seien vor allem die belarussische Holz-, Kali,- und Stahlindustrie. Die Maßnahmen träten in Kraft, sobald sie im EU-Amtsblatt veröffentlicht seien.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am Sonntag Strafmaßnahmen gegen Belarus angekündigt und die Regierung Lukaschenko "den anderen Aggressor in diesem Krieg" genannt.

10:36 Uhr | Russland zu neuen Gesprächen bereit

Russland will nach eigenen Angaben neue Gespräche mit der Ukraine führen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte in Moskau: "Unsere Delegation ist bereit, die Gespräche fortzusetzen." Die Gespräche könnten schon am Mittwochabend stattfinden, wo genau sagte Peskow allerdings nicht. Eine Reaktion aus der Ukraine gibt es bislang nicht. Peskow stellte aber klar, dass Russland auf den von Präsident Wladimir Putin formulierten Forderungen bestehe. Die Regierung in Kiew muss demnach die selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk sowie Russlands Souveränität über die Schwarzmeer-Halbinsel Krim anerkennen. Zudem fordert Russland eine Demilitarisierung der Ukraine.

Eine erste Verhandlungsrunde an der belarussisch-ukrainischen Grenze war am Montag vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ohne greifbare Ergebnisse geblieben.

09:55 Uhr | Porsche unterbricht Produktion im Werk Leipzig

Wegen Lieferengpässen unterbricht Porsche im Werk Leipzig die Produktion. Wie ein Sprecher sagte, ist man gezwungen, die Produktion von Mittwochnachmittag an zunächst bis zum Ende der kommenden Woche auszusetzen. Für die Beschäftigten werde Kurzarbeit beantragt. In Leipzig werden die Modelle Macan und Panamera gebaut. Die Volkswagen-Tochter Porsche bezieht nach Angaben aus Branchenkreisen bisher Kabelbäume aus der Westukraine.

08:50 Uhr | Russisches Militär: Haben Stadt Cherson unter Kontrolle

Das russische Militär hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau die volle Kontrolle über die seit Tagen umkämpfte südukrainische Großstadt Cherson erlangt. Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow sagte, russische Einheiten der Streitkräfte hätten das Zentrum der Region Cherson vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Nach Angaben lokaler Behörden ist die Stadt vollständig von russischen Truppen umzingelt. Es wäre die erste ukrainische Gebietshauptstadt, die russische Truppen seit Ausbruch des Krieges am vergangenen Donnerstag unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Ukrainische Medien hatten zuvor von Kämpfen in der Stadt mit etwa 280.000 Einwohnern berichtet. Der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, sprach von zahlreichen toten Zivilisten. Sie sollen Cherson unter anderem mit sogenannten Molotow-Cocktails verteidigt haben. Von der Stadtverwaltung hieß es zudem, russische Soldaten hätten den Hafen und den Bahnhof übernommen. Es habe zahlreiche Tote und Verletzte unter ukrainischen Soldaten und Zivilisten gegeben.

Eine Exolosion in einem Gebäude bei Nacht 1 min
Tote bei Luftangriff auf die ukrainische Großstadt Schytomyr Bildrechte: EBU /Emergency Service of Ukraine
1 min

Bei einem Luftangriff auf die ukrainsiche Großstadt Schytomyr hat es nach Behördenangaben mehere Tote gegeben. Um die Einnahme der Großstadt Cherson gibt es widersprüchliche Angaben von beiden Seiten.

Mi 02.03.2022 10:50Uhr 01:10 min

https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/politik/video-russland-ukraine-krieg-cherson-schytomyr-100.html

Rechte: EBU, AFP, Reuters

Video

08:08 Uhr | Polen: Bislang mehr als 450.000 Flüchtlinge aus Ukraine

Mehr als 450.000 Menschen sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine nach Polen gekommen. Das sagte der stellvertretende polnische Innenminister Pawel Szefernaker im Rundfunk. Nach seinen Angaben überquerten allein am Montag mehr als 100.000 Menschen die Grenze zwischen der Ukraine und Polen. Am Dienstag seien es 98.000 gewesen.

07:49 Uhr | Sberbank zieht sich aus Europa zurück

Die russische Sberbank zieht sich aus dem europäischen Markt zurück. Als Gründe nennt das Institut große Bargeldabflüsse bei den europäischen Filialen und Drohungen gegen Mitarbeiter und Gebäude. Die Sberbank ist die größte russische Bank und auch in Deutschland vertreten. Die Sberbank wird mehrheitlich vom russischen Staat kontrolliert. Sie war eines der ersten Ziele der Finanz-Sanktionen gegen Moskau.

Bereits am Dienstagabend hatte die EU-Bankenunion mitgeteilt, dass die in Österreich ansässige Sberbank Europe AG ein Insolvenzverfahren nach nationalem Recht durchlaufen werde. Die Tochtergesellschaften in Kroatien und Slowenien wurden an lokale Banken abgetreten.

07:28 Uhr | Russland stoppt Ausfuhr von ausländischem Geld

Russland hat an die Ausfuhr von ausländischem Bargeld im Wert von mehr als 10.000 Dollar (knapp 9.000 Euro) pro Person verboten. Das geht aus einem Dekret hervor, das Präsident Wladimir Putin unterzeichnet hat. Mit dem Ausfuhrverbot soll ein Abfluss von Kapital verhindert werden. Zahlreiche Menschen verlassen wegen Putins Angriff auf die Ukraine auch Russland, weil sie Angst vor einer Verschärfung der Lage haben. Deshalb versuchen sie, ihr Bargeld in Sicherheit zu bringen.

06:41 Uhr | Börse in Moskau bleibt geschlossen

Die Börse in Moskau wird am Mittwoch weiter geschlossen bleiben. Über den Folgetag will die russische Zentralbank noch entscheiden. Der Handel wurde eingestellt, nachdem die westlichen Sanktionen zu einem Einbruch des Rubel-Kurses geführt hatten.

05:15 Uhr | Ukrainische Armee berichtet von Angriff russischer Luftlandetruppen in Charkiw

Russische Luftlandetruppen haben in der Nacht die ukrainische Stadt Charkiw angegriffen. Die ukrainische Armee und ukrainische Medien berichten, russische Soldaten hätten ein Krankenhaus attackiert. Es sei zu Gefechten mit den Ukrainern gekommen. Über Opfer ist bisher nichts bekannt.
Die zweitgrößte Stadt des Landes war gestern mit Raketen beschossen worden. Dabei wurden Häuser und ein Regierungsgebäude getroffen. Mindestens 18 Menschen wurden getötet, Dutzende verletzt.

Gekämpft wird auch in Cherson. Die Stadt im Süden des Landes ist örtlichen Berichten zufolge eingekesselt. Ukrainische Regierungsvertreter sprachen von zahlreichen toten Zivilisten, die die Stadt unter anderem mit Molotow-Cocktails verteidigt hätten.

03:41 Uhr | Luftangriff in der Großstadt Schytomyr

Aus der ukrainischen Großstadt Schytomyr ist ein Luftangriff gemeldet worden. Vermutlich Marschflugkörper des russischen Typs Kalibr hätten mehrere Gebäude beschädigt, darunter ein Krankenhaus, meldete die Agentur Unian. Nach Angaben der Behörden wurden zwei Menschen getötet und zehn verletzt. Zuvor hatte der Berater des Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, von vier Toten gesprochen.

Der Angriff galt demnach der in Schytomyr stationierten 95. Brigade. Auf Videos, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, waren brennende Häuser und Rettungskräfte zu sehen. Schytomyr liegt rund 140 Kilometer westlich der Hauptstadt Kiew.

Auch in der Großstadt Charkiw habe es erneut einen Luftangriff gegeben, sagte Heraschtschenko. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

03:18 Uhr | Auch USA sperren Luftraum für russische Flugzeuge

US-Präsident Joe Biden lässt wegen des Ukraine-Kriegs den Luftraum seines Landes für russische Flugzeuge sperren. Der Luftraum der USA werde für "alle russischen Flüge" gesperrt, sagte Biden bei seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress. Die USA würden sich damit ihren Verbündeten anschließen und "Russland weiter isolieren".

Vor den USA hatten bereits die EU und Kanada russischen Flugzeugen Überflug, Starts und Landungen auf ihrem Gebiet untersagt. Als Vergeltungsmaßnahme sperrte Moskau den russischen Luftraum für zahlreiche westliche Fluggesellschaften. Die Sperrung des Luftraums ist nur eine von zahlreichen Sanktionen, mit denen der Westen auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine reagiert hat. Dazu zählen auch harte Finanzsanktionen sowie Reisesperren für russische Politiker und Militärs.

02:44 Uhr | Boeing setzt Unterstützung für russische Airlines aus

Der US-Flugzeughersteller Boeing stellt eigenen Angaben zufolge die Lieferung von Teilen, die Wartung sowie den technischen Support für russische Fluggesellschaften und wichtige Geschäftsaktivitäten in Russland ein. "Während der Konflikt andauert, konzentrieren sich unsere Teams darauf, die Sicherheit unserer Kollegen in der Region zu gewährleisten", sagt ein Boeing-Sprecher.

Zuvor hatte der Airbus-Rivale bereits den Betrieb seines Trainingscampus in Moskau ausgesetzt und sein Büro in Kiew vorübergehend geschlossen.

02:36 Uhr | GdP warnt vor Anschlägen in Deutschland

Wegen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine haben die Polizeigewerkschaften vor Anschlägen auf Einrichtungen beider Staaten in Deutschland gewarnt. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Denkbar sind gewalttätige Konflikte zwischen Sympathisanten beider Gruppen in der Bundesrepublik. Dazu zählen auch Anschläge auf Repräsentanzen und offizielle Einrichtungen beider Staaten."

Die Polizeibehörden von Bund und Ländern müssten für den Ernstfall bereit sein, täglich würden die Auswirkungen des Konflikts auf die innere Sicherheit hierzulande neu bewertet.

02:29 Uhr | Bürgermeister: Bereits mehr als 100 Verletzte in Mariupol

Bei russischen Luftangriffen auf die Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine sind nach Angaben von Bürgermeister Wadym Bojtschenko bereits mehr als 100 Bewohner verletzt worden. "Die Zahl verwundeter Zivilisten wächst jeden Tag", sagte Bojtschenko der Agentur Unian zufolge. "Heute sind 128 Menschen in unseren Krankenhäusern. Unsere Ärzte gehen nicht einmal mehr nach Hause." Zuletzt habe sich die Situation in der Stadt zunächst gebessert, dann aber sei ein neuer Angriff erfolgt.

Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Mariupol liegt nahe der sogenannten Kontaktlinie zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischer Armee im Verwaltungsbezirk Donezk. Die Stadt hat strategisch große Bedeutung.

02:18 Uhr | ExxonMobil und Eni ziehen sich aus russischen Projekten zurück

Weitere westliche Ölkonzerne fahren wegen des Ukrainekriegs ihre Geschäftsbeziehungen mit Russland herunter. Der US-Ölkonzern ExxonMobil kündigte an, dass er sich schrittweise aus dem Betrieb eines großen Ölfelds in Russland zurückziehen will. Exxon Mobil betreibt im Namen eines Konsortiums, dem der russische Ölkonzern Rosneft angehört, seit 1995 das Sachalin-1-Ölfeld, das ganz im Osten des Landes liegt. Der US-Konzern besitzt 30 Prozent der Anteile an dem Projekt. Wie ExxonMobil weiter mitteilte, will der Konzern zudem nicht mehr in neue Projekte in Russland zu investieren.

Unterdessen hatte der italienische Ölkonzern Eni erklärt, dass er sich aus der Blue-Stream-Gaspipeline zwischen Russland und der Türkei zurückziehen wird. Eni hält 50 Prozent der Anteile, die andere Hälfte gehört dem russischen Gaskonzern Gazprom. "Eni beabsichtigt, seinen Anteil an Blue Stream zu verkaufen", sagte ein Unternehmenssprecher.

01:26 Uhr | Belarus schickt weitere Truppen an die Grenze zur Ukraine

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat die Entsendung weiterer Truppen an die Grenze zur Ukraine angeordnet. Bei einer Sitzung des belarussischen Sicherheitsrats sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge, dass "fünf taktische Bataillonsgruppen" zusätzlich zum "Schutz" der Grenzregion im Süden entsandt werden sollen.

Solche Einheiten bestehen in der Regel aus Hunderten Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen und Artilleriewaffen. Der Sgentur zufolge sind Militärhubschrauber und Flugzeuge bereits in den Regionen Gomel, Baranowitschi und Luninez stationiert. Der Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin versicherte jedoch, dass sich sein Land nicht an der Offensive in der Ukraine beteiligen werde. "Das ist nicht unsere Aufgabe", bekräftigte er.

01:25 Uhr | Japan schließt vorerst Botschaft in Kiew

Japan wird seine Botschaft in Kiew wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine bis auf weiteres schließen. Man werde stattdessen in der westukrainischen Stadt Lwiw nahe der Grenze zu Polen vorübergehend ein Verbindungsbüro betreiben, gab das Außenministerium in Tokio bekannt.

Von dort aus werde man weiter japanische Staatsangehörige, die in der Ukraine leben, betreuen. Dazu zählen auch jene, die versuchen, vor den Kämpfen aus dem Land zu fliehen. Die Entscheidung zur Schließung der Botschaft in Kiew erfolgte nach der Ankündigung des russischen Militärs, Kommunikations - und Geheimdiensteinrichtungen in der Hauptstadt zu bombardieren. Japan beteiligt sich an den internationalen Sanktionen gegen Russland. Auch andere Länder wie die USA, Belgien und Italien haben ihren Botschaftsbetrieb in Kiew bereits eingestellt.

00:05 Uhr | Rund 1.300 ukrainische Geflüchtete kommen mit Zügen in Berlin an

Rund 1.300 Geflüchtete aus der Ukraine sind mit mehreren Zügen am Berliner Hauptbahnhof eingetroffen. Ein Bahn-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, Helfer versorgten die Menschen am Bahnhof mit Essen und Trinken. Schon tagsüber waren ukrainische Geflüchtete mit regulären Zügen in der Hauptstadt angekommen.

Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, die Züge seien aus Polen gekommen. Die Deutsche Bahn ermöglicht Geflüchteten mit ukrainischem Pass oder Personalausweis seit Sonntag, alle Fernzüge aus Polen in Richtung Deutschland kostenlos zu nutzen. Wie die Bahn mitteilte, verkehren täglich bis zu acht Eurocity-Fernzüge aus Polen nach Deutschland im Regelverkehr - alle über den Grenzübergang Frankfurt/Oder.

00:02 Uhr | Weltbank und IWF: Milliardenhilfen für Ukraine

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank wollen in den kommenden Wochen und Monaten zusätzliche Finanzmittel in Milliardenhöhe für die Ukraine bereitstellen. Der Krieg treibe die Rohstoffpreise in die Höhe, was die Inflation weiter anheizen könnte, und die Störungen auf den Finanzmärkten würden sich weiter verschärfen, teilen die Chefin des IWF, Kristalina Georgieva, und der Präsident der Weltbank, David Malpass in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Auch die von den USA, Europa und anderen Verbündeten verhängten Sanktionen würden erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben. Das IWF-Exekutivdirektorium könnte den Antrag der Ukraine auf eine Notfinanzierung bereits in der kommenden Woche prüfen. Weitere 2,2 Milliarden Dollar stünden bis Ende Juni im Rahmen der Bereitschaftskreditvereinbarung zur Verfügung. Die Weltbank bereite für die kommenden Monate ein Unterstützungspaket in Höhe von drei Milliarden Dollar vor.

00:00 Uhr | Ticker am Mittwoch, 02. März 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Lauf des Tages hier.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. März 2022 | 06:00 Uhr

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