Über der Stadtverwaltung weht die Flagge auf Halbmast, um der Opfer des Raketenangriffs vom 23. Juni zu gedenken.
Über der Stadtverwaltung von Sewastopol weht die Flagge auf Halbmast, um der Opfer des Raketenangriffs vom 23. Juni zu gedenken. Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Ukraine-News Ausnahmezustand in Sewastopol verhängt

24. Juni 2024, 21:41 Uhr

Update 21:41 Uhr | Luftangriffe auf Ukraine: Anzahl der Todesopfer in der Ostukraine steigt auf zehn

Bei den russischen Angriffen auf den Osten der Ukraine und in der südwestlichen Hafenstadt Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens zehn Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Bei Raketenangriffen auf die Stadt Pokrowsk in der östlichen Region Donezk wurden laut Gouverneur Wadym Filaschkin am Montag mindestens fünf Menschen getötet. Filaschkin zufolge beschossen die russischen Truppen die Stadt Pokrowsk mit zwei Iskander-M-Raketen und zerstörten mehrere Häuser. Es handele sich um einen der größten feindlichen Angriffe auf Zivilisten in jüngster Zeit, erklärte er. 

Laut Filaschkin wurde zudem ein Mann bei einem russischen Angriff auf die Stadt Kurachowe weiter südlich getötet. Ein weiterer Mensch starb demnach in der Stadt Torezk. In der Region Cherson trafen russische Lenkbomben ein von der Ukraine kontrolliertes Gebiet. Laut der örtlichen Behörden wurde dabei ein 40 Jahre alter Mann getötet. In der nordöstlichen Region Charkiw starben zwei Menschen, als ihr Auto auf eine russische Anti-Panzer-Mine in der Nähe des Grenzdorfs Lypzi fuhr, wie der Gouverneur mitteilte.

21:22 Uhr | Selenskyj wechselt Kommandeur von Militäreinheit aus

Nach Berichten über hohe Verluste in den ukrainischen Streitkräften hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Generalleutnant Jurij Sodol vom Posten des Kommandeurs der Vereinigten Kräfte entlassen. Der Brigadegeneral Andrij Hnatow werde nun diese Einheit der ukrainischen Streitkräfte führen, sagte Selenskyj am Montagabend in seiner Videobotschaft.

Gründe für die Entlassung nannte er nicht. Zuvor hatte aber der Stabschef der umstrittenen Asow-Brigade, Bohdan Krotewytsch, Medien zufolge Anzeige gegen Sodol erstattet. Er warf dem Kommandeur fahrlässige Befehle vor, die zu großen Verlusten geführt hätten.

20:12 Uhr | Mehr Tote bei Angriffen in Ostukraine

Die Behörden in der ostukrainischen Stadt Pokrowsk geben nun die Zahl der Toten nach einem russischen Raketenangriff mit fünf an. Die Zahl der Verletzten liege nun bei 41, darunter vier Kinder, heißt es weiter. Früheren ukrainischen Angaben zufolge beschoss Russland die Stadt mit zwei Raketen. Ein Privathaus sei zerstört und 16 weitere beschädigt worden.

16:16 Uhr | Ukraine nimmt russische Ölanlagen ins Visier

Die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge mehr als 30 Ziele in der russischen Öl-Industrie getroffen, darunter Raffinerien, Terminals und Lager. Einen Zeitraum für die Angriffe oder weitere Einzelheiten nannte er nicht. Eine Stellungnahme Russlands liegt zunächst nicht vor.

Die Ukraine hat in diesem Jahr ihre Angriffe auf die russischen Öl-Anlagen verstärkt. Über sie bezieht die Regierung in Moskau einen bedeutenden Teil ihrer Einnahmen.

15:57 Uhr | Sächsischer DRK-Hilfstransport fährt nach Charkiw

In Dresden ist am Nachmittag ein Hilfstransport in die ost-ukrainische Region Charkiw gestartet. Wie die Staatskanzleri mitteilte, erhält das Ukrainische Rote Kreuz 36 Generatoren und medizinische Güter wie Verbandsmaterial. Der Gesamtwert liegt bei 55.000 Euro. Die Spenden wurden unter anderem von der Dresdner Uniklinik bereitgestellt.

15:17 Uhr | EU-Milliardenpaket für Ukraine

Die EU bringt gegen den Willen der ungarischen Regierung rund 1,4 Milliarden Euro für Militärhilfen für die Ukraine auf den Weg. Bei einem Außenministertreffen in Luxemburg sei das geplante Verfahren dafür am Montag gebilligt worden, bestätigten mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur. Dieses sieht vor, dass Ungarn gegen die Entscheidung kein Veto einlegen kann, weil sie als Entscheidung eingestuft wird, die per Mehrheitsbeschluss getroffen werden kann.

Nach Kommissionsangaben sind rund 210 Milliarden Euro der russischen Zentralbank in der EU eingefroren. Das in Brüssel ansässige Finanzinstitut Euroclear hatte zuletzt mitgeteilt, 2023 rund 4,4 Milliarden Euro an Zinsen eingenommen zu haben.

14:15 Uhr | Was die "Gruppe Wagner" nun macht

Jahrelang kämpften Söldner der "Gruppe Wagner" inoffiziell im Auftrag Russlands. Vor einem Jahr gab es einen Aufstand. Was ist nach dem Tod von Chef Jewgeni Prigoschin von den Truppen geblieben?

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13:54 Uhr | Ukraine meldet Tote nach Raketenangriff in Pokrowsk

In der ostukrainischen Stadt Pokrowsk sind nach Angaben der Regionalbehörden mindestens vier Menschen bei einem russischen Raketenangriff getötet worden. 34 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Kinder. Den Angaben nach wurden auch ein Privathaus zerstört und 16 weitere beschädigt.

Ein Rettungshelfer sucht mit einem Hund nach Opfern in einem Wohnhaus, das nach einem russischen Bombenangriff beschädigt wurde. 4 min
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13:32 Uhr | Ausnahmezustand über Sewastopol verhängt

Einen Tag nach dem ukrainischen Raketen-Angriff ist in der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim der Ausnahme-Zustand verhängt worden. Das geht aus einem Dekret hervor, das russische Nachrichtenagenturen veröffentlichten. Bei dem Raketen-Angriff waren vier Menschen ums Leben gekommen, mehr als 150 wurden verletzt. Die meisten Opfer hatten sich am Stadt-Strand von Sewastopol aufgehalten, als Raketen-Trümmer niedergingen und explodierten.

Russland drohte den USA nach dem Angriff mit Konsequenzen und bestellte die US-Botschafterin ein. Moskau beschuldigt die USA, die Rakete an die Ukraine geliefert zu haben.

13:15 Uhr | Außenminister beschließen neue EU-Sanktionen gegen Russland

Wegen des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt die Europäische Union neue Sanktionen gegen Russland. Das haben die Außenminister der 27 EU-Staaten abschließend bestätigt.

Die Maßnahmen sollen es erschweren, bestehende Sanktionen zu umgehen. Erstmals sieht das Paket zudem scharfe EU-Sanktionen gegen Russlands milliardenschwere Geschäfte mit Flüssigerdgas (LNG) vor. So dürfen Häfen wie der im belgischen Zeebrugge nicht mehr zur Verschiffung von russischem LNG in Drittstaaten genutzt werden. Die so eingeschränkten Transportkapazitäten sollen dazu führen, dass Russland weniger Flüssigerdgas verkaufen und weniger Geld in seinen Angriffskrieg stecken kann.

04:08 Uhr | EU-Außenminister beraten über Ukraine und Nahen Osten

Die EU-Außenministerinnen und Außenminister beraten heute in Luxemburg erneut über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Geplant ist eine Debatte mit dem ukrainischen Chefdiplomaten Dmytro Kuleba, der per Video zugeschaltet wird. Dabei dürfte der Druck auf Ungarn steigen, seine Blockade von Militärhilfen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro aufzugeben. Beim Außenrat Ende Mai hatte es dazu einen hitzigen Streit gegeben.

03:54 Uhr | Russische Behörden: Mehrere Tote bei Raketenangriff auf Krim

Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim sind nach russischen Angaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Mehr als 100 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Schwarzmeerstadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, im Onlinekanal Telegram.

Nach Angaben der russischen Armee feuerte die Ukraine fünf Raketen ab, von denen vier von der Luftabwehr über dem Meer abgefangen worden seien. Sewastopol sei "am helllichten Tag mit ballistischen Raketen mit Streumunition" angegriffen worden, sagte Raswoschajew.

02:16 Uhr | Ukraine greift in der Nacht Ziele auf der Krim an

Die Ukraine hat in der Nacht erneut Ziele auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim mit Raketen angegriffen. In der Hafenstadt Jewpatorija habe es mehrere Explosionen gegeben, berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform in der Nacht zum Montag. Auch die Behörden der Hafenstadt Sewastopol gaben – im Gegensatz zu den Angriffen am Tag – Luftalarm. 

Die Folgen der Angriffe sind unklar. Mehrere Medien veröffentlichten Videos und Bilder von Bränden. Berichte über angeblich getroffene militärische Anlagen wurden allerdings bislang weder von der ukrainischen noch von der russischen Seiten bestätigt. 

00:00 Uhr | Ukraine-News am Montag, 24. Juni 2024

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages.

Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 24. Juni 2024 | 06:00 Uhr

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