Soldaten
Sodaten der tschetschenischen Spezialeinheit Achmat sind am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beteiligt. Bildrechte: IMAGO/SNA

Ukraine-News Moskau nimmt Kadyrows Privatarmee unter Vertrag

12. Juni 2023, 21:29 Uhr

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

21:29 Uhr | Macron: Ukrainische Gegenoffensive kann "Wochen oder Monate" dauern

Die ukrainische Gegenoffensive gegen die russischen Truppen kann nach Einschätzung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron "mehrere Wochen oder Monate" dauern. "Wir hoffen, dass sie so siegreich wie möglich ist, damit danach eine Verhandlungsphase unter guten Bedingungen eingeleitet werden kann", sagte Macron zu Beginn eines Treffens mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda am Montag in Paris.

Die drei Politiker wollten bei einem Arbeitsessen unter anderem über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine beraten. Außerdem wollten sie sich auf eine gemeinsame Linie bei den kommenden Gipfeltreffen der EU und der Nato abstimmen.

18:54 Uhr | Ex-Wagner-Söldner kämpft für Rebellen auf Seiten Kiews

Ein ehemaliger russischer Wagner-Söldner hat sich dem kremlfeindlichen Freiwilligenkorps RDK im Kampf gegen die russische Armee angeschlossen. Bei einem Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine beschloss der Ex-Söldner der russischen Privatarmee Wagner, Wladislaw Ismailow, sich den Rebellen anzuschließen, wie ein Video des RDK vom Sonntag zeigte. Ismailow dürfte der erste öffentlich bekannte Überläufer sein. Das RDK besteht aus russischen Nationalisten, die auf Seiten Kiews gegen die russische Armee kämpfen. Seit Wochen sind sie vor allem in der russischen Grenzregion um Belgorod im Einsatz.

15:40 Uhr | Friedensforscher fordern langfristige Unterstützung der Ukraine

Die führenden deutschen Friedensforscher fordern von Deutschland und der Nato eine langfristige militärische Unterstützung der Ukraine. Bei der Veröffentlichung ihres Jahresberichts erklärten sie am Montag in Berlin, es sei kein Ende der Gewalt gegen das von Russland überfallene Land in Sicht. Sie warnten ausdrücklich davor, zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf Verhandlungen zu setzen.

In ihrem Gutachten 2023, das den Titel "Noch lange kein Frieden" trägt, empfehlen die Friedensforschungsinstitute, die Bevölkerung aufzuklären, dass die Unterstützung der Ukraine voraussichtlich noch lange notwendig sein werde. Parallel dazu müsse die Bundesrepublik helfen, eine internationale Verhandlungsinitiative vorzubereiten, die mit umfangreichen Sicherheitsgarantien für die Ukraine verbunden werden müsse.

12:49 Uhr | DRK schickt weitere Hilfslieferung in Überschwemmungsgebiet

Das Deutsche Rote Kreuz schickt weitere Hilfslieferungen in das Überschwemmungsgebiet südlich des zerstörten Kachowka-Staudamms. Wie das DRK in Dresden mitteilte, soll ein Transport mit zwei Rettungsbooten, 6.000 Hygiene-Kits, 200 Neopren-Anzügen und 100 Rettungswesten am Dienstag auf die Reise gehen. Der ungefähre Warenwert der Hilfsgüter aus Sachsen belaufe sich auf etwa 400.000 Euro.

Update: 10:20 Uhr | AKW Saporischschja hat genügend Kühlwasser

Das Kernkraftwerk Saporischschja hat nach ukrainischen Angaben trotz der Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der vergangenen Woche noch genügend Kühlwasser. Der Wasserstand in den Becken, die zur Kühlung der Reaktoren in Europas größtem AKW verwendet werden, sei trotz des sinkenden Wasserspiegels des nahe gelegenen Kachowkaer Stausees stabil und ausreichend, teilt der ukrainische Umweltminister mit.

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hatte sich wegen der weiter sinkenden Pegelstände besorgt um die Sicherheit des Kraftwerks gezeigt.

10:03 Uhr | Melnyk bittet Deutschland um weitere Leopards

Angesichts erster Verluste westlicher Panzer bittet die Ukraine um weitere Lieferungen, insbesondere aus Deutschland. Vize-Außenminister Andrij Melnyk sagte dem Berliner "Tagesspiegel", aus seiner Sicht sei die Bundeswehr in der Lage, mehr als die bereits gelieferten 18 Stück aus ihrem Bestand von mehr als 300 zur Verfügung zu stellen:

"Jeder Leopard 2 ist für die entscheidende Offensive buchstäblich Gold wert." Melnyk bat außerdem um "weitere 60 Marder-Schützenpanzer".

Der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter stellte sich hinter die Forderung Melnyks. Auch FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber sprach sich für höhere Stückzahlen aus.

08:44 Uhr | Moskau nimmt Kadyrows Privatarmee unter Vertrag

Das russische Verteidigungsministerium hat nach eigenen Angaben eine erste Privatarmee unter Vertrag genommen. Ein entsprechendes Abkommen mit der Spezialeinheit Achmat sei unterzeichnet worden, teilte das Ministerium mit. Achmat gilt als Privatarmee des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow.

Ramsan Kadyrow hält eine Rede
Ordnet sich Moskau unter: Tschetscheniens Machthaber Ramsan Kadyrow Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Am Wochenende hatte das Verteidigungsministerium angekündigt, bis zum 1. Juli alle auf Moskauer Seite kämpfenden Privatarmeen unter seine Befehlsgewalt nehmen zu wollen. Hintergrund ist der anhaltende Streit mit der Söldnerarmee Wagner und seinem Besitzer Jewgeni Prigoschin. Der Oligarch hatte bereits abgesagt – mit der Begründung, dass Verteidigungsminister Sergej Schoigu kaum in der Lage sei, die regulären Truppen ordentlich zu führen.

Zuletzt hatte Prigoschin auch seinen alten Verbündeten Kadyrow kritisiert. Er warf Kadyrows Tschetschenen vor, sie seien auf dem Schlachtfeld nicht zu sehen, sondern drehten hauptsächlich Tik-Tok-Videos. Kadyrow machte im Gegenzug Prigoschin für die hohen russischen Verluste vor Bachmut verantwortlich.

03:20 Uhr | IAEA besorgt über Wasserstand des Stausees beim AKW Saporischschja

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA dringt nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms auf einen breiteren Zugang zur Umgebung des Kernkraftwerks Saporischschja. Der Wasserstand des Damms sei am Wochenende zwar etwa einen Tag lang stabil gewesen, erklärt IAEA-Chef Rafael Grossi. "An anderen Stellen des riesigen Stausees sinkt der Pegel jedoch weiter, was zu einer möglichen Differenz von etwa zwei Metern führt." Die Höhe des Wasserspiegels sei ein wichtiger Parameter für die weitere Funktionsfähigkeit der Wasserpumpen. Das Wasser aus dem Stausee wird IAEA-Angaben zufolge zur Kühlung der sechs Reaktoren der Anlage und zur Lagerung abgebrannter Brennelemente verwendet.

02:50 Uhr | Nordkoreas Machthaber Kim will enger an Russland rücken

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un sichert dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine verstärkte Zusammenarbeit zu. Er rufe zu einer "engeren strategischen Zusammenarbeit" auf, sagt Kim in der von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Botschaft. Er reiche Putin fest die Hand, "entsprechend dem gemeinsamen Wunsch beider Völker, das große Ziel des Aufbaus eines mächtigen Landes zu erreichen." Kim verteidigt auch Putins Einmarsch in die Ukraine und sichert ihm "volle Unterstützung und Solidarität zu". "Die Gerechtigkeit wird siegen, und das russische Volk wird der Geschichte des Sieges weiterhin Ruhm hinzufügen."

00:10 Uhr | Selenskyj: Internationale Ermittlungen zu Dammbruch

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj laufen bereits internationale Ermittlungen zur Zerstörung des Kachowka-Staudamms. "Vertreter des Internationalen Strafgerichtshofs haben die Region Cherson in den vergangenen Tagen besucht", erklärt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Gleich am Tag des Dammbruchs habe der Generalstaatsanwalt eine entsprechende Anfrage an den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) gesandt. "Die Arbeit hat bereits begonnen." Es sei wichtig, dass die internationalen Rechtsexperten die Folgen der Katastrophe untersuchten. Dazu gehöre auch der Beschuss von Überschwemmungsgebieten. Laut der Ukraine sind bei einem russischen Angriff auf ein Rettungsboot drei Menschen getötet worden. Russland weist Vorwürfe zurück, Zivilisten ins Visier zu nehmen.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Montag, 12. Juni 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Was tun, Herr General? - Der Podcast zum Ukraine-Krieg

Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
Bildrechte: MDR / Erhard Bühler
Der frühere NATO-General und Generalleutnant a.D. Erhard Bühler
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Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 09. Juni 2023 | 06:00 Uhr

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