Kurznachrichtendienst Musk schließt Twitter-Übernahme ab

Nach monatelangem Hin und Her hat der US-Milliardär Elon Musk den Kurznachrichtendienst Twitter übernommen. Bundesregierung und EU reagierten zunächst verhalten auf den Deal. Der von Twitter gebannte frühere US-Präsident Trump freut sich unterdessen.

Elon Musk
Im April schien erstmals ein Deal für die Twitter-Übernahme durch Musk zu stehen - dann folgten aber Monate der Auseinandersetzungen, etwa über tatsächliche Nutzerzahlen und Fake-Konten. Bildrechte: dpa

Der US-Milliardär Elon Musk hat den Kauf von Twitter abgeschlossen. Der Kurznachrichtendienst informierte die US-Wertpapieraufsicht über seinen Rückzug von der Börse und bestätigte damit den Vollzug der Übernahme. Zuvor hatte Musk in Anspielung an das Logo des Kurznachrichtendienstes getwittert: "Der Vogel ist befreit".

Musk hat dafür 44 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 44,2 Milliarden Euro) bezahlt. Am Donnerstag hatte er bereits angekündigt, die Regeln für die Inhalte bei Twitter zu lockern. Er wolle Debatten mit einer großen Bandbreite an Überzeugungen und ohne Zensur ermöglichen. Zugleich betonte er in Richtung Werbepartner, für die eine zu lasche Moderation von Inhalten abschreckend sein könnte, Twitter dürfe kein "Ort des Grauens" werden, wo ohne Konsequenzen alles gesagt werden könne.

Bundesregierung und EU reagieren vorsichtig

Die Bundesregierung erklärte, sie wolle die Entwicklung bei dem Kurznachrichtendienst genau beobachten und dann eigene Schlüsse ziehen. Dazu könnte auch die Frage gehören, ob die Bundesregierung dort weiter präsent bleiben wolle.

EU-Industriekommissar Thierry Breton warnte Musk per Tweet, den Kurznachrichtendienst zu einer unregulierten Plattform zu machen. "In Europa wird der Vogel nach unseren EU-Regeln fliegen", schrieb Breton.

US-Medien: Mehrere Topmanager bereits gefeuert

Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, feuerte Musk bereits mehrere Topmanager. So seien etwa Firmenchef Parag Agawal und Finanzchef Ned Segal gefeuert worden. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg will Musk zunächst selbst den Chefposten übernehmen.

Übernahme erfreut von Twitter gebannten Trump und Anhänger

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat die Twitter-Übernahme durch Musk unterdessen begrüßt. Die Plattform befinde sich jetzt "in vernünftigen Händen", erklärte der Republikaner, der nach der Erstürmung des US-Kapitols Anfang 2021 von Twitter verbannt worden war. Auch zahlreiche andere rechte Politiker bejubelten die Übernahme. Im Mai hatte Musk für Aufsehen gesorgt, als er ankündigte, Trumps Verbannung von Twitter zurücknehmen zu wollen.

MDR, dpa, AFP (rnm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 28. Oktober 2022 | 16:00 Uhr

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