Köpfe Treuhandmanager

Günter Rexrodt (Deutschland/CDU)
Der FDP-Politiker Günter Rexrodt wurde im September 2001 in den Vorstand der Treuhand berufen. Er war unter anderem für die Privatisierung der DDR-Außenhandelsbetriebe zuständig. 1993 der Karrieresprung - Rexrodt wurde zum Bundeswirtschaftsminister berufen. Fünf Jahre bekleidete er das Amt. Günter Rexrodt starb 2004. Bildrechte: imago/sepp spiegl
V.r.n.l.: Ministerpräsident Hans Modrow (DDR) im Gespräch mit Innenminister Lothar Ahrendt (DDR) und Peter Moreth (DDR/Minister für örtliche Organe) während einer Sitzung des Runden Tisches in Ost-Berlin, 1990.
Peter Moreth, Mitglied der Blockpartei LDPD und "Minister für örtliche Organe" in der Regierung Modrow, war der erste Treuhandchef. Am 1. März 1990 wurde er zum Vorsitzenden des Direktoriums der Treuhandanstalt der DDR berufen. Er sah seine Aufgabe vor allem darin, das Volkseigentum für die DDR-Bürger zu bewahren. Doch schon Mitte Juli wurde er wieder abberufen - die Aufgabe der Treuhand hatte sich verändert. Jetzt stand die Privatisierung der Betriebe und Kombinate im Vordergrund. Peter Moreth war bis zu seinem Tod 2014 als Unternehmensberater in Berlin tätig. Das einzige Bild, das es von ihm gibt, zeigt ihn gemeinsam mit Innenminister Lothar Ahrendt und Ministerpräsident Hans Modrow (v.l.n.r.). Bildrechte: imago/sepp spiegl
1987, Reiner Maria Gohlke
Der Manager Rainer Maria Gohlke war der erste westdeutsche Treuhandchef. Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbahn trat am 16. Juli 1990 sein Amt an, doch einen guten Monat später kapitulierte er bereits entnervt. "Ich wollte nicht jede halbe Stunde irgendeine Milliarde unterschreiben und dann zum nächsten Tagesordnungspunkt übergehen", erklärte Gohlke später einmal. Bildrechte: IMAGO
Detlev Karsten Rohwedder, 1990
"Privatisierung ist die wirksamste Sanierung", war zunächst das Motto des einstigen Hoesch-Managers und Sozialdemokraten Detlev Karsten Rohwedder, der sein Amt als Treuhandchef im Juli 1990 antrat. Später sagte er, dass mehr Betriebe in Gemeinschaftseigentum überführt werden sollten, statt sie zu privatisieren. Die wütende Kritik vieler Ostdeutscher an der Arbeit der Treuhand nannte er "berechtigt". Am 1. April 1991 wurde Detlev Karsten Rohwedder in seinem Wohnhaus erschossen. Die Täter sind bis heute unbekannt. Bildrechte: IMAGO
Birgit Breuel entfernt am 30.12.1994 eigenhändig mit einem Schraubenzieher das Firmenschild am Eingang der Treuhandanstalt in Berlin
Nach der Ermordung Rohwedders übernahm die einstige niedersächsische Finanzministerin Birgit Breuel die Geschicke der Treuhand. Schnell privatisieren, entschlossen sanieren und behutsam stilllegen, lautete Breuels Devise. Am 30. Dezember 1994 schraubte Birgit Breuel eigenhändig das Treuhand-Schild ab - die Anstalt wurde aufgelöst. Breuel meinte später, die Treuhand sei - trotz einiger bedauerlicher Fehler - durchaus eine Erfolgsgeschichte gewesen. Bildrechte: dpa
Günter Rexrodt (Deutschland/CDU)
Der FDP-Politiker Günter Rexrodt wurde im September 2001 in den Vorstand der Treuhand berufen. Er war unter anderem für die Privatisierung der DDR-Außenhandelsbetriebe zuständig. 1993 der Karrieresprung - Rexrodt wurde zum Bundeswirtschaftsminister berufen. Fünf Jahre bekleidete er das Amt. Günter Rexrodt starb 2004. Bildrechte: imago/sepp spiegl
Treuhand-Direktor Klaus Schucht, 1994
Er war einer der mächtigsten und umstrittensten Manager der Treuhand - Klaus Schucht (SPD). Von 1991 an saß er im Vorstand und war dort für die Bereiche Bergbau, Energie und Chemie zuständig. Große Empörung erntete Schucht für seine Aussage, die Buna-Werke in Schkopau seien "nur ein Furz in der Geschichte der Chemie" - man müsse sie also nicht um jeden Preis retten. Nach dem Ende der Treuhand wechselte Schucht in die Politik und wurde unter anderem Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt. Klaus Schucht starb 2001.
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in "Wem gehört der Osten" | 10.06.2019 | 22:00 Uhr
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Detlev Karsten Rohwedder, 1990
"Privatisierung ist die wirksamste Sanierung", war zunächst das Motto des einstigen Hoesch-Managers und Sozialdemokraten Detlev Karsten Rohwedder, der sein Amt als Treuhandchef im Juli 1990 antrat. Später sagte er, dass mehr Betriebe in Gemeinschaftseigentum überführt werden sollten, statt sie zu privatisieren. Die wütende Kritik vieler Ostdeutscher an der Arbeit der Treuhand nannte er "berechtigt". Am 1. April 1991 wurde Detlev Karsten Rohwedder in seinem Wohnhaus erschossen. Die Täter sind bis heute unbekannt. Bildrechte: IMAGO