Personen sonnen sich am Strand. 4 min
"Alle Reisen mit Abreisetermin bis Freitag, 05. Juli 2024, werden von FTI umgehend aktiv storniert", erklärt das Unternehmen auf seiner Homepage. (Stand: 9. Juni, 16:30 Uhr) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Insolventer Reiseanbieter Bei FTI gebucht: Wie bekomme ich mein Geld zurück?

13. Juni 2024, 14:39 Uhr

Die FTI Touristik GmbH und die BigXtra GmbH haben Insolvenz angemeldet. Was müssen Kunden nun beachten? Wer bekommt sein Geld zurück? Rechtsexpertin Micaela Schwanenberg von der Verbraucherzentrale Sachsen mit den wichtigsten Antworten.

FTI hat Insolvenz angemeldet. Was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher im ersten Schritt?

Micaela Schwanenberg: Betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher sollten die Entwicklung genau beobachten und sich genau zu ihrer Reise erkundigen – also erfragen, ob die Reise durchgeführt wird. Ansprechpartner ist immer der Veranstalter/Anbieter. Es ist leider zu erwarten, dass die Betroffenen einiges an Aufwand haben werden, um genaue Angaben zu bekommen. Man kann sich übers Netz, also die Internetseite von FTI oder Hotlines durchfragen, gegebenenfalls Reiseportale oder Reisebüros oder aber die Seite des Deutschen Reiseversicherungsfonds (DRSF) nutzen.

Welche FTI-Marken sind von der Insolvenz betroffen? Werden welche folgen?

Nach allem, was sich aus Presseinformationen ergibt, sind bislang die FTI Touristik, 5vorFlug, BigXtra GmbH und DriveFTI betroffen. Es ist wohl davon auszugehen, dass weitere Marken folgen können.

Betroffene Mietfahrzeugs-Marken Nach Angaben der FTI-Group sind auch die Mietfahrzeugs-Marken DriveFTI, Cars&Campers und Meeting Point Rent-a-Car betroffen. (Stand: 7. Juni, 11 Uhr)

Welche FTI-Reisenden sind genau betroffen?

Betroffen von der Insolvenz sind solche Reisen, in denen FTI als Veranstalter der Vertragspartner der Verbraucherinnen und Verbraucher ist. Nicht betroffen sind gebuchte Leistungen bei Drittanbietern, bei denen FTI lediglich Vermittler war.

Was gilt für Reisende, die schon unterwegs sind?

Eine Frau mit blondem Haar lächelt in die Kamera.
Micaela Schwanenberg ist Referentin vom Team Recht bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Bildrechte: Jessica Grossmann

Reisende, die am Urlaubsort von den Insolvenzen betroffen sind und Unterstützung benötigen, sollten sich an Reiseleitungen vor Ort, die Kundenhotlines der Anbieter, an den Deutschen Reiseversicherungsfonds (DRSF) oder aber die Notfallnummer +49 (0) 89 710 45 14 98 wenden. Sollten solche Betroffene zu weiteren Zahlungen aufgefordert werden, sollten solche Zahlungen allenfalls gegen Quittung und nur wenn es unvermeidbar ist, geleistet werden.

Was sollten Verbraucherinnen und Verbraucher, die einen Flug gebucht haben, zuerst tun?

Betroffene sollten sich um klare und belastbare Angaben zu ihrer konkreten Reise bemühen. (Siehe auch Antwort Frage 1.) Außerdem sollten vor einer Klärung keine weiteren Zahlungen veranlasst werden.  

Was ist bei Pauschalreisen?

Durch den Deutschen Reiseversicherungsfonds oder den sogenannten Sicherungsschein sind Kundinnen und Kunden, die eine Pauschalreise oder Reisen mit verbundenen Reiseleistungen gebucht haben, gesichert. Im Rahmen des gesetzlichen Auftrages schützen der Deutsche Reiseversicherungsfonds (DRSF) und der Sicherungsschein betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher. Geleistete Zahlungen werden erstattet und Rücktransporte werden abgesichert.

Stichwort: Verbundene Reiseleistungen "Verbundene Reiseleistungen sind Leistungen, die von verschiedenen Händlern auf der Grundlage separater Verträge gekauft werden, die dann jedoch miteinander verbunden sind. Reiseleistungen gelten als verbunden, wenn ein Händler die Buchung einer oder mehrerer weiterer Dienstleistungen für den Zweck derselben Reise oder desselben Urlaubs vermittelt. Der Begriff 'verbundene Reiseleistungen' ist nur dann zutreffend, wenn es sich bei der Kombination von Reisedienstleistungen nicht um eine Pauschalreise handelt", erklärt Frau Schwanenberg.

Durch den Deutschen Reiseversicherungsfonds oder den sogenannten Sicherungsschein sind Kundinnen und Kunden, die eine Pauschalreise oder Reisen mit verbundenen Reiseleistungen gebucht haben, gesichert.

Micaela Schwanenberg, Verbraucherzentrale Sachsen

Wann ist mit Rückzahlungen zu rechnen?

Dazu  kann man heute keine sicheren Prognosen aufstellen. Es ist davon auszugehen, dass es dazu bald entsprechende Formulare und ein entsprechendes Verfahren/Vorgehen geben wird und dass sich der Deutsche Reiseversicherungsfonds (DRSF) mit den betroffenen Verbraucherinnen und Verbrauchern in Verbindung setzen wird, sobald alle notwendigen Angaben und Daten von FTI zur Verfügung gestellt wurden.

FTI-Hinweis zu Einzelleistungen wie Flüge und Hotels "Einzelleistungen fallen leider nicht unter den gesetzlichen Absicherungsschutz für Pauschalreisen und sind somit nicht durch den Deutschen Reisesicherungsfonds abgesichert. Wir prüfen derzeit, ob Sie die gebuchten Leistungen dennoch in Anspruch nehmen können und werden uns in Kürze bei Ihnen melden", erklärt die FTI-Group auf ihrer Homepage (Stand: 7. Juni, 11 Uhr).

MDR (cbr)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 03. Juni 2024 | 19:30 Uhr

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