Was bislang bekannt ist Der Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe - eine Chronologie der Ereignisse

Am 25. November 2019 brechen Unbekannte in das Historische Grüne Gewölbe in Dresden ein und entwenden mehrere barocke Schmuckstücke. Knapp ein Jahr später werden drei Tatverdächtige in Berlin verhaftet. Nach zwei weiteren Verdächtigen wird gefahndet. Alle gehören einem arabischstämmigen Clan an. Wir haben die Ereignisse und Ermittlungsergebnisse seit dem spektakulären Einbruch zusammengefasst. Interessant dabei: Hinweise auf mögliche Verstrickungen des Berliner Clans gab es von Anfang an und tauchten auch im Laufe der Ermittlungen immer wieder auf.

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe.
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25.11.2019: Mit der Axt ins Grüne Gewölbe

Es ist Montagmorgen. Zwischen 4:55 und 4:57 Uhr durchtrennen vermutlich zwei Täter ein historisches denkmalgeschütztes Außengitter eines Fensters am Pretiosensaal des Grünen Gewölbes. Mit einem hydraulischen Hebel- und Spreizwerkzeug hebeln sie wahrscheinlich das Fenster aus. Als sie das Gebäude betreten, lösen sie vermutlich die Bewegungsmelder aus.

Um 4:57 Uhr und 50 Sekunden kommen die Täter in den Blickwinkel der Kamera im Juwelenzimmer. Dort machen sie sich über die Vitrinen her, zerschlagen das Sicherheitsglas mit einer Axt und entwenden mehrere Kunstgegenstände. Eine Minute später, 4:58 Uhr, geht der Notruf des Sicherheitspersonals im Grünen Gewölbe bei der Polizei ein. Sie haben die 110 gewählt. Die Diebe stehlen währenddessen Juwelen von unschätzbarem Wert. Anschließend leeren sie einen Pulverfeuerlöscher am Tatort, um ihre Spuren zu verwischen. Sie entkommen den Wachleuten zufolge mit einem Fluchtauto, der vermutlich schon vor dem Museum gewartet hat.

Um 5:04 Uhr treffen die ersten Polizeibeamten vor Ort ein, weitere vier Minuten später der Kriminaldauerdienst. 5:09 Uhr sind schließlich 16 Streifenwagen samt Besatzung am Museum. Trotz der schnell eingeleiteten Suchmaßnahmen können die Täter nicht gestellt werden.

Gegen 4:55 Uhr wird die Feuerwehr über ein Feuer eines Stromverteilerkastens am Terrassenufer in unmittelbarer Nähe des Grünen Gewölbes informiert. Dadurch war die Straßenbeleuchtung ausgefallen.

Gegen 5:10 Uhr wird die Polizei über ein brennendes Fahrzeug in einer Tiefgarage auf der Kötzschenbroder Straße informiert. Dort steht ein Audi A6 in Flammen. Alle vier Türen stehen offen. Das Fahrzeug war nicht zugelassen. Ob und wie die beiden Vorfälle mit der Tat zusammenhängen ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Am Abend veröffentlicht die Polizei Sequenzen eines Überwachungsvideos, auf denen man zwei Täter während des Einbruchs sieht. Gestohlen wurden dem Museum zufolge wertvolle Garnituren aus dem 18. Jahrhundert mit Diamanten, Brillanten und anderen Edelsteinen besetzt. Wie viele Schmuckstücke genau fehlen, ist noch nicht klar.

26.11.2019: Erklärungsversuche der Museumsleitung und erste Ermittlungsergebnisse

Einen Tag nach dem spektakulären Einbruch äußern sich Leitung des Museums und der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD). SKD-Chefin Marion Ackermann verteidigt das Sicherheitskonzept. Es gebe in den Sammlungen mehrere Sicherheitszentralen, die mit jeweils zwei Personen rund um die Uhr besetzt seien, so Ackermann. Pro Jahr würden acht Millionen Euro für Sicherheit ausgegeben und die Ausgaben steigen Jahr für Jahr.

Das Vorgehen des Wachpersonals, die Polizei mit einem Anruf bei der 110 zu rufen und nicht den Alarmknopf zu drücken, sei eine Ermessensentscheidung eines Wachmanns gewesen, erklärt der kaufmännische Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Burghardt. Der Alarm hätte nur signalisiert, dass etwas nicht in Ordnung sei. Es habe kurz hintereinander drei Alarmierungen gegeben. Zudem hätten die Täter mit einer Axt auf die Vitrinen eingeschlagen. Angesichts der Situation habe sich der Wachmann entschieden, nicht zum Tatort zu gehen, sondern die Polizei zu rufen.

Bezüglich des Sicherheitsglases, das die Täter mit einer Axt zerstören konnten, erklärt Sicherheitschef Michael John, das Sicherheitsglas habe eine extra starke Widerstandsklasse gehabt. "Aber nach einer gewissen Anzahl von Axthieben versagt irgendwann jede Scheibe", so John. Der Sicherheitschef geht von einer geplanten Tat aus, die Insiderwissen voraussetzt. Auch die Ermittler gehen von einem geplanten Einbruch aus.

Erste Ermittlungsergebnisse liegen auch vor: So steht fest, dass es sich bei dem abgebrannten Auto in der Tiefgarage in der Kötzschenbroder Straße um das Fluchtfahrzeug der Juwelendiebe handelt. Im Auto wurde unter anderem Einbruchswerkzeug gefunden.

Laut Polizei ist auch klar, dass der Brand des Stromverteilerkastens an der Augustusbrücke mutwillig ausgelöst wurde und kein technischer Defekt war. Infolge des Brandes fielen die Straßenlaternen rings um das Residenzschloss aus. Laut Polizei erklärt das auch die schlechte Qualität der Überwachungsbilder. Ob auch die Stromversorgung im Residenzschloss unterbrochen war, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Später wird klar: Sie war nicht unterbrochen.

27.11.2020: Residenzschloss öffnet, Raubkunst-Experten äußern Kritik, Spurensicherung läuft

Zwei Tage nach dem Juwelendiebstahl dürfen wieder Besucher in das Dresdner Residenzschloss. Das Historische Grüne Gewölbe bleibt weiter geschlossen. Dort läuft noch die Spurensuche der Kriminalisten. 

Raubkunst-Experten äußern unterdessen Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen des Museums. Christian Fuhrmeister vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte München versteht nicht, wie so etwas passieren kann. "In Dresden gibt es so edle Kostbarkeiten, die müssen doch besser geschützt werden?!", so Fuhrmeister. Ähnlich äußert sich Jurist und Provenienzforscher Willi Korte in Washington. "Mir ging durch den Kopf: Warum geht das Licht nicht an, damit die Kameras die Täter richtig aufnehmen können? Wo sind die Bewegungsmelder? Wie kann man überhaupt so da einbrechen?"

Korte geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Profis handelt. "Kunstdiebstähle werden immer wieder von recht gut organisierten Einbrecherbanden vom Balkan oder mit osteuropäischen Hintergrund verübt." Fuhrmeister und Korte gehen davon aus, dass die gestohlenen Kunstgegenstände als Einzelstücke zerlegt verkauft werden.

Die Staatlichen Kunstsammlungen veröffentlichen am Nachmittag eine Liste der fehlenden Schmuckstücke. Die Diebe erbeuteten demnach elf komplette Objekte, Teile von zwei Objekten sowie mehrere diamantbesetzte Rockknöpfe. Damit fehlen insgesamt etwa 20 von insgesamt knapp 100 Einzelteilen der drei Juwelengarnituren.

Die Ermittler gehen inzwischen von mindestens vier Tatbeteiligten aus. Das hat laut Polizei die Auswertung des Videomaterials ergeben. Zwei der Täter warteten offenbar im Fluchtwagen und zwei führten den Einbruch durch.

Bei der Polizei sind bislang 205 Hinweise eingegangen. Sie werden priorisiert und ausgewertet. Ermittler werten auch weiter Aufnahmen verschiedener Überwachungskameras aus. Die Auswertung der Tatortspuren im Museum gestaltet sich schwierig, weil die Täter Pulver aus einem Feuerlöscher versprüht haben, um Spuren zu verwischen. Die Spurensicherung im Außenbereich des Schlosses ist abgeschlossen. Dort haben Handwerker inzwischen die Lücke in dem massiven Fenstergitter geschlossen. 

28.11.2019: Hohe Belohnung ausgesetzt

Drei Tage nach dem Juwelendiebstahl loben Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden eine halbe Million Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter aus. Die Belohnung gilt für Privatpersonen, nicht für Menschen, die beruflich strafbare Handlungen verfolgen, erklärte die Polizei.

Zettel mit der Aufschrift Soko Epaulette an einer Tür
Die Soko Epaulette erhielt ihren Namen von einem der gestohlenen Schmuckstücke. Bildrechte: imago images/Sven Ellger

Die Sonderkommission Epaulette wird um 20 Mitarbeiter auf nun 40 aufgestockt. Zudem übernimmt die Abteilung Organisierte Kriminalität der Staatsanwaltschaft Dresden die weiteren Ermittlungen. Mittlerweile arbeiten drei Staatsanwälte schwerpunktmäßig an dem Fall. Aus der Bevölkerung sind bislang 342 Hinweise eingegangen. Die Ermittler werten auch 49 Bilder und Videos aus, die bislang eingegangen sind. Die kriminaltechnischen Untersuchungen im historischen Grünen Gewölbe dauern an.

Übrigens ... Die Sonderkommission "Epaulette" wurde nach einem der gut zwei Dutzend erbeuteten barocken Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten benannt.

29.11.2019: Hausdurchsuchung und vorübergehende Festnahme

Das Wachpersonal des Museums gerät in den Fokus der Ermnittler. Eine dieser Personen wird vorläufig festgenommen. Sie soll den Tätern Unterlagen zu den Räumlichkeiten des Grünen Gewölbes und zu den Sicherheitssystemen übergeben haben. Zudem steht bei beiden Wachleuten laut Staatsanwaltschaft "eine Handlung in Bezug auf die Alarmanlage in Rede, durch die der Diebstahl begünstigt worden sein könnte".

Bei Hausdurchsuchungen bei den Verdächtigen werden laut Staatsanwaltschaft keine relevanten Gegenstände gefunden. Der dringende Tatverdacht konnte nicht aufrecht erhalten werden und die betroffene Person wird noch am gleichen Tag wieder auf freien Fuß gesetzt.

02.12.2019: Fahnder stellen Einbruch nach

Genau eine Woche nach dem Einbruch ins Grüne Gewölbe stellen Staatsanwaltschaft und Polizei den Ablauf nach. Fahnder überwinden zur gleichen Uhrzeit wie am Tattag die äußere Sicherung, um bis an das Fenster zu gelangen. Parallel werden die Abläufe in der Sicherheitszentrale sowie die technischen Abläufe des Museums geprüft.

Hilfe zur Aufklärung des Juwelenraubes erhält die Sonderkommission von der Hochschule Mittweida. Dort sollen Experten in erster Linie das umfangreiche Videomaterial analysieren und dessen Qualität verbessern. Davon erhoffen sich die Ermittler neue Fahndungsansätze.

11.12.2019: Foto des Fluchtwagens veröffentlicht

Etwa zwei Wochen nach dem Juwelendiebstahl veröffentlichen die Ermittler ein Foto des Fluchtwagens. Davon erhoffen sich Staatsanwaltschaft und Polizei neue Hinweise auf die Täter. Es handelt sich um das Auto, das die Einbrecher später in einer Tiefgarage in Dresden-Pieschen angezündet haben. Das Foto wird am Abend auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" gezeigt.

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen hellen Audi A6 (Baujahr 2006) mit dunklem Dach. Das Bild konnte dank einer Überwachungskamera gesichert werden.

Foto von einem Auto
Mit diesem Auto flohen die Täter. Bildrechte: Polizeidirektion Dresden

12.12.2019: Weiter keine heiße Spur

Die Polizei in Dresden hat nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy ungelöst" 24 neue Hinweise bekommen. Damit liegen den Ermittlern 802 Hinweise vor. Aber den Angaben zufolge "ist kein Hinweis darunter, der Sofortmaßnahmen der Polizei nach sich gezogen hätte." Es handelt sich vielmehr um allgemeine Beobachtungen.

Gerüchte, wonach die Täter aus Polen, Tschechien oder zu einem Clan in Berlin gehören könnten, bestätigt die Polizei nicht - schließt aber auch keine Ermittlungsrichtung aus.

13.12.2019: Parallelen zu anderen Einbrüchen

Berliner Zeitungen berichten, dass bei dem Juwelenraub möglicherweise ein Spezialwerkzeug verwendet wurde. Der Grund: Die Dresdner Ermittler hätten bundesweit abgefragt, wo ein solches Gerät gestohlen wurde. Das Ergebnis: Seit 2017 wurden aus Berliner Feuerwachen und Feuerwehrautos mindestens fünf Geräte der akkubetriebenen Hydraulik-Spreizer "Lukas SC 358 E 2" im Wert von jeweils 10.000 Euro erbeutet.

Interessant ist für die Ermittler auch, dass ein Mitglied einer Berliner Clan-Familie wegen des Diebstahls eines solchen Geräts verurteilt wurde. Dieser Mann gehört auch zu den Beschuldigten, die beim Einbruch ins Berliner Bode-Museum eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze gestohlen haben sollen. Jürgen Schmidt von der zuständigen Staatsanwaltschaft Dresden sagte dazu, die Sonderkommission stehe mit den Berliner Kollegen in Kontakt, um mögliche Parallelen der beiden Fälle abzugleichen.

Ein Exemplar der sogenannten 'Big Maple Leaf'-Goldmünze
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big maple Leaf" wurde im März 2017 aus dem Berliner Bode-Museum gestohlen. Bildrechte: dpa

Neben dem Einbruchsziel Museum und dem möglichen Einsatz eines Hydraulik-Spreizers gibt es eine dritte Parallele zum Vorgehen von kriminellen Clan-Mitgliedern in Berlin. Das Zertrümmern der Vitrine aus Sicherheitsglas durch brutale Axthiebe erinnert an einen Raubüberfall auf das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe im Jahr 2014. Auch damals zerstörten die maskierten Täter mit einer Axt in kurzer Zeit Vitrinen, rafften Schmuck und Uhren zusammen und flohen mit einem bereitstehenden Auto. Verurteilt wurden mehrere junge Männer aus arabischstämmigen Großfamilien.

Polizisten stehen 2014 in Berlin vor dem Kaufhaus KaDeWe hinter einer Absperrung.
Im Dezember 2014 haben unbekannte Täter ein Schmuckgeschäft im Berliner Kaufhaus KaDeWe ausgeraubt. Bildrechte: dpa

18.12.2019: Kunstmäzen lockt Juwelendiebe mit 1,3 Millionen Euro

Ein unbekannter Kunstmäzen aus dem deutschsprachigen Raum lockt die Juwelendiebe vom Grünen Gewölbe in Dresden mit 1,3 Millionen Euro. Das teilt ein Privatdetektiv aus Bad Schwartau in Schleswig Holstein mit, der mit dem Angebot vertraut ist. Die Diebe sollen das Geld erhalten, wenn sie die Beute herausgeben. Dem Geldgeber gehe es ausschließlich darum, eine Zerstörung der Beute zu verhindern und die Schmuckstücke wieder an ihren angestammten Platz zu bekommen, hieß es. Im Falle eines Erfolges wolle der Mäzen seine Identität preisgeben.

Laut Staatsanwaltschaft sind private Auslobungen wie in diesem Fall generell nicht unzulässig. Die Offerte beeinträchtige die Ermittlungen nicht.

20.12.2019: Mehr als 1.000 Hinweise, Grünes Gewölbe weiter zu

Knapp einen Monat nach dem Juwelendiebstahl hat die Dresdner Polizei rund 1.100 Hinweise erhalten. Die Kriminaltechniker haben inzwischen mehr als 700 Spuren gesichert, die Ermittler der Soko Epaulette haben etwa 50 Zeugen befragt, darunter vor allem Anwohner und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes.

Ein Schild mit der Aufschrift 'Das Historische Grüne Gewölbe bleibt bis auf weiteres geschlossen' steht 2019 am vor dem Eingang der Sammlung im Residenzschloss.
Seit dem Einbruch im November geschlossen - das Historische Grüne Gewölbe. Bildrechte: dpa

Das Historische Grüne Gewölbe bleibt weiter geschlossen. Grund dafür sind laut Kunstsammlungen die "noch nicht abgeschlossenen Abstimmungen und die daraus resultierenden Maßnahmen zum Sicherheitskonzept des Museums".

23.12.2019: Soko Epaulette prüft weiter Zusammenhang mit Münzen-Diebstahl aus Bode-Museum 2017

Die Soko Epaulette steht weiter mit den Berliner Kollegen in Kontakt, um einen Zusammenhang zum Diebstahl der 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Bode-Museum 2017 in Berlin abzugleichen. Er wird kriminellen Mitgliedern eines arabischen Clans in der Hauptstadt zugeschrieben. "Die Parallelen zum Überfall im KaDeWe und dem Einbruch ins Bode-Museum sind leicht erkennbar, dafür muss man nicht Kriminalist sein", sagte Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Verbindungen seien aber weiter Spekulation.

Barbara Slowik, 2018
Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik sieht Parallelen zu Einbruch ins KaDeWe 2014. Bildrechte: dpa

Eine heiße Spur fehlt den Angaben zufolge weiterhin. Das Grüne Gewölbe bleibt nach wie vor "bis auf Weiteres" geschlossen. Abstimmungen zum Sicherheitskonzept und daraus resultierende Maßnahmen dauern an. Außerdem müssen die von den Tätern zurückgelassenen Stücke in der betroffenen Vitrine aufwendig restauriert werden. Die Einbrecher hatten sie mit Löschpulver besprüht, um Spuren zu verwischen.

04.01.2020: Hilfe von Insider?

Die Juwelendiebe sollen Hilfe von einem Mitarbeiter des Museums gehabt haben. Laut "Bild"-Zeitung belegen Handy- und Kameradaten, dass ein Museumsmitarbeiter sicherheitsrelevante Informationen an einen Verdächtigen weitergab. Gegen diesen ermittle die Polizei. Ferner berichtet die Zeitung, dass israelische Privatermittler sich mit dem Fall beschäftigen sollen. Die Staatsanwaltschaft Dresden macht dazu mit Blick auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben.

10.01.2020: Israelische Sicherheitsfirma erhält Kaufangebot

Die israelische Sicherheitsfirma, die schon einige Tage zuvor in Medienberichten aufgetaucht war, hat eigenen Angaben zufolge ein Kaufangebot für einen Teil des Diebesguts bekommen. Neun Millionen Euro solle die Firma zahlen. Das sagt CGI-Chef Jacob Perry im Gespräch mit Journalisten aus dem ARD-Studio Tel Aviv.

Diebesgut Grünes Gewölbe: Bruststern und Achselband
Dieser Bruststern und ein sogenanntes Achselband sollen im Darknet zum Kauf angeboten worden sein. Ob das "nicht verhandelbare" Kaufangebot vom 4. Januar in Höhe von neun Millionen echt ist, ist bisher nicht verfiziert. Bildrechte: Collage MDR/Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)

Seine Firma habe eine E-Mail aus dem Darknet erhalten. Daraufhin sei seine Firma mit den Absendern der Mail in Kontakt gewesen. Die Mails habe man der Staatsanwaltschaft zukommen lassen, genauso wie andere Informationen. Perry könne aber nicht ausschließen, dass die Mails gefälscht waren und es sich nicht um die Täter handelt.

Staatsanwaltschaft und Polizei in Dresden dementieren und erklären, sie hätten keine Informationen von der israelischen Firma bekommen.

Screenshot des angeblichen Kaufangebotes von Juwelen aus dem Grünen Gewölbe.
Screenshot des angeblichen Kaufangebotes von Juwelen aus dem Grünen Gewölbe. Bildrechte: Screenshot CGI

Das Residenzschloss wird inzwischen auch von außen bewacht. Tag und Nacht stünden gepanzerte Minibusse einer Sicherheitsfirma vor dem Schloss, in dem unter anderem das Historische Grüne Gewölbe untergebracht ist. Das Sicherheitspersonal sei insgesamt aufgestockt worden, hieß es von den SKD. Zahlen dazu gaben die Kunstsammlungen "aus Sicherheitsgründen" nicht bekannt.

13.01.2020: Polizei prüft Kaufangebot an MDR

Die Dresdner Polizei prüft E-Mails, in denen dem MDR ein aus dem Grünen Gewölbe gestohlenes Schmuckstück angeboten wurde. Die MDR-Redaktion "Kripo live" hat das Kaufangebot für die Juwelen erhalten. Die Anbieter haben mit dem MDR über dieselbe verschlüsselte Mailadresse kommuniziert, über die bereits mit der israelischen Sicherheitsfirma geschrieben worden sein soll. Man solle mehrere Millionen Euro in Bitcoins zahlen.

In einem längeren Mailwechsel bekommt die MDR-Redaktion schließlich ein drittes Schmuckstück angeboten. Auch dafür verlangen die mutmaßlichen Täter die Zahlung von mehreren Millionen Euro in Bitcoins.

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes, den die Redaktion als Experten für Kunstdiebstahl zu Rate zieht, bezweifelt, dass die Mails von den Tätern stammen.

15.01.2020: Staatsanwaltschaft bestätigt Kontakt zu israelischer Sicherheitsfirma

Fünf Tage nachdem die Staatsanwaltschaft in Dresden dementiert hatte, mit der israelischen Sicherheitsfirma CGI im Rahmen der Ermittlungen in Kontakt zu stehen, erklärt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt, er habe doch E-Mails der Firma erhalten, in denen es um ein Kaufangebot aus dem Darknet bezüglich der verschwundenen Juwelen geht.

Schmidt erklärt, CGI habe die E-Mail an sein persönliches Postfach geschickt. Er sei allerdings im Urlaub gewesen, worüber die Firma durch eine automatische Abwesenheitsmitteilung auch informiert worden sei. Diese Mitteilung habe die Kontaktdaten der Vertreter in der Pressegeschäftsstelle enthalten.

21.01.2020: Einbrecher kamen Austausch der Überwachungskameras zuvor

Im Grünen Gewölbe war schon vor dem Einbruch im November 2019 ein Austausch der Überwachungskameras geplant. Das teilt das Sächsische Wissenschafts- und Kunstministerium auf Anfrage der Linksfraktion im Landtag mit. Demnach war bei einer Überprüfung im ersten Halbjahr 2019 die Kameraüberwachung "als zu optimierende Komponente identifiziert" worden. Der Plan sah vor, die Technik in diesem Frühjahr auszutauschen.

05.03.2020: Polizei sucht mit Phantombild nach Verdächtigem

Die Ermittler suchen nun mit einem Phantombild nach einem Tatverdächtigen. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft ist man der Person über das Fluchtfahrzeug auf die Spur gekommen. Der Mann sei etwa 25 Jahre alt, schlank und habe dunkle Haare.

Die Ermittler gehen inzwischen von mindestens sieben Tätern aus. Dies ergebe sich aus einer Fallanalyse des Landeskriminalamtes Sachsen, aus Videoauswertungen sowie weiteren Ermittlungen.

Phantombild eines Tatverdächtigen
Dieses Phantombild soll einen der Tatverdächtigen zeigen. Bildrechte: Polizei Dresden

Unterdessen ist der Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe auch Thema bei einer Sitzung des Innenausschusses im Sächsischen Landtag. Linke- Fraktionschef Rico Gebhardt zeigt sich im Anschluss enttäuscht und wirft der Regierung "Aussageverweigerung" vor. "Weder der Innenminister noch der Landespolizeipräsident oder weitere Vertreter der Staatsregierung waren willens oder in der Lage, meine Fragen umfassend zu beantworten", erklärt Gebhardt.

Im Ergebnis der kargen Auskünfte hätten sich sogar neue Fragen ergeben. "Ich frage mich, warum bei der Polizei nicht automatisch und ohne Zeitverzug die Alarmglocken geschrillt haben, als die Diebe das Fenster 'aufsprengten', wie Direktor Dirk Syndram es formuliert hat."

Solche Systeme seien heute durchaus üblich, ebenso Vorkehrungen, die Diebe am Entkommen hindern, betont Gebhardt. Vermutlich habe man aus Kostengründen Sicherheitslücken in Kauf genommen.

09.03.2020: Ermittlungen gegen Wachpersonal

Mehr als drei Monate nach dem Einbruch gerät das Wachpersonal erneut in den Fokus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun offiziell gegen vier Mitarbeiter des Wachdienstes. Bei zwei Personen handelt es sich um die Wachleute, die zum Zeitpunkt des Einbruchs Dienst hatten. Die beiden Betroffenen verhielten sich der Staatsanwaltschaft zufolge kooperativ und hatten zunächst angekündigt, Angaben zur Sache machen zu wollen, anschließend aber von ihrem Recht zu schweigen Gebrauch gemacht.

Gegen die beiden anderen Wachleute hat die Staatsanwaltschaft von Amts wegen Ermittlungen eingeleitet. Eine dieser Personen war bereits am 29. November 2019, vier Tage nach dem Einbruch, vorläufig festgenommen worden. Der Verdacht ließ sich damals aber nicht bestätigen.

11.03.2020: Alarmanlage womöglich falsch bedient

Es werden Vorwürfe laut, dass die Alarmanlage womöglich falsch bedient worden sei. Bewegungsmelder an der Außenwand seien zwar funktionstüchtig, aber möglicherweise deaktiviert gewesen.

Das Sächsisches Immobilien- und Baumanagement bestreitet das und erklärt: "Unsere Anlagen, auch die Bewegungsmelder außen am Gebäude, waren in der Nacht des Einbruchs technisch voll funktionsfähig." Noch anderthalb Monate vor dem Einbruch sei eine technische Wartung erfolgt. Das Problem sei, dass die Anlage vom Betreiber bedient werde. Damit warf Kylau den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden oder deren Wachpersonal indirekt vor, die Anlage bewusst oder unbewusst falsch gesteuert zu haben. 

30.05.2020: Grünes Gewölbe öffnet wieder

Etwa ein halbes Jahr nach dem Einbruch öffnet das Historische Grüne Gewölbe wieder. Am Tatort, im Juwelenzimmer, wird die Geschichte des Einbruchs vom 25. November 2019 erzählt. Die Vitrine, aus der rund ein Dutzend Kostbarkeiten gestohlen wurden, ist verwaist. Laut SKD habe man "bewusst eine Leerstelle für das Publikum geschaffen, um den Menschen Raum zu geben für ihre eigenen Emotionen".

Überreste von Schmuckstücken, die abgerissen wurden, sind nicht ausgestellt, "um nicht Täterwissen weiterzugeben".

Eine Besucherin schaut in die ausgeraubte und nun ausgestellte Vitrine im Juwelenzimmer des Historischen Grünen Gewölbes im Residenzschloss in Dresden
Die ausgeraubte Vitrine gehört nun zur Ausstellung. Bildrechte: dpa

01.07.2020: Veraltete Überwachungstechnik schon 2018 festgestellt

Der Austausch der veralteten Überwachungskameras im Grünen Gewölbe ist schon Ende 2018 beschlossen worden - fast ein Jahr vor dem Einbruch. Das räumt der Geschäftsführer des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB), Volker Kylau, ein. Kylau zufolge sei der Austausch erst anderthalb Jahre später geplant gewesen, weil man solche Kameras "nicht von der Stange" kaufen könne und die Planungen durch eine Sicherheitsfirma sehr zeitaufwendig seien.

Damit beschreibt Kylau den Zeitablauf anders als das Sächsische Kulturministerium. Das hatte im Januar erklärt, bei einer Überprüfung im ersten Halbjahr 2019 sei die Kameraüberwachung "als zu optimierende Komponente identifiziert" worden.

Kylau kündigt Veränderungen an der Fassade des Residenzschlosses und Nachbesserungen beim Vitrinenglas an. Zudem erklärt er, er könne ausschließen, dass die Sicherheitsanlage im Außenbereich des Schlosses am Tatmorgen wegen des Stromausfalls keinen Alarm auslöste. Die Anlage sei frisch gewartet gewesen und es habe zu allen Zeiten Spannung angelegen. Kylau verweist zudem darauf, dass es eine direkte Leitung zur Polizei im Sicherheitsraum gegeben habe. Warum das Wachpersonal diese nicht nutzte, wisse er nicht.

02.09.2020: Durchsuchung bei Telefonkartenhändler in Berlin

Beamte der Soko Epaulette durchsuchen Wohn- und Gewerberäume in Berlin. Die Maßnahmen richten sich nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft gegen einen Mann, der auf fiktive Personalien registrierte SIM-Karten für Mobiltelefone vertreibt.

Neben der Wohnung des Betroffenen werden die Geschäftsräume seines Arbeitgebers durchsucht. Laut Ermittlern besteht der Verdacht, dass der Betroffene den Tätern mehrere SIM-Karten verkauft oder diese zum Vertrieb an ein Internet-Café in Berlin-Neukölln weitergegeben hat. Die fraglichen SIM-Karten sollen während der Tatvorbereitung und der Tat selbst für Absprachen zwischen den Tätern genutzt worden sein.

Inwieweit der Mann aus Berlin den Verwendungszweck der SIM-Karten kannte, ist laut Staatsanwaltschaft unklar. Er wird deshalb bislang nicht als Tatverdächtiger geführt.

17.09.2020: Wieder Durchsuchungen in Berlin

Staatsanwaltschaft und Polizei durchsuchen erneut Gewerberäume in Berlin. Dieses Mal steht laut Staatsanwaltschaft das Fluchtauto im Fokus. Durchsucht werden mehrere Betriebsstätten, bei denen der Verdacht bestehe, dass sie das Fluchtfahrzeug im Auftrag der Täter mit Folien umgestaltet haben, um das äußere Erscheinungsbild des Fahrzeugs zu verändern.

"Nach gegenwärtigem Stand der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die durchsuchten Betriebsstätten den Zweck der Folierung nicht kannten", erklärt die Staatsanwaltschaft. Deren Inhaber seien deshalb keine Tatverdächtigen, sondern wurden als Zeugen befragt."

Fluchtfahrzeug Juwelendiebstahl Grünes Gewölbe
Mit diesen Bildern hatte die Polizei nach Hinweisen zu dem Fluchtauto gesucht. (Archivbild) Bildrechte: Polizei Dresden

17.11.2020: Festnahmen in Berlin

In Berlin werden drei Männer festgenommen. Es handelt sich laut Staatsanwaltschaft um Mitglieder eines arabischstämmigen Clans und deutsche Staatsbürger. Medienberichten zufolge soll einer der Männer an dem Diebstahl der 100-Kilogramm-Münze aus dem Berliner Bode-Museum beteiligt gewesen sein.

Die Tatverdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft, haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Außerdem fahndet die Polizei mit internationalem Haftbefehl nach zwei weiteren Verdächtigen, die ebenfalls Mitglieder des arabischstämmigen Clans sind. Bei den Gesuchten handelt es sich um Abdul Majed Remmo und Mohamed Remmo, Beide sind 21 Jahre alt.

Öffentlichkeitsfahnung Abdul Majid und Mohamed Remmo (v. l. n. r.)
Nach diesen beiden Männern fahndet die Polizei. Bildrechte: Polizeidirektion Dresden

Die Staatsanwaltschaft Dresden erlässt am Nachmittag gegen alle fünf Personen Haftbefehle wegen schweren Bandendiebstahls und Brandstiftung. Es bestehe dringender Tatverdacht. Außerdem gehe man von mindestens einem weiteren unmittelbar Tatbeteiligten aus.

Laut Staatsanwalt Jürgen Schmidt hat die Auswertung der Innen- und Außenaufnahmen der Überwachungsanlage des Dresdner Residenzschlosses die Ermittler auf die Spur der Tatverdächtigen geführt.

Bei dem Großeinsatz in Berlin wurden 20 Wohnungen, zwei Garagen, ein Café und mehrere Fahrzeuge durchsucht. Die Einsatzkräfte stellen unter anderem zahlreiche Speichermedien sowie Bekleidungsstücke und geringe Mengen Betäubungsmittel sicher. Einen Hinweis auf den Verbleib des Diebesguts gibt es nicht. 

18.11.2020: Ein Festgenommener war an Diebstahl im Bode-Museum beteiligt

Nun ist es offiziell: Bei einem der verhafteten Tatverdächtigen handelt es sich um eines der zwei Berliner Clanmitglieder, die für den Diebstahl der wertvollen Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum im Februar 2020 zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden waren.

Die Jugendstrafe war seit September rechtskräftig. Das für die Vollstreckung zuständige Amtsgericht Tiergarten habe den Mann bisher nicht zum Haftantritt aufgefordert, so eine Gerichtssprecherin.

Zudem erklärt die Sprecherin, der Mann sei nach seiner Festnahme im Jahr 2017 von der Untersuchungshaft mit der Bedingung verschont worden, sich dreimal in der Woche bei der Polizei zu melden und alle zwei Wochen die Teilnahme an einem Kurierdienst-Praktikum zu bescheinigen. Diese Bedingungen habe er stets erfüllt.

19.11.2020: 40 Hinweise auf flüchtige Tatverdächtige, aber keine heiße Spur

Nach dem Fahndungsaufruf zu den beiden noch flüchtigen Tatverdächtigen Abdul Majed Remmo und Mohamed Remmo sind bisher 40 Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten eingegangen. "Eine heiße Spur befindet sich bisher nicht darunter", teilten die Dresdner Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag mit. Nach den 21 Jahre alten Zwillingsbrüdern aus dem Berliner Remmo-Clan werde weiter "intensiv" gefahndet.

Bei umfangreichen Durchsuchungen in Berlin haben die Ermittler zudem Werkzeuge, Festplatten, Computer und Handys sichergestellt. In einigen Wohnungen fanden sie Macheten, Äxte und Schreckschusswaffen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Die Behörden sehen bisher keine konkreten Anhaltspunkte für Pannen bei der Festnahme dringend Tatverdächtiger am Dienstag in Berlin. "Das Bewegungsverhalten der Zielpersonen war nur sehr begrenzt vorhersehbar." Die Behörden verwiesen auf eine dynamische Entwicklung des Einsatzes, Entscheidungen orientierten sich daran, den Gesamterfolg und die Sicherheit der Einsatzkräfte nicht zu gefährden. Drei Angehörige des Berliner Clans waren gefasst worden.

24.11.2020: Interpol schaltet sich ein

Interpol hat Fahndungsaufrufe für die beiden noch flüchtigen Tatverdächtigen veröffentlicht. Gesucht werde nach zwei 21-jährigen Zwillingsbrüdern, die einem kriminellen Familiennetzwerk angehören sollen, teilte Interpol am Dienstag in Lyon mit. Der Aufruf sei an die 194 Mitgliedsländer der Organisation weitergeleitet worden. Insgesamt gibt es bisher 81 Hinweise zur Fahndung.

Die Internationale kriminalpolizeiliche Organisation Interpol schaltete sich nach eigenen Angaben auf Bitte der deutschen Behörden ein.

25.11.2020: Weiterhin Wachpersonal im Visier

Ein Jahr nach dem Einbruch sind vier Personen des Wachpersonals weiterhin im Visier der Justiz. "Gegen zwei Wachleute wurde Strafanzeige durch eine Privatperson erstattet." Dabei ginge es im Wesentlichen um den Vorwurf, die Betreffenden hätten während des Einbruchs nicht adäquat reagiert und den Diebstahl nicht verhindert, so Schmidt weiter.

Bei zwei anderen Wachpersonen ermittle man weiter wegen einer mutmaßlichen "Handlung in Bezug auf die Alarmanlage", durch die der Diebstahl begünstigt worden sein könnte. Auch der Vorwurf einer der beiden Wachleute habe den Tätern geholfen, stehe noch im Raum. "Es besteht kein dringender Tatverdacht. Der Anfangsverdacht ist aber weiterhin gegeben und nicht ausgeräumt", erklärte Schmidt MDR SACHSEN.

25.11.2020: Noch offen nach einem Jahr Ermittlungen

Auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft Dresden sind die Ermittlungen zu folgenden, weiteren Sachverhalten noch nicht abgeschlossen:

  • Mails aus dem Darknet von angeblichen Juwelen-Verkäufern an israelische Sicherheitsfirma und MDR, dazu Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt: "Es liegen bisher keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Absender sich tatsächlich im Besitz von Beutestücken aus dem Grünen Gewölbe befand oder befindet bzw. am Einbruch in das Grüne Gewölbe unmittelbar beteiligt war."

  • SIM-Kartenhändler in Berlin: Beamte der Soko Epaulette durchsuchten Anfang September Wohn- und Gewerberäume in Berlin. Die Maßnahmen richteten sich gegen einen Mann, der auf fiktive Personalien registrierte SIM-Karten für Mobiltelefone vertreibt. Laut Ermittlern besteht der Verdacht, dass der Betroffene den Tätern mehrere SIM-Karten verkauft oder diese zum Vertrieb an ein Internet-Café in Berlin-Neukölln weitergegeben hat. Inwieweit der Mann aus Berlin den Verwendungszweck der SIM-Karten kannte, ist laut Staatsanwaltschaft immer noch unklar.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR | 18.11.2020 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

4 Kommentare

H.E. vor 1 Wochen

@der Vielfaltige - Dieser Clan, zu dem die gehören kam aus dem Libanon und haben leider die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.
Eine Katze, die im Kuhstall geboren wird, ist auch keine Kuh.

Volker S. vor 1 Wochen

Hinter dem Ganzen steht ein strukturelles Problem, was durch zu langes Wegschauen begünstigt würde. Auch durch die Augenwischereien verantworlicher Stellen bzw. Institutionen, die eigentlich eine Verantwortung für das Allgemeinwohl haben (sollten).

der Vielfaltige vor 1 Wochen

Ich finde es beschämend, welche kriminelle Energie diese deutschen Täter an den Tag legen. Selbst vor Ihren eigenen Kulturgütern machen sie nicht halt.

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