Umweltministerium Ohrdrufer Wölfin soll weiter auf der Abschussliste stehen

Das Umweltministerium hält weiter an dem umstrittenen Abschuss der Ohrdrufer Wölfin fest. Bei der obersten Naturschutzbehörde des Landes habe man beantragt, die Ausnahmegenehmigung dafür zu verlängern, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Erst damit ist es erlaubt, die eigentlich streng geschützte Wölfin zu töten. Die bisherige Genehmigung ist den Angaben nach am 30. April ausgelaufen.

Wolf in freier Wildbahn von einer Fotofalle aufgenommen
Aufnahme aus dem Jahr 2017: Die Wölfin wurde von einer sogenannten Fotofalle aufgenommen. Bildrechte: Bundesforst

Grundsätzlich muss aber erst ein Gericht über den Abschuss entscheiden. Sollte die Verlängerung also genehmigt werden, müsse noch auf die Gerichtsentscheidung gewartet werden, erklärte der Ministeriumssprecher. Der Landesverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten gegen die Abschussgenehmigung geklagt. Eine Entscheidung steht beim Oberverwaltungsgericht Weimar noch aus.

Das Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hatte im Dezember vergangenen Jahres den Abschuss der Wölfin genehmigt. Das Tier hatte zuvor mehrfach Schafe in der Region gerissen und dabei auch Schutzzäune überwunden. Der Thüringer Bauernverband hatte daraufhin im Auftrag mehrerer Schäfer beantragt, dass das Tier getötet wird. Das Umweltministerium hatte dieser Forderung nachgegeben und den Abschuss beantragt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Mai 2020 | 13:00 Uhr

2 Kommentare

Thueringer Original vor 29 Wochen

Ich dachte das TLUBN ist nur die obere Naturschutzbehörde, da das Ministerium für Umwelt die oberste Naturschutzbehörde sein müsste ("Oberste Naturschutzbehörde ist das für Naturschutz und Landschaftspflege zuständige Ministerium." - vgl. § 2 Abs. 2 Satz 1 ThürNatG).

Kann denn eine abgelaufene Genehmigung verlängert werden?

Margit vor 29 Wochen

Überprüfung der Schäfer auf artgerechtes Halten und Schutz wäre angebracht.

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