Umweltministerium Weiterer Wolf in Thüringen sesshaft

In Thüringen ist eine weitere Wölfin heimisch geworden. Nach Angaben des Umweltministeriums konnten Experten Spuren des Tiers über einen Zeitraum von etwa einem Jahr im Wartburgkreis nachweisen. Lange Zeit galt die Ohrdrufer Wölfin als die einzige sesshafte Wölfin in Thüringen.

Fotofallen-Aufnahme einer Wölfin in Moorgrund im Wartburgkreis von Januar 2020.
Fotofallen-Aufnahme eines Wolfs in Moorgrund im Wartburgkreis von Januar 2020. Bei dem Tier könnte es sich um die Wölfin handeln, die dort sesshaft geworden ist. Bildrechte: Jörn Uth

In Thüringen ist eine weitere Wölfin sesshaft geworden. Experten haben Spuren des Tiers über einen Zeitraum von etwa einem Jahr im Wartburgkreis nachweisen können, wie das Umweltministerium mitteilte. Daher stufe das beim Ministerium angesiedelte Kompetenzzentrum Wolf/Biber/Luchs die Wölfin, die sich im Gebiet um Zella/Rhön aufhalte, nun als standorttreu ein.

Wolf-Nachweis durch genetische Spuren an gerissenen Tieren

Die Fähe stamme aus dem Wolfsrudel "Göritz/Klepzig" in Brandenburg und sei bereits im Februar 2020 bei Weilar im Wartburgkreis nachgewiesen worden. Die Spuren waren an einem gerissenen Tier gefunden worden, wie es hieß. Über einen weiteren Rissabstrich an einem Wildtierkadaver in diesem Jahr sei nun der zweite genetische Nachweis bei Kaltensundheim (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) erbracht worden. Das Kompetenzzentrum nimmt unter der Telefonnummer (0361) 57 3941 941 Hinweise entgegen, wenn jemand einen Wolf sieht.

Thüringen: Einziges bekanntes Wolfsrudel in Ohrdruf

Lange Zeit galt eine Wölfin mit Revier bei Ohrdruf (Landkreis Gotha) als Thüringens einzige standorttreue Vertreterin ihrer Art. Inzwischen hat sich aber auch ein männlicher Wolf zu ihr gesellt. Experten gehen davon aus, dass sich die Tiere paarten und im Frühjahr 2020 Jungtiere zur Welt kamen. Diese gelten als erster bekannter Wolfsnachwuchs in Thüringen seit 150 Jahren. Zudem gilt die Wolfsfamilie bei Ohrdruf als Thüringens einziges bekanntes Rudel.

Die Rückkehr der Wölfe ist nicht unumstritten. Schäfer und andere Viehhalter fürchten um ihre Tiere, wenn diese auf Weiden stehen. Das Land unterstützt finanziell verschiedene Schutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe, darunter die Anschaffung spezieller Zäune und die Anschaffung von Herdenschutzhunden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jni

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Januar 2021 | 10:00 Uhr

9 Kommentare

Tpass vor 5 Wochen

Hallo liebe Bürger! Was ist los ??? Vor einigen Jahren sprachen viele Menschen über die wunderbare Situation und Nachricht wie toll es ist das der Wolf 🐺 wieder zurück gekommen ist und es ein gutes Zeichen ist wie gut unser Umweltschutz ist und wie toll unsere Grünen Rekultivierung und Landschaftsschutz umgesetzt haben. Und jetzt wollen einige unsere Wölfe 🐺 ermorden. 🐑 feeee wurden früher auch schon beschützt (Hütehunde) und der Schäfer war immer bei den Tieren. Aber in der neuen Zeit wollen Schäfer lieber im warmen sitzen und andere dafür verantwortlich machen das ihre Schäfchen alleine dem Bösen Gevatter ausgesetzt sind. Hallo 🙋🏻‍♂️ Schäfer der alten Sorte gibt es wohl kaum noch. Außerdem bekommen sie Entschädigung vom Staat. Und auch schon früher wurde das Tier oder Wild von Hunden gerissen. Laßt die Wölfe 🐺 leben. Sie kommen nicht von alleine zum Menschen. Sie kennen uns nicht in ihrer Nahrungskette. Das Virus 🦠 ist gefährlicher ! Einen schönen Abend und Grüße vom Deich !

maulwurf vor 5 Wochen

Keine Angst, Lyn, Wölfe fressen nur kleine Mädchen, die rote Kappen tragen...

Ne, im Ernst: In der Regel jagen die Räuber nachts und da werden Sie kaum mit Kindern unterwegs sein. Ohnehin ist die statistische Gefahr beim Überqueren der Ortsstraße zigfach größer.

Kalkbrenner vor 5 Wochen

Hier ergeben sich einige Fragen an die Landesregierung. Gibt es Erkenntnisse, wo die Wölfin zwischen Januar 2020 und heute? Ist sie trächtig? Hat sie in dem fraglichen Zeitraum Nutztiere in Thüringen oder Hessen gerissen? Was macht die Landesregierung, wenn die Wölfin trächtig ist bzw. einen Rüden für die Rudelbildung findet? Wann und ab welcher Anzahl an Tieren hat die Wolfpopulation in Thüringen einen gesicherten Bestand erreicht? Alles Fragen, die eigentlich der MDR im Rahmen seiner journalistischen Arbeit der Landesregierung stellen sollte. Mehr als schade, dass er das nicht macht.

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