Empfangskomitee für einen neuen Gast im Sonnensystem: Die ESA Mission Comet Interceptor

Die Rosetta-Mission war spektakulär. Zum ersten Mal landete eine unbemannte Sonde auf einem Kometen. Die ESA hatte Rosetta zu 67P/Tschurjumow-Gerassimenko geschickt, wo die Sonde 2014 den Lander Philae auf dem "Schweifstern" absetzte. Die Landung verlief zwar nicht ganz wie geplant, war aber dennoch ein Erfolg.

67P/Tschurjumow-Gerassimenko ist für Astronomen quasi ein alter Bekannter. Hier soll die Mission Comet Interceptor nun neue Maßstäbe setzen. Die Sonde soll sich im Weltall auf die Lauer legen, bis Astronomen einen Kometen entdecken, der zum ersten Mal in das Sonnensystem kommt. In der Vergangenheit wurden solche Himmelskörper immer wieder mal entdeckt. Solche sogenannten langperiodischen Kometen kommen entweder aus dem Kuipergürtel oder aus der sogenannten Oortschen Wolke zu uns. Letztere ist die vermutete letzte Grenze des Sonnensystems, so weit außerhalb, dass sie bislang nicht einmal von den beiden Voyager Sonden erreicht wurde.

Weil also zur Quelle fliegen viel zu lange dauern würde, soll Comet Interceptor zunächst am Lagrange Punkt 2 geparkt werden. Entdecken Forscher dann ein passendes Ziel, wird die Sonde auf einen Abfangkurs geschickt. Möglicherweise ist das sogar ein interstellares Objekt wie 1I/Oumuamua oder 2I/Borisov. Astronomen können den Himmel heute gründlicher und dauerhafter nach solchen seltenen, kleinen Himmelskörpern abzuscannen.

Comet Interceptor besteht aus drei Modulen, die sich kurz vor der Ankunft am Kometen voneinander trennen. So soll das Zielobjekt aus drei verschiedenen Blickwinkeln analysiert werden. Dadurch soll ein dreidimensionales Bild entstehen von der Beschaffenheit und möglichen Staubfahnen. Die Forscher hoffen, dass ein Erstbesucher des Sonnensystems noch nicht vom Stern verändert wurde und daher Hinweise darauf liefert, wie das System zum Zeitpunkt seiner Geburt beschaffen war.

Geplanter Start ins All ist 2028.

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