Nachthimmel Super-Vollmond am 13. Juli – so groß erst wieder 2034

Am 13. Juli erschien der Mond besonders groß und hell. Das lag daran, dass er in dieser Nacht nicht nur als Vollmond leuchtete. Er befand sich zusätzlich auch an seinem erdnächsten Punkt für das Jahr 2022, dem sogenannten Perigäum. Erst 2034 wird der Mond wieder so groß erscheinen.

Impressionen des Supermondes.
Vollmond als Supermond - am 13. Juli über Travemünde. Bildrechte: IMAGO / Susanne Hübner

Diesen Monat erlebten wir einen ganz besonderes Höhepunkt der Natur. Wer am Mittwoch, dem 13. Juli, in den Himmel schaute, konnte einen auffallend großen und hellen Super-Vollmond sehen. Die Besonderheit an diesem Abend war, dass dieser Vollmond gleichzeitig mit dem Perigäum eintrat. In seiner elliptischen Umlaufbahn befindet er sich zu diesem Zeitpunkt also an dem erdnächsten Punkt für das Jahr 2022. Dadurch erschien er um sieben Prozent größer und rund 14 Prozent heller als in der kleinsten Vollmond-Variante.

Während der Mond sonst durchschnittlich 384.400 km von der Erde entfernt ist, waren es an diesem Abend knapp 30.000 km weniger. Genauer gesagt lagen dann nur noch 357.264 km zwischen uns und dem Erdtrabanten. Beim letzten Super-Vollmond vor einem Monat waren es 357.435 Kilometer. So hatten wir zwei Mal hintereinander die Chance, einen ganz neuen Blick auf den für uns so verbundenen Begleiter zu erhalten. Es war die nächste Annäherung nicht nur in diesem Jahr. Erst am 25. November 2034 kommen sich Erde und Mond noch einmal ca. 1.000 km näher.

Ein wenig Nachglanz des Vollmondes bleibt

Gleich nach dem Sonnenuntergang in Mitteldeutschland (je nach Ort zwischen 21:15 und 21:30 Uhr) konnten Interessierte den Super-Vollmond am Mittwoch den 13.07. kurz nach 22 Uhr im Südosten aufgehen sehen. Das war gut anderthalb Stunden nach der exakten Vollmondzeit, also dem Punkt, an dem Sonne und Mond sich direkt gegenüberstehen. Seinen Zenit erreichte er um 01:30 Uhr. Wer da noch wach war, konnte ihn also an der höchsten Stelle bestaunen, bevor er um ca. fünf Uhr im Südwesten wieder unterging. Leider spielet das Wetter nicht überall mit. Aber auch in Mitteldeutschland gab es immer wieder Wolkenlücken. Nach dem heißen Tag mit 30 Grad war es zudem eine laue Nacht. Und da der Mond nur einen flachen Bogen über den Horizont beschrieb, konnte man ihn in Augenhöhe betrachten. Auch in den kommenden Nächten wird der abnehmende Mond immer noch hell im Süden über dem Horizont leuchten.

Supermond hinter Wolken.
In Deutschland gab es in der Vollmond-Nacht oft ein Wechselspiel zwischen Wolken und Mond. Wie hier in Glonn, südwestlich von München. Bildrechte: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Nach Mitternacht folgten die Planeten – und die ISS

Besonders interessant wurde es nach Mitternacht. Dann folgten dem Super-Vollmond in einer Reihe in Richtung Osten gleich drei Planeten. Saturn, Jupiter und am weitesten östlich der rote Mars. Auf Stellarium können Sie sich die Konstellation ganz genau anschauen. Und dabei auch entdecken, dass die Internationale Raumstation in der Nacht gleich mehrmals beim Mond und den Planeten vorbeischaut. Das erste Mal fliegt die ISS bereits gegen 23:23 Uhr über dem Vollmond hinweg. Kurz vor ein Uhr und kurz nach halb drei haben Sie noch einmal die Möglichkeit, Vollmond, Planeten und ISS gemeinsam zu sehen.

Der Sternenhimmel über Mitteldeutschland in der Nacht zum 14. Juli - mittendrin die ISS.
Der Super-Vollmond-Nachthimmel vom 13. zum 14. Juli. Nach Mitternacht gab es dann neben dem Mond noch Saturn, Jupiter und Mars. Und auch die ISS kam mehrfach vorbei – hier kurz nach halb drei. Bildrechte: Stellarium.org

Früher war mehr Mond

Der Mond entfernt sich immer weiter von der Erde. Immerhin 3,8 Zentimeter pro Jahr. Mit anderen Worten: Früher war mehr Mond. Vor rund vier Milliarden Jahren – also nur 500 Millionen Jahre nachdem sich das Erde-Mond-System gefestigt hatte – war der Mond nur 60.000 Kilometer von der Erde entfernt. Da hatte der Begriff Supermond noch eine ganz andere Wirkung. Allerdings war niemand da, der das zu schätzen wusste. Wie genau das ausgesehen haben könnte, zeigen Forschende vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in dieser Collage.

Früher war der Mond viel dichter an der Erde.
Nur vier Milliarden Jahre her: Ein "Super-Supermond" im Ar­chaikum. Bildrechte: DLR/(Triangulum) Tim Bertelink

cd/gp

Supermond 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min

Manchmal sind sich Erde und Mond besonders nah, der Vollmond wirkt dann größer als gewöhnlich. Umgangssprachlich wird das Phänomen dann Supermond genannt.

Di 25.05.2021 11:14Uhr 00:57 min

https://www.mdr.de/wissen/was-ist-ein-supermond-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

0 Kommentare