Buch des Monats November "Wo die wilden Nützlinge wohnen" von Sonja Schwingesbauer

Garten- und Balkonbesitzer können viel für die Tierwelt tun - und andersherum ist es genauso. Im Buch "Wo die wilden Nützlinge wohnen" gibt Sonja Schwingesbauer praktische Tipps, damit sich die tierischen Helfer wohl fühlen. MDR Garten-Literaturexperte Jens Haentzschel stellt Ihnen den Ratgeber vor.

Eine Wildbiene mit einem behaarten, mit Pollen behangenen Hinterleib und langen Fühlern sitzt vor der Öffnung einer Niströhre in einem Bienenhaus auf dem Gelände der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt
Wildbienen zählen zu den Nützlingen im Garten, da sie schon früh im Jahr bei der Bestäubung von Obstbäumen helfen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Das Buch in einem Satz:

Ein informativer Ratgeber für einen wilden Nützlingsgarten.

Darum geht’s:

Die Fakten sind klar. Wir steuern in den Haus-Gärten auf eine Katastrophe hin, wenn Vögel, Insekten und andere Nützlinge fehlen - und die Zahlen sprechen gerade nicht für die Tiere. Damit man mehr tut, als nur die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, helfen Bücher wie "Wo die wilden Nützlinge wohnen" der Autorin Sonja Schwingesbauer.

Sie erklärt anschaulich und beschreibt sehr lesenswert in ihrem Buch, was ein Garten braucht, um aktiv die Ansiedlung von Nützlingen zu fördern.

Ihr Buch richtet sich an Naturfreunde und jene, die es noch schnell werden wollen. Umfassend werden zahlreiche Gartenhelfer im Porträt vorgestellt. In einem weiteren wichtigen Teil des Buches geht es um die Pflanzen, die helfen, Tiere in den Garten zu locken.

Praktisch sind nicht nur Tabellen und Listen, sondern auch einige Anleitungen, zum Beispiel wie Igelhäuser oder Nistplätze gebaut werden. Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit, das eine lange Haltbarkeit haben wird, denn bei über 320 Seiten kommen allerhand praktische wie nützliche Informationen zusammen.

Buchcover Wo die wilden Nützlinge wohnen
Bildrechte: Löwenzahn Verlag

Wo die wilden Nützlinge wohnen Gärtnern für eine bunte Tier- und Pflanzenwelt

Von Sonja Schwingesbauer

320 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Fotos, gebunden
ISBN 978-3-7066-2645-3
Preis 29,90 Euro
Löwenzahn Verlag

Das macht das Buch besonders:

Nicht allein der Schottergarten ist ein Graus der Zeit, auch der Einsatz von Rasenmähern rund um die Uhr und Laubbläsern macht es Tieren nicht gerade einfach, Gärten zu besiedeln. Dieses Buch mit zahlreichen Tipps und Ratschlägen hilft zu verstehen, was Tiere im Garten wollen und erklärt anschaulich, was Nützlinge brauchen.

So helfen Sie Igel, Käfern und Co. durch den Winter

In aufgeräumten Gärten haben es Insekten und kleine Säugetiere schwer, einen Unterschlupf zu finden. Lassen Sie doch Verblühtes mal stehen und Laub einfach liegen. Unsere Tipps für Tierfreunde.

Igel im Laub
Igel, Maus, Käfer und Co. lieben "unordentliche" Gärten. Schon mit kleinen Hilfen können Sie den Gartenbesuchern Gutes tun. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Igel im Laub
Igel, Maus, Käfer und Co. lieben "unordentliche" Gärten. Schon mit kleinen Hilfen können Sie den Gartenbesuchern Gutes tun. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Vogelbeeren
Lassen Sie Beeren und Früchte hängen... Bildrechte: IMAGO
Vogel trinkt aus einem Astloch
Sie sind Nahrung für Vögel. Bildrechte: IMAGO
Mit einem Laubrechen werden Blätter zusammengekehrt.
Es muss ja nicht alles sein. Aber lassen Sie Laub für die Tiere liegen. Bildrechte: Daniela Dufft
Verblühte Blüten der Echinacea.
Staudenstängel, Verblühtes und Gräser schmücken den Garten im Herbst und Winter. Und sie werden gerne von Tieren als Verstecke genutzt. Bildrechte: Daniela Dufft
Verblühte Wildblumenwiese.
Samen schmecken den kleinen Tieren. Bildrechte: Daniela Dufft
Roter Käfer auf einem Blatt
Und Käfer freuen sich über hohle Stängel. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blütenstand mit Samen des Schnittknoblauch.
Überall gibt es Lücken, in denen sich Insekten verkriechen können. Bildrechte: Daniela Dufft
An einem Baum hängt ein Nistkasten.
Hängen Sie Nistkästen auf: Im Winter ziehen Insekten, Mäuse und Co. ein und sind so vor Kälte und Feinden geschützt. Bildrechte: Daniela Dufft
In einem Garten liegt ein Steinhaufen.
Legen Sie einen Steinhaufen an: Eidechsen, Spinnen, Molche, Mäuse und Insekten werden sich freuen. Bildrechte: Daniela Dufft
In einem Garten liegt ein gefällter Baumstamm als Sitzgelegenheit.
Einen alten Baum einfach mal liegen lassen, ist auch eine Möglichkeit, der Tierwelt zu helfen. Bildrechte: Daniela Dufft
Aufgestapeltes Holz.
Totholz ist wertvoller Lebensraum. In Hohlräumen und Ritzen überwintern Schmetterlinge, Käfer und Bienen. Bildrechte: Daniela Dufft
In einem Park wird Laub mit einem Laubbläser zusammengeblasen.
Und: Verzichten Sie lieber auf Laubbläser. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
In einem Park wird Laub aufgewirbelt
Sie machen nicht nur Krach und stinken, sondern zerstören Lebensräume und können Tiere töten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. Oktober 2018 | 08:30 Uhr

Die Autorin:

Sonja Schwingesbauer hat an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert und ist Landschaftsplanerin sowie begeisterte "Laissez-faire"-Gärtnerin. Tiere sind in ihrem Garten keine Gäste, sondern Bewohner.

Das Buch gefällt gärtnernden Menschen, die…

... den Garten als eine kleine Welt in der großen Welt verstehen und nicht nur sich eine Freude machen wollen, sondern Ökologie gleich mitdenken und - wichtiger noch - mitleben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 24. November 2019 | 08:30 Uhr

Wissenswertes über Nützlinge