Tiere unterstützen Nistkästen im Garten anbringen: Typen, Aufhängung und Pflege

Mit Nistkästen können Vögel im Garten gezielt unterstützt werden. Wir geben Tipps, was Sie bei der Auswahl, dem Aufhängen und der Pflege von selbstgebauten oder gekauften Vogelkästen beachten sollten. Außerdem können Sie auch Fledermäuse, Bilche und Igel mit Unterschlupfmöglichkeiten fördern.

Vier selbstgebaute Nistkästen aus Holz stehen auf dem Boden nebeneinander.
Selbstgebaute Nistkästen sind ein schönes und nützliches Geschenk. Größe und Durchmesser des Einflugloches haben Einfluss darauf, welche Vögel einziehen können. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

In unserer aufgeräumten Kulturlandschaft genau wie in den oft nicht weniger aufgeräumten Gärten fehlt es Vögeln an Unterschlupfmöglichkeiten, um ihre Jungen groß zu ziehen. Nistkästen sind eine einfache, aber effektive Möglichkeit, den Tieren zu helfen. Sie fördern so nicht nur die Biodiversität, sondern schaffen sich auch selbst ein Naturerlebnis.

Nistkästen für jede Vogelart

Vier Wände, ein rundes Loch in der Stirnseite und oben drauf ein Dach, fertig ist der klassische Vogelkasten. Doch schon bei der Größe des Einflugloches fängt es an: Je nach Durchmesser ist der Kasten für andere Vogelarten geeignet:

  • 26 Millimeter: geeignet für Kleinmeisen (Blau-, Sumpf-, Tannen- und Haubenmeisen), alle anderen Vögel sind zu groß für das Einflugloch.
  • 32 Millimeter: geeignet für Kohl-, Blau-, Sumpf-, Tannen-, Haubenmeise, Kleiber, Halsband- und Trauerschnäpper, Feld- und Haussperling
  • 45 Millimeter: geeignet für Stare

Diese im Volksmund gern als Meisenkästen bezeichneten Nisthilfen sind am weitesten verbreitet. Sie eignen sich für die Höhlenbrüter, zu denen die aufgeführten Arten zählen. Aber es gibt noch eine Vielzahl weiterer Typen, die alle für verschiedene Vögel geeignet sind. Allerdings halten sich die Vögel nicht immer an die menschengemachte Einteilung ihrer Behausungen. Auch übernachten mitunter Fledermäuse und Bilche gern in Vogelkästen.

Achten Sie auch auf die Größe des Brutraumes

Aber nicht nur die Größe des Einflugloches ist wichtig, sondern auch diejenige des Brutraumes. Historische Nistkästen haben oftmals einen nach heutigen Erkenntnissen zu kleinen Brutraum. Als Richtgröße sollte die Bodenplatte eines Meisenkastens im Innenmaß etwa 14 mal 14 Zentimeter groß sein. Der Kleiber und natürlich Eulen benötigen etwa die doppelte Grundfläche. Falken und Schleiereulen deutlich mehr. Lediglich sehr kleine Vögel, wie der Zaunkönig, begnügen sich mit kleineren Bruträumen als beim Meisenkasten.

Tipp: Vogelarten im eigenen Garten beobachten Überlegen Sie, welche Vögel Sie in ihrem Garten fördern möchten und wählen Sie dementsprechend den Nistkasten aus. Es sollten allerdings Vögel sein, die natürlicherweise in der jeweiligen Region vorkommen, sonst wird der Kasten vielleicht nicht besiedelt.

Eine Baumläuferhöhle, die am Stamm eines Obstbaums befestigt ist.
Es muss nicht immer ein Kasten sein: Diese Röhre ist für den Baumläufer gedacht. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Weitere Nistkasten-Typen - Auswahl

Kästen mit einem oder zwei ovalen Einfluglöchern werden vor allem vom Gartenrotschwanz besiedelt. Aber auch andere Höhlenbrüter, die eine Fluglochgröße von 32 Millimeter bevorzugen, besiedeln solche Vogelkästen. Ist das Loch größer (ab circa 80 mal 90 Millimeter) wird die Nisthöhle eher von Eulen oder Hohltauben bewohnt.

Halbhöhlen sind Vogelkästen mit einer breiten Öffnung. Sie werden von den sogeannnten Nischen- oder Halbhöhlenbrütern besiedelt. Diese Vögel mögen Licht im Brutraum. Dazu zählen unter anderem Wasseramsel, Bachstelze, Rotkehlchen, Grauschnäpper oder Hausrotschwanz, aber auch verschiedene Greif- und Eulenvögel.

Zaunkönigkugeln sind runde Objekte mit einem ovalen Einflugloch, die sich speziell an die kleinen Vögel mit der kräftigen Stimme wenden. Mitunter werden sie jedoch auch von anderen kleinen Höhlenbrütern angenommen.

Baumläuferhöhlen sind längliche, zum Stamm hin offene Gebilde, die direkt am Baumstamm befestigt werden. Ihre Bewohner, die Garten- und Waldbaumläufer laufen den Stammn hinaus und picken die Baumrinde nach Nahrung ab.

Sperlingskästen bestehen aus mehreren Kästen nebeneinander, die durch eine Wand voneinander getrennt sind. Sperlinge sind genau wie Schwalben Koloniebrüter und fühlen sich erst in Anwesenheit ihrer Artgenossen so richtig wohl.

Steinkauzröhren sind etwa einen Meter lange Röhren mit rundem Einflugloch, die speziell auf die Bedürfnisse des in seinem Bestand stark bedrohten, kleinen Eulenvogels zugeschnitten sind.

Tiere im Garten Vielfalt der Nistkästen

Den klassischen Meisenkasten kennt wohl jeder. Darüber hinaus gibt es jedoch eine große Vielfalt an speziellen Nistkästen für unterschiedliche Vogelarten. Aber auch Fledermäuse freuen sich über eigene Quartiere.

Ein Meisenkasten aus Holz an einem Baum.
Zwar werden diese weit verbreiteten Vogelkästen landläufig "Meisenkasten" genannt, aber es brüten auch gern andere Vogelarten darin, wie zum Beispiel Sperling, Trauerschnäpper und Kleiber - je nach Größe des Einflugloches. Der Vorteil dieses Modells ist seine einfache Bauweise. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man auch selbst so einen Kasten bauen. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Ein Meisenkasten aus Holz an einem Baum.
Zwar werden diese weit verbreiteten Vogelkästen landläufig "Meisenkasten" genannt, aber es brüten auch gern andere Vogelarten darin, wie zum Beispiel Sperling, Trauerschnäpper und Kleiber - je nach Größe des Einflugloches. Der Vorteil dieses Modells ist seine einfache Bauweise. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man auch selbst so einen Kasten bauen. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Ein Meisenkasten aus Holz an einer Hauswand.
Solche Kästen funktionieren auch als Doppelstockhaus. Dieses ältere Exemplar Marke Eigenbau hängt geschützt unter einem Vordach. Wenn die Oberseite des Kastens mit Blech oder anderen wasserabweisenden Materialien geschützt wird, hält er länger. Dachpappe eignet sich allerdings weniger, denn wenn im Hochsommer Teertropfen auf das Gefieder der Vögel fallen, bedeutet dies oft deren Tod. Der Vogelgesundheit zuliebe sollte man nach Möglichkeit unbehandeltes Holz verwenden und auf Holzschutzanstriche sowie farbige Lacke verzichten; den Vögeln ist es schließlich egal, ob ihr Haus bunt angemalt ist. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Ein Meisenkasten aus Holzbeton an einem Baum.
Das ist die moderne Variante des Meisenkastens. Das Material ist sogenannter Holzbeton, eine Mischung aus Sägespänen und Zement. Es ist sehr robust und mehrere Jahrzehnte lang haltbar - im Gegensatz zu den Nistkästen aus Holz. Eine weitere positive Eigenschaft dieses Materials ist sein guter Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleich. Die Kästen sind allerdings weit schwerer als ihre hölzernen Verwandten und in der Anschaffung meist etwas teurer. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Eine historische Rörigsche Nisturne aus Ton.
Auch vergangene Generationen machten sich bereits um den Vogelschutz Gedanken. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Vogelfreunde wie Arnold von Schlüter und Prof. Dr. Georg Rörig Nisturnen aus Ton, die dann in großer Stückzahl produziert wurden. Heutige Nisthöhlen bieten ihren Bewohnern vor allem mehr Brutraum, aber die Grundidee ist unverändert: Den Vögeln ein Stück Lebensraum zurückzugeben, den wir ihnen in unseren aufgeräumten Kulturlandschaften mitunter arg beschneiden. Im Bild zu sehen ist eine historische Rörigsche Nisturne aus Ton, die um 1915 hergestellt worden ist. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Vogelkasten für Nischen- oder Halbhöhlenbrüter.
Dieser Kasten ist für Nischen- oder Halbhöhlenbrüter wie Wasseramsel, Bachstelze, Rotkehlchen oder Hausrotschwanz gedacht. Durch die schmalen, ovalen Einfluglöcher sind die Vögel gut geschützt vor Räubern wie Katzen, Mardern, aber auch Elstern und Eichelhähern. Gleichzeitig fällt mehr Tageslicht ins Nest. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Eine sogenannte Halbhöhle aus Holz.
Auch hölzerne Konstruktionen wie diese Halbhöhle werden von Nischen- oder Halbhöhlenbrütern gern angenommen, allerdings bietet die große Öffnung Nesträubern ein leichteres Spiel.  Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Eine Zaunkönigkugel aufgehängt in einem Gehölz.
Eine Zaunkönigkugel aus Holzbeton. Da die zierlichen Vögel nicht besonders gut fliegen, bevorzugen sie geschützte Quartiere in Bodennähe. So kann die Kugel zum Beispiel in einer Hecke oder einem dichten Strauch aufgehangen werden. Im Idealfall sollten mehrere Kugeln angebracht werden, da der Zaunkönig-Mann zunächst mehrere Nester baut, aus denen die "Zaunkönigin" dann das ihr passende auswählt. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Eine Baumläuferhöhle, die am Stamm eines Obstbaums befestigt ist.
Eine Baumläuferhöhle ist zum Stamm hin offen, so können die Vögel in der Baumrinde nach Nahrung picken. Hierzulande trifft man vor allem den Garten- und den Waldbaumläufer an, äußerlich sind die zwei Arten für Laien allerdings kaum zu unterscheiden. Mitunter suchen aber auch Meisen und Fledermäuse den Schutz dieses speziellen Kastens auf. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Eine Steinkauzröhre an einem Obstbaum.
Dieses knapp einen Meter lange Gebilde ist eine Steinkauzröhre. Diese possierlichen Vögel sind bei uns leider extrem selten geworden und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Die Röhren werden auf waagerechten Ästen von großen, älteren Obstbäumen angebracht. Nach Möglichkeit nicht auf Kirschbäumen, da die Erntezeit mit dem Flüggewerden der Jungen zusammenfällt. Am besten hängt man zwei bis drei Röhren in einem Revier auf. Innen wird Einstreu aus Sägespänen und Rindenstücken eingebracht. Wie alle Nisthilfen sollten auch diese Röhren im Winterhalbjahr kontrolliert werden, allerdings dürfen sie nicht gereinigt werden. Und es braucht mitunter Jahre bis irgendwann eine Besiedlung einsetzt. Vielleicht zieht vorher auch der Wiedehopf ein, ein ebenfalls selten gewordener Bewohner lichter Wiesen- und Weideflächen. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Eine Steinkauzröhre mit Marderschutz.
Steinkauzröhre mit Marderschutz: Die versetzten Löcher sollen den Räubern das Eindringen in die Röhre erschweren. Solcherart Schutzmaßnahmen sind an vielen Nistkästen zu finden. Ihr Nutzen ist allerdings umstritten. Im Zweifelsfall liegt man richtig, wenn man Nisthilfen mit und ohne Marderschutz aufhängt. Ohnehin sollte man mindestens zwei Steinkauzröhren im Abstand von 30 Metern oder mehr aufhängen, da die Vögel gern alternative Standorte zum Pausieren oder zur Vorratshaltung in Beschlag nehmen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass der Garten in einem naturnahen Gebiet liegt, im städtischen Bereich sind solche Röhren wenig sinnvoll. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Ein Spatzenhaus an einer Hauswand.
Auch die Vögel in den Städten haben ihre Not. So ist der Bestand an Haussperlingen im letzten Jahrzehnt um etwa ein Viertel geschrumpft. Spatzen bilden kleinere Kolonien und lieben die Gesellschaft. Ein Spatzenhotel hat daher gleich mehrere Bruträume und passt an fast jede Hauswand. Generell sollten Nistkästen nicht in der Nähe größerer Fensterflächen angebracht werden. Vögel die gegen Glasscheiben fliegen, verletzten sich dabei meist tödlich. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Ein Vogelbrett unter einem Hausvordach.
Es muss nicht immer gleich ein ganzer Kasten sein, ein einfaches Holzbrett unter einem Vordach wird auch gern als Nistmöglichkeit angenommen. Im Spätherbst beziehungsweise Winter wird das Brett wie auch die Vogelkästen von den Nestresten gereinigt. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Ein Fledermauskasten aus Holz an einem Baum.
Auch Fledermäuse werden in unseren frisch sanierten Häusern zunehmend obdachlos. Mit Fledermauskästen kann man diesem Trend entgegenwirken. Die Kästen sind nach unten hin offen. Wichtig ist, dass das Quartier in drei bis sechs Metern Höhe aufgehängt wird und der Anflugweg von unten weitgehend frei ist. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
Ein Fledermauskasten aus Holzbeton an einem Baum.
Dieser Fledermauskasten aus Holzbeton mit abnehmbarer Vorderwand richtet sich an die kleineren Arten wie Zwergfledermaus oder Mückenfledermaus. Am besten probiert man verschiedene Kästen aus, um herauszufinden, welche Fledermausarten im eigenen Garten anzutreffen sind. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 10. Oktober 2021 | 08:30 Uhr

Den Nistkasten vor Katzen und Mardern schützen

Katzen und Marder sind die natürlichen Feinde der Vögel. Besonders die Halbhöhlen mit ihren großen Öffnungen bieten den Räubern leichtes Spiel. Aber auch an andere Kästen kommen die geschickten Tiere heran. Deshalb werden im Handel viele Nistkästen mit eingebautem Katzen- beziehungsweise Marderschutz angeboten.

Werden Nesträuber zum Problem, hilft es mitunter schon, wenn die Kästen nicht in Stammnähe, sondern frei im Baum aufgehängt werden.

Nistkästen aus verschiedenen Materialien

Holz

Holz ist der Klassiker für Vogelkästen. Der Vorteil an diesem umweltfreundlichen Material ist, dass man daraus leicht selbst einen Nistkasten bauen kann. Allerdings ist die Haltbarkeit von Holzkästen begrenzt und sie müssen immer mal wieder repariert werden.

Wenn Sie hochwertiges, witterungsbeständiges Holz wie Lärche verwenden, verlängert sich die Lebensdauer des Kastens. Einen gewissen Schutz vor der Witterung bietet auch ein mit Blech verkleidetes Dach. Bitte vermeiden Sie jedoch Dachpappe, um das Dach des Vogelhäuschens zu schützen. In heißen Sommern können sich daraus Teertropfen lösen, die auf dem Gefieder oft zum Vogeltod führen.

Farbige Lacke müssen nicht sein, den Vögeln ist ein Anstrich ohnehin egal. Aber wer es gern bunt möchte, muss darauf nicht verzichten, nur wird ein solches Vogelhaus dann vielleicht gar nicht oder erst später angenommen.

Statt einer Lackierung können Sie das Holz mit Leinöl streichen, um es zu schützen. Nehmen Sie keine Furniere oder Sperrhölzer, die Klebstoffe enthalten. Unbehandeltes und sägeraues Holz ist ideal, das bekommt man direkt im Sägewerk.

Naturschutz Nistkästen selber bauen und gestalten

Der Thüringer Hans Freiherr von Berlepsch hat den Nistkasten erfunden. Jetzt wird es Zeit, die Behausungen für Vögel zu bauen. Hier zeigen wir, wie Nistkästen gebaut werden und was sie beim Aufhängen beachten sollten.

Vogelschutzwarte Seebach
Schon als Kind saß Hans von Berlepsch an den Fenstern der Burg in Seebach und beobachtete Vögel. Auch den Wendehals – einen kleinen Specht, der in Nisthöhlen brütet. Nach ausgiebigen Untersuchungen von Specht-Höhlen, baute der "Baron der Vögel" – wie er auch genannt wurde - Nistplätze nach. Der Nistkasten war erfunden. Bildrechte: Vogelschutzwarte Seebach
Vogelschutzwarte Seebach
Schon als Kind saß Hans von Berlepsch an den Fenstern der Burg in Seebach und beobachtete Vögel. Auch den Wendehals – einen kleinen Specht, der in Nisthöhlen brütet. Nach ausgiebigen Untersuchungen von Specht-Höhlen, baute der "Baron der Vögel" – wie er auch genannt wurde - Nistplätze nach. Der Nistkasten war erfunden. Bildrechte: Vogelschutzwarte Seebach
Bausatz Nistkasten: einzelne Bretter liegen auf einem Teppich
An die Grundplatte werden die Bretter für den Brutkasten angenagelt. Die Vorderfront mit dem Einflugloch wird aber erst zum Schluss angebaut und nur mit zwei Nägeln oben durch die Seitenbretter fixiert. So lässt sich die Front später hochkippen, um den Nistkasten zu reinigen. Bildrechte: Daniela Dufft
Zwei bunt bemalte Nistkästen stehen auf einem Tisch. Pinsel liegen davor
Bis zum 15. März – so lautet die Faustregel - sollten Nistkästen draußen hängen. Zieht im ersten Jahr noch niemand ein, freut sich vielleicht ein Vogel im nächsten Winter über das gemütliche Nachtlager. Übrigens beim Saubermachen immer noch Baureste im Nistlkasten lassen. Bildrechte: Daniela Dufft
Eine Gruppe junger Leute steht um einen Tisch und baut Nistkästen
Die Vogelschutzwarte Seebach führt diese Tradition fort. Junge Ornithologen treffen sich hier regelmäßig - auch um Nistkästen zu bauen. Bildrechte: Daniela Dufft
Bausatz Nistkasten: einzelne Bretter liegen auf einem Teppich
Ein Nistkasten lässt sich aus etwa 2 Zentimeter dicken Holzbrettern ganz einfach selber bauen. In die Grundplatte werden ein paar Löcher gebohrt, damit Flüssigkeit ablaufen kann. Bildrechte: Daniela Dufft
Zwei Jungs hocken hinter einem Nistkastenbausatz und hämmern Bretter aneinander. Im Vordergrund hockt eine Frau und hält ein Brett fest.
Nistkästen selber zu bauen sind eine schöne Möglichkeit, Kindern die Natur näherzubringen. Bildrechte: Daniela Dufft
Blick aus einem Nistkasten in einen Garten
Nistkästen werden von Höhlenbrütern wie Meisen oder Sperlingen genutzt. Die Behausungen müssen trocken und Zugluftsicher sein, es darf kein Wasser reinlaufen und das Loch muss groß genug für den jeweiligen Vogel sein. Form, Himmelsrichtung und Größe des Kastens sind den Vögeln egal. Bildrechte: Daniela Dufft
Kleiber
Auch der Kleiber ist ein Höhlenbrüter. Bildrechte: Colourbox.de
In einer Mauer ist ein Loch
Er sucht sich seine Höhlen meist im Mauerwerk. Da es in der Stadt nur noch wenige natürliche Brutplätze gibt, freut sich auch der Kleiber über einen Nistkasten. Bildrechte: Daniela Dufft
Ein Mädchen hockt vor einem bunten Nistkasten und befestigt Dachpappe
Wer Spaß am Gestalten hat, kann den Nistkasten anmalen. Eine Dachpappe schützt vor Regen - ist aber bei dicken Brettern nicht zwingend notwendig. Bildrechte: Daniela Dufft
Ein Nistkasten wird mit Lack besprüht
Kunstwerke können zusätzlich mit Sprühlack fixiert werden. Bildrechte: Daniela Dufft
Zwei Mädchen zeigen ihre mit bunten Vögeln und einem Fliegenpilz bemalten Nistkästen
Viel Liebe ins Detail haben diese zwei jungen Ornithologinnen gesteckt. Bildrechte: Daniela Dufft
An einer Leiter lehnt ein Baum. An dem Baum hängt ein Nistkasten
Zum Schutz vor Feinden sollte ein Nistkasten in einer Höhe von etwa fünf Metern fest an den Baum genagelt werden. Zink und Kupfernägel aber nicht verwenden - sie schaden dem Baum. Bildrechte: Daniela Dufft
Eine Hand hält einen Strick fest. Das andere Ende des Stricks hält ein Mädchen straff.
Innerhalb einer Art bestehen die Vögel auf einem eigenen Revier. Zwischen zwei Nistkästen sollten deswegen immer mindestens 20 Meter Platz sein. Bildrechte: Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 10. Oktober 2021 | 18:30 Uhr

Holzbeton

Im Fachhandel werden professionelle Vogelkästen aus Holzbeton angeboten. Das ist eine Mischung aus Sägespänen und Zement. Er ist sehr robust und mehrere Jahrzehnte lang haltbar. Außerdem gleicht das Material Temperatur- und Feuchtigkeit gut aus. Im Vergleich zum Holzkasten sind die Betonkästen sehr viel schwerer, was sich beim Aufhängen bemerkbar macht. Auch kosten sie mehr.

Andere Materialien

Mitunter werden auch aus Naturmaterialien geflochtene Nistmaterialien angeboten. Ihre Haltbarkeit liegt bei zwei bis drei Jahren.

Selten trifft man auch auf Kunststoff-Behausungen. Diese bieten allerdings kein geeignetes Klima für die Vogelbrut und führen in der Regel zu traurigen Misserfolgen. Daher ist davon dringend abzuraten.

Der richtige Standort für Vogelkästen

Einen Meisenkasten kann man im Grunde überall aufhängen, aber je spezifischer der Kasten ist, desto eher sollte man auf einen passenden Standort achten. Manche Vögel zum Beispiel brauchen einen freien Anflug, andere wiederum fühlen sich in dichtem Geäst wohl, wieder andere wollen lieber im Gebüsch in Bodennähe brüten.

Tipp: Mögliche Standorte prüfen Überlegen Sie sich den Standort des Vogelkastens am besten vor dem Kauf beziehungsweise vor dem Heimwerken. Dann können Sie für diesen Standort gezielt den passenden Kasten aussuchen.

Nistkästen sollten in der Regel in einer Höhe von etwa zwei bis drei Metern mit freien Anflugsmöglichkeiten für die Tiere aufgehängt werden. Dies erleichtert außerdem ihre Kontrolle und Reinigung. Natürlich ist das auch von den örtlichen Gegebenheiten abhängig.

Es gibt aber auch Sonderfälle: Eine Zaunkönigkugel wird in Sträuchern und in Bodennähe aufgehängt. Eulenkästen hingegen hängen in vier oder besser sechs Metern Höhe.

Die Himmelsrichtung ist nicht zwingend zu berücksichtigen. Eine südöstliche Ausrichtung wird jedoch gern angenommen. Dann ist das Einflugloch nicht der prallen Sonne ausgesetzt. Auch sollte der Anflug wetter- beziehungsweise windgeschützt ausgerichtet liegen.

Regenwasser darf nicht in den Kasten dringen, sonst könnte der Vogelnachwuchs im schlimmsten Fall ertrinken.

Wahren Sie Abstand! Vogelkästen sollten nicht zu dicht aufgehängt werden, wenn man auf ihre Besiedelung hofft. Dies gilt insbesondere für Kästen gleicher Bauart. Ein Kasten pro Baum beziehungsweise ein Abstand von mindestens acht Metern führt meist zu Erfolgen. Ausnahmen bilden die sogenannten Kolonierbrüter. Kästen für Sperlinge haben oft mehrere Bruträume unmittelbar nebeneinander. Auch Nisthilfen für Schwalben oder Mauersegler sollten möglichst gleich mehrfach angebracht werden. Diese Vögel lieben die Gesellschaft ihrer Artgenossen.

An einer Birke hängen sehr viele verschiedene Nistkästen.
Da hat es jemand zu gut gemeint: Diese Vogelkästen hängen viel zu dicht. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Befestigung der Nistkästen

Die Art der Befestigung hängt vom jeweiligen Nistkasten ab. Wenn Sie den Kasten an einen Nagel hängen wollen, verwenden Sie unbedingt Nägel aus Aluminium, denn sie schaden dem Baum nicht. An sich macht ein Nagel einem großen Baum zwar nicht viel aus, aber rostige Eisennägel stellen eine unnötige Verletzungsgefahr dar und zerstören jedes Sägeblatt, wenn der Baum eines Tages gefällt werden muss.

Oft ist ein starker Draht die bessere Wahl. Und wenn ein Stück Gartenschlauch darüber geschoben wird, verhindert dieser zuverlässig das Einwachsen des Drahtes ins Holz.

Viele Herstellern liefern außerdem entsprechende Vorrichtungen zum Anbringen der Kästen mit.

Wann Nisthilfen aufhängen?

Prinzipiell können Nistkästen immer aufgehängt werden. Wenn sie aber schon in der nächsten Saison besiedelt werden sollen, sollten sie spätestens Anfang März angebracht werden. Wenn Sie die Nisthilfen im Herbst aufhängen, bieten sie Vögeln, Kleinsäugern und Insekten eine Überwinterungsmöglichkeit.

Pflege der Vogelkästen

Wenn die Vögel im Herbst ausgezogen sind, ist es Zeit, die Nistkästen zu säubern. Entfernen Sie alte Nester und Kotrückstände und kehren Sie die Kästen mit einer groben Bürste aus. Nur wenn sie sehr stark verschmutzt sind, empfiehlt sich eine Reinigung mit klarem Wasser. Dies gilt für alle Kleinvögel. Eulennester, Schwalben- und Mauersegler-Brutstätten sollten kontrolliert, aber nicht beseitigt werden.

An einem Baum hängt ein Nistkasten.  1 min
Bildrechte: Daniela Dufft
1 min

Jetzt sind die letzten Nistkastenbewohner ausgezogen. Bevor im Frühjahr eine neue Vogelfamilie einzieht, sollte die Behausung gereinigt werden. Doch es ist einiges zu beachten.

MDR FERNSEHEN So 27.10.2019 08:30Uhr 00:32 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/nistkasten-saeubern-aufraeumen-voegel-im-garten-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nistkästen in der Stadt

Selbst wer keinen eigenen Garten hat, kann sich für Nisthilfen einsetzen. Wenn Sie ein Haus besitzen, können Sie Kästen für Sperlinge, Mauersegler oder Schwalben an der Fassade anbringen. Oder Sie sprechen Ihren Vermieter drauf an, ob ein solcher Kasten angebracht werden kann.

Spenden Sie nach vorheriger Absprache Nistkästen für Schulen, Kindergärten oder andere öffentliche Einrichtungen. Solche Institutionen freuen sich über derartige Initiativen.

Nisthilfen für andere Tiere

Nicht nur Vögel suchen Unterschlupf. Es gibt zunehmend auch Nisthilfen für andere Tiere im Angebot. Allen voran Fledermäuse. Ihre Kästen sind oft nach unten hin offen. Je nach Fledermausart sind die Öffnungen und der Innenraum unterschiedlich groß - ganz ähnlich wie bei den Vögeln.

Außerdem gibt es Kobel für Bilche, die ebenfalls an Bäumen aufgehangen werden. Bilche sind kleine Nagetiere, zu denen unter anderem die Haselmaus, der Siebenschläfer und der selten gewordene Gartenschläfer gehören.

Igelhäuschen oder -kuppeln aus Flechtwerk, Holz oder Keramik bieten den stachligen Gesellen Schutz in der kalten Jahreszeit.

Nicht vergessen sollte man die kleinsten Lebewesen: Insekten. Fördert man Insekten, hilft man automatisch auch den Vögeln. Denn viele Vogelarten ernähren sich vom krabbelnden und fliegenden Getier. Insektenhotels sind also vielfältig nützlich. Achten Sie beim Kauf oder Bau jedoch auf einige grundlegende Regeln.

Ein Bilchkobel (für Haselmaus, Gartenschläfer, Siebenschläfer) ist an einem Baum aufgehängt.
Im Bilchkobel übernachten gern Haselmäuse, Garten- oder Siebenschläfer. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Naturnahes Gärtnern hilft Vögeln

Nisthilfen allein helfen den Vögeln jedoch nur bedingt. Sie benötigen einen ökologisch reichhaltigen Lebensraum, in dem sie Nahrung finden. Naturnahes Gärtnern ist ein wichtiger Baustein, um den Lebensraum für Vögel und andere Tiere zu erhalten.

  • Räumen Sie Ihren Garten nicht zu sehr auf. Lassen Sie ein paar wilde Ecken.
  • Setzen Sie vielfältige, insektenfreundliche Pflanzen sowie fruchttragende Gehölze (Weißdorn, Zierapel, Schlehe, Hagebutten tragende Rosen) in ihren Garten und bevorzugen Sie einheimische Arten.
  • Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden und anderen Giften.
  • Setzen Sie auf Blüten statt auf monotone Rasen- und Koniferenflächen oder gar Schottergärten. Ein blühender Garten muss nicht pflegeintensiv sein. Ökologisch sehr wertvoll sind außerdem Blühwiesen, die vielen Lebewesen Heimat und Nahrung bieten.
  • Lassen Sie alte Bäume stehen, selbst wenn sie teilweise schon abgestorben sind - vorausgesetzt es besteht keine Bruchgefahr. Stehendes Totholz ist ein sehr wertvoller Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere.
  • Legen Sie einen Totholzstapel oder eine Benjeshecke an, sie sind wahre Biotope für Insekten und Kleinsäuger.
  • Vermeiden Sie unnötige Beleuchtung bei Nacht. Diese Lichtverschmutzung irritiert viele Tiere in ihrem Lebensrhythmus.

Quellen: Nabu, Bund, MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 10. Oktober 2021 | 08:30 Uhr

Tieren im Garten helfen

Meisenküken in einem Nistkasten 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
3 min

Wer Vögeln bei der Aufzucht ihrer Jungtiere zuschauen möchte, kann das mit Hilfe einer Nistkastenkamera machen. So können wir miterleben, was ansonsten im Verborgenen bleibt. Und das, ohne die Vögel zu stören.

MDR Garten So 22.05.2022 08:30Uhr 03:17 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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