Apfel, Birne, Pflaume Kernobst & Steinobst - Was ist der Unterschied?

Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Pfirsiche schmecken am besten aus dem eigenen Garten. Bei den Obstbäumen unterschiedet man zwischen Kernobst und Steinobst. Das sind die Unterschiede für Pflege und Rückschnitt.

Blick auf dicht beieinander stehende Obstkisten.
'Santana' ist eine allergikerfreundliche Apfelsorte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Was ist Kernobst?

Bei Kernobst handelt es sich um Früchte, die im Inneren ein Kerngehäuse aufweisen. Das Kerngehäuse besteht aus fünf Kammern. Darin können jeweils bis zu zwei Kerne – also Samen – enthalten sein. Zum Kernobst gehören unter anderem Apfel, Birne, Nashi, Quitte und Mispel.

Was ist Steinobst?

Als Steinobst werden Früchte bezeichnet, die im Gegensatz zum Kernobst nur einen einzigen, harten und größeren Kern ummanteln. Der Kern ist gleichzeitig der Samen. Zum Steinobst gehören unter anderem Süß- und Sauerkirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen und Nektarien.

Apfel, Birne, Quitte, Pfirsich, Aprikose Kern- und Steinobst – Robuste Sorten vorgestellt

Der Sommer in diesem Jahr hat mit viel Regen und wechselhaftem Wetter auch von den Pflanzen so einiges gefordert. Nicht überall fiel die Ernte gut aus. Doch es gibt einige Obstsorten, bei sich behaupten konnten.

In einer grünen Obstkiste liegen orange-gelbe Pfiriche. Darauf liegt ein grünes Laubblatt auf dem steht: Benedictus.
Wer einen weiß-fleischigen Pfirsich sucht, kann auf 'Benedictus' zurückgreifen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In einer grünen Obstkiste liegen orange-gelbe Pfiriche. Darauf liegt ein grünes Laubblatt auf dem steht: Benedictus.
Wer einen weiß-fleischigen Pfirsich sucht, kann auf 'Benedictus' zurückgreifen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In einer grünen Obstkiste liegen orange-rote Früchte. Dahinter sind weitere gelbe Früchte in einer grünen Kiste zu erkennen.
'Red Haven' ist eine weitere robuste Pfirsich-Sorte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blick auf Obstkiste mit verschieden Obstsorten. Im Vordergrund sind orangene Früchte zu erkennen.
Auch 'Revita' hat sich in diesem Jahr als robust erwiesen. Diese Pfirsich-Sorte ist rosa gefüllt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Kleine gelbe Früchte in einer grünen Kiste.
Bei den Mirabellen ist die Sorte 'Nancy-Mirabelle' der Favorit. Ihre Früchte können von August bis Mitte September geerntet werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Lila Früchte in einer grünen Kiste mit einem grünen Laubblatt.
Das Fruchtfleisch der Pflaume 'Jubiläum' ist sehr fest. Bei ihr gilt: Je mehr Sonne sie bekommt, umso besser schmeckt sie. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Lila-blaue Früchte mit grünem Laubblatt in einer grünen Kiste.
Ob Frost oder Hagel – 'Hanita' harrt aus. Sie zählt ebenfalls zu den robusten Pflaumen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blick auf zahlreiche gelbe Früchte. Darauf liegt ein grünes Laubblatt auf dem steht: Aprimira.
Die 'Aprimira' ist eine Pflaumenkreuzung mit Anteilen der Mirabelle. Ihr Fleisch ist ganz gelb; ihre Früchte reifen nicht alle auf einmal, so dass sie nacheinander vom Baum genascht werden können. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zahlreiche rote Äpfel liegen in einer grünen Kiste. Darauf lieg ein Laubblatt.
Sie sind klein, sie sind rund und fast mit einem Happs im Mund – zumindest, wenn der Apfel 'Cox Columnar' beizeiten geerntet wird. Wer ihn länger hängen lässt, bekommt auch größere Früchte. Diese Apfelsorte wächst als Säule mehrfach verzweigt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blick auf dicht beieinander stehende Obstkisten.
Diese Apfelsorte ist sogar für Allergiker geeignet. Die Eiweißzusammensetzung von 'Santana' ist anders als bei anderen Äpfel. Das macht die Sorte resistent gegen Schorf und bekömmlich für Allergiker. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In einer grünen Obstkiste liegen vereinzelte Äpfel mit einem grünen Laubblatt. Darauf steht: Helios.
Ein weiterer robuster Apfel ist 'Helios'. Seine Früchte haben einen mildsüßen Geschmack. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blick auf eine Obstkiste mit Äpfeln. Daneben und dahinter sind weitere Obstkisten zu erkennen.
'Retina' braucht als hochstämmiger Apfelbaum viel Platz. Doch auch für kleine Gärten gibt es den passenden Baum. Lassen Sie sich bei der Auswahl am besten in einer Baumschule beraten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In einer Kiste liegen Äpfel.
Zu den robusten Apfelsorten gehört auch 'Ahrista'. Das Aroma der Äpfel ist süß-säuerlich. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. September 2019 | 08:30 Uhr

  Kernobst Steinobst
Standort Kernobst bevorzug wie das Steinobst auch einen warmen, sonnigen Standort, der gern geschützt sein darf. Allerdings ist Kernobst insgesamt etwas robuster als Steinobst, so dass dem Steinobst der privilegierteste Platz im Garten vorbehalten bleiben sollte. Stellen Sie Ihr Steinobst an den privilegierten Platz im Garten. Damit ist eine warme, sonnige Stelle im Garten gemeint, die gern auch etwas geschützt sein kann. Beispielsweise eignet sich hierfür eine Hauswand.
Gießen Kernobstgehölze müssen nur gegossen werden, wenn Sie frisch angepflanzt wurden oder bei extremer Trockenheit. Dann lieber einmal ordentlich, als häufig ein bisschen gießen. Normalerweise braucht Kernobst jedoch keine zusätzliche Bewässerung. Der Boden sollte locker sein. Beispielsweise fühlt sich Steinobst in sandigem Boden wohl. Wer keinen lockeren Boden hat, kann mit der Hacke nachhelfen. Hierbei gilt die Faustformel: Lieber einmal gehackt als einmal gegossen. Überhaupt gilt beim Gießen bei Steinobst: viel, hilft  nicht viel. Gießen Sie daher Steinobst nur, wenn es wirklich trocken ist.
Schnitt Bei Kernobst gilt: Lieber häufig weniger, als einmal viel. Achten Sie darauf, dass die Krone nach oben schmaler wird. Von der Seite aus gesehen sollte der Kronenschnitt an ein nach oben zulaufendes Dreieck erinnern. Nur so ist gewährleistet, dass die Krone nach starkem Regen gut abtrocknen kann.

Schneiden Sie Kernobstgehölze im März vor der Blüte, sonst treibt der Baum zu stark aus. Gern kann auch nochmal im Spätsommer zurückgeschnitten werden. Ein guter Schnitt sichert die Qualität und Ausbeute der Ernte.
Steinobstgehölzen können nach der Ernte zurückgeschnitten werden, wenn es warm und trocken ist. Verzichten Sie lieber auf den Schnitt, wenn es zu nass ist, warten Sie dann lieber bis kurz vor der nächsten Blüte.

Winterschutz

Frost macht Steinobst und auch Kernobst nichts aus. Wer seinem Gehölz trotzdem etwas Gutes tun möchte, kann den Stamm vor dem Winter mit spezieller Baumfarbe Weiß pinseln. So kann verhindert werden, dass der Stamm im Winter reißt. An warmen Wintertagen erwärmt sich die Rinde nämlich und kann sich bei Anbruch der kalten Nacht nicht schnell genug abkühlen. Durch den Wärmeunterschied reißt die Rinde schließlich.

Quelle: Monika Möhler von der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. Oktober 2018 | 08:30 Uhr