Duftende Anmut Maiglöckchen pflanzen, pflegen und vortreiben

Botanischer Name: Convallaria majalis

Maiglöckchen bezaubern mit ihren intensiv duftenden, anmutigen Blüten. Wir zeigen, wie die genügsame Staude im Garten gedeiht. Wer nicht bis zum Mai darauf warten möchte, kann versuchen, sie auf der Fensterbank vorzutreiben.

Weiß blühende Maiglöckchen
Wo Maiglöckchen sich wohlfühlen, entfalten sie sich zu üppiger Blütenpracht. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Pflege von Maiglöckchen

Als genügsame Waldbewohner brauchen Maiglöckchen keine spezielle Aufmerksamkeit – sofern die Standortbedingungen stimmen. Wichtig ist vor allem, pralle Sonne zu vermeiden. Insbesondere junge Pflanzen vertragen keine länger anhaltende Trockenheit. Man kann sie Ende März/Anfang April mit einer leichten Volldüngergabe beglücken oder man mulcht die Pflanzen im Herbst mit einer Lage Lauberde oder Kompost.

Standort und Boden für Maiglöckchen

Maiglöckchenblüten in Nahaufnahme
Aus den zarten Blütenköpfchen strömt betörender Duft. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

In der Natur fühlt sich das Maiglöckchen in Buchen- und Laubmischwäldern wohl. Sein Standort im Garten sollte deshalb halbschattig bis schattig sein. So eignen sich Maiglöckchen sehr gut als Unterpflanzung von Sträuchern und Gehölzen. Auch unter Laub- und Obstbäumen fühlt es sich wohl. Ist es jedoch zu schattig, kann es passieren, dass die Staude nicht blüht und nur Blätter treibt.

Aufgrund seiner Waldheimat liebt das Maiglöckchen einen lockeren, humusreichen Boden, der gern Anteile von Sand und Lehm enthalten darf. Ideal ist es, wenn der Boden einen leicht sauren PH-Wert zwischen 4,5 und 6 hat. Zwar braucht es regelmäßig Feuchtigkeitszufuhr, aber Staunässe mag es gar nicht.

Vermehrung von Maiglöckchen

Wenn die Blätter im Herbst einziehen, werden die Wurzeln ab Mitte Oktober vorsichtig mit der Grabegabel ausgehoben. Die Rhizome lassen sich einfach teilen, indem man sie in Stücke schneidet. Allerdings sollten mindestens ein bis zwei Knospen pro Wurzelstück erhalten bleiben. Danach werden die Wurzelstücke an anderer Stelle wieder eingegraben - günstig ist eine Beigabe von Laubkompost - und in den ersten Wochen regelmäßig mit Feuchtigkeit versorgt.

Fühlen sich Maiglöckchen an einem Standort wohl, neigen sie über ihre unterirdischen Rhizome zur Ausbreitung und können dann auch andere Arten verdrängen. Wer seine Maiglöckchen im Zaum halten möchte, sollte entweder eine Wurzelsperre einbauen oder sie gleich im Topf beziehungsweise Kübel kultivieren.

Maiglöckchen vortreiben

Maiglöckchen im Topf
Die anmutigen Frühlingsblumen lassen sich auch im Topf kultivieren. Früher waren vorgetriebene Maiglöckchen vor allem zu Weihnachten beliebt. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Wer in der blütenarmen Jahreszeit einen duftenden Frühlingsgruß zu Hause haben möchte, kann Maiglöckchen auf der Fensterbank vortreiben. Dazu gräbt man vom Spätherbst bis Anfang Dezember einige Rhizomstücke aus. Um Blüten- von Blattkeimen zu unterscheiden, braucht es ein geübtes Auge. Blütenkeime sind unten dicker und laufen nach oben hin spitz zu.

Anschließend wird das Wurzelgeflecht in einen Blumentopf eingesetzt, der eine Mischung aus Garten- und Blumenerde enthält. Nun werden die Töpfe wieder in die Erde versenkt und die Stelle im Beet markiert, damit man sie wiederfindet. An einem frostfreien Februartag nimmt man die Töpfe aus dem Boden heraus und stellt sie auf eine helle Fensterbank in der Wohnung. Sie müssen regelmäßig feucht gehalten werden. Nach etwa 20 Tagen kommen die Blüten zum Vorschein. Sind die Maiglöckchen im Topf verblüht, können sie im Frühjahr wieder in den Garten ausgepflanzt werden.

Sorten

Wer Maiglöckchen jenseits der weißblühenden Wildform ausprobieren möchte, kann auf einige Zuchtsorten zurückgreifen. So blüht die bekannte Sorte 'Rosea' in zarten Rosatönen. Mit rosa-weiß gefüllten Blüten schmückt sich die Sorte 'Plena'. Und mit großen, stark duftenden Blüten macht 'Grandiflora' auf sich aufmerksam. Dann gibt es auch noch Sorten, die weniger durch ihre Blüten als durch ihre Blätter auffallen, zum Beispiel 'Silberconfolis' (grüne Blätter mit silbrigem Blattrand) oder 'Lineata' (grüne Blätter mit gelben Längsstreifen).

Achtung Gift! Alle Teile der schönen Maiglöckchen sind für Menschen giftig und dürfen nicht verzehrt werden. Hat man sich tatkräftig mit Maiglöckchen befasst, sollten also die Hände gewaschen werden. Besondere Vorsicht ist bei kleinen Kindern und Haustieren geboten, die auf die Idee kommen könnten, die Pflanzen anzuknabbern oder das Wasser aus der Blumenvase zu trinken. Außerdem besteht Verwechslungsgefahr zum essbaren Bärlauch, dessen Blätter dem Maiglöckchen sehr ähneln. Also genau hingucken!

Wichtig! Naturschutz

Auch wenn mancherorts die Bestände noch üppig blühen, stehen Maiglöckchen unter Naturschutz. Sie dürfen also keinesfalls ausgegraben werden. Stattdessen sollte man die Pflanzen beim Gartenfachhändler erwerben.

Heimat Europa
Pflanzenfamilie Spargelgewächse (Asparagaceae)
Wuchs zwischen 10 und 30 cm hoch
Blüte weiße Blütenglöckchen
Früchte rote Beeren
Standort halbschattig bis schattig
Boden humusreich, leicht sauer, ähnlich wie Laubwaldboden
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Besonderheiten Duftpflanze

steht unter Naturschutz

Alle Pflanzenteile sind giftig! Verwechslungsgefahr mit essbarem Bärlauch.
Verwendung Zierpflanze, Bodendecker, früher Heilpflanze (nicht zur Selbstmedikamentation!)

Quelle: Dr. Günter Haberland, Maiblumenexperte aus Wittenberg

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 15. Dezember 2019 | 08:30 Uhr