Majestätische Weihnachtsblume Ritterstern: So blüht das Amaryllisgewächs immer wieder

Hippeastrum-Hybride

Der Ritterstern ist bekannt und beliebt dank seine prächtigen Blüte. Er gehört zur Gattung Hippeastrum und sollte nicht mit der Amaryllis verwechselt werden. Wir stellen die attraktive Weihnachtspflanze vor und geben Tipps für eine üppige Blüte. Viele Jahre lang kann die Zwiebel austreiben, wenn sie richtig gepflegt wird.

Die dunkelrot und weiß gefärbte Blüte eines Rittersterns
Rittersterne sind wegen ihrer auffälligen Blüten auch bei Floristen beliebt. Als Zwiebelpflanzen lassen sie sich gut in Gestecken, Sträußen und weihnachtlicher Deko verarbeiten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Ritterstern oder Amaryllis?

Der Ritterstern (Hippeastrum) ist bekannt und beliebt dank seiner großen, majestätisch wirkenden Blüte. Viele kennen den Ritterstern auch als Amaryllis. Unter diesem Namen wird die Pflanze verkauft, obwohl sie botanisch gesehen zu einer eigenen Gattung zählt. Sie gehört jedoch zur Familie der Amaryllisgewächse. Charakteristisch für den Ritterstern sind der hohle Stiel und die Blütezeit im November und Dezember. Die Amaryllis hat dagegen einen gefüllten Stiel und blüht in der Advents- und Weihnachtszeit nicht.

Pflanzensteckbrief Ritterstern
Heimat Südamerika
Pflanzenfamilie Amaryllisgewächse
Wuchs damit die Pflanze gerade wächst, sollte der Topf regelmäßig gedreht werden
Standort Mai bis August im Halbschatten im Garten, ab August Zwiebel bis zu drei Monate einlagern
Boden Gemisch aus Blumenerde und Kakteensubstrat
Pflege Vegetationsphasen beachten; Zwiebel nur zur Hälfte einpflanzen, damit sie trocken bleibt
Blüte vielfarbig, üppig; von Weiß über Rosa bis zu kräftigem Rot; mehrfarbige Blüten möglich
Blütezeit November bis April
Winterhart nein
Mehrjährig ja
Besonderheiten je größer die Zwiebel, desto mehr Blüten; im Gegensatz zur Amaryllis ist der Stiel hohl

In Gärtnereien werden jetzt vorgetriebene Rittersternpflanzen angeboten. Es gibt die pure Zwiebel aber auch in Pappschachteln in manchen Supermärkten. Werden Sie jetzt ans Licht gelegt, treiben die Zwiebeln aus - sogar ohne eingepflanzt zu werden. "Alles, was ein Ritterstern braucht, um Blüten zu bilden, steckt schon in der Zwiebel. Dann allerdings bleibt der Blütenschaft kurz", sagt die Diplom-Agrarökonomin Beate Walther.

So bekommen sie eine schöne Blüte mit einem langen Stiel

Ein Eimer wurde mit Steckmasse ausgelegt. Auf der Steckmasse stehen Amaryllis-Zwiebeln.
Jetzt werden die Zwiebeln mit Moos abgedeckt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Die Zwiebel des Rittersterns wird bis zur Hälfte in Erde gesetzt und mäßig angegossen. Dann entwickeln sich der Blütenschaft und nach und nach die Blüten, die hintereinander bis zu zwei Monate lang erblühen. Wer nicht so viel Platz hat und lieber eine Blume mit kurzem Stiel haben möchte, gießt weniger oder gar nicht, rät Beate Walther. Damit der Blütenstiel gerade wächst, wird der Topf ab und zu gedreht. Nach fünf bis acht Wochen kann mit den ersten Blüten gerechnet werden. Die Blütezeit verlängert sich, wenn der Ritterstern dann kühler gestellt wird.

Die Expertin hat aber noch einen anderen Tipp, wie sich gleich mehrere Pflanzen schön arrangieren lassen. Sie setzt mehrere Zwiebeln in eine Schale mit feuchter Steckmasse. So ziehen die Wurzeln Wasser, ohne dass die Zwiebeln nass werden. Die Zwiebeln werden mit Moos abgedeckt und können die Blüten öffnen. Bis sie verblüht sind, muss nun nichts mehr gemacht werden. Nur wenn das Moos auszutrocknen beginnt, sollte es mit Wasser leicht besprüht werden.

Pflegeplan für den Ritterstern

Mann pflanzt Ritterstern-Zwiebel in Töpfchen ein 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Beim Ritterstern werden drei Vegetationsphasen unterschieden: die Blühphase im Winter, die Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer sowie eine Ruhephase im Spätsommer und Herbst.

  • nach der Blüte den Schaft abschneiden, die Zwiebel eintopfen und über den Untersetzer des Topfes gießen
  • Gießen und alle zwei Wochen mit Blumendünger versorgen, sobald sich Blätter bilden
  • Ende Mai: im Garten in den Halbschatten stellen
  • August: Blätter eintrocknen lassen und trocken und kühl stellen
  • Oktober bis November: eintopfen, leicht gießen
  • Nach dem Austrieb mäßig gießen (nicht unbedingt erforderlich)

Nach der Blüte eintopfen

Erst nach der Blüte ist es wichtig, die Zwiebel einzutopfen. Sie wird also bis zur Hälfte in normale Blumenerde oder ein Gemisch aus Blumenerde und Kakteensubstrat gesetzt. Beim Eintopfen dürfen die Wurzeln nicht geknickt oder beschädigt werden. Der Blütenschaft wird entfernt und die Pflanze gegossen, damit sich die Blätter bilden.

Auf keinen Fall die Zwiebel essen! Die Zwiebel der Amaryllis ist giftig und sollte auf keinen Fall gegessen werden. Schon ein bis zwei Gramm können für Menschen tödlich sein. Aber auch für Haustiere, insbesondere Hunde, ist die Ritterstern-Zwiebel sehr giftig. Bewahren Sie die Zwiebeln immer gut beschriftet und extra abgepackt auf, um Verwechslungen mit essbaren Zwiebeln zu vermeiden.

Pflege während der Wachstumsphase

Diese Phase ist für die Blütenpracht im kommenden Jahr entscheidend. Die Entwicklung der Blüte hat der Zwiebel viel Kraft entzogen. Jetzt sorgen die Blätter wieder für Speicherstoffe und Substanzen, die in der Zwiebel eingelagert werden und die Energie für die erneute Blütenbildung liefern.

Mit ihren länglichen, grünen Blättern sieht die Pflanze meist nicht sehr ansehnlich aus. Stellen Sie sie deshalb an einen unauffälligen Ort. Ab Mai steht der Ritterstern am liebsten im Freien an einem halbschattigen Platz und sollte jede Woche mit Düngergaben (1 g oder 1 ml Dünger pro Liter Wasser) versorgt werden. Die Blätter sollten unbedingt an der Pflanze bleiben bis sie - ungefähr im August - gelb werden. Ab diesem Zeitpunkt muss auch nicht mehr gegossen werden, die Ruhephase beginnt. Lagern Sie die Zwiebel nun trocken, das funktioniert auch in einem dunklen Keller. Ab Oktober kann die Zwiebel wieder ins Wohnzimmer geholt werden - und der beginnt wieder von vorn.

Auf einem Tisch stehen verschiedene Pflanzen. Eine Amaryllis ist dabei, die eine wundervolle Blüte hat.
Damit der Stiel schön gerade wächst, sollte der Topf immer mal gedreht werden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Was tun, wenn Amaryllis trotzdem nicht blüht?

Wer seine Ritterstern-Zwiebeln über den Sommer kultiviert und sich an alle Empfehlungen gehalten hat, hofft natürlich im Winter auf prächtige Blüten. Doch es kann vorkommen, dass die Pflanze nicht blüht, obwohl alles richtig gemacht wurde. Gartenexperte Horst Schöne rät, Geduld mit dem Amaryllis-Gewächs zu haben: Die Zwiebel könnte so geschwächt sein, dass sie erst nach zwei Jahren wieder Blüten bildet.

Pilzerkrankung: Roter Brenner

Die Zwiebeln des Rittersterns leiden manchmal unter der Pilzerkrankung "Roter Brenner". Ursachen sind meist, dass die Zwiebeln zu kalt oder zu feucht stehen. Entfernen Sie vorsichtig die befallene Haut der Zwiebel, damit sie gut abtrocknen kann.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR Garten | 01. November 2020 | 08:30 Uhr

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