Elegant und anspruchsvoll Kamelien: Die Ziersträucher pflanzen und pflegen

bot. Camellia japonica

Kamelien gelangten einst aus Asien nach Europa. Die eleganten Zierpflanzen haben den Ruf, sehr anspruchsvoll zu sein. Sie mögen weder beheizte Zimmer noch eiskalte Winter im Freien. Doch am passenden Standort und bei richtiger Pflege blühen sie wunderschön.

Rote Blüten eines Ablegers der Pillnitzer Kamelie
Blühender Ableger der berühmten Kamelie von Schloss Pillnitz bei Dresden: Die Wildart öffnet im Frühjahr einfache, rote Blüten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Kamelien sind elegante, aber anspruchsvolle Pflanzen. Im Freien gedeihen sie nur an geschützten Standorten in Gebieten mit milden Wintern. Sie dürfen jedoch nicht der prallen Wintersonne ausgesetzt sein und sollten windgeschützt stehen. Am besten eignet sich daher ein Standort im Halbschatten mit frischer bis feuchter Erde. Unter günstigen Bedingungen entwickeln sie sich zu meterhohen Sträuchern - wie zum Beispiel die Kamelie von Dresden-Pillnitz, die mehr als 200 Jahre alt ist.

Auf einen Blick
Heimat Östliches Asien, unter anderem China und Japan
Pflanzenfamilie Teestrauchgewächse ( Theaceae)
Wuchs Als immergrüne Topfpflanze kultiviert, werden Kamelien etwa einen Meter hoch. An einem günstigen Standort im Freien entwickeln sie sich sogar zu Sträuchern oder Bäumen. Das immergrüne Laub ist meist ledrig und dunkelgrün.
Blütenfarbe weiße, rosafarbene bis dunkelrote Blüten; mehrfarbige Blüten mit Streifen, Flecken oder Rändern möglich; je nach Sorte einfache oder gefüllte sowie duftende Blüten möglich
Blütezeit je nach Sorte zwischen Januar und Mai
Standort heller, windgeschützter Halbschatten ohne starke Temperaturschwankungen; Kamelien schätzen außerdem eine hohe Luftfeuchtigkeit
Boden lockere, durchlässige, leicht saure Erde, die gleichmäßig feucht gehalten wird, ohne dass sich Staunässe bilden kann
Winterhart nein; nur unter sehr günstigen Bedingungen in Gebieten mit milden Wintern und bei entsprechender Pflege können robuste Kamelien-Sorten draußen überwintern.
Mehrjährig ja, Kamelien können viele Jahrzehnte alt werden
Besonderheiten Bei Kamelien gilt es, den jährlichen Wachstumszyklus zu berücksichtigen. Dabei wird zwischen vier Phasen unterschieden: die Wachstumsphase im Frühjahr, die Knospenbildung ab Sommer, die Blütezeit und die anschließende Phase des Samenansatzes.
Schon gewusst? Die Kamelie ist eng mit der Teepflanze (Camellia sinensis) verwandt. Beide Arten gehören zur Gattung der Kamelien. Beim Teestrauch werden die jungen Triebe zur Gewinnung des aromatischen Getränks genutzt.

Überwinterung und Standort im Sommer

Weil Kamelien recht frostempfindlich sind, werden die immergrünen Pflanzen häufig in Töpfen und Kübeln kultiviert. Für einen optimalen Blütenansatz benötigen sie einen frostfreien Überwinterungsplatz: So sollten Kamelien bei Temperaturen zwischen acht und zehn Grad über den Winter gebracht werden. Auf keinen Fall sollten sie in einem beheizten Zimmer stehen! Nur während der Blüte im Winter mögen sie es etwas wärmer - höchstens 15 bis 16 Grad sollten es sein. Je nach Sorte blühen Kamelien von Januar bis Mitte Mai.

Nach der Blüte verbringen Kamelien im Topf den Rest der Saison am liebsten im Halbschatten im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Sie werden so spät wie möglich wieder in einen geschützten Raum gebracht.

Kamelien pflanzen

Kamelien gedeihen auf eher saurem Boden. Die Erde sollte locker, durchlässig und eher feucht sein. Es gibt spezielle Kamelienerde, doch auch Moorbeet- und Rhododendronerde eignen sich für die Kultivierung. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen oder Einpflanzen ist nach der Blüte im Frühsommer. Kamelien dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freie, wenn ihnen keine Gefahr mehr durch späte Fröste droht. Vor allem die jungen Triebe erfrieren bereits bei Temperaturen um null Grad. Kamelien sollten bis zum Frühsommer ausgepflanzt werden, damit sie sicher anwurzeln können. Gut stehen robuste Kamelien-Sorten zum Beispiel im Schatten einer Hauswand oder unter Bäumen.

Eine Mulchschicht schützt ausgepflanzte Kamelien im Sommer vor Trockenheit und im Winter vor zu strengem Bodenfrost. Geeignet ist zum Beispiel Laub oder Kompost. Als zusätzlicher Winterschutz ist Tannenreisig oder spezielles Vlies ratsam, mit dem der Boden abgedeckt und vor Austrocknung geschützt wird. Wie alle Immergrünen benötigen Kamelien im Garten Wasser, wenn es im Winter zu einer längeren, frostfreien Periode kommt. Kahlfröste und winterliche Trockenheit sind für die Ziersträucher besonders schädlich.

Was es beim Kauf zu beachten gibt Kaufen Sie am besten Pflanzen, die nur wenige Knospen haben. Den Wechsel aus dem Geschäft in die Wohnung vertragen die empfindlichen Pflanzen meist nicht gut, so dass die Blütenknospen nach dem Kauf abfallen.

Pflege

Kamelien bevorzugen eine gleichmäßige Feuchte. Zum Gießen eignet sich kalkarmes Wasser besonders gut. Kamelien können zum Beispiel mit Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser gegossen werden. Durch vorsichtiges Besprühen lässt sich ein feuchtes Klima für die Pflanze erzeugen, denn Kamelien schätzen gerade im Winter eine verhältnismäßig hohe Luftfeuchtigkeit. Die Pflanze sollte aber keine direkten Spritzer auf die Blätter abbekommen. Staunässe vertragen Kamelien nicht, sie sollte auf keinen Fall im Wasser stehen.

Kamelien können nach der Blüte vorsichtig geschnitten und in Form gebracht werden. Dabei ist zu beachten, wenige Zentimeter über dem Blattansatz zu schneiden. Junge Pflanzen werden durch den Rückschnitt der Hauptachse angeregt, mehr Seitentriebe für einen buschigen Wuchs zu bilden.

Gedüngt wird ausschließlich während der Vegetationszeit, also während des Blattaustriebes von Mai bis Juli. Eine spätere Düngung kann zu Wurzelschäden oder dem Absterben der Pflanze führen.

Was tun, wenn die Kamelie Knospen oder Blätter verliert?

Viele Kamelienfreunde sind bestürzt, wenn Blüten und Knospen abfallen. Schuld am Blütenfall sind in der Regel eine zu warme Überwinterung und Gießfehler während der Winterruhe, das heißt vor der Blütezeit. Kamelien überwintern am besten an einem kühlen Platz (unter 10 Grad) mit hoher Luftfeuchtigkeit (50 bis 60%). Alle zwei Wochen sollte ein wenig gegossen werden. Braune Blätter und Blüten hingegen sind meist ein Zeichen für einen Trockenschaden. Zunächst verfärben sich die Knospen braun. Letztendlich kommt es auch zu einem Blattabfall. In diesem Fall ist die Pflanze nur zu retten, wenn Sie sie kühl stellen und wenig gießen. Eine blattlose Pflanze benötigt weniger Wasser.

Vermehrung

Kamelien über Stecklinge zu vermehren, ist selbst für Profis nicht ganz leicht. Stecklinge werden nach der Blütezeit aus den neuen Trieben gewonnen und in Anzuchterde gesetzt. Danach brauchen sie beständig Temperaturen um 20 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Um diese Bedingungen zu fördern, kommen Kunststoffgefäße mit Deckel zum Einsatz. Einfacher ist es, Jungpflanzen bewährter Sorten bei Kamelienschauen und -präsentationen zu erwerben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 10. November 2019 | 08:30 Uhr