Im Fokus Das sind die Tiere des Jahres 2022

Jedes Jahr werden die Tiere des Jahres von verschiedenen Institutionen gekürt. Wiedehopf, Wechselkröte, Kaisermantel und andere ausgewählte Tiere stehen 2022 im Fokus. Vielleicht können Sie ja ein paar im Garten entdecken.

schwarzhalsige Kamelhalsfliege
Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege ist Insekt des Jahres 2022 geworden. Bildrechte: Harald Bruckner

Vogel des Jahres: Wiedehopf

Der Wiedehopf Upupa epops ist bereits zum zweiten Mal Vogel des Jahres gewählt zu werden. Bei einer Onlineabstimmung des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) hatte der Wiedehopf die Nase vorn. Und das hat seinen Grund: Mit seinem auffälligen, orangen und schwarz-weiß gestreiftem Federkleid und der orangefarbenen, gemusterten Haube zieht er alle Blicke auf sich. Wenn man ihn denn zu Gesicht bekommt. Der Wiedehopf ist selten geworden. Das liegt einerseits daran, dass er häufig nicht genug Insekten findet, aber auch am schwindenden Lebensraum. Er braucht warme, trockene Gebiete mit niedriger Vegetation - das können beispielsweise Gebiete mit Weidetierhaltung oder Streuobstwiesen sein.

Der Spruch "Stinken wie ein Wiedehopf" ist übrigens keine böse Nachrede. Tatsächlich haben die Tiere eine Bürzeldrüse, aus der bei Aufregung ein übelriechendes Sekret ausgestoßen wird.

Nachrichten

Der Wiedehopf ist ein Insektenjäger – und in Deutschland sehr selten geworden. In der Lausitzer Seenlandschaft findet der auffallende Vogel wieder ein Zuhause 5 min
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5 min

MDR AKTUELL Do 18.11.2021 14:47Uhr 04:31 min

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Wiedehopf auf einem Zweig mit Video
Wiedehopf – Ein Charaktervogel der Muskauer Heide, die Muskauer Heide zählt deutschlandweit zu den Hotspots der seltenen Vogelart. Bildrechte: MDR/Simank-Film

Schmetterling des Jahres: Kaisermantel

Der Kaisermantel Argynnis paphia ist mit etwa sechs Zentimeter Flügelspannweite der größte europäische Perlmuttschmetterling. Er flattert mit seinen leuchtenden orangefarbenen Flügeln durch lichte Mischwälder und an Waldesrändern, labt sich an Disteln, Flockenblumen und Skabiosen. Seine Raupen sind echte Feinschmecker, die ausschließlich Veilchenblätter fressen.

Kaisermantel-Schmetterling sitzt auf einer Blüte.
Der Kaisermantel sieht mit seiner hübschen Zeichnung selber wie eine Blüte aus. Bildrechte: dpa

Wildtier des Jahres: Schweinswal

Während Maulwurf und Fischotter - die Wildtiere der vergangenen Jahre - im Garten beziehungsweise mit ein bisschen Glück in der Natur zu beobachten waren, ist das beim Schweinswal Phocoena phocoena anders. Auch wenn der 1,80 Meter lange Schweinswal in Ost- und Nordsee heimisch ist, gibt es doch in der ganzen Ostsee nur noch 500 Exemplare. Besonders der Lärm unter Wasser stört und vertreibt den ruheliebenden Schweinswal.

Schweinswal
Schweinswal - Tier des Jahres 2022 Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Lurch des Jahres: Wechselkröte

Die Wechselkröte Bufo viridis mit ihrer tarnfleckenartigen Zeichnung liebt steppenartige Gebiete mit trockenen und warmen Sommern. Sie ist beispielsweise in Weinbergen, sandigen Feldern oder Dorfgärten zu finden. Zum Laichen sucht sie gern flache Gewässer auf - und das kann auch ein Gartenteich sein. Wechselkröten sind selten, weil ihr Lebensraum immer mehr schrumpft. Sie sind streng geschützt.

Eine Kröte mit unregelmäßig angeordneten Flecken sitzt auf einem Stein.
Bildrechte: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen

Insekt des Jahres: Schwarzhalsige Kamelhalsfliege

Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege Venistoraphidia nigricollis mit ihrem langen Hals und den großen, klaren Flügeln ist ein lebendes Fossil. Schon zur Zeit der Dinosaurier sollen ihre Vorfahren genauso ausgesehen haben. Sie ist nicht besonders selten, aber trotzdem bekommt man sie kaum zu Gesicht. Sie bevorzugt Baumkronen in artenreichen Biotopen und lichten Waldgebieten als Revier.

Höhlentier des Jahres: Kleine Hufeisennase

Die Kleine Hufeisennase Rhinolophus hipposideros wird nur etwa vier Zentimeter lang. Breitet sie die Flügel aus, beträgt der Abstand nur 25 Millimeter. Die kleine Fledermaus lebt in Höhlen. Sie bevorzugt als Quartier frostfreie Höhlen in Karstgebieten. Zur Aufzucht der Jungen suchen die Weibchen gern Dachböden in warmen Gebäuden. In Mitteldeutschland kommt die Art vor. Sie ist streng geschützt.

Kleine Hufeisennase
Die kleine Hufeisennase fühlt sich in Höhlen am wohlsten. Bildrechte: imago/blickwinkel

Quelle: MDR Garten/anz; NABU