Nachhaltig und günstig Zimmerpflanzen vermehren und Ableger verschenken

Mini-Zimmerpflanzen aus eigener Zucht sind nachhaltige und günstige Geschenke für Weihnachten. Sie lassen sich aus Ablegern und Stecklingen von Zimmerpflanzen machen. Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, wie Zimmerpflanzen-Nachwuchs zum persönlichen Geschenk oder Mitbringsel wird.

Pflanzengeschenke
Wer ein nachhaltiges Geschenk sucht, kann Ableger oder Stecklinge seiner Lieblingspflanzen vermehren und verschenken. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Mini-Zimmerpflanzen als Geschenke

Kurz vor Weihnachten lassen sich noch kleine persönliche Mitbringsel und Geschenke aus Pflanzen vorbereiten. Viele Zimmerpflanzen lassen sich leicht vermehren oder übernehmen das sogar von selbst, indem sie Kindel bilden, also kleine Mini-Pflänzchen.

Die passenden Anzuchtgefäße

Als Gefäße eignen sich hohe Einmachgläser. Sie fungieren wie Mini-Gewächshäuser. In den geschlossenen Gefäßen trocknen die Pflanzen, die noch keine Wurzeln haben, nicht aus. Allerdings brauchen auch diese Pflänzchen Licht. Am besten stehen die Gefäße direkt am Ost-, West- oder Nordfenster. Alle zwei bis drei Tage sollten die Deckel geöffnet und die Gefäße gelüftet werden, damit darin nichts zu faulen oder schimmeln beginnt.

In Bildern Mini-Zimmerpflanzen vermehren und verschenken

Die Anleitung in der Bildergalerie zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Zimmerpflanzen vermehren und dekorativ verschenken.

Pflanzengeschenke
Nachhaltig und günstig: Statt unnötige Geschenke zu kaufen, können Sie Zimmerpflanzen vermehren und die Ableger verschenken. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Pflanzengeschenke
Nachhaltig und günstig: Statt unnötige Geschenke zu kaufen, können Sie Zimmerpflanzen vermehren und die Ableger verschenken. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Große Steine – unten Seramis, darüber Erde einfüllen
Gläser vorbereiten: Füllen Sie ganz unten größere Steine ein, darüber kommt eine Schicht Tongranulat. Erst dann wird Anzuchterde ins Gefäß gegeben. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
 Grünlilien-Ableger mit Stäbchen eindrücken
Dann wird der Ableger vorsichtig mit einem Stäbchen in die Erde gedrückt. Hier handelt es sich um ein Kindel einer Grünlilie. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Leicht Angießen
Gießen Sie die kleine Pflanze sanft an - zum Beispiel mit einer Ballbrause. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Knetmasse zum Kleben auf den Deckel kleben
Um das Glas zu dekorieren, wird Knetmasse verwendet. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Pflanzengeschenke – in die Knetmasse Naturmaterialien drücken
Kiefernzweige, Hagebutten, Nüsse, Samen und andere Naturmaterialien dienen als Deko und werden einfach in die Knetmasse gedrückt. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Steckling Schnitt unterm Nodium
Statt Zimmerpflanzen über Kindel zu vermehren, können Sie auch Stecklinge schneiden. Kappen Sie den jungen Trieb direkt unter einem Punkt mit Blattachseln, das heißt einem Nodium. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Steckling-Blätter bis auf zwei große Blätter entfernen
Bei Stecklingen (hier: Buntnesseln) müssen vor dem Einpflanzen alle Blätter bis auf zwei große entfernt werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Pflanzengeschenke in die Erde drücken
Auch beim Einpflanzen der Stecklinge können Sie ein Essstäbchen benutzen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Buntnesselstecklinge bewurzeln im Wasserglas und im Einmachglas
Buntnessel-Stecklinge lassen sich alternativ im Wasserglas bewurzeln. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Alle (10) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. Dezember 2022 | 08:30 Uhr

Die Anzuchtgefäße für die Mini-Pflanzen vorbereiten

Da bei den Gefäßen das Wasser nicht abfließen kann, braucht es eine Drainageschicht aus kleinen Kieselsteinen oder Bimskies. Tongranulat speichert Wasser und lässt aber noch ausreichend Luft an die sich bildenden Pflanzenwurzeln. Eine Schicht mit neuem Substrat bringt etwas Nährstoffe in den kleinen Glaskosmos. Zudem sehen die Schichten attraktiv aus. Die Kindel und Stecklinge wurzeln auch in reinem Tongranulat. Nach dem Einsetzen sollte immer gut angegossen werden.

Diese Pflanzen eignen sich zum Vermehren

Pflanzennachwuchs aus Kindeln gewinnen

Manche Pflanzenarten bilden von selbst Miniaturausgaben ihrer selbst. Lässt man ihnen Zeit, wachsen die Pflanzenkinder in der Obhut der Mutterpflanze heran. Erst wenn die Nachkommen kräftig aussehen oder sogar selbst Wurzeln gebildet haben, kann man sie von der Hauptpflanze trennen. Meist wachsen sie auch nach der Trennung von der Mutter zügig weiter.

Grünlilie (Chlorophythum comosum): Grünlilien sind die Zimmerpflanzen-Klassiker der Hobbypflanzenvermehrung. Sie bilden an langen Trieben junge Pflanzen mit kleinen Wurzeln aus. Wie an einer Nabelschnur werden die jungen Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Die Kindel bilden schnell Wurzeln.

 Grünlilien-Ableger mit Stäbchen eindrücken
Grünlilien sind unkomplizierte Zimmerpflanzen und lassen sich leicht vermehren. Sie sind daher gut für Anfänger geeignet. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Haworthia (Haworthia ssp.): Haworthien gehören zu den Sukkulenten. Sie sind in den Wüsten der Erde zuhause und kommen deshalb auch mit der lufttrockenen Wüste in den warmen Zimmern und langen Gießintervallen zurecht. Auch schlecht versorgte Pflanzen bilden neue Pflanzen aus den Wurzeln, den sogenannten Kindeln.

Lavendelähnliche, weiße Blüten einer Haworthia monticola.
Haworthia monticola bildet dekorative, weiße Blüten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die jungen Pflänzchen wachsen schnell zu gleichrangigen Pflanzen heran, so dass ihnen die Pflanzen-Wohngemeinschaft im Topf schnell zu eng werden kann. Nach dem Austopfen der Haworthien können sie leicht voneinander getrennt werden, da auch die neuen Pflanzen bereits ausreichend Wurzeln getrieben haben. Topfen Sie diese sukkulenten Pflanzen in Kakteenerde oder mischen Sie zur Blumenerde etwa ein Drittel Sand dazu. Alle Wüstenpflanzen - wie die Haworthien - sollten besser im offenen Glas heranwachsen.

Auch Ufopflanzen sowei viele Kalanchoen-Arten bilden Kindel aus.

Zimmerpflanzen 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Pflanzennachwuchs aus Stecklingen gewinnen

Buntnessel (Plectranthus scutellarioides): Die wunderschönen Blattschmuckpflanzen sind als Balkonpflanzen wieder in Mode gekommen. In der Vergangenheit kannte man sie als reine Zimmerpflanzen. Sie sind sehr wüchsig und entwickeln viele Seitentriebe. Aus kräftigen Trieben lassen sich leicht Stecklinge gewinnen.

Achten Sie darauf, dass die Stiele nicht zu weich und dünn sind, sonst könnten sie faulen. Entfernen Sie Blüten und einen Teil der Blätter. Nach etwa zwei bis drei Wochen zeigen sich die ersten Wurzeln. Buntnessel-Stecklinge bewurzeln ebenfalls in Wassergläsern.

Leicht aus Stecklingen ziehen lassen sich außerdem:

Dekorieren der Deckel: Verwendet wurde hier eine Knetmasse zum Kleben. Sie haftet gut auf allen glatten Untergründen. Indem man Deko-Elemente in die Knete hineindrückt, werden sie dauerhaft fixiert. Ein hübsch beschriftetes oder bestempeltes Etikett mit Standort- und Pflegetipps rundet das Geschenk ab.

Etikett stempeln und schreiben
Verzieren Sie das fertige Geschenk noch mit einem Etikett, auf dem Sie Standort- und Pflegetipps notieren. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

In Bildern Ufopflanze vermehren: Pilea-Ableger gewinnen und einpflanzen

Die unkomplizierte Ufopflanze lässt sich ganz einfach selbst vermehren: Ableger von der Zimmerpflanze abtrennen, bewurzeln lassen und einpflanzen. Fertig! So eine Mini-Pilea ist auch ein tolles und nachhaltiges Geschenk.

Kleiner Ableger einer Ufopflanze im Topf
Die Ufopflanze bildet schnell kleine Ableger, wenn sie sich in ihrem Topf wohl fühlt. Im Frühling, wenn die Zimmerpflanzen umgetopft werden, kann die Pilea über solche Mini-Pflänzchen vermehrt werden. Die Ableger lassen sich nach dem Austopfen einfach von der Mutterpflanze abtrennen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Kleiner Ableger einer Ufopflanze im Topf
Die Ufopflanze bildet schnell kleine Ableger, wenn sie sich in ihrem Topf wohl fühlt. Im Frühling, wenn die Zimmerpflanzen umgetopft werden, kann die Pilea über solche Mini-Pflänzchen vermehrt werden. Die Ableger lassen sich nach dem Austopfen einfach von der Mutterpflanze abtrennen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Vermehrung von Ufopflanze über Ableger
Die Pilea wird ausgetopft und vorsichtig auf die Seite gelegt. Nun kann ein Ableger abgetrennt oder mit einem sauberen, scharfen Taschenmesser herausgeschnitten werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Zwei Ableger der Ufopflanze mit und ohne Wurzeln
Manche Ableger haben noch keine Wurzeln gebildet (links), andere dagegen schon. Sind bereits Wurzeln gewachsen, kann die kleine Pflanze gleich in ein eigenes Töpfchen mit frischer Erde umgesetzt werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Ableger einer Ufopflanze in Wasserglas
Hat der Ableger noch keine Wurzeln, wird er in ein Wasserglas gestellt. Innerhalb von 14 Tagen wachsen an dem Pilea-Steckling in der Regeln Wurzeln. Das Wasser sollte regelmäßig erneuert werden, damit die Pflanze nicht schimmelt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Vermehrung der Ufopflanze über Ableger
Gärtnerin Brigitte Goss pflanzt einen bewurzelten Ableger ein. Die kleine Ufopflanze kann sie jetzt verschenken - oder den eigenen Zimmerpflanzen-Dschungel damit erweitern. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Kleiner Ableger einer Ufopflanze im Topf
Die Ufopfanze ist nicht ohne Grund so beliebt: Sie ist pflegeleicht, unkompliziert und sieht auf der Fensterbank schön aus. Ihre Blätter erinnen an kleine Ufos. Sie mag es weder zu trocken noch zu feucht. Der Standort sollte halbschattig sein - gerne mit Sonnenstunden am Morgen oder Abend. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Alle (6) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. März 2021 | 08:30 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. Dezember 2022 | 08:30 Uhr