Ein kleines Maedchen hält Geldscheine in den Händen
Kindergeld soll 2025 angehoben werden. Bildrechte: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose

Mehr Geld für Familien Kindergeld soll 2025 steigen

25. April 2024, 10:27 Uhr

Gute Nachricht für Familien: Ab dem kommenden Jahr soll es mehr Kindergeld geben. Das kündigte Bundesfinanzminister Christian Lindner im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland an. Weiter angehoben werden sollen dann auch der Grundfreibetrag und der Kinderfreibetrag in der Lohn- und Einkommensteuer.

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat eine Erhöhung des Kindergeldes im kommenden Jahr in Aussicht gestellt. Eine mögliche Zahl nannte er nicht. Für die genaue Höhe müsse man den Existenzminimumbericht im Herbst abwarten, sagte Lindner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das Kindergeld sei bereits 2023 "sehr stark und überproportional erhöht" worden, um Familien zu entlasten. Das sei ein großer Erfolg gewesen. Deshalb stehe aber erst 2025 die nächste Erhöhung an.

Auch Anhebung des Grundfreibetrags und des Kinderfreibetrags

Der FDP-Chef sagte, zusammen mit dem Kindergeld würden auch der Grundfreibetrag und der Kinderfreibetrag in der Lohn- und Einkommensteuer angehoben. Das Entlastungsvolumen bezifferte Lindner auf einen einstelligen Milliardenbetrag. Grund- und Kinderfreibetrag sollen rückwirkend zum Jahresanfang 2024 angehoben werden, das sei aus verfassungsrechtlichen Gründen nötig, hieß es. SPD und Grüne sind bislang noch gegen eine rückwirkende Erhöhung.

Ampel streitet um Kindergeld und Freibetrag

Eine Diskussion über Kindergeld und Kinderfreibetrag gibt es in der Ampel-Koalition schon länger. Lindner wollte bisher den Steuerfreibetrag für Kinder anheben, ohne gleichzeitig das Kindergeld zu erhöhen. Die SPD war dagegen. Sie argumentierte, dass so nur Familien mit hohen Einkommen entlastet würden.

Für Familien mit niedrigeren Einkommen ist das Kindergeld ausschlaggebend, vom Kinderfreibetrag profitieren sie nicht. Die FDP verweist darauf, dass mit der von ihr geforderten Erhöhung des Kinderfreibetrages nur die Erhöhung des Kindergeldes aus dem Jahr 2023 steuerlich nachgezogen werden solle.

Eltern bekommen automatisch entweder Kindergeld oder die Freibeträge für Kinder bei der Einkommensteuer. Das Finanzamt prüft, was für sie vorteilhafter ist. Der Freibetrag lohnt sich oft nur bei höheren Einkommen. Der Freibetrag wurde zum 1. Januar bereits von 6.024 Euro auf 6.384 angehoben und soll nach den Plänen des Finanzministeriums rückwirkend auf 6.612 Euro steigen. Das Kindergeld war im Jahr 2023 auf einheitlich 250 Euro pro Monat und Kind gestiegen.

Kinder aus einkommensschwachen Familien können neben dem Kindergeld auch einen Kinderzuschlag erhalten. 2024 war der Höchstbetrag wegen der Inflation deutlich gestiegen – von 250 auf 292 Euro. Damit bekommen Familien mit niedrigen Einkommen aktuell zusammen mit dem Kindergeld von 250 Euro insgesamt maximal 542 Euro im Monat für ihr Kind.

Gesetzentwurf zur Kindergrundsicherung

Das Kabinett hatte im September zudem einen Gesetzentwurf zur Kindergrundsicherung beschlossen. Die Einführung ist für das Jahr 2025 geplant. Wann der Bundestag jedoch abschließend über das Vorhaben beraten wird, ist unklar. Die Details des Vorhabens sind in der Ampel-Koalition weiter umstritten. Die FDP-Fraktion, aber auch die SPD hat zahlreiche Änderungen am Entwurf von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) gefordert. Kritik gibt es unter anderem daran, dass für die Einführung neue Verwaltungsstellen geschaffen werden sollen.

Die Kindergrundsicherung gilt als größte Sozialreform der Ampel-Koalition. Das Kindergeld, der Kinderzuschlag für einkommensarme Familien sowie die Sozialleistungen für Kinder sollen gebündelt werden. Zur Verwaltung sollen die Familienkassen bei der Bundesagentur für Arbeit zum Familienservice ausgebaut werden.

dpa, KNA, Reuters (das)

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. April 2024 | 09:05 Uhr

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