Robert Habeck
Bundesminister Robert Habeck stellt bei einer Pressekonferenz die Projektionsdaten bis 2030 vor. Bildrechte: picture alliance/dpa/Carsten Koall

Prognose Habeck: Deutschland kann Klimaziel für 2030 erreichen

15. März 2024, 12:40 Uhr

Klimaminister Robert Habeck hält das deutsche Klimaschutzziel für 2030 auf Grundlage aktueller Prognosen erstmals für erreichbar. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass der Ausstoß an Treibhausgasen um 64 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 sinken wird. Auch für 2023 hat Deutschland sein Klimaziel erreicht.

Klimaschutzminister Robert Habeck hält das deutsche Klimaschutzziel für das Jahr 2030 auf Grundlage aktueller Prognosen für erreichbar. "Deutschland ist auf Kurs – erstmals. Wenn wir Kurs halten, erreichen wir unsere Klimaziele 2030", erklärte der Grünen-Politiker am Freitag in Berlin. Der Grünen-Politiker sprach von einem Erfolg der Klimaschutzmaßnahmen der Ampel-Regierung. Allerdings: Ein Grund für sinkende Treibhausgasemissionen sei aber auch die schwache Entwicklung der Konjunktur.

Neue Daten des Umweltbundesamts gehen davon aus, dass der deutsche Ausstoß an Treibhausgasen um 64 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 sinken wird. Im Klimaschutzgesetz ist eine Minderung von mindestens 65 Prozent festgeschrieben.

Wenn wir jetzt weiter hart daran arbeiten und bis 2030 weitermachen, ist die Klimaneutralität 2040 zu erreichen.

Dirk Messner Präsident des Deutschen Umweltbundesamts

Ziele im Verkehrssektor erneut verfehlt

Das Umweltbundesamt erklärte, die Vorgaben der nächsten Jahre seien zu schaffen. "Mit Blick auf 2030 bin ich zuversichtlich, dass wir die nationalen Ziele einhalten können", sagte UBA-Präsident Dirk Messner. Das Bundesamt erwartet, dass Deutschland bis 2030 insgesamt 47 Millionen Tonnen CO2 weniger verbrauchen wird als gesetzlich vorgesehen. Beim Klimaschutz sei man bereits ein großes Stück vorangekommen. Das liege vor allem am schnelleren Ausbau erneuerbarer Energie wie Wind- und Solarstrom. "Wenn wir jetzt weiter hart daran arbeiten und bis 2030 weitermachen, ist die Klimaneutralität 2040 zu erreichen", sagte Messner.

Auch das Klimaschutzministerium begründet den sinkenden CO2-Ausstoß mit Fortschritten beim Klimaschutz und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Allerdings sei die Entwicklung in den einzelnen Sektoren unterschiedlich. In der Energiewirtschaft, der Industrie, der Landwirtschaft sowie im Bereich Abfallwirtschaft und Sonstiges würden die Ziele übererfüllt. Im Verkehrssektor werde die Zielmarke weiterhin verfehlt, auch wenn sich die Entwicklung gegenüber früheren Projektionen verbessert habe.

Kraftwerk mit großen dicken Türmen und aufsteigender Wolke, davor großes Windrad, in Dämmerung bei Sonnenuntergang, darauf in Farben des Bildes eingebettet kreisförmige Anordnung von Sternen als Symbol für EU 8 min
Bildrechte: imago/Westend61 (M), MDR
8 min

Europa möchte bis 2050 als erste Volkswirtschaft klimaneutral werden und hat sich weitere hohe Ziele gesteckt. Gibt's da sowas wie einen Fahrplan? Und ist der realistisch? Alexander Mayer im Gespräch mit Florian Zinner.

MDR KULTUR - Das Radio Mi 06.12.2023 16:10Uhr 07:36 min

https://www.mdr.de/wissen/audios/audio-eu-klimaneutral-beccs-ccs-cdr-dac-negative-emissionen-green-deal-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Klimaziel für 2023 erreicht

Für das vergangene Jahr hat Deutschland sein Klimaziel erreicht. Mit 673 Millionen Tonnen seien rund zehn Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen worden als im Jahr zuvor, teilten Klimaministerium und Umweltbundesamt mit. Das sei der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung 1990.

2023 minderte den Erhebungen zufolge insbesondere der Produktionsrückgang in der Industrie infolge der hohen Energiepreise den Ausstoß von Treibhausgasen. Außerdem wurde weniger Kohle verbrannt, und die Wirtschaft lief insgesamt schwächer. Bis 2030 wird prognostiziert, dass die Industrie sich wieder erholt und die Emissionen dennoch wegen Klimaschutzmaßnahmen weiter sinken werden.

Habeck: "Licht und Schatten"

Mit Blick auf die schwächere Wirtschaft sieht Habeck die Daten des Bundesumweltamts als "Licht und Schatten". Die Zahlen für 2023 seien "nichts, das man ins Schaufenster stellen kann".

Für Viviane Raddatz vom WWF Deutschland sind die Daten kein Grund zur Freude: "Denn der Blick auf die Ursachen offenbart: Hier schlagen sich politische und wirtschaftliche Krisen nieder, statt Wille zur Transformation und strukturelle Klimaschutzmaßnahmen in allen Sektoren."

Reuters/dpa/epd (jst)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 15. März 2024 | 09:30 Uhr

78 Kommentare

Britta.Weber vor 9 Wochen

Anita, Sie sind Lehrerin und ein solcher Beitrag, fern von der Realität und direkt aus dem Grünen Wortbaukasten, macht mir Angst.
Nochmal:
Niemand von den großen Playern isrt daran interessiert, was wir tun. Afrika trägt den Hauptteil an der Destabiliserung unserer Erde durch dieses gewaltige Bevölkerungswachstum. Wir der User Frank geschrieben hat: Anpassung ist angesagt mit Wissenschaft und Technik.

Anita L. vor 9 Wochen

@Lumberjack, und mir wäre lieber, die Menschen würden endlich mit diesem völlig an der Realität vorbeiwandernden eindimensionalen Denken aufhören. Bzw. auch, anderen, vielleicht weniger klugen Menschen einreden zu wollen, dass Leben eindimensional verliefe. Erstens sind die Klimaziele nicht "fiktiv", sondern faktisch festgeschrieben (vielleicht meinten Sie ja aber auch eigentlich "utopisch" statt "fiktiv"?), zweitens gehören Umwelt- und Klimaschutz zusammen und bedingen sich, dittens machen sich nur faule Menschen über Ziele und Vorhaben anderer lustig. Bisher waren aber auch immer genau diese Menschen jene, die später ziemlich bedröppelt dastanden. Sie wissen ja: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und wenn das die saubere Luft ist, weil die Kohlekraftwerke keinen Dreck mehr hineinpusten, dann wird diese sich doppelt freuen: weil man sie erstens noch/wieder atmen kann, ohne Asthma zu bekommen, und weil sie zweitens nicht unnatürlich aufgeheizt ist.

Anita L. vor 9 Wochen

Und manchen Menschen sind die engen Zusammenhang zwischen Umwelt, Lebensbedingungen, Ressourcen, Krieg um diese Ressourcen, Flucht/Vertreibung/Migration und allen damit verbundenen Problemen zu sehr bewusst, um sich mit dem Hinweis auf den "Weltfrieden" zurückzulehnen.

Mehr aus Politik

Mehr aus Deutschland