Nahverkehr Länder wollen Folgeangebot von 9-Euro-Ticket mittragen

Alle Länder haben sich dafür ausgesprochen, im neuen Jahr ein Folgeangebot des 9-Euro-Tickets mit zu tragen. Angesichts der hohen Energiekosten ist noch unklar, welchen Preis das neue Ticket haben wird.

Ein 9-Euro-Ticket für Juli 2022
Wie der Nachfolger des 9-Euro-Tickets aussehen wird, ist noch unklar. Klar ist: Das Ticket wird deutlich mehr kosten als nur 9 Euro. Bildrechte: dpa

Die Länder wollen einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets mittragen. Darauf verständigten sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern am Montag. Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Maike Schaefer (Grüne), teilte mit, dass das Angebot bis Mitte Oktober ausgearbeitet werden soll.

Eine junge Frau steht am Hauptbahnhof in München an einem Fahrkartenautomaten auf dem Werbung für das 9-Euro-Ticket zu sehen ist. 1 min
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Einzelheiten sollen auf der nächsten Konferenz in drei Wochen vereinbart werden

MDR AKTUELL Mo 19.09.2022 16:06Uhr 00:59 min

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Deutlich höhere Mittel von Bund für Nahverkehr benötigt

Schaefer sagte auch, die Länder würden zugleich erwarten, dass ein Nachfolger des 9-Euro-Tickets an die Anhebung der generellen Regionalisierungsmittel des Bundes gekoppelt sei. Mit diesen Bundesmitteln bestellen die Länder Leistungen bei den Verkehrsunternehmen.

Auch Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens forderte zusätzliche Regionalisierungsmittel vom Bund. Die FDP-Politikerin sagte dem MDR, vor der Einführung eines neuen Tickets sollte ein besseres Bus- und Bahnangebot gerade für den ländlichen Bereich geschaffen werden. Das werde vor allem in den Stadtstaaten anders gesehen. Es sei nun an ihr und den Minister-Kollegen aus stark ländlich strukturierten Ländern, zu verhindern, dass Geld für ein Ticket ausgegeben werde, von dem nur sehr wenige etwas hätten. Hüskens betonte, ein Nachfolger für das 9-Euro-Ticket sei ein Kraftakt für viele Länder: "Hier sind enorme Kostensteigerungen abzufangen. Wenn man mit dem Verkehrsverbünden spricht, hört man große Sorgen, wie die Finanzierung im Rest des Jahres laufen soll." Sachsen-Anhalt gebe schon heute pro Jahr bis zu 450 Millionen Euro für den ÖPNV aus.

Im Vorfeld der Beratung der Verkehrsminister hatte Brandenburgs Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) bereits gefordert, die Regionalisierungsmittel um rund 1,5 Milliarden Euro zu erhöhen. die derzeitigen rund 9,5 Milliarden Euro würden nicht ausreichen. Der Nahverkehr müsse attraktiver, zuverlässiger und schneller werden, um Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen, sagte Beermann. Durch zu geringe Mittel bestehe die Gefahr, dass der Nahverkehr ausgedünnt und Investitionen gestoppt werden müssten.

Wissing: Verständnis für Erhöhung der Regionalisierungsmittel

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) begrüßte es, dass die Länder nun mit dem Bund ein Folgeticket zum 1. Januar 2023 einführen wollten. Er äußerte Verständnis, dass die Länder angesichts der hohen Energiepreise eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel forderten. Das sei noch zu klären.

Die Ampel-Koalition im Bund hatte sich darauf verständigt, in einem nächsten Entlastungspaket jährlich 1,5 Milliarden Euro für ein bundesweites Nahverkehrsticket bereitzustellen – wenn die Länder mindestens ebenso viel geben. Ziel ist ein Preis zwischen 49 und 69 Euro im Monat. Das 9-Euro-Ticket hatte im Juni, Juli und August für jeweils einen Monat bundesweit Fahrten in Bus und Bahn ermöglicht.

dpa (pad)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. September 2022 | 08:13 Uhr

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