Ein Schild mit Aufschrift „Eingang geschlossen“ ist an der Tür der Filiale der Warenhauskette Galerie Karstadt Kaufhof in Köln zu lesen.
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Nach Signa-Pleite Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof stellt Insolvenzantrag

09. Januar 2024, 12:50 Uhr

Galeria Karstadt Kaufhof hat Insolvenz beantragt. Die Warenhauskette sucht nach der Pleite des bisherigen Mutterkonzerns Signa einen neuen Eigentümer und führt bereits Gespräche. Die Folgen der bereits dritten Insolvenz innerhalb weniger Jahre für die verbliebenen fünf mitteldeutschen Standorte sind unklar.

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat beim Amtsgericht Essen einen Insolvenzantrag gestellt. Wie das Unternehmen mitteilte, sucht es nach einem neuen Eigentümer. Gespräche mit potenziellen Investoren seien bereits angelaufen.

Zerschlagung von Galeria-Konzern nicht geplant

Galeria Karstadt Kaufhof erklärte, Ziel der Insolvenz sei die Fortführung von Galeria Karstadt Kaufhof. Der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus betonte, eine Zerschlagung des Konzerns sei nicht geplant.

Die Gewerkschaft Verdi erklärte, wünschenswert sei ein neuer Eigentümer, der Handelskompetenz mitbringe und Galeria als Ganzes erhalte.

Galeria-Chef: "Bisheriger Eigentümer Signa schädigt Galeria"

Kunden gehen in die Filiale der Warenhauskette Galerie Karstadt Kaufhof in Köln.
Die Geschäfte bei Galeria Karstadt Kaufhof liefen nach Angaben von Chef Olivier van den Bossche gut. Bildrechte: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Galeria-Chef Olivier van den Bossche sprach von einem Befreiungsschlag. Er verwies auf den insolventen bisherigen Eigentümer, die Signa-Gruppe. Diese alte Eigentümerstruktur schädige Galeria massiv, behindere das laufende Geschäft und schränke durch hohe Mieten und teure Dienstleistungen die künftige Entwicklungsmöglichkeit stark ein.

Dritte Insolvenz des Warenhauskonzerns innerhalb weniger Jahre

Unternehmer und Investor Rene Benko
Rene Benko Bildrechte: picture alliance/dpa | XAMAX

Für Galeria Karstadt Kaufhof ist es schon die dritte Insolvenz innerhalb weniger Jahre. Vorausgegangen war die Schieflage des Mutterkonzerns Signa des österreichischen Investors Rene Benko. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Unternehmen aus seiner Handels- und Immobiliengruppe Insolvenz angemeldet.

Durch die Signa-Pleite fehlen Galeria Karstadt Kaufhof 200 Millionen Euro für die geplante Sanierung. Das Geld sollte dem Vernehmen nach ab Februar in mehreren Tranchen bis 2025 fließen. Ob die Warenhauskette mit dem Geld rechnen kann, ist ungewiss.

Zukunft der mitteldeutschen Standorte ungewiss

Menschen laufen vor dem Warenhaus Galeria Karstadt Kaufhof in der Innenstadt von Leipzig.
Galeria Karstadt Kaufhof in der Innenstadt von Leipzig. Bildrechte: picture alliance/dpa | Waltraud Grubitzsch

Ungewiss ist damit auch die Zukunft der rund 15.000 Beschäftigten von Deutschlands letztem großen Warenhauskonzern. Galeria Karstadt Kaufhof betreibt aktuell 92 Warenhäuser.

In Mitteldeutschland sind es noch fünf Häuser – in Leipzig, Erfurt, Magdeburg, Dresden und Chemnitz. Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" stehen diese Standorte auf der Kippe. Bereits im vergangenen Jahr hatten Kaufhäuser in Dessau-Roßlau und Halle schließen müssen.

MDR, dpa, afp (mze, jsk)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Januar 2024 | 22:22 Uhr

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