Weg von Straße und Schiene Neue Transportwege: Luftschiff, Drohne, Hyperloop

Weg von Straße und Schiene und ab in die Luft oder in den Tunnel. Luftschiff, Drohne, Hyperloop: Forscher tüfteln an neuen Transportmitteln für den Güterverkehr. Was sich davon durchsetzen kann, muss die Zukunft zeigen.

Paket-Drohne
Drohnen eignen sich für Wege in schwer zugänglichen Gebieten. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Vision Transportluftschiff

Konzepte und Pläne für Transportluftschiffe ausschließlich zum Gütertransport gibt es seit den 1940er-Jahren. Marktreife hat keines der Modelle erlangt. Die Insolvenz der deutschen Cargolifter AG 2002 war der letzte große Fehlschlag in der Entwicklung von Transportluftschiffen.

Aktuell wird in den USA unter dem Projektnamen Aeroscraft an einem Frachtluftschiff gearbeitet und mit dem britischen Airlander soll ein Hybridluftschiff zum gleichzeitigen Transport von Personen und Gütern gebaut werden.

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung von Transportluftschiffen stellt der Auftriebsausgleich beim Entladen dar. Bisher ist das nur bei Aufnahme eines Gegengewichtes möglich, denn Luftschiffe sollten immer ausgeglichen schweben, was ohne Gegengewicht bei Entnahme des Transportgutes nicht möglich ist. Das Problem soll jetzt durch die Veränderung eines Helium-Luft-Gemisches beim Entladen gelöst werden.

Schulungs-Luftschiff der CargoLifter AG 2002 vor einer Montagehalle
Ein Schulungs-Luftschiff der CargoLifter AG 2002. Bildrechte: IMAGO / paulrose

Hyperloop: neuer Coup von Elon Musk?

Hyperloop ist ein innovatives Transportsystem für den Transport von Güter und Personen, das im Team von Elon Musk (Tesla, SpaceX, PayPal) entwickelt wird. Einfach ausgedrückt ähnelt es der Rohrpost. Einzelne Kapseln bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1.220 km/h in fast luftleeren Röhren. Die Kapseln, sogenannte Pods, werden von Elektromotoren angetrieben, haben keine Räder und werden durch Luftdruck vom Boden gehoben. Ein Pod soll bis zu zwölf Tonnen transportieren können. Hyperloops würden sich besonders für kleinere Transportmengen, die eilig zugestellt werden müssen, eignen. Ein bisher nicht gelöstes Problem bei der Entwicklung ist die Erzeugung eines stabilen Vakuums in den Röhren.

Erste Testfahrten – auf allerdings sehr kurzen Strecken und mit nur um die 170 km/h – gab es bereist. Allerdings ist die Weiterentwicklung und Inbetriebnahme eines solchen Systems mit enormen Kosten verbunden, da ein separates Röhrensystem für Güter- und Personentransporte über oder unter der Erde aufgebaut werden muss.

3D Animation eines Transportmittels
Bildrechte: imago images/Cover-Images

Cargo Sous Terrain Schweiz: ein Modellprojekt mit unterirdischem Tunnelsystem

Beim Schweizer System Cargo Sous Terrain handelt es sich um ein Gesamtlogistiksystem. Durch ein unterirdisches Tunnelsystem werden Städte mit Produktions- und Logistikzentren verbunden. Mit erneuerbaren Energien betriebene Fahrzeuge befördern mit 30 km/h Güter auf mehrspurigen Linien durch die Tunnel. Sie werden durch Induktionsschienen gelenkt. An den Decken der Tunnel ist ein Schienensystem montiert, an dem kleinere Güter in sogenannten Deckenförderern hängend mit 60 km/h transportiert werden können. Die einzelnen Fahrzeuge werden überirdisch beladen und können von einzelnen Anschlussstellen aus, sogenannten Hubs, über einen Lift in das Tunnelsystem eingesetzt werden. Die Auslieferung zum Endkunden wird durch umweltschonende Fahrzeuge über ein City-Logistik System erfolgen.

Die erste Teilstrecke soll 2031 in Betrieb gehen und Zürich mit Härkingen-Niederbipp verbinden. Bis 2050 soll ein ca. 500 km langes System entstehen. Auch bei Cargo Sous Terrain fallen durch den Tunnelbau hohe Investitionskosten an, weshalb dieses System sehr wahrscheinlich für Flächenstaaten nicht durchsetzungsfähig ist.

Transportloren von Cargo Sous Terrain
Die Idee: Mit erneuerbaren Energien betriebene Fahrzeuge befördern mit 30 km/h Güter auf mehrspurigen Linien durch unterirdische Tunnel. Bildrechte: dpa

Paketversand per Drohne

Drohnen finden bereits heute Anwendung im Gütertransport. Zeitkritische Waren, Medikamente, kleinere Pakete aber auch innerbetriebliche Transporte werden mit Drohnen zugestellt. Je nach Größe und Belastbarkeit werden Drohnen mit Batterien, Verbrennungsmotoren oder über Solartechnik betrieben.

Drohnen eignen sich nur für kleine Transporte auf kurzen Distanzen und für Wege in schwer zugänglichen Gebieten. Bereits heute nutzen Versandbetriebe und Paketdienstleister Drohnen. Autonome Flüge sind aufgrund geltender Gesetze bis jetzt kaum möglich. Ebenso können Drohnen aufgrund von Flugverboten nicht in urbanen Gebieten eingesetzt werden. Allerdings wird an Möglichkeiten zur Güterzustellung per Drohne in Städten aktuell geforscht, denn sie wären effizient und sehr kostengünstig.

Weizen-Ähren 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
6 min

Landwirte dürfen ihre Felder nur noch mit begrenzten Mengen Stickstoff düngen, gerade Weizen braucht aber sehr viel davon. In Halle wird mit Drohnen erforscht, welche Pflanzen den Dünger am besten aufnehmen.

Mo 29.06.2020 14:18Uhr 05:46 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/aktuell/weizenforschung-mit-drohne-102.html

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Video

+++ Verbesserungsansatz: Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe +++

+++ Möglichkeiten für die Optimierung bestehender Prozesse +++

MDR-Wirtschaftsredaktion

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Verkehr der Zukunft – Vorfahrt für's Klima? | 17. Mai 2022 | 20:00 Uhr

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