Eine junge Frau kämmt ihre lockigen Haare.
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Haarbruch Spliss: So vermeiden Sie brüchige Haarspitzen

Das Haar wirkt trocken und spröde, der Glanz fehlt: Spliss ist ein haariges Grauen. Was gegen kaputte Haarspitzen hilft und wie man Spliss richtig vorbeugen kann, erklärt Friseurmeister Sven Hentschel.

Eine junge Frau kämmt ihre lockigen Haare.
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Was ist Spliss?

Die Erklärung ist simpel und im wahrsten Sinne "Haarspalterei". Die Haarspitzen spalten sich auf und die Schuppenschicht löst sich Lage für Lage vom Haarkern ab. So hat ein Haar plötzlich zwei Enden, ist trocken, brüchig und glanzlos.

Die Ursachen

Um die Ursache zu verstehen, ist es wichtig, den Aufbau der Haarstruktur zu kennen. Das Haar ähnelt im Aufbau einem Baumstamm. Im Inneren befindet sich das Haarmark, welches von einer Cortex umhüllt ist. Diese besteht aus vielen kleinen Strängen die wiederum von einer schützenden Schuppenschicht umgeben sind. Und da diese hochsensibel (je nach Haarstärke und Zustand) auf äußere Einflüsse wie Hitze, chemische Substanzen und mechanische Beanspruchung reagieren, wird die Schutzschicht in Mitleidenschaft gezogen beziehungsweise zerstört. Dadurch liegen einzelne Haarstränge frei und spalten sich nach oben hin auf.

Hauptgründe für die Haaraufspaltung

blonde verknotete Haarsträhne
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Als Hauptursachen gelten hier thermische, mechanische oder chemische Belastungen der Haare. Auslöser sind zum Beispiel zu heiße Temperaturen beim Föhnen sowie beim häufigen Gebrauch von Glätteisen oder Lockenstab. Chemische Überanspruchung entsteht bei Färbungen, Blondieren und Dauerwellen. Hier reißt die Schuppenschicht extrem auf. Dadurch trocknet das Haar aus und wird brüchig.

Aber auch die falsche Haarlänge ist oft ein Grund für Spliss und totes Haar. Sind die Haare sehr fein und reiben diese sich an den Schultern oder Rücken und auch aneinander, werden Struktur und Spitzen verletzt. Und wie fast immer, ist ein guter Lebensstil, vitaminreiche Ernährung, wenig Stress und Beautypflege essentiell wichtig für gesundes Haar.

Wie beuge ich Spliss richtig vor?

Das richtige Shampoo: oft wird viel versprochen und wenig gehalten. Es empfehlen sich Produkte für strapazierte und trockene Haare (ohne Silikone). Sie stärken die haareigene Schutzschicht und versiegeln im Optimalfall.

Doch Vorsicht vor zu häufigem Waschen. Zwei- bis dreimal pro Woche reichen. Denn sonst wird die natürliche und vor allem pflegende Fettschicht vom Haar und der Kopfhaut gelöst und der Eigenschutz eingeschränkt.

Auffällige, schon sehr (aus)getrocknete Haare sind besonders sensibel und brauchen extrem viel Feuchtigkeit. Diese kann man durch regelmäßige Haarkuren, Haaröle (Arganöl) und Feuchtigkeitssprays zuführen und so das Splissrisiko minimieren.

Eine junge Frau fönt sich die Haare
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Haare richtig trocknen fängt nicht erst beim Föhnen an, sondern schon direkt nach dem Shampoonieren. Grobes Handtuchrubbeln verbuchen unsere Haare als Angriff! Sanftes ausdrücken und ein Turban verhindern Reibung und somit Strukturschäden. Danach ist Lufttrocknen natürlich das Optimum. Allerdings fehlt hier oft das Volumen und Sie brauchen viel Zeit – also zur Daueranwendung etwas unrealistisch. Bei allen anderen Methoden gilt: Hitze vermeiden! Also Haare an der Luft antrocknen, Hitzeschutz verwenden und gerade beim Föhnen auf den Abstand zum Haar achten. Wer Glätt- oder Lockeneisen/-stäbe verwendet, sollte dies nicht zu oft tun (max. 1 mal pro Woche). Ist schon Haarschädigung vorhanden, dann bitte erst reparieren. Wer mit einer Rundbürste föhnt, sollte das behutsam und mit einer Naturborstenbürste tun. Von Metallbürsten ist abzuraten. Sie verletzen das Haar oft durch nicht sichtbaren Grad am Metall.

Das richtige Kopfkissen

Raues Haar und raues Kopfkissen ist gleich Spliss! Auch hier ist zu viel Reibung die Hauptursache. Daher gilt: je besser und weicher der Bezug, umso intensiver der Schutz vor nächtlichen Strapazen. Tipp: Seide!

Anti-Spliss-Tipps

Eine Friseurin beim schneiden von aufgespaltenen Haaren (Spliss)
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Grundsätzlich gilt: Hat sich Spliss einmal seinen Weg in die Haare gebahnt, hilft fast immer nur die Schere! Traurig aber wahr!

Leider gibt es keinen Wunderkleber für gespaltene Haarspitzen, aber dafür einige Dinge die Sie in Ihrer Haarroutine gegen die "Haarspalterei" tun können.

  • Ein regelmäßiger pflegender Haarschnitt (ca. max. 2 cm) ist ein probates "Anti-Spliss-Mittel". Aller 3–4 Monate empfiehlt sich ein Besuch beim Stylisten des Vertrauens.
  • Keratinbehandlung: ein kleines Wundermittel beim Haarwiederaufbau. Hier werden über eine Keratin angereicherte Flüssigkeit die Haarfasern gestärkt und wieder aufgebaut. Denn Keratine sind Proteine, die den Grundbaustein für die Haarfasern bilden.
  • Anti-Spliss-Produkte wie Haaröle und Spitzenfluide können auch zur Vorbeugung eingesetzt werden. Diese schützen das Haar und halten die Spitzen geschmeidig. Ist allerdings der Spliss schon stark fortgeschritten, ist die Wirkung stark eingeschränkt. Da diese Produkte meist sehr reichhaltig sind, bitte äußerst sparsam einsetzen, da das Haar sonst sofort wieder schlaff wirkt.
  • Umwelteinflüsse wie Sonne, Wind, Chlor und Salzwasser schädigen unser Haar ebenfalls. Auch hier ist präventiver Schutz sehr wichtig. Sonnenschutzspray für Haar und nach dem Salzwasserbad mit klarem Wasser Rückstände ausspülen, helfen schon sehr gut. Und wer es mag, Basecap oder Hut sind optimal.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 12. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2019, 11:40 Uhr