FAQ FAQ zur Corona-Impfung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Zwei Corona-Impfstoffe sind derzeit in Deutschland zugelassen. Wie viele Corona-Impfungen wurden bereits durchgeführt? Wie komme ich an einen Impftermin in Sachsen, in Sachsen-Anhalt, in Thüringen? Aktuelle Zahlen und Fakten zum Corona-Impfstoff, zu den Voraussetzungen und zur Durchführung der Corona-Impfungen. Auch erfahren Sie hier, welche Nebenwirkungen es nach einer Corona-Impfung geben kann.

Im Landkreis Harz in einer Senioren Pflegeeinrichtung in Halberstadt (Seniorenzentrum Krüger) wurden die ersten Bewohner sowie das Pflegepersonal geimpft.
Seit Ende 2020 wird in Deutschland gegen das neuartige Coronavirus geimpft. Zwei Corona-Impfstoffe sind zugelassen. Bildrechte: dpa

Wie viele Menschen haben bisher den Corona-Impfstoff erhalten?

Der offizielle Start der Impfkampagne war in Deutschland am 27. Dezember 2020. Bis zum 13. Januar wurden 842.455 Impfdosen verimpft. Nach dem Willen der Bundesregierung soll diese Zahl weiter und mit wachsender Geschwindigkeit steigen. Das RKI veröffentlicht regelmäßig neue Daten zu den bereits erfolgten Impfungen.

Welche Impfstoffe gegen das Coronavirus sind zugelassen?

Bislang sind zwei Corona-Impfstoffe zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gab am 21. Dezember zunächst grünes Licht für den Impfstoff von Biontech und Pfizer. Die formelle Zulassung durch die EU-Kommission erfolgte kurz danach. In den USA und Großbritannien war das Serum im Rahmen von Notzulassungen zu diesem Zeitpunkt bereits genutzt worden. Seit 6. Januar ist außerdem der Corona-Impfstoff des US-Konzerns Moderna zugelassen.

Beide Impfstoffe sollen eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent haben.

Im europäischen Zulassungsverfahren ist zudem ein Impfstoff, der von der Universität Oxford und dem Pharmahersteller Astrazeneca entwickelt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen ist dieser Impfstoff etwas weniger wirksam, dafür aber speziell bei älteren Patienten verträglicher.

Zur Lagerung des Impfstoffs von Moderna ist laut Unternehmensangaben eine Kühltemperatur minus 20 Grad Celsius notwendig. Für das Vakzin von Astrazeneca sind zwei bis acht Grad ausreichend. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer muss demgegenüber gefroren, bei rund minus 70 Grad, gelagert werden. Die Aufbewahrung bei Kühlschranktemperaturen erleichtert die Logistik für flächendeckende Impfungen.

Auch in Mitteldeutschland laufen die Forschungen zu einem Impfstoff. Das Dessauer Unternehmen IDT Biologika musste seine Pläne zur Fertigung eines Impfstoffes nach schlechten Studienergebnissen nun aber anpassen. Ursprünglich sollte ein Impfstoff bis Ende 2021 zur Marktreife gebracht werden.

Global wird darüber hinaus nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an mehr als 100 Impfstoffen gearbeitet. Bei 48 Stoffen laufen demnach klinische Studien. In Russland und China wird sogar breit geimpft – ohne dass abschließende Studienergebnisse zu Sicherheit und Wirksamkeit der dort entwickelten Impfstoffe vorliegen.

Wie laufen die ersten Corona-Impfungen ab?

Da anfangs nur eine begrenzte Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung steht, ist eine Reihenfolge festgelegt worden, wer in Deutschland zuerst geimpft werden soll. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte dazu eine entsprechende Verordnung vor. Danach stehen über 80-Jährige in Senioren- und Pflegeheimen ganz oben auf der Prioritätenliste.

In der Verordnung sind drei Stufen festgelegt:

Höchste Priorität haben Menschen ab 80 Jahre sowie all jene, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet.

Zur Gruppe mit hoher Priorität zählen alle ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem sehr hohen oder hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen dürfen sich dann impfen lassen, dasselbe gilt für Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften.

Zur dritten Gruppe mit erhöhter Priorität gehören alle Menschen ab 60, stark Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index über 30, Menschen mit chronischer Nieren- oder Lebererkrankung, Patienten mit Immundefizienz und HIV-Infizierte, sowie Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Erfasst sind außerdem Krebs- und Asthmakranke sowie Menschen mit Autoimmun- oder rheumatischen Erkrankungen.

Zur Gruppe mit erhöhter Priorität gehören außerdem Mitarbeiter von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen, Streitkräften, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Justiz sowie dem Lebensmitteleinzelhandel. Hinzu kommen Menschen in prekären Arbeitsbedingungen wie etwa Saisonarbeiter.

Wo gibt es Impfzentren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen?

In Sachsen sind Impfzentren in jedem der zehn Landkreise sowie in den drei kreisfreien Städten zu finden. Mit dem Betrieb wurde das Deutsche Rote Kreuz (DRK) beauftragt. Impfwillige können das Impfzentrum selbst wählen.

Thüringen hat 29 Impfstellen eingerichtet - in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt. 14 Impfstellen sind bereits geöffnet, die andere Hälfte soll bis Ende Februar öffnen. In Thüringen organisiert die Kassenärztliche Vereinigung die Impfzentren. Zehn mobile Impfteams sollen etwa Senioren- und Pflegeheime versorgen.

In Sachsen-Anhalt haben alle elf Landkreise und die drei kreisfreien Städte eigene Impfzentren aufgebaut. Zusätzlich sollen mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheimen eingesetzt werden. 

Wie bekomme ich einen Termin für eine Corona-Impfung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thürigen?

In Sachsen hat die Anmeldung für individuelle Impftermine in den Impfzentren am 11. Januar begonnen. Die für das Land zuständige Impfseite unter sachsen.impfterminvergabe.de zu finden. Nutzer berichteten in den ersten Tagen von langen Warteschleifen. In naher Zukunft soll es Telefon-Hotline für Terminbuchungen geben (0800 0899098). Eine Impfung im Impfzentrum ist nur mit Termin möglich. Impftermine werden vorerst nur für Menschen mit der höchsten Impfpriorität vergeben.

Auch in Sachsen-Anhalt öffnen die Impfzentren am 11. Januar. Termine werden über die zentrale Internetseite impfterminservice.de oder die zentrale Telefonnummer (116 117) vergeben. Für die ersten Tage waren die Termine allerdings schnell vergeben. Mehrere Landkreise kündigten an, älteren Menschen bei der Terminvergabe für eine Corona-Impfung helfen zu wollen.

In Thüringen können seit dem 30. Dezember Impftermine online vereinbart werden. Dazu wurde das Portal impfen-thueringen.de freigeschaltet. Ab dem 4. Januar ist eine Terminvergabe auch telefonisch unter der Hotline (03643 4950490) möglich. Allerdings gab es zum Start Probleme – wegen eines Cyberangriffs war das Onlineportal für Impftermine in Thüringen überlastet.

Wie läuft die Corona-Impfung ab?

Verfügbarer Corona-Impfstoff wird zunächst an 27 Anlieferungszentren in den Bundesländern geschickt. Die weitere Verteilung ist Sache der Länder. Die regionalen und lokalen Impfzentren nehmen im Januar nach und nach ihren Betrieb auf.

Die Grafik einer Mitteldeutschland-Karte mit eingeziechneten Hauptstädten und über die Bundesländer verteilten Punkten. Darunter der Schriftzug: "Ein Impfzentrum pro Landkreis und kreisfreier Stadt." 1 min
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Wann werden andere Altersgruppen mit dem Corona-Impfstoff geimpft?

Laut Bundesgesundheitsministerium sollen bis zur letzten Februarwoche 2021 insgesamt 6.022.275 Impfdosen vorliegen. Für das gesamte erste Quartal wird mit elf bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet. Das bedeutet, dass die begrenzten Vakzine zuerst nur den genannten Personengruppen zur Verfügung stehen werden, die die höchsten Todesrisiken im Falle von Infektionen haben, eben Hochbetagte.

Sobald ein oder mehrere Corona-Impfstoffe in großem Umfang verfügbar sind und es auch geringere Hürden bei der Lagerung und dem Transport gibt, soll die zweite Phase beginnen. Dann soll die Impfung auch dezentral erfolgen, etwa in Arztpraxen.

Wann "normale" Menschen (ohne Vorerkrankungen und ohne "systemrelevanten Beruf") für eine Impfung in Frage kommen, ist noch nicht klar. Experten zufolge wird das sicher nicht vor dem Sommer der Fall sein. Skeptiker gehen gar davon aus, dass es bis Herbst dauern könne.

Gesundheitsminister Spahn hat wiederholt geäußert, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein "Impfangebot" machen zu wollen. Informationen zur nationalen Impfstrategie der Bundesregierung finden Sie hier.

Senken Virus-Mutationen die Wirkung des Corona-Impfstoffs?

Nach Angaben von Impfstoff-Forscher Torben Schiffner von der Universität Leipzig scheint die bisher bekannte Mutation N501Y keinen Einfluss auf die Wirksamkeit typischer Antikörper zu haben. Grundsätzlich sei es so, dass das Immunsystem mehrere Bereiche auf der Oberfläche des Virus angreifen könne, sodass eine gewisse Anzahl an Mutationen problemlos sein kann. Man müssen aber auch hier noch abwarten, bis es gesicherte Informationen gebe.

Wie das Coronavirus mutiert 1 min
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Was ist ein mRNA-Impfstoff?

Bei den am weitesten erprobten Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe. Diese Präparate basieren auf einer neuen Technologie. Der grundlegende Unterschied ist, dass diese Impfstoffe keine abgeschwächten oder abgetöteten Viren enthalten, sondern lediglich eine Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Die Anleitung wird in Form eines sogenannten mRNA-Moleküls in den Körper geimpft, wo dann die menschlichen Zellen selbst ein Eiweiß des Virus herstellen. Dies wiederum regt das menschliche Immunsystem zur Bildung von Abwehrstoffen an.

Teils wird die Sorge geäußert, mRNA-Impfstoffe könnten das Erbgut verändern. Fachleute halten solche Sorgen jedoch für unbegründet. "Eine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich", stellt etwa das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut fest.

Mit Blick auf die Sicherheit der mRNA-Impfstoffe ist ein weiterer Punkt wichtig: Obwohl bisher keiner dieser Impfstoffe für Menschen zugelassen ist, wurde die Technologie nicht erst im Zuge der Corona-Pandemie entwickelt. Einige Erfahrungen damit liegen bereits vor. Die Idee für diese Art von Impfstoffen stammt aus der immunologischen und infektiologischen Grundlagenforschung und aus der Krebsforschung. Ziel dabei ist es, den Körper zu einem Angriff auf Tumorzellen zu veranlassen, auch in diesem Bereich laufen bereits klinische Studien.

Was tut die Bundesregierung, um Corona-Impfstoff zu kaufen?

Deutschland erhält im Rahmen von Vereinbarungen der EU mit einzelnen Pharmaunternehmen sowie durch national ausgehandelte Verträge mit den Firmen Hunderte Millionen Impfdosen. Zunächst schloss die EU Verträge mit den Herstellern, wodurch andere Länder außerhalb der EU schneller Vereinbarungen schließen konnten und schneller an den Impfstoff kamen. Die Impfkampagne in Deutschland sei deswegen sehr langsam angelaufen, warfen Kritiker der Bundesregierung vor. Auch wird bemängelt, dass zu wenig Corona-Impfstoff bestellt worden sei. Bundesgesundheitsmininister Jens Spahn erklärte dennoch Mitte Januar, er halte bis zum Sommer ein Impfangebot für alle für möglich. Am 15. Januar gab der US-Pharmakonzern Pfizer bekannt, vorübergehend weniger Corona-Impfstoff nach Europa zu liefern. Grund für die Drosselung ist nach Angaben von Pfizer eine Umstellung der Produktion. Das Werk im belgischen Puurs werde umgebaut, um ab Mitte Februar mehr Impfdosen herzustellen zu können. Wie hoch die Ausfälle in den einzelnen Ländern sind, wurde nicht mitgeteilt.

Bereits vor Abschluss eines zweiten EU-weiten Vertrags mit Biontech/Pfizer haben Deutschland nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums folgende Mengen zugestanden:

  • Biontech/Pfizer: mindestens 60 Millionen Dosen über die EU sowie eine gesicherte Option auf weitere 30 Millionen Dosen national (wieviele Dosen für Deutschland sich aus dem zweiten EU-Vertrag ergeben, ist noch unklar)
  • Moderna: 50,5 Millionen Dosen über die EU, zusätzlich wird hier über zusätzliche Dosen national verhandelt
  • CureVac: mindestens 42 Millionen Dosen über die EU sowie eine Option auf 20 Millionen Dosen national
  • AstraZeneca: 56,2 Millionen Dosen über die EU
  • Johnson&Johnson: 37,25 Millionen Dosen über die EU

Der Dessauer Firma IDT Biologika sagte Spahn bereits die Abnahme von fünf Millionen Dosen des dort entwickelten Impfstoffs zu. Insgesamt kann Deutschland also 300,95 Millionen Impfdosen beziehen.

Warum sind Transport und Lagerung des Corona-Impfstoffs schwierig?

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer, der als erstes zugelassen wurde, ist besonders anspruchsvoll, was die Kühlung betrifft. So muss der Impfstoff bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden. Dafür wurden eigens Boxen entwickelt, die mit Trockeneis befüllt den Impfstoff bis zu 15 Tage lagern können. Aufgetaut kann er dann bis zu fünf Tage bei Kühlschranktemperatur zwischen zwei und acht Grad aufbewahrt werden.

Der vom US-Biotechnologieunternehmen Moderna entwickelte Impfstoff kann immerhin bei minus 20 Grad gelagert werden.

Wie oft benötigt man eine Corona-Impfung?

Die am weitesten erforschten Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca wurden nach Angaben der Unternehmen alle mit zwei Impfdosen getestet. Das bedeutet, dass sich Patienten im Abstand mehrerer Wochen zwei Mal impfen lassen müssten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfahl am 8. Januar, dass der Zeitraum zwischen beiden Impfungen nicht über 42 Tage ausfallen sollte. Beim Präparat von Astrazeneca lag beispielsweise ein Monat zwischen der ersten und der zweiten Dosis. Wie lange die Impfung dann immun macht, ist unklar. "Großartig" wäre eine Wirkung von zwölf Monaten, so Moderna-Chefmediziner Tat Zaks. Eine Kombination von Produkten unterschiedlicher Hersteller ist bislang nicht vorgesehen.

Was gibt es für Nebenwirkungen bei der Corona-Impfung?

Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca kam es nach Angaben der Hersteller während der Erprobung zu keinen ernsthaften Nebenwirkungen. Allerdings reagierten zwei Menschen in Großbritannien, die bereits zuvor durch Allergien anaphylaktische Schocks erlitten hatten, auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer mit starken Reaktionen. Die Ursache war noch nicht abschließend geklärt.

Der US-Konzern Moderna nannte konkret Müdigkeit, Muskelbeschwerden und Schmerzen am Einstichpunkt nach der zweiten Dosis.

Das Paul-Ehrlich-Institut, in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig, betont anhaltend, dass Präparate erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht würden. Bei aller Dringlichkeit bleibe die Sicherheit oberste Priorität. Auch nach Marktzulassung erfolge eine ständige Kontrolle zum Erfassen von Wirksamkeit und Nebenwirkungen. Daten würden dabei international zusammengefasst, so dass Nebenwirkungen schnell sichtbar würden, auch wenn sie erst bei einer sehr hohen Zahl von Impfungen auftreten.

Zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland sollen geimpfte Personen über eine App mögliche Nebenwirkungen melden können. Wie das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut am 22. Dezember mitteilte, steht die App für Android-Systeme und Apple zum Download bereit. Ohne ein solches Smartphone ist das auch online möglich.

Ist eine Corona-Impfung freiwillig?

Ja. Gesundheitsminister Spahn hat immer wieder unterstrichen, dass es keine Impfpflicht geben werde. Die Regierung setze auf Freiwilligkeit und Aufklärung. Spahn sagte: "Ich bin überzeugt, wenn wir gemeinsam diesen harten schwierigen Corona-Winter hinter uns gebracht haben, wird auch die Bereitschaft steigen, sich impfen zu lassen."

Niemand wird gezwungen, sich impfen zu lassen.

Angela Merkel, CDU Bundeskanzlerin

Was kostet die Corona-Impfung?

Nach Recherchen des Daten-Anbieters Statista kostet eine Impfdosis je nach Hersteller und Impfstoff umgerechnet bis zu 30 Euro. Der Preis des Impfstoffs von Pfizer und Biontech wird aktuell mit etwa 16,50 Euro pro Dosis angegeben. Eine Impfung von 80 Millionen Bundesbürgern mit zwei Dosen dieses Impfstoffs würde rechnerisch also über 2,6 Milliarden Euro kosten, den Aufwand für Transport, Lagerung und Verabreichung nicht eingerechnet.

Allerdings sind, wie oben beschrieben, sehr viele Impfstoffe in der Entwicklung. Die Kosten werden voraussichtlich schnell sinken. Der voraussichtliche Preis für eine Dosis des Impfstoffs des Pharmaherstellers Astrazeneca wird von Statista mit circa 3,30 Euro angegeben.

Wer bezahlt die Coronavirus-Impfung?

Für Bürgerinnen und Bürger in Deutschland wird die Impfung nach Angaben der Bundesregierung kostenlos sein – und zwar unabhängig von ihrem Versicherungsstatus. Der Bund bezahlt den Impfstoff. Die Länder tragen gemeinsam mit der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

Wird es einen eigenen Corona-Impfstoff für Kinder geben?

Zunächst nicht. Die Forscherteams konzentrieren sich aus mehreren Gründen auf die Entwicklung von Impfstoffen für Erwachsene. So sind Kinder im Gegensatz zu älteren Menschen momentan nicht am stärksten gefährdet. Sie erkranken nach bisherigen Erkenntnissen auch weniger stark als Erwachsene. Außerdem wäre es allein aus ethischen Gründen unverantwortlich, noch bestehende Risiken der Impfstoffe zunächst an Kindern zu erproben.

Wie viele Impfungen braucht es, um das Coronavirus zu stoppen?

Nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums müssten rund 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen und eine Ausbreitung des Virus weitgehend zu verhindern. Nach Einschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) müssten zwei Drittel der Bevölkerung immunisiert sein, um die Verbreitung des Coronavirus aufzuhalten.

Obwohl Impfstoffe nach einhelliger Ansicht einen großen Anteil zur Immunisierung leisten können, sind manche Experten skeptisch, was die Herdenimmunität anbelangt. Ob diese erreicht werden könne, hänge von mehreren Faktoren ab. Wie lange hält der Schutz durch die Impfstoffe? Stoppen die Impfstoffe lediglich die Erkrankung oder auch die Übertragung? Bieten die Impfstoffe allen Menschen den gleichen Schutz?

Insbesondere Infektionen der Atemwege seien mit Impfstoffen schwer vollständig zu blockieren, sagt etwa Bodo Plachter, stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie am Lehrkrankenhaus der Universität Mainz. Es könne durchaus sein, dass die Geimpften weniger Viren ausscheiden, das bremse die Pandemie.

Es ist aber eine falsche Annahme, dass man die Pandemie allein aufgrund der Impfung wird verhindern können.

Bodo Plachter, Virologe aus Mainz

Wie lange dauert es, die Menschen in Deutschland zu impfen?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut rechnet vor, dass bei 100.000 Impfungen am Tag 150 Tage nötig wären, um 15 Millionen Menschen zu impfen.

Matthias Schrappe, Internist an der Uni Köln, hat eine Kalkulation aufgestellt, bei der er von 60.000 Impfungen pro Tag ausgeht. Dann würde es rund tausend Arbeitstage – also vier Jahre – dauern, rund 60 Millionen der 83 Millionen Menschen in Deutschland zu impfen.

Wie wird der Corona-Impfstoff international verteilt?

Corona-Impfstoffe sollen nicht nur in wohlhabenden Ländern zur Verfügung stehen, sondern auch Menschen in den ärmeren Regionen der Welt. Darauf hat in Deutschland unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gedrängt. International verpflichteten sich etwa die G20-Staaten diesem Ziel. Der UN-Generalsekretär erneuerte die Forderung nach einer gerechten Verteilung Mitte Dezember.

Im Zentrum soll nach dem Willen von Kanzlerin Merkel die Impfstoffplattform Covax stehen. Covax will für eine faire und transparente weltweite Verteilung zukünftiger Impfstoffe gegen Covid-19 sorgen. Deutschland ist der Initiative im September beigetreten. Im Kern sieht das Projekt vor, dass die reichen Industrieländer den ärmeren Ländern den Zugang zu Impfstoff ermöglichen, finanziert im Zuge der Entwicklungsarbeit.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. November 2020 | 12:00 Uhr