Hauterkrankungen Wenn es um die Augenpartie juckt und zwickt

Gerötete, geschwollene oder verkrustete Stellen im Bereich der Augen können auf eine Infektion oder eine Allergie hindeuten. Keime und Umwelteinflüsse richten hier leichter Schaden an, weil die Haut rund um die Augen besonders sensibel und dünn ist.

Im Vergleich zum restlichen Körper besitzt die Haut rund um die Augen deutlich weniger Talgdrüsen und ist extrem dünn, erklärt Hautärztin Dr. Marion Krakor. Etwa 30.000 Mal am Tag blinzeln wir - dadurch sind Haut und Muskeln um die Augen ständig in Bewegung. Diese Region verliert deshalb schneller ihre Elastizität und Spannkraft. Die Mimik sorgt darüber hinaus für Knitterfältchen, wie man sie auch als "Krähenfüße" kennt. Mit dem Alter lässt zudem die stützende Funktion des Bindegewebes nach. Die Haut wird noch dünner und es schimmern die Blutgefäße durch, die Folge sind sichtbare Augenschatten.

Zu viel Sonne und Genussgifte vermeiden

Frau Dr. Krakor warnt mit Blick auf diese Augenpartie vor allem vor zu viel Sonne. Selbst bei wolkigem Himmel sollte man immer einen Lichtschutzfaktor auftragen, rät sie. Zudem empfiehlt sie, auch eine Sonnenbrille zu tragen, um die empfindliche Partie zu schützen. Ebenfalls schädlich für die sensible Haut sind Genussgifte durch Rauchen und Alkohol. Schlechter Schlaf tut sein Übriges. Wir könnten alle deutlich jünger aussehen, wenn wir diese Punkte reduzieren würden, ist sich die Leipziger Hautärztin sicher.

Hauterkrankungen rund ums Auge 

Hagelkorn (Chalazion): Ein Hagelkorn ist ein fester Knoten im Gewebe, der am Augenlid sitzt. Es entsteht, weil der Ausgang einer Talgdrüse verstopft. Das Hagelkorn ist zwar meist nicht schmerzhaft, führt aber zu einem unangenehmen Druckgefühl und behindert das Sehen. Oft fühlt sich die Stelle auch gerötet und warm an. Unbehandelt kann es zu einer Entzündungsreaktion kommen, die sich auf Augenlid und Bindehaut erstreckt. Erwachsene sind häufiger betroffen als Kinder.

Die Behandlung richtet sich danach, wie hartnäckig das Hagelkorn ist. Man kann es zunächst mit Wärme, etwa über eine Rotlichtlampe, versuchen. Auch feuchtwarme Kompressen können verabreicht werden. Wenn das nicht hilft, sollte man einen Augen- oder Hautarzt aufsuchen.

Gerstenkorn (Hordeolum): Es kann sowohl außen am Augenlid sitzen als auch innen. Das Gerstenkorn ist ein kleiner entzündlicher Knoten, der mit Eiter gefüllt ist. Dadurch entsteht ein unangenehmes Druckgefühl. Typisch ist, dass Gerstenkörner nach einiger Zeit aufplatzen und dass Eiter rausläuft.

Zur Linderung haben sich auch hier trocken-warme Rotlichtbestrahlungen bewährt. Meist heilt das Gerstenkorn von selbst ab. Breitet sich die Entzündung jedoch aus, kann die Bindehaut betroffen sein. In diesem Fall sollte man umgehend zum Arzt gehen. Je nach Schweregrad kann er Antibiotika verschreiben, in Form von Augentropfen, Augensalbe  oder Tabletten. Achtung: Ein Gerstenkorn ist ansteckend, weil Bakterien an der Entstehung beteiligt sind.

Hausmittel gegen ein Gerstenkorn: - Verklebungen mit warmem Olivenöl lösen
- Rotlicht gegen die Entzündung
- Kompressen mit Fenchel, Hamamelis, Ringelblume, Augentrost, Quark oder Grüntee mildern die Schwellung  

- Kompresse mit grünem oder schwarzem Tee oder Augentrost helfen gegen den Juckreiz

- Tinkturen mit Kamille, Teebaumöl, Lavendelöl oder Propolis können ebenfalls wirksam sein

Grießkorn (Milien): Das sind kleine weiße Knötchen, die an Grießkörner erinnern. Meist sitzen sie unter den Augen, an den Wangen oder im Schläfenbereich. Grießkörner sind eigentlich kleine Zysten, die an den Ausgängen der Talgdrüsen entstehen, weil abgestorbene Hautzellen unter der Haut abgekapselt werden. Die Grießkörner sind keine Hautkrankheit, sondern allenfalls ein optisches Problem, das in einem guten Kosmetikstudio vorsichtig entfernt werden kann.

Die Behandlung ist eher die Vorbeugung - indem man die Haut täglich gründlich reinigt. Ein zum Hauttyp passendes Peeling-Produkt kann das Abtragen von abgestorbenen Hautschüppchen unterstützen. Frauen, die zu Milien neigen, sollten auf das richtige Make-up achten, denn zu viel davon kann die Poren der Haut verstopfen.

Außerdem gilt, immer auf den Sonnenschutz achten. Denn UV-Licht verstärkt die Entstehung häufig. Der Wirkstoff Retinol, der punktuell auf die betroffene Augenpartie aufgetragen wird, hat einen leicht schälenden Effekt und kann Grießkörnern ebenfalls entgegenwirken.

Rosazea: Leiden Sie unter trockenen, brennenden, geröteten oder tränenden Augen? Dann könnte es sein, dass auch Sie an der Krankheit Rosazea leiden. Die genannten Anzeichen an den Augen können allein oder zusammen mit den Rosazea-Symptomen der Haut auftreten. Es handelt es sich um eine erblich bedingte, chronische Erkrankung der Talgdrüsen. Angeborene Immunstörungen scheinen die Entzündungen auszulösen, wobei fast ausschließlich das Gesicht betroffen ist. Junge Menschen bleiben davon meist verschont. Die Erkrankung beginnt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und verstärkt sich dann im höheren Alter. Frauen sind übrigens häufiger betroffen als Männer.

Die  Behandlung dieser Hautkrankheit gehört in die Hände von erfahrenen Dermatologen. Betroffene sollten UV-Einstrahlung unbedingt meiden, weil diese die Hautrötung zusätzlich anheizt. Als Hausmittel werden entzündungshemmende Inhaltstoffe wie Kamillenblütentee oder Aloe Vera empfohlen, die, als Kompressen aufgelegt, die Haut beruhigen. Oder es wird geraten, mit einem in erkalteten grünen Tee getauchten Tuch das Gesicht abzutupfen.   

Weißér Hautkrebs auf der Haut
Der "weiße Hautkrebs" ist der häufigste Hautkrebstyp. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Basalzellkarzinom: Der "weiße Hautkrebs" ist der häufigste Hautkrebstyp. Er kommt bei Männern und Frauen genauso häufig vor. Das Basaliom sieht anfangs oft aus wie ein kleiner Pickel und entsteht vorwiegend da, wo Sonne auf die Haut trifft, den sogenannten Sonnenterassen: am Kopf, Hals, Ohren, Nase und an den Händen.  Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 70 und 74 Jahren. Das Basaliom wächst sehr langsam, bildet meist keine Metastasen, kann aber groß werden und tief ins Gewebe einwachsen. Je eher es erkannt wird, desto weniger großflächig muss es herausgeschnitten werden.

Plattenepithelkarzinom: Das ist die gefährlichere Form des weißen Hautkrebses. Ab einer gewissen Größe kann er Metastasen bilden, vor allem in den Lymphknoten. Auch diese Form entsteht überwiegend an Stellen, die zu viel UV-Strahlung ausgesetzt wurden. Er kommt bei Männern häufiger vor als bei Frauen.

Melanom
Der schwarze Hautkrebs ist die bösartigste Form des Hautkrebses. Bildrechte: IMAGO

Melanom: Der schwarze Hautkrebs ist die bösartigste Form des Hautkrebses. Er kann auch im Gesicht oft mit den häufig auftretenden Altersflecken verwechselt werden.

Melanome sind aggressiv und streuen schnell. Haben sich Metastasen gebildet, ist die Erkrankung schwer in den Griff zu bekommen. Der schwarze Hautkrebs gehört bei Menschen zwischen 20 und 29 Jahren zu den häufigsten Tumoren. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 67 Jahren, bei Frauen bei 59 Jahren.

ABCD-Regel zur Erkennung des schwarzen Hautkrebses

  • A wie Asymmetrie: Auffällig ist ein Fleck, der in seiner Form nicht gleichmäßig rund oder oval geformt ist.
  • B wie Begrenzung: Ein Leberfleck sollte scharf und regelmäßig begrenzt sein. Eine unscharfe Begrenzung oder unregelmäßige Ausfransungen sind verdächtig.
  • C wie Colour (= Farbe): Hat ein Muttermal mehrere Farbtönungen, muss es genau beobachtet werden.
  • D wie Durchmesser: Ein Fleck, dessen Durchmesser größer als 2 mm ist, sollte beobachtet werden.

Allergisches Ekzem: Allergische Reaktionen kann man auf nahezu jeden dieser Stoffe entwickeln. Besonders natürlich auf jene, denen man häufig ausgesetzt ist. Bei einer Pollenallergie fängt es meist sofort an zu jucken und die Augen tränen. Hingegen kommt es bei einer Kontaktallergie oft erst beim zweiten oder dritten Kontakt mit dem Allergen zu einer Reaktion, die auch verspätet eintreten kann. Dadurch fällt es mitunter schwer, den richtigen Auslöser zu identifizieren. Der wichtigste Schutz ist, die Haut zu pflegen und alles zu meiden, von dem man weiß, dass es zu einer solchen Hautreaktion führt.

Pricktest
Durch einen Pricktest werden allergieauslösende Stoffe bestimmt. Bildrechte: imago/Revierfoto

Wenn Jucken und Brennen oder Lidrandentzündungen erstmals auftreten, kann das Kühlen mit feuchten Umschlägen, z.B. mit schwarzem Tee, Linderung verschaffen. Manchmal ist die Ursache klar, beispielsweise wenn eine Augencreme angewendet wurde und später die Augenpartie  brennt. In solchen Fällen gilt: sofort die Rückstände des auslösenden Stoffes von der Haut entfernen. Ist man sich nicht sicher, was zur Reaktion geführt hat, muss man beobachten und notieren, beispielsweise welche Seifen oder Kosmetik neu verwendet wurden. Hier ist dann ein Epikutantest beim Hautarzt zu empfehlen.

Pricktest spürt allergieauslösende Stoffe auf Bei einem Pricktest werden die wichtigsten Allergene an den Unterarmen aufgetragen. Das sind zum Beispiel Birke, Erle und Haselnuss, Schimmelpilze, Hund, Katze und Hausstaubmilben. Schon nach 15 Minuten ist das Ergebnis sichtbar: Bilden sich Quaddeln, wurde eine allergische Reaktion ausgelöst.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 02. Juli 2020 | 21:00 Uhr

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