Blick auf einen Abschnitt der A 14, nach erfolgter Verkehrsfreigabe.
Der Bau der A14 in Sachsen-Anhalt dauert voraussichtlich bis 2029. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Peter Gercke

Sachsen-Anhalt Verzug bei A14-Nordverlängerung: Lückenschluss wohl erst 2029

05. Januar 2024, 15:45 Uhr

Der Bau der Nordverlängerung der A14 in Sachsen-Anhalt dauert länger als geplant. Der Abschnitt bei Wolmirstedt im Landkreis Börde wird frühestens 2029 fertig – ein Jahr später als vorgesehen. Am Geld liegt das laut Projektentwicklerin nicht, sondern an umfangreichen Vorarbeiten.

Die A14 soll in Zukunft von Magdeburg Richtung Schwerin quer durch die Altmark führen – 2023 hat die Nordverlängerung der Autobahn in Sachsen-Anhalt weiter Gestalt angenommen. Nach der Freigabe von weiteren 15 Kilometern Mitte Dezember sind nunmehr 70 von 155 Kilometern des Lückenschlusses befahrbar. Der Autobahn-Bau in Sachsen-Anhalt geht also auch 2024 weiter, allerdings langsamer als ursprünglich geplant.

A14 im Verzug: Feldhamster und Grabungen würden bremsen

So wird das 11,5 Kilometer lange Stück zwischen Dahlenwarsleben und Wolmirstedt, für das Anfang Dezember 2023 offizieller Baustart war, voraussichtlich erst 2029 fertig. Ursprünglich war der Anschluss an die bisherige Autobahn nach Halle, inklusive Überführung über den Mittellandkanal, für 2028 geplant.

Als Grund für die Verzögerung nennt Silke Kinner, Projektleiterin der zuständigen Deutsche Einheit Fernstraßengesellschaft (Deges), umfangreiche Vorarbeiten. Dazu gehörten archäologische Untersuchungen, Kampfmittel-Beräumung, Leitungen umzuverlegen und die Umsiedlung einer Feldhamster-Population. Am Geld liege es nicht, beteuert die Projektleiterin.

Bei Stendal soll A14-Verkehr Ende 2025 rollen

Ähnliche ökologische und bautechnische Gründe führt Steffen Kauert mit Blick darauf an, warum es auch zwischen Stendal und Osterburg länger dauern wird. Dort sollte ursprünglich 2027 auf 24 Kilometern der Verkehr rollen. Nun spricht der Außenstellenleiter Magdeburg der Autobahn GmbH von Ende 2028.

Beide Gesellschaften ziehen bei der A14-Nordverlängerung an einem Strang. Während die Deges die Abschnitte im Land Brandenburg und im Norden Sachsen-Anhalts sowie den Anschluss an die bisherige A14 im Süden baut, ist die Autobahn GmbH für das Mittelstück zuständig.

Als Trostpflaster verweist Kauert auf die sechs Kilometer lange Strecke zwischen Lüderitz und Stendal, auf der bereits Ende 2025 der Verkehr rollen soll. Damit werde die neue Autobahn an die B188 und so an das Fernstraßen-Netz angebunden. Das bringe noch einmal eine deutliche Erleichterung für die Kraftfahrer. Die Bauarbeiten dort seien im Zeitplan. Bis Ende 2025 werde auf dem bereits fertigen Abschnitt bei Dolle auch eine einseitige Tank- und Rastanlage entstehen. Die Ausschreibungen dafür würden 2024 erfolgen.

2024 für Elbebrücke zwischen Osterburg und Seehausen entscheidendes Jahr

Die 17 Kilometer lange Strecke zwischen Osterburg und Seehausen-Nord und das knapp elf Kilometer lange Stück bis Wittenberge werden von der Deges gebaut. Für das größte Einzel-Bauwerk der gesamten A14-Nordverlängerung, an dem bereits seit 2020 gearbeitet wird, ist 2024 das entscheidende Jahr. "Im März ist der erste Schuss für die Elbebrücke vorgesehen", sagt die Projektleiterin. So werde im Fachjargon der Einschub der Brücken-Elemente bezeichnet.

Insgesamt seien 22 solcher Einschübe vonnöten, um die sieben vorbereiteten Segmente an Ort und Stelle zu bringen, erklärt Kinner. Grundvoraussetzung, dass dabei alles reibungslos klappe, sei die gute Schiffbarkeit der Elbe zu diesem Zeitpunkt.

Die 1.100 Meter lange neue Elbebrücke und das zwei Kilometer lange Stück bis zur Anschlussstelle Wittenberge sollen 2026 zeitgleich mit dem Anschluss nach Seehausen-Nord fertig sein. Der Baubeginn für diese acht Kilometer ist für das zweite Quartal 2024 vorgesehen. Anschließend muss die alte Elbebrücke an gleicher Stelle komplett ersetzt werden. Bis zur Gesamt-Fertigstellung voraussichtlich 2027 werde die neue Autobahnbrücke als Ausweich-Strecke für die Bundesstraße dienen.

A14: Für 18 Kilometer langen Abschnitt noch kein Baurecht

Für den 18 Kilometer langen Bauabschnitt zwischen Karstädt und Wittenberge im Land Brandenburg fehlt noch immer das Baurecht. Der Planfeststellungsbeschluss wird nach mehrfacher Verschiebung nun für Anfang 2024 erwartet. Sollte es keine Klagen dagegen geben, kann mit den Bau-Vorbereitungen begonnen werden. Silke Kinner rechnet mit einer reinen Bauzeit von drei Jahren und einer Fertigstellung im Jahr 2028.

Die gesamte A14-Nordverlängerung dürfte somit frühestens nach Anbindung an die bisherige Strecke Richtung Dresden 2029 durchgehend befahrbar sein. Der Lückenschluss zwischen den Autobahnkreuzen Magdeburg und Schwerin umfasst 155 Kilometer. Baustart war im November 2011. Die 26 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern und 11 Kilometer im Land Brandenburg sind bereits seit Jahren fertig. In Sachsen-Anhalt rollt inzwischen auf rund 30 von 97 Kilometern der Verkehr.

dpa, MDR (Daniel Salpius)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. Januar 2024 | 09:00 Uhr

11 Kommentare

Steffen2911 vor 15 Wochen

In solchen Zeiträumen werden in anderen Ländern ganze Städte gebaut. In Deutschland hat aber jeder kleine Hans Wurst noch was mitzureden. Von der ausufernden Bürokratie mal ganz abgesehen. Jedes Jahr neue Regeln und Gesetze, anstatt erst einmal alte abzuschaffen. Traurig

pwsksk vor 15 Wochen

Nein @ElBuffo, wie lange läuft die Planung? Das sind ca. 25 Jahre. Hier hat man und lässt sich von NABU und BUND auf der Nase rumtanzen. Was da allein mit diesen 3 Baumtänzern zugelassen wurde, war nur noch zum Abwinken. Ich sage nur Grüne in der Landesregierung. Auch das war Herr Haseloff mit.

pwsksk vor 15 Wochen

@ElBuffo, es ging mir nicht ums Geld, das sehen sie bestimmt. Und wenn unsere Straßen und Brücken so fortschrittlich wie in Japan wären, hätten wir diese Verschuldung bei dem Mißmanagement der Bundesregierung hier mindestens ebenso. Aber der wirkliche Absturz unserer Infrastruktur steht ja noch bevor.
Mir ging es aber eher um den Fleiß der Japaner, der für mich bestechend sein muß.
Ich habe mir auch oben die Grafik der Bauabschnitte der A14 angeschaut. Was da zu sehen ist, ist doch für ein Industrieland nur noch blamabel, ums vorsichtig auszudrücken.
Die Wiedervereinigung ist 30 Jahre her, richtig. Im ersten Jahrzehnt dieser konnten wir doch sehen, wozu "die Deutschen", natürlich mit Hilfe wirklicher Fachkräfte auch aus dem Ausland, in der Lage sind. Seit 10 Jahren geht doch aber infrastrukturell fast gar nichts mehr. Ich bin jahrelang auch täglich auf Autobahnen unterwegs gewesen. Das mit der A14 nördlich von Magdeburg ist nicht mehr normal.

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