Lydia Hüskens (FDP), Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt (4.vr)) schneidet mit Vetretern aus Wirtschaft und Politik das Band zur Verkehrsfreigabe des A14-Teilabschnitts Tangerhütte-Lüderitz durch.
Ein neuer Abschnitt der A14 ist freigegeben worden: Zwischen Tangerhütte und Lüderitz ist die Autobahn seit 14. Dezember 2023 befahrbar. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Peter Gercke

Weiteres Teilstück der Nordverlängerung A14 zwischen Tangerhütte und Lüderitz freigegeben

15. Dezember 2023, 15:42 Uhr

In Sachsen-Anhalt ist seit dem 14. Dezember 2023 ein neuer Abschnitt der A14 offen. An dem 15 Kilometer langen Autobahn-Teilstück zwischen Tangerhütte und Lüderitz wurde knapp fünf Jahre gebaut. Durch die Fertigstellung sind 70 Kilometer des 155 Kilometer langen Lückenschlusses zwischen Magdeburg und Schwerin befahrbar.

Am Donnerstagmittag ist ein neuer Abschnitt der Nordverlängerung der A14 zwischen den Anschlussstellen Tangerhütte (bei Dolle) und Lüderitz für den Verkehr freigegeben worden. Die 15 Kilometer lange Strecke durch die Altmark ist Teil der Nordverlängerung, die Magdeburg und Schwerin miteinander verbinden soll. Damit sind 70 Kilometer von insgesamt 155 Kilometern der Strecke befahrbar.

"Es wird verbunden, was verbunden gehört", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Daniela Kluckert, am Donnerstag mit Blick auf die Autobahn-Stücke sowie die Verbindung des mitteldeutschen Raums mit der Küste.

Baukosten gestiegen

An dem 14,8 Kilometer langen Teilstück der A14 wird seit August 2018 gebaut. Zuletzt waren die Kosten für den fast fertigen Abschnitt um 36 Prozent auf 170 Millionen Euro gestiegen. Anfangs waren 125 Millionen Euro an Baukosten für das Teilstück zwischen Tangerhütte und Lüderitz veranschlagt worden. Die Kostensteigerungen wurden den Angaben nach unter anderem durch den Krieg in der Ukraine verursacht.

Menschen stehen für ein Gruppenfoto auf einer Straße beisammen und halten Schilder mit Zustimmung zur Autobahn
Bei Lüderitz im Landkreis Stendal ist am Donnerstag ein weiteres Stück der A14-Nordverlängerung ans Netz gegangen. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Peter Gercke

Spatenstich für neuen Abschnitt bei Wolmirstedt

Die Arbeiten an der A14 sind noch lange nicht abgeschlossen. In Sachsen-Anhalt erfolgte Anfang Dezember der Spatenstich für einen weiteren Bauabschnitt in der Börde. Dort wird die Autobahn zwischen Dahlenwarsleben und Wolmirstedt fortgesetzt. Für den Bau sind insgesamt vier Jahre vorgesehen.

Der geplante Abschnitt ist rund 11,5 Kilometer lang und schließt an die Strecke an, die bereits Dresden und Magdeburg verbindet. Der nun eröffnete Abschnitt zwischen Lüderitz und Tangerhütte befindet sich nördlich der neuen Baustelle.

Fast 100 Jahre Planung

Bereits in den 1930er-Jahren war eine Autobahn geplant, die den wirtschaftsstarken mitteldeutschen Raum mit den Häfen an der Küste verbindet. Die Strecke sollte von Leipzig über Halle und Magdeburg, wo sie über ein Autobahnkreuz an die 1935 eröffnete, heutige A2 angebunden werden sollte, Richtung Hamburg führen. Erste Arbeiten waren bereits in Angriff genommen. Der Abschnitt von der Anschlussstelle Peißen bis Leipzig Ost wurde 1936 fertiggestellt. Der Krieg unterbrach Arbeiten und Planungen. Auch zu DDR-Zeiten sollte es eine Autobahn von Magdeburg nach Halle geben.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Thema A14 wieder aktuell. Auf neu projektierter Linie wurde zwischen 1994 und 2000 die Autobahn von Halle/Peißen bis Dahlenwarsleben gebaut, um die Strecke später Richtung Hamburg weiterzuführen. Am 1. Juli 2004 wurde der Bau der A14-Nordverlängerung vom Deutschen Bundestag beschlossen.

Die Baustelle an der Autobahn A14 bei Lüderitz. Die A14-Nordverlängerung wächst.
Im April 2022 sah es auf dem Abschnitt bei Lüderitz noch deutlich nach Baustelle aus. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Peter Gercke

A14-Nordverlängerung: Viele weitere Baustellen

Für den Ausbau der Nordverlängerung der A14 ist noch lange kein Ende in Sicht. Rund 85 Kilometer der Strecke zwischen Magdeburg und Schwerin sind noch nicht für den Verkehr freigegeben. Derzeit laufen die Vorbereitungen für zwei Bauabschnitte zwischen Stendal, Osterburg und Seehausen. Zwischen Seehausen und Wittenberge wird bereits gebaut. Die Strecke könnte bereits 2026 öffnen.

Auf einem weiteren Bauabschnitt zwischen Wittenberge und Karstädt läuft laut einem Sprecher der Autobahn GmbH derzeit noch das Planfeststellungsverfahren zur Baurecht-Schaffung.

Arbeiten für die neue Elbebrücke im Zuge der A14-Nordverlängerung auf der nördlichen Flussseite bei Wittenberge.
Weiter nördlich wird bereits an der Elbquerung bei Wittenberge gearbeitet. Bildrechte: picture alliance/dpa | Wolfgang Benndorf

Ausbau umkämpft, starke Verzögerungen

Die Nordverlängerung der A14 ist von Beginn an heftig umstritten. Zwar waren laut einer repräsentativen Umfrage im Jahr 2011 rund 90 Prozent der Bewohner der Altmark für den Ausbau der Autobahn. Umwelt- und Klimaschützer protestierten allerdings wiederholt gegen den Ausbau der Autobahn. Durch Klagen und Fehler bei Planungen kam es zu weitreichenden Verzögerungen. Die veranschlagten Gesamtkosten für den Ausbau der A14 sind um 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Statt bei 700 Millionen liegen sie inzwischen bei 1,9 Milliarden Euro.

Ursprünglich sollte die Nordverlängerung im Jahr 2020 fertig sein. Die neuen Kalkulationen gehen von 2030 aus.

Mehr zum Thema: Ausbau der A14 im Norden von Sachsen-Anhalt

MDR (Leonard Schubert, Maren Wilczek), dpa | Erstmals veröffentlicht am 24.11.2023

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. Dezember 2023 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

ElBuffo vor 20 Wochen

Immerhin führt die Autobahn weiter am Ort vorbei als die Bundesstraße, über die sich bisher der Verkehr quält. Die Ampel hat da sicher auch nicht zu weniger Lärm beigetragen. Insofern wird man froh sein, wenn alles mal fertig ist.

Basstian vor 20 Wochen

Eben, dieser brutale Lärm verseucht und zerstört die ländliche Idylle beidseits der Piste jeweils in einem mindestens fünf Kilometer breiten Streifen. Damit man bspw. den Joghurt effizienter und schneller von Bayern an die Ostsee karren kann, und die deutschen Kartoffeln zum Schälen nach Italien. Baukosten sind gestiegen: Sehr gut. Sie sollen so hoch steigen, daß die Verlärmung, Technisierung und Betonierung der Landschaft aufhört. Leider ist es ein Trugschluß, zu glauben, die Lebensqualität steigt proportional zu den zurückgelegten Tonnen- und Personenkilometern. Das sinnvolle Maß ist längst überschritten. Wo es noch ruhig ist, geben Flugzeuge oder Windkraftanlagen mir den Rest.

geradeaus vor 20 Wochen

Alle Achtung. Bei ~350 Einwohnern eine Grundschule mit Sportplatz, einen Friseur, Kegelhalle und Sozialstation. Und natürlich die Feuerwehr.

Also das ist bemerkenswert. Auch das im Video, das mal wieder toll ist, kein Kopfsteinpflaster zu sehen ist außer mal auf ner privaten Fläche beeindruckt mich besonders.

9 Einwohner pro km² und dann all diese Qualitäten. Hut ab.
Bei mir sinds ~4200 pro km²

Das Einzige was mich negativ stimmt ist die "brutale" Nähe zur Autobahn. Also Lärm. Jedoch haben sich die Menschen dort wahrscheinlich damit abgefunden und leben sehr gut damit. Freut mich.

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