Das "Schweinehochhaus", aufgenommen am 12.03.2015 in Maasdorf (Sachsen-Anhalt).
Das Schweinehochhaus in Maasdorf ist nicht mehr in Betrieb. Die Betriebserlaubnis ist ausgelaufen. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance / dpa | Peter Endig

Bundesweite Schlagzeilen Schweine-Hochhaus in Maasdorf außer Betrieb: Genehmigung ausgelaufen

26. Oktober 2023, 10:56 Uhr

Das Schweine-Hochhaus in Maasdorf darf nicht mehr zur Schweinezucht genutzt werden. Die Betriebserlaubnis ist ausgelaufen und das Aus somit besiegelt. Die Mastanlage geriet bundesweit in die Schlagzeilen, da dort unzumutbare Bedingungen für die Tiere herrschten. Wie es mit dem sechsstöckigen Betonklotz weitergeht, steht noch nicht fest.

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Tierschützer sind erfreut über das endgültige Ende des sogenannten Schweine-Hochhauses in Maasdorf bei Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld). Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. erklärte die Kampagne gegen die Anlage für beendet. In einer Mitteilung heißt es, für viele sei das Schweine-Hochhaus das Symbol der Massentierhaltung geworden.

Der Profit sei einzig auf Kosten der Tiere gegangen, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro. Die Tier-Rechts-Organisation hatte zwischen 2013 und 2018 nach eigenen Angaben mehrfach Bildmaterial aus der Anlage veröffentlicht und auf die Misstände aufmerksam gemacht.

Betriebserlaubnis ausgelaufen

Das kontroverse Schweine-Hochhaus in Maasdorf bei Köthen darf nicht mehr zur Schweinemast genutzt werden. Das teilte das Landesverwaltungsamt MDR SACHSEN-ANHALT mit. Die Betriebserlaubnis für das sechsstöckige Gebäude sei erloschen, das Aus damit besiegelt.

Die emmissionsschutz-rechtliche Genehmigung sei ausgelaufen, hieß es. Auch das Deutsche Tierschutzbüro geht davon aus, dass der Betreiber die umstrittene Mastanlage aufgegeben hat. Laut Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist noch unklar, was mit dem Gebäude passiert. Der Betreiber habe es gesichert.

Gemeinsam mit seinen Unterstützern protestiert der Gründer des Deutschen Tierschutzbüros, Jan Peifer (vorn), am 21.09.2016 vor dem Amtsgericht in Köthen.
Bildrechte: picture alliance / dpa | Hendrik Schmidt

Tierschützer veröffentlichen Videos

Für bundesweite Schlagzeilen sorgte der Mastbetrieb im Jahr 2018. Das Deutsche Tierschutzbüro hatte damals die Zustände in der sechsstöckigen Zuchtanlage öffentlich gemacht. Die Videos zeigen Ferkel und Sauen, die erschlagen, getreten und misshandelt werden. Zu der Zeit lebten dort etwa 3.000 Schweine.

Modernisierung gescheitert

Bei einer Kontrolle im Anschluss wurden verschiedene Mängel festgestellt. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau ermittelte wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Der Betreiber kündigte daraufhin an, die Anlage modernisieren zu wollen. Dies geschah nicht. Die Anlage steht seit 2018 leer.

In dem Schweine-Hochhaus wurden Ferkel auf mehreren Etagen gezüchtet. Es ist das einzige seiner Art in Europa. Das Haus war in den 1960er-Jahren mit Hilfe der Sowjetunion als DDR-Prestigeobjekt für moderne Tierhaltung errichtet worden.

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MDR (André Damm, Andrea Iffert, Sebastian Gall)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 24. Oktober 2023 | 14:00 Uhr

2 Kommentare

lk2001 vor 38 Wochen

Der Bau steht in 20 Jahren noch, genauso wie die hunderten anderen Industrieruinen. Wenn sich keiner findet der für das Stück Land mehr bezahlt wie der Abriss kostet wird nicht passieren.

ElBuffo vor 38 Wochen

Scheint ja nun auch niemand zu vermissen. Also abreißen und alternativ ein paar WKA oder Solarzellen hinstellen.

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