Naumburg Aus des Spaßbads Bulabana gefährdet Wasserrettung

Ende März soll das Spaßbad Bulabana in Naumburg schließen. Damit verschwindet nicht nur eine Freizeiteinrichtung und ein Bad zum Schwimmenlernen. Auch die Wasserrettung schlägt Alarm, weil sie eine Trainingsstätte zu verlieren droht.

Ein Rettungsring schwimmt auf dem Wasser
Auch Wasserretter benötigen Schwimmbecken. Mit dem Bulabana würde eine wichtige Möglichkeit wegfallen. Bildrechte: dpa

Das Aus des Spaßbades Bulabana in Naumburg gefährdet auch die Arbeit der Wasserrettung. Denn das Sportbecken nutzt neben der DRK Wasserwacht auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Saale-Unstrut für Training und Prüfungen. DLRG-Sprecherin Ines Hackbarth sagte MDR SACHSEN-ANHALT, mit der Schließung des Bades falle eine Trainingsstelle weg, was langfristig die Lizenzen gefährde. "Die Lizenzen müssen aller zwei Jahre erneuert werden", so Hackbarth. Ohne könne kein Wasserrettungsdienst mehr einsatzfähig sein.

Interessengemeinschaft kämpft für Erhalt des Bades

Am Mittwoch wollen die Wasserretter und andere betroffene Vereine in Naumburg demonstrieren. Die "Interessengemeinschaft Bulabana" will den Druck auf die Politik erhöhen, das Bad doch erhalten zu können. Stadt und Landesregierung stehen vor der Aufgabe, einen Investor zu finden und gegebenenfalls Fördermittel einzuwerben, um eine Sanierung des Bades finanzieren zu können. Das Spaßbad Bulabana wird Ende März nach 22 Jahren geschlossen. Es macht seit Jahren Verluste.

Hintergrund: Wasserretter-Ausbildung bei der DLRG Bei der DLRG können Kinder schon mit zehn Jahren "Juniorretter" werden, wenn sie bereits das Deutsche Schwimmabzeichen in Gold besitzen.

Die weitere Ausbildung ist in die Rettungsschwimmabzeichen "Bronze" (Mindestalter 12 Jahre), "Silber" (15 Jahre) und "Gold" (16 Jahre) gestaffelt – die jeweils theoretische und praktische Prüfungen beinhalten. Für das Gold-Abzeichen müssen etwa verschiedene Tauch- und Schwimmaufgaben erfüllt werden, unter anderem 100 Meter Schwimmen in maximal 1:40 Minuten.

Die angehenden Rettungsschwimmer, die sich entscheiden, später beispielsweise im Wachdienst an der Küste oder an Badeseen zu arbeiten, können sich bei der DLRG zusätzlich für den Wasserrettungsdienst ausbilden lassen. Um mit dieser Zusatzausbildung zu beginnen, brauchen sie mindestens das "Silber"-Abzeichen. dpa, DLRG

MDR (Attila Dabrowski, André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. Januar 2023 | 07:00 Uhr

1 Kommentar

DermbacherIn vor 1 Wochen

Da haben wohl die Verantwortlichen die das Bad schließen wollen, wohl viel zu kurz gedacht, sollte Frau nicht immer die gesamten Auswirkungen des eigenen Handelns beurteilen?

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