Das MEG-Werk in Leißling.
96 Stunden dauerte der Ausstand bei der MEG in Leißling und Jessen. Bildrechte: MDR/Alexander Kühne

Gericht entscheidet Getränkehersteller MEG: Notdienst muss auch bei Streik arbeiten

13. Februar 2024, 17:49 Uhr

Am Dienstagmorgen endete der Streik des Getränkeherstellers MEG an den Standorten Leißling und Jessen. Das Arbeitsgericht Halle hat den Warnstreik zuvor eingeschränkt: MEG muss aus technischen Gründen einen Notdienst einrichten. Nach Einspruch der Gewerkschaft bestätigte das Gericht am Dienstag den Beschluss. Die Gewerkschaft will Berufung einlegen.

Der 96-stündige Warnstreik beim Getränkehersteller Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke (MEG) ist am Dienstagmorgen zuende gegangen. Das Arbeitsgericht hat derweil auch nach mündlicher Verhandlung den Beschluss bestätigt, dass ein Notdienst bei der MEG in Sachsen-Anhalt eingerichtet sein muss, erklärte ein Justizsprecher am Dienstag. Die Gewerkschaft wolle laut einem Gerichtssprecher gegen das Urteil Berufung einlegen.

Die Notdienstverordnung gilt noch bis zum Freitag, den 16. Februar. Die Gewerkschaft müsse zudem die Prozesskosten in Höhe von 600 Euro tragen.

Trotz Warnstreik: Gewerkschaft muss Notdienst einrichten

Ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt hatte auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT den Notdienst mit technischen Hintergründe erklärt. Mindestens eine der Produktionslinien müsse laufen, damit die Kläranlage des Betriebs keinen Schaden nimmt.

Zuvor hatte sich der Tarifstreit mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zugespitzt. Nachdem der Warnstreik durch die Gewerkschaft bis Dienstagmorgen verlängert worden war, hatte am Montag das Arbeitsgericht Halle interveniert und einen Notdienst angeordnet. Zunächst hatte das Arbeitsgericht ohne mündliche Verhandlung am Montag den Beschluss erteilt. Der Einspruch der Gewerkschaft wurde am Dienstag abgelehnt.

NGG fordert mehr Gehalt und freie Tage

Die Beschäftigten an zwei Standorten der MEG in Sachsen-Anhalt, dem Werk in Leißling im Burgenlandkreis sowie in Jessen im Landkreis Wittenberg waren am Freitag in den Streik getreten. Nach eigenen Angaben hatte der Arbeitgeber eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 Stunden auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich angeboten.

Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, die Beschäftigten in Sachsen-Anhalt bei längerer Arbeitszeit schlechter zu bezahlen als die Kollegen in den alten Bundesländern. Am Dienstag soll es nach Gewerkschaftsangaben erneut Gespräche mit dem Verband der Ernährungswirtschaft geben.

NGG: Letzte Gesprächsrunde war ernüchternd

NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig erklärte während des Streiks, die letzte Gesprächsrunde mit MEG sei ernüchternd gewesen. Die Beschäftigten würden immer noch viel weniger Gehalt im Monat bekommen und zudem 104 Stunden mehr im Jahr arbeiten als in Schwesterbetrieben in einigen alten Bundesländern. Die Zuschläge seien geringer, es gebe weniger Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie weniger freie Tage.

Das MEG-Werk in Leißling.
Die Zentrale von MEG in Sachsen-Anhalt befindet sich in Leißling. Bildrechte: MDR

MEG ist Teil des Lebensmittelherstellers "Schwarz Produktion", der Lidl und Kaufland beliefert. In Sachsen-Anhalt produziert das Unternehmen mit Zentrale in Weißenfels in Leißling und Jessen mit etwa 900 Beschäftigten.

dpa, MDR (Engin Haupt, Julia Heundorf, Linus-Benedikt Zosel, Fabienne von der Eltz, Mario Köhne, Hanna Kerwin) | Erstmals veröffentlicht am 09.02.2024

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Februar 2024 | 06:30 Uhr

1 Kommentar

ste-ker vor 2 Wochen

...an die damen und herren die dort arbeiten....ICH BIN BEI EUCH....HALTET DURCH UND ZWINGT SIE IN DIE KNIE !!!!!!
..kenne übrigens den geschäftsführer persönlich...LG Hr. Da........

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