Karamba Diaby
Karamba Diaby will sich auch in Zukunft nicht einschüchtern lassen. (Archivbild) Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Ronny Hartmann

Nach Brandanschlag Wahlkreisbüro von Karamba Diaby wiederöffnet

Andrea Iffert, MDR SACHSEN-ANHALT

19. Dezember 2023, 20:01 Uhr

Monatelang war das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby (SPD) nach einem Brandanschlag geschlossen. Der Täter wurde inziwschen verurteilt. Nun ist das Büro in Halle wiedereröffnet worden.

In Halle ist am Dienstag das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby (SPD) neu eröffnet worden. Es befindet sich in der Großen Märkerstraße. Das Büro war sieben Monate lang nicht nutzbar, nachdem Anfang Mai ein Brandanschlag darauf verübt worden war. Passanten hatten den Täter damals bis zum Eintreffen der Polizei festhalten können. Anlässlich der Neueröffnung am Dienstagabend sagte Diaby: "Ich habe mich so darauf eingestellt, dass meine Arbeit weitergeht. Das ist das Erste. Zweitens steht die Entscheidung, dass wir uns nicht einschüchtern lassen."

Karamba Diaby

Karamba Diaby vertritt den Wahlkreis 72, der sich aus den Orten Halle, Kabelsketal, Landsberg und Petersberg zusammensetzt.

Diaby wurde 1961 in Marsassoum im Senegal geboren. Seit 2013 ist er der erste in Afrika geborene schwarze Mensch im Deutschen Bundestag. Mit Mitte 20 erhielt er ein Stipendium zum Studium in der damaligen DDR, studierte Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte auf dem Gebiet der Geoökologie. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Die Familie lebt in Halle.

Diabys Büro war schon mehrfach Ziel von Anschlägen

Diaby, der der erste schwarze Abgeordnete im Deutschen Bundestag ist, ist bereits öfter rassistisch beleidigt worden. Sein Büro war schon mehrfach Ziel von Anschlägen. Diaby selbst hatte schon gleich nach dem Brandanschlag wissen lassen, dass ihn die Tat zwar "empört und verärgert", dass er sich aber nicht einschüchtern lassen wolle. Sein Büro solle auch künftig ein offener Ort der Begegnung und eine sichere Arbeitsstelle für sein Team sein, hatte er in der ersten Stellungnahme zum Brandanschlag geschrieben.

Nicht nur Politiker aus den eigenen Reihen hatten den Brandanschlag seinerzeit verurteilt. Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) sah darin ebenso einen Anschlag auf die Demokratie und ihre Institutionen wie die SPD-Vorsitzende Saskia Esken.

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Täter als schuldunfähig eingestuft

Der Mann, der den Brandanschlag verübte, war am Tattag von Passanten festgehalten worden, bis die Polizei eintraf. Er hatte sich anschließend vor Gericht verantworten müssen. Ein Urteil fiel dann Anfang Oktober. Der Mann wurde als schuldunfähig angesehen und die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da der Mann Revision eingelegt hat.

MDR (Andrea Iffert, Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HHEUTE | 19. Dezember 2023 | 18:00 Uhr

2 Kommentare

Anita L. vor 30 Wochen

Was? Ihr Beitrag zum Thema? Offensichtlich nicht, wenn Sie selbst schon so fragen.

Atheist aus Mangel an Beweisen vor 30 Wochen

Ist das wichtig???

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