Reaktionen auf Badeunfall Baden im Hufeisensee soll verboten bleiben

Nach dem tödlichen Badeunfall am Hufeisensee in Halle hat die Stadt eine gefährliche Eisenstange aus dem See entfernt. Sie betont, dass der See kein Badegewässer sei. Der Geschäftsführer der DRK-Wasserwacht empfiehlt allerdings, den See als Badegewässer einzustufen. Dann müsse die Stadt ihren Sicherungspflichten nachkommen.

Blick vom Ufer auf das Wasser des Hufeisensees
Die Stadt Halle will den Hufeisensee weiterhin nicht als Badegewässer einstufen lassen. Bildrechte: MDR/Alexander Kühne

Nach dem tödlichen Badeunfall am Hufeisensee in Halle fallen die Reaktionen von der Stadt Halle und der DRK-Wasserwacht sehr unterschiedlich aus. Am vergangenen Sonnabend hatte sich eine 26 Jahre alte Frau beim Sprung in den See an einer aus dem Seegrund ragenden Metallstange schwer verletzt. Sie starb an ihren Verletzungen.

Wie die Stadt am Donnerstag auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, wurde die Eisenstange inzwischen entfernt. In dem Statement wird aber auch betont, dass der Hufeisensee kein Badegewässer ist. Auf das Verbot würden Schilder hinweisen. Außerdem gelangten über das Grundwasser fortwährend Kohlenwasserstoffe in den See. Er befinde sich auf einem ehemaligen Bergbau- und Kippengelände.

Am Hufeisensee weist ein Schild auf Lebensgefahr hin.
Am Ufer des Hufeisensees weisen Schilder darauf hin, dass das Baden verboten ist. Bildrechte: MDR/Alexander Kühne

Nach Auskunft der Stadt ist auch nicht geplant, den Hufeisensee als offizielles Badegewässer zuzulassen. Man könne keinen sicheren Badebetrieb gewährleisten. Besondere Gefahrenstellen würden aber nach Möglichkeit beseitigt, wenn die Stadt darüber informiert werde. Die Umgebung des Sees könne jedoch weiterhin zur Erholung genutzt werden. Dafür seien auch Liegewiesen und ein Rundweg angelegt worden.

Bei offiziellem Badegewässer müsste Stadt Sicherungspflichten nachkommen

Der Geschäftsführer der DRK-Wasserwacht, Sven Thomas, hingegen sprach sich im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT dafür aus, den Hufeisensee als offizielles Badegewässer einzustufen. Dann müsse die Stadt ihren Sicherungspflichten nachkommen. Im See werde auch ohne offizielle Freigabe schon seit Jahren gebadet. Thomas bestätigte, dass gerade an solchen Stellen in Ufernähe viel Unrat im Wasser liege. Taucher der DRK-Wasserwacht hätten schon mehrfach Schrott und Unrat aus diesen Bereichen entfernt.

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MDR (Alisa Sonntag, Mathias Kessel, Alexander Kühne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Juli 2022 | 18:00 Uhr

3 Kommentare

steka vor 6 Wochen

Wo hat denn die Stadt die Sicherungspflicht am Heidesee wargenommen. Außerhalb des Heidebades liegen ian den wilden badestellen auch noch Betonteile nicht sichtbar unter der Wasseroberfläche an denen man sich verletzen kann und dort gibts kein Badeverbot.

steka vor 6 Wochen

Solche Schilder standen schon immer da, hat nur nie jemand dran gehalten. Selbst vorbeischauende Polizei hat nichts gesagt. Und die Wasserqualität ? Hat noch niemanden geschadet und den Fischen geht es auch gut. und wer hat denn die Sicherungspflichten bei all den anderen Badeseen ? Sicherungspflicht kann es doch nur bei öffentlichen Bädern und nicht bei wilden Badestellen geben. Ich denke eher, man will die Leute abschrecken, damit die Golfer nicht gestört werden. Außerdem sollen die Schwimmbäder besucht werden.

hilflos vor 6 Wochen

Tja dann muss die Stadt dieses Verbot durchsetzen und auch kontrollieren. Eine bloße Alibi Anordnung entfaltet keine Wirkung und macht die Stadtverwaltung zur Lachnummer

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