Drohende Schulschließung Eltern kämpfen weiter für die Grundschule Siersleben

In Siersleben im Kreis Mansfeld-Südharz soll die Grundschule geschlossen werden. Das steht schon eine ganze Zeit lang zur Debatte. Eltern konnten das allerdings bislang verhindern. Nun wehren sie sich gegen die Anordnung des Landesschulamtes, nach der die Kinder ab Montag in Gerbstedt die Schule besuchen sollen.

Die mögliche Schließung der Grundschule Siersleben im Mansfelder Land könnte per Eilverfügung verhindert werden. Das Landesschulamt hat angeordnet, dass die Schüler ab Montag in Gerbstedt zur Schule gehen sollen. Die Begründung: Die Mindestzahl von 15 Erstklässlern ist an der Grundschule Siersleben mit derzeit acht Schülern in der ersten Klasse deutlich unterschritten.

Die Eltern wollen die Anordnung des Landesschulamtes allerdings nicht hinnehmen und wehren sich. Gemeinsam mit ihrem Anwalt klagen sie vor dem Verwaltungsgericht Halle – und wollen ihre Kinder am Montag trotzdem in Siersleben zur Schule bringen.

Dicke Luft im Klassenzimmer

Die Eltern sind der Meinung, dass ihre Kinder in den vorgesehenen Räumen der Grundschule Gerbstedt gesundheitlich gefährdet sind. Die Luft in den Klassenzimmern rieche "chemisch", argumentieren sie. Das wurde inzwischen auch bei einer Vor-Ort-Begehung der Aufsichtsbehörden bestätigt.

Offizielle Gutachten sagen jedoch das Gegenteil: Dort heißt es, die dicke Luft sei nicht gefährlich, obgleich auch überall Schimmelsporen nachgewiesen wurden. Ein Elternvertreter sagte am Freitag, dass die Kinder nächste Woche "natürlich nicht in eine andere Schule gehen" würden. Sollte das Landesschulamt am Montag trotz Gerichtsbeschlusses keinen Lehrer in die Grundschule im Ortsteil Siersleben schicken, sei es auch möglich, einen Privatlehrer für die acht Erstklässler zu suchen.

Schulöffnung nach den Sommerferien in letzter Minute

Die Schließung der Grundschule in dem Gerbstedter Ortsteil Siersleben steht schon länger zur Debatte. Eigentlich sollte sie schon nach den Sommerferien geschlossen bleiben. Doch am letzten Ferientag entschied das Verwaltungsgericht in Halle anders.

Demnach war der Beschluss zur Schulschließung und die damit verbundene Allgemeinverfügung der Stadt Gerbstedt – zu der Siersleben gehört – juristisch fehlerhaft. Der Schließungsbeschluss wurde inhaltlich nie veröffentlicht. Das muss aus juristischer Sicht aber explizit gemacht werden. Durch diese Versäumnis der Stadt konnten die Kinder vorerst weiter in Siersleben zur Schule gehen.

Pensionierte Lehrer halfen aus

Für Eltern und Kinder war das eine große Erleichterung. Sie hatten zuvor lange für den Erhalt der Schule gekämpft und mehrfach demonstriert.

Wegen der kurzfristigen Entscheidung, dass die Schule geöffnet bleibt, hatten die Eltern in aller Eile selbst neue Lehrkräfte organisiert. Kurzerhand kam so für die ersten zwei Wochen des Schuljahres ein Not-Unterricht mit Lehrern aus dem Ruhestand zusammen – bis das Landesschulamt nach einer gerichtlichen Anordnung am 10. September wieder Lehrer an die Schule abgeordnet hatte.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Oktober 2020 | 09:30 Uhr

2 Kommentare

Steffen 1978 vor 49 Wochen

Ein Kampf an Lächerlichkeit nicht zu Toppen hier wird alles auf dem Rücken der Kinder ausgetragen eine Stadt sollte doch die bestmögliche Schule erhalten und nicht in eine Schule wie Siersleben investieren und nach Gründung suchen die in Gerbstedt zu schließen
Die die Kosten die durch dieses Theater entstehen sollten zu 100%die Eltern aus Siersleben tragen und nicht die Steuerzahler diese Schule gehört geschlossen und die Kinder nach Gerbstedt in die am besten ausgestattete Schule dieser Stadt

hettstedt vor 49 Wochen

Immer weiter kämpfen Siersleben!
Ihr schafft das!

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