Eine Baustelle.
Der Kurpark in Bad Dürrenberg ist mometan eine Großbaustelle. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Ein Jahr vor Eröffnung Landesgartenschau in Bad Dürrenberg: Kurpark momentan Großbaustelle

02. März 2023, 17:04 Uhr

Die Landesgartenschau 2024 wird in Bad Dürrenberg ihre Pforten öffnen. Das berühmte Gradierwerk ist dafür schon vollständig saniert worden. Großbaustelle ist momentan der malerische Kurpark.

Noch etwas mehr als ein Jahr, dann sollen in Bad Dürrenberg die Tore zur Landesgartenschau öffnen. Komplett fertiggestellt ist bisher nur das Gradierwerk. Die imposante 636 Meter lange Holzkonstruktion ist wieder vollständig in Betrieb und sorgt schon jetzt für einen feinen Salzgeschmack in der Luft. Im Kurpark selbst seien bisher nur rund ein Viertel der gesamten Baumaßnahmen umgesetzt, so der Geschäftsführer der Landesgartenschaugesellschaft, Michael Steinland.

Er sei trotzdem zuversichtlich, dass bis zum Jahresende alle Bauvorhaben zu schaffen sind, denn die zeitintensive, vorangegangene Planung, Finanzierung und Genehmigung der Bauvorhaben sei zum großen Teil abgeschlossen. "Wir sind jetzt wirklich im Bauen und ein Rad greift ins andere und das Rad wird sich immer schneller drehen, so dass ich persönlich ganz optimistisch bin, dass wir in diesem Jahr die Baumaßnahmen zu 100 Prozent abschließen werden", so Steinland im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT. Zudem seien die meisten Vergabeeinheiten ausgeschrieben, vergeben und beauftragt.

Bis Mitte März soll der Großteil erledigt sein

Was noch ausgeschrieben ist oder in die Ausschreibung kommt, sei bis Mitte März erledigt, so Bürgermeister Christoph Schulze (CDU). Im Kurpark selbst laufen derzeit mehrere Bauvorhaben parallel. So werden am Saalehang die historischen Amtsbergmauern saniert. Auf rund 100 Metern werden derzeit Spundwände in den Boden gebracht, um ein Nachrutschen der Böschung zu verhindern. In einem zweiten Schritt werden die Natursteinmauern abgetragen und zum Teil neu aufgebaut.

Nach der Wiederherstellung der Natursteinmauern soll an dieser Stelle eine Spiellandschaft mit Schaukeln und Wippen entstehen, deren Formen an Obst erinnern. Auch Obstbäume werden gepflanzt. Die Fertigstellung ist für September geplant.

Treppen sind fast fertig

Die Amtsbergtreppe zur Saale ist zum großen Teil fertiggestellt. Momentan wird die gesamte Treppe mit Sandstein verkleidet. Die Amtsbergtreppe überspannt den Höhenunterschied von 25 Metern zwischen Kurpark und Saale. Eine Steganlage um die Treppe herum soll zukünftig einen barrierefreien Zugang ermöglichen. Diese Hangstegkonstruktion muss noch ausgeschrieben werden.

Die Sanierung des Bischhofswegs hat begonnen und die Sandsteintreppe am neu angelegten Weinberg im Südlichen Teil des Kurparks ist fertiggestellt.  

An den Wegen wird ebenfalls gearbeitet

Die Wege werden auf der gesamten Fläche neu aufgebaut. Eine Besonderheit im Kurpark ist, dass die Wege tiefer liegen als die Beete. Deshalb ist die Entwässerung eine Herausforderung. Zurzeit werden Verdichtungen beseitigt und Drainagen werden gelegt, damit das Wasser besser versickern kann.

Die Deckschicht der Wege wird durch ihre Farbigkeit das zukünftige Bild des Kurparks prägen. Nach historischem Vorbild ist die letzte Schicht ein beigefarbener Kies. Er wird erst im Frühjahr 2024 aufgebracht, um die Wege vor Verschmutzung zu schützen.

Arbeiten am Teich fast abgeschlossen

Der Rundteich aus Sandstein ist zu über 90 Prozent fertiggestellt. Die Dichtigkeitsprüfung soll noch im März erfolgen. Auf einem Sockel am Rand fehlt noch ein wichtiges Detail: eine ein Meter hohe Putte, die zurzeit noch saniert wird. Sie zeigt einen Jungen, der auf einer Schildkröte sitzt und Wasser speien wird. Der Rundteich soll am Ende mit Seerosen bepflanzt werden.

Auch die Sanierung des rechteckigen Zentralteichs ist fast abgeschlossen. Nach der Dichteprüfung wird eine Springbrunnenanlage installiert.

Der Kinderspielplatz "Salzlandschaft"

Auf dem Areal neben dem Rundbrunnen sind fünf pyramidenähnliche, fiktive Salzhügel zum Klettern entstanden. Der Bereich wird noch mit einem speziellen Spielboden versehen.

Auf einem Teil der Fläche soll eine Wasserspiellandschaft mit kleiner Wasserfläche und fließendem Wasser entstehen.

Schausiederei soll zentraler Punkt werden

Ein zentraler Punkt der Landesgartenschau ist die Schausiederei. Hier sollen während der Landesgartenschau rund 200 kg Salz pro Woche aus der Sole des Gradierwerks gewonnen werden. Die Fundamentplatte ist bereits gegossen worden. In den nächsten Tagen wird darauf das Holzständerbauwerk gestellt. Die Seitenwände werden aus Glas sein, um guten Einblick zu erhalten. Die Siedewanne ist in der Herstellung.

Bepflanzung im Frühjahr geplant

Die Stauden, Sträucher und Gehölze sollen im April/ Mai geliefert und gepflanzt werden. Die Pflanzzeit sei unüblich, aber man wolle unbedingt die Pflanzen vor dem Beginn der Vegetationsperiode in die Erde bringen. Sie sollen dieses Jahr noch anwachsen können, um sich im nächsten Jahr voll entwickeln zu können, so der Geschäftsführer der Landesgartenschaugesellschaft, Michael Steinland.

Im Herbst werde es noch Nachpflanzungen geben. Dann werden auch die Bäume in die Erde kommen, die durch laufende Bauarbeiten noch nicht gepflanzt werden konnten. Die gesamte Bepflanzung des Kurparks soll nach historischem Vorbild erfolgen. So wird zum Beispiel auch wieder das grau-rote Blumen-Schachbrett aus Silberblatt und roten Begonien neu angelegt.

Baustellenführungen für Interessierte

Wer sich für das zukünftige Landesgartenschaugelände und den Baufortschritt interessiert, kann an einer Baustellenführung teilnehmen. Die nächste startet am 22. April 2023 und wird bis in den Oktober hinein angeboten. Über die Landesgartenschau-Webseite können sich Interessierte anmelden.

MDR (Andreas Manke, Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. März 2023 | 09:30 Uhr

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