Frage der Woche zur Landtagswahl Knappe Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt mit Kenia-Koalition zufrieden

Am Dienstag dieser Woche zogen CDU, SPD und Grüne eine Bilanz ihrer fünfjährigen gemeinsamen Regierung. Sie fiel erwartungsgemäß positiv aus. Was aber sagen die Menschen in Sachsen-Anhalt zur Arbeit der Kenia-Koalition seit 2016? Eine Befragung zeigt: Eine knappe Mehrheit stellt der Regierung gute Noten aus. Doch eine Partei erhitzt bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gemüter.

Bei einer Befragung zur Zufriedenheit mit der Landesregierung in Sachsen-Anhalt hat eine knappe Mehrheit der Menschen betont, rückblickend zufrieden mit CDU, SPD und Grünen zu sein. An der nicht-repräsentativen Befragung des Meinungsbarometers MDRfragt hatten sich von Mittwoch bis Freitag gut 6.000 Menschen aus Sachsen-Anhalt beteiligt. 53 Prozent von ihnen gaben an, "eher zufrieden" oder "zufrieden" mit der Arbeit der sogenannten Kenia-Koalition zu sein.

Ähnlich hoch fiel auch die Zahl derer aus, die "eher unzufrieden" oder "generell unzufrieden" mit der Arbeit des Bündnisses sind. Das sagten 45 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage. Zwei Prozent machten keine Angabe zur Frage.

MDRfragt-Community ist gespalten

Erneut haben Hunderte Nutzerinnen und Nutzer von MDRfragt die Gelegenheit genutzt, ihre Meinung zur Fragestellung näher zu erläutern. Unzufriedene und zufriedene Zuschriften halten sich in etwa die Waage. Zunächst einige positive Rückmeldungen:

Keine Arbeit mit rechts und keine Arbeit mit links – das ist die richtige Politik der Mitte. Nie wieder extreme Parteien an der Macht.

Teilnehmer *1944, Magdeburg

Herr Haseloff scheint gute Führungsqualitäten zu besitzen. Seine Präsenz und sein Wirken waren stets kompetent und qualifiziert.

Teilnehmerin *1956, Dessau-Roßlau

Wenn man keine Wunder erwartet hat, konnte man soweit zufrieden sein.

Teilnehmer *1951, Halle

Es wurden gerade im Bereich Bitterfeld-Wolfen neue Firmen etabliert, wodurch wieder Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen wurden.

Teilnehmerin *1958, Anhalt-Bitterfeld

Ich lebe im Großraum Teutschenthal: Geruchsbelästigung durch Müll/Einlagerung in einer Kaligrube. Der Politik ist das bekannt. Politik wird vom Bund gemacht und auf das Land übertragen. Da sind einige Sachen, mit denen wir nicht einverstanden sind (Corona-Politik), mit der Arbeit unseres Ministerpräsidenten sind wir zufrieden.

Teilnehmer *1960, Saalekreis

Insbesondere letzteres Argument wurde bei der Begründung des Ergebnisses immer wieder genannt. Selbst wenn die Regierung in der Gunst mancher nicht besonders weit oben gestanden hat – der Ministerpräsident tut es offenbar. Andererseits haben die Redaktion auch Hunderte Zuschriften von Menschen erreicht, die unzufrieden mit der Arbeit der "Kenia"-Koalition sind – einige Beispiele:

Diese Regierung hat nur die Ablehnung der Zusammenarbeit mit der AfD zusammengehalten, ansonsten gab es nur Zank und Streit untereinander und manchmal war es peinlich.

Teilnehmerin *1948, Harz

Es ist vieles offen geblieben oder in der Bürokratie versunken (Digitalisierung/Harzseilbahn Schierke u.v.a.m.). Insgesamt habe ich den Eindruck, dass "Machterhalt" wichtiger ist, als die Probleme der Bevölkerung zu lösen. Deshalb kann man mit dieser Regierung nicht zufrieden sein.

Teilnehmer *1956, Harz

Ein einziges Wirrwarr und Affentheater. Uneinigkeit, keine Glaubwürdigkeit, ein Kindergarten. Nur allein das Theater zwischen CDU und AfD, die Interpretation der anderen Parteien dazu. Einfach nur furchtbar!

Teilnehmerin *1969, Landkreis Börde

Wenig digitaler Netzausbau. Infrastruktur mangelhaft bis marode. Wenig wirtschaftliche Unterstützung Mittelstand und berufliche Bildung etc.

Teilnehmer *1954, Halle

Der ländliche Raum wird weiterhin völlig vergessen.

Teilnehmer *1965, Landkreis Mansfeld-Südharz

Ebenfalls auffallend ist, dass es vor allem die Grünen sind, die bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage polarisiert haben – mal, weil sie als kleinster Partner mit gerade einmal fünf Prozent der Stimmen als zu mächtig erachtet worden sind. Andere Male deshalb, weil sie als zentraler Treiber für Klima- und Umweltschutz in der Koalition angesehen werden. Auch dazu zwei Beispiele:

Die Grünen hatten zu viel Einfluss.

Teilnehmer *1955, Landkreis Börde

Ich finde den Einfluss der Grünen für die Entwicklung des Landes für eine 5 %-Partei zu groß! Speziell die touristische Entwicklung im Harz wird von Frau Dalbert blockiert.

Teilnehmerin *1955, Harz

MDRfragt geht auf Tour – und will mit Ihnen sprechen!

Die Kolleginnen und Kollegen von MDRfragt gehen in den kommenden Wochen und Monaten vor der Landtagswahl auf Tour durch Sachsen-Anhalt. MDRfragt-Reporterin Claudia Reiser wird am 12. Mai in Wernigerode, am 26. Mai in Naumburg und am 2. Juni in Stendal sein – und möchte mit Ihnen ins Gespräch kommen. Infos dazu hier.

"Frage der Woche zur Landtagswahl" geht weiter

Die Befragung ist Teil unseres Formats, der "Frage der Woche zur Landtagswahl", die wir Ihnen wöchentlich stellen. Wenn Sie an den nächsten Befragungen teilnehmen möchten, müssen Sie nur Teil der MDRfragt-Community werden. Die Anmeldung geht einfach und schnell unter www.mdrfragt.de. Dort finden Sie auch weitere Infos. Die jeweilige "Frage der Woche zur Landtagswahl" bekommen Sie danach immer automatisch per Mail zugeschickt. Und über das Ergebnis berichten wir zuerst jeden Freitagabend in #LTWLSA – unserem Update zur Landtagswahl.

Die Spitzenkandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl, von links nach rechts: Eva von Angern (Die Linke), Cornelia Lüddemann (Grüne), Katja Pähle (SPD), Reiner Haseloff (CDU), Lydia Hüskens (FDP), Oliver Kirchner (AfD)
Die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der sechs großen Parteien zur Landtagswahl Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR/Luca Deutschländer, Claudia Reiser, Kristin Hansen

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 07. Mai 2021 | 20:00 Uhr

4 Kommentare

Frank 1 vor 19 Wochen

Aha, eine knappe Mehrheit ist also mit der Arbeit des Kaspertheaters in Magdeburg zufrieden. Eine knappe Minderheit aber nicht. Die haben noch Pläne, Wünsche und Ziele, wünschen sich endlich Bewegung und zwar nach vorn. Mit der aktuellen Landesregierung ist das nicht zu machen. Mit der selbsternannten Alternative aber auch nicht. Ein Teufelskreis in den die "Etablierten" das das Land mit ihrem Gewurschtel geführt haben in Sachsen-Anhalt genauso wie auf Bundesebene. Die Lage sieht dort vergleichbar aus. Trostlos, planlos, orientierungslos, Hauptsache an der Macht. Die Menschen im Lande,,,,,,, egal.

harzer vor 19 Wochen

Glaube ich nicht,dass die Mehrheit zufrieden ist! Was haben sie denn positives geleistet?

harzer vor 19 Wochen

Glaube ich nicht,dass die Mehrheit zufrieden ist! Was haben sie denn positives geleistet?

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