Frauen im Landtag Monika Hohmann: "Noch funktioniert es nicht überall mit der Gleichberechtigung"

19 von 87: Die Zahl der Frauen im aktuellen Landtag ist überschaubar. Wie kann sich das nach der Landtagswahl am 6. Juni ändern? Die Linken-Abgeordnete Monika Hohmann sagt: Ohne familiäre Unterstützung ist ein Job als Landtagsabgeordnete nicht möglich. Der Fragebogen.

Monika Hohmann (Die Linke), spricht im Plenarsaal des Landtages von Sachsen-Anhalt zu den Abgeordneten.
2011 in den Landtag gewählt: Monika Hohmann Bildrechte: dpa

In keinem anderen deutschen Landesparlament sind so wenige Frauen vertreten wie in Sachsen-Anhalt. Woran liegt das? Und was muss sich tun, damit sich der Frauenanteil erhöht? MDR SACHSEN-ANHALT hat alle 19 weiblichen Landtagsabgeordneten gefragt. Hier antwortet die Linken-Abgeordnete Monika Hohmann.

Wo und durch wen wurden Sie politisch sozialisiert?

Zum einen durch die PDS, aber auch durch mein soziales Engagement in der Schulzeit und das Einstehen für soziale Gerechtigkeit.

Wer hat Sie auf dem Weg in die Landespolitik unterstützt? Wie wurden Sie gefördert?

Unterstützung erhielt ich durch meinen Kreisverband. Dadurch, dass ich bereits seit 2009 Mitglied im Kreis- und Landesvorstand war und bin, konnte ich schon erste politische Erfahrungen sammeln. Auch meine Tätigkeit als Mitglied des Kreistages bis 2014 half mir parlamentarische Abläufe kennenzulernen. In der Landtagsfraktion konnte ich auf die Hilfe meiner Kolleg*innen bauen.

Wann sind Sie zum ersten Mal in den Landtag von Sachsen-Anhalt eingezogen und wie haben Sie nach Ihrem Einzug das Klima Ihnen gegenüber als Frau wahrgenommen – fraktionsintern und insgesamt?

2011 wurde ich in den Landtag gewählt. In der Fraktion ist es selbstverständlich, dass wir einen wertschätzenden Umgang pflegen. Dabei spielt es keine Rolle, welches Geschlecht man hat. Insgesamt schätze ich ein, je mehr Männer in einer Fraktion sind, umso schwerer fällt die Akzeptanz gegenüber Frauen. Es sei denn, man kann mit Aussehen (Modell) punkten. Dann fällt auch fehlende Fachlichkeit hinten runter.

Was sehen Sie als größtes Hindernis für eine Frau?

Familie, Kinder und Zeit. Wenn man familiär auf keinen unterstützenden Hintergrund zurückgreifen kann, ist es äußerst schwer, den Anforderungen im Landtag gerecht zu werden. Das erklärt wahrscheinlich, warum wir mehr Männer in der Politik haben. Noch nicht überall funktioniert es mit der Gleichberechtigung.

Welche politischen Prozesse/Strukturen müssten in Ihrer Partei/Fraktion, aber auch insgesamt verändert werden, damit der Landtag weiblicher wird?

Familienfreundlicher, weniger Termine an den Abenden und am Wochenende. Vielleicht auch eine Kinderbetreuung für Kinder von Abgeordneten und Mitarbeiter*innen im Landtag.

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In unserem Update zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geben unsere Redakteure einen Überblick über die wichtigsten politischen Entwicklungen – und ordnen sie ein.

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MDR/Marie Kristin-Landes, Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07. März 2021 | 19:00 Uhr

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